A–Z-Verzeichnis
Sprichwörter mit V
Hier können Sie alle sprichwörter dieses Nachschlagewerks alphabetisch nachschlagen, deren Stichwort mit V beginnt. Sortiert wird wie im gedruckten Wörterbuch nach dem ersten inhaltstragenden Wort, Artikel bleiben unberücksichtigt.
23 Einträge mit Bedeutung
Ein Vater ernährt eher zehn Kinder, als zehn Kinder einen Vater.
Sprichw.Eltern sorgen selbstverständlich für ihre Kinder, umgekehrt ist der Rückhalt im Alter oft geringer.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, meist im Zusammenhang mit der Altersversorgung, für die es keine staatliche Regelung gab.
Themen: ElternKinderFamilieAlter
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Die Liebe geht abwärts.
Veränderung beginnt im Kopf.
Sprichw.Vor jeder äußeren Änderung steht die Entscheidung dazu.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: VeränderungNeuanfangMut
Siehe auch: Nicht das Fallen ist die Schande, sondern das Liegenbleiben. Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit.
Das Vergangene lehrt das Kommende.
Sprichw.Erfahrung ist das einzige verlässliche Mittel, sich auf Künftiges einzustellen.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Thukydides, der seine Geschichtsschreibung ausdrücklich damit begründet.
Themen: VergangenheitZukunftLernen
QuelleThukydides
Siehe auch: Wer die Vergangenheit vergisst, verliert die Zukunft. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Versprechen und Halten sind zweierlei.
Sprichw.Eine Zusage bedeutet noch nicht, dass sie auch eingelöst wird.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LügenVertrauenEhrlichkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Wer wenig verspricht, kann viel halten. Versprochen ist versprochen.
Versprochen ist versprochen.
Sprichw.Ein gegebenes Wort ist einzuhalten, ganz gleich wie ungelegen es kommt.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Rechtssprache, in der das gegebene Wort bindend war. Sie wird heute vor allem gegenüber Kindern gebraucht.
Themen: VertrauenEhrlichkeitKinder
Siehe auch: Ein Mann, ein Wort. Wer wenig verspricht, kann viel halten. Versprechen und Halten sind zweierlei.
Vertrauen braucht Jahre, Misstrauen Sekunden.
Sprichw.Der Aufbau dauert lange, die Zerstörung geht schnell.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Bild vom Vertrauen, das zu Fuß kommt und zu Pferd geht.
Siehe auch: Vertrauen zerbricht schneller, als es entsteht. Vertrauen kommt zu Fuß und geht zu Pferde. Schneller Erfolg hält am kürzesten.
Vertrauen ist eine Vorleistung.
Sprichw.Wer vertraut, geht in Vorleistung, bevor sich zeigt, ob es gerechtfertigt war.
Herkunft: Eine Formel aus der Sozialwissenschaft des 20. Jahrhunderts, ohne älteren volkstümlichen Beleg.
Themen: VertrauenFreundschaftMut
Siehe auch: Wer vertraut, dem wird vertraut. Wer Geld verleiht, verliert es oder den Freund. Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Sprichw.Auch wo man niemandem Böses unterstellt, sollte man nachsehen.
Herkunft: Die Zuschreibung an Lenin ist verbreitet, lässt sich in seinen Schriften aber nicht nachweisen.
Themen: VertrauenVorsichtArbeit
Siehe auch: Wer vertraut, schläft besser. Wer niemandem traut, dem traut auch niemand. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Vertrauen kommt zu Fuß und geht zu Pferde.
Sprichw.Vertrauen wächst langsam und ist mit einem einzigen Vorfall wieder verspielt.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Niederländischen. Das Bild vom langsamen Kommen und schnellen Gehen findet sich auch bei Gerüchten und beim Ruf.
Themen: VertrauenFreundschaftEhrlichkeit
Siehe auch: Vertrauen zerbricht schneller, als es entsteht. Vertrauen braucht Jahre, Misstrauen Sekunden.
Vertrauen zerbricht schneller, als es entsteht.
Sprichw.Der Aufbau dauert Jahre, der Bruch einen Augenblick.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Bild vom Vertrauen, das zu Fuß kommt und zu Pferd geht.
Siehe auch: Vertrauen braucht Jahre, Misstrauen Sekunden. Vertrauen kommt zu Fuß und geht zu Pferde. Schneller Erfolg hält am kürzesten.
Viel Nebel im November, viel Schnee im Winter.
Sprichw.Bauernregel, die von feuchtem Herbstwetter auf einen schneereichen Winter schließt.
Herkunft: Eine Entsprechungsregel ohne nachweisbaren statistischen Zusammenhang.
Themen: WetterJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Viele Hände, schnelles Ende.
Sprichw.Eine Arbeit ist rasch getan, wenn viele mit anpacken.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Viele Hände machen schnell ein Ende.
Themen: ArbeitZusammenhaltFleiß
Siehe auch: Einer allein baut kein Haus. Ein Finger allein macht keine Faust. Zeit und Stunde warten auf niemanden.
Viele Hunde sind des Hasen Tod.
Sprichw.Gegen eine Übermacht hat auch der Geschickteste keine Chance.
Herkunft: Aus der Hetzjagd: Ein einzelner Hund holt den Hasen nicht ein, eine Meute schon. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TiereZusammenhaltMacht
Siehe auch: Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Viele Köche verderben den Brei.
Sprichw.Wenn zu viele Leute an derselben Sache mitreden, wird das Ergebnis schlechter statt besser.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in zahlreichen europäischen Sprachen. Der Brei steht dabei für die einfachste denkbare Speise, an der eigentlich nichts misslingen kann.
Themen: ArbeitZusammenhaltEssen
Siehe auch: Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Viele Tropfen machen ein Meer.
Sprichw.Auch der kleinste Beitrag zählt, wenn viele ihn leisten.
Herkunft: Die Formel übersetzt ein lateinisches Sprichwort und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: ZusammenhaltSparenNatur
Siehe auch: Viele Wenig machen ein Viel. Wer allein geht, geht schneller; wer zusammen geht, kommt weiter. Viele Hände, schnelles Ende.
Viele Wenig machen ein Viel.
Sprichw.Viele kleine Anteile ergeben zusammengenommen eine große Menge.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „multa pauca faciunt unum multum“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: SparenGeldZusammenhalt
Siehe auch: Kleinvieh macht auch Mist. Wer im Kleinen nicht spart, spart im Großen vergebens. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Vier Augen sehen mehr als zwei.
Sprichw.Wer eine Sache zu zweit prüft, entdeckt mehr Fehler als allein.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und stammt aus dem Zusammenhang der gegenseitigen Prüfung bei Rechnungen und Urkunden.
Themen: ZusammenhaltKlugheit und DummheitArbeit
Siehe auch: Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Ein voller Bauch studiert nicht gern.
Sprichw.Nach einer reichlichen Mahlzeit fällt geistige Arbeit schwer.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Studentensprache, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: EssenLernenFaulheitSchule
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Faulheit und Armut sind Nachbarn. Faulheit ist die Mutter aller Ausreden.
Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Sprichw.Bauernregel zu den Eisheiligen Mitte Mai, nach denen erst danach frostfrei gepflanzt werden soll.
Herkunft: Bezieht sich auf die Namenstage der Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai, an denen in Mitteleuropa häufig ein letzter Kaltlufteinbruch auftritt.
Themen: WetterJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Viel Nebel im November, viel Schnee im Winter.
Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
Sprichw.Der Ausgang eines Verfahrens ist ebenso wenig vorhersehbar wie das Wetter auf See.
Herkunft: Alte Juristenweisheit, im deutschen Sprachraum seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: Recht und GerechtigkeitSchicksalReisen
Siehe auch: Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Vorbeugen ist besser als heilen.
Sprichw.Ein Schaden lässt sich leichter verhindern als hinterher beheben.
Herkunft: Die Formel übersetzt den medizinischen Grundsatz „praestat cautela quam medela“, wonach Vorsicht besser sei als Heilmittel.
Auch: Vorsorge ist besser als Nachsorge.
Themen: ZukunftGesundheitVorsicht
Siehe auch: Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund. Wer den Körper vernachlässigt, merkt es zuletzt. Sparen heißt heute verzichten, um morgen zu können.
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Sprichw.Scherzhafte Mahnung zur Umsicht; die Porzellankiste steht für alles, was leicht zerbricht.
Herkunft: Eine scherzhafte Erweiterung des älteren Satzes, Vorsicht sei die Mutter der Weisheit. Die Porzellankiste ist eine Zutat des 20. Jahrhunderts.
Auch: Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Themen: VorsichtKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Vorsicht ist keine Feigheit. Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen. Armut macht vorsichtig.
Vorsicht ist keine Feigheit.
Sprichw.Wer die Gefahr einschätzt und zurückweicht, handelt nicht ängstlich, sondern klug.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem aristotelischen Gedanken von der Tapferkeit als Mitte.
Themen: VorsichtMutKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Angst warnt, Vorsicht handelt. Wissen ist nicht Weisheit.