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Sprichwörter · Alltag und Natur

Sprichwörter über das Essen

Essen ist im Sprichwort selten Genuss und meistens Grundbedürfnis. Der Zusammenhang von Hunger, Arbeit und Laune wird immer wieder durchgespielt.

16 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert

Bekannte Sprichwörter

Sprichwörter mit belegter Herkunft

  • Der Appetit kommt beim Essen.

    Sprichw.

    Oft stellt sich die Lust an einer Sache erst ein, wenn man damit begonnen hat.

    Herkunft: Die Wendung ist als französisches Sprichwort seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde durch François Rabelais bekannt.

    Themen: ErfahrungNeuanfang

    QuelleRabelais

    Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen.

  • Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

    Sprichw.

    Eine Drohung oder ein Problem fällt in der Regel weniger schlimm aus, als es zunächst aussieht.

    Herkunft: Die Beobachtung stammt aus der Küche: Eine Speise kühlt zwischen Herd und Tisch ab. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.

    Themen: HoffnungVorsicht

  • Hunger ist der beste Koch.

    Sprichw.

    Wer richtig hungrig ist, dem schmeckt auch einfaches Essen ausgezeichnet.

    Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Cicero, der schreibt, der Hunger sei die Würze der Speise. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: ArmutErfahrung

    QuelleCicero

    Siehe auch: Salz und Brot macht Wangen rot.

  • In der Not frisst der Teufel Fliegen.

    Sprichw.

    Wer keine Wahl hat, nimmt auch das, was er sonst verschmähen würde.

    Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Die Fliege galt als das geringste denkbare Tier, das selbst der Teufel verschmähen würde.

    Themen: ArmutErfahrung

    Siehe auch: Wer nichts hat, kann nichts sparen.

  • Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

    Sprichw.

    Neben dem Materiellen braucht der Mensch auch anderes, um zufrieden zu sein.

    Herkunft: Der Satz stammt aus der Bibel (5. Mose 8,3 und Matthäus 4,4).

    Themen: LebenGlück

    QuelleAltes Testament, Neues Testament

  • Nach dem Essen sollst du ruhn oder tausend Schritte tun.

    Sprichw.

    Alte Gesundheitsregel: Nach der Mahlzeit hilft entweder Ruhe oder ein Spaziergang.

    Herkunft: Eine Gesundheitsregel der Diätetik, die auf die mittelalterliche Schule von Salerno zurückgeht.

    Themen: GesundheitSchlaf

    QuelleSchule von Salerno

  • Viele Köche verderben den Brei.

    Sprichw.

    Wenn zu viele Leute an derselben Sache mitreden, wird das Ergebnis schlechter statt besser.

    Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in zahlreichen europäischen Sprachen. Der Brei steht dabei für die einfachste denkbare Speise, an der eigentlich nichts misslingen kann.

    Themen: ArbeitZusammenhalt

    Siehe auch: Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.

  • Ein voller Bauch studiert nicht gern.

    Sprichw.

    Nach einer reichlichen Mahlzeit fällt geistige Arbeit schwer.

    Herkunft: Ein Reimspruch aus der Studentensprache, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.

    Themen: LernenFaulheitSchule

  • Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

    Sprichw.

    Wer sich nicht am gemeinsamen Aufwand beteiligt, hat auch keinen Anspruch auf den Ertrag.

    Herkunft: Der Satz stammt aus dem zweiten Thessalonicherbrief (3,10) des Neuen Testaments.

    Themen: ArbeitFaulheit

    QuelleNeues Testament

    Siehe auch: Geteiltes Brot schmeckt besser. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.

Kurze Sprichwörter

  • Das Auge isst mit.

    Sprichw.

    Wie ein Gericht aussieht, beeinflusst, wie es schmeckt.

    Herkunft: Der Gedanke geht auf die antike Kochkunst zurück und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Wendung belegt.

    Themen: Erfahrung

  • Der Fisch will schwimmen.

    Sprichw.

    Scherzhafte Aufforderung, zum Fischgericht auch etwas zu trinken.

    Herkunft: Ein Trinkspruch, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Er diente als Rechtfertigung dafür, zum Fischgericht Wein zu reichen.

    Themen: TrinkenTiere

    Siehe auch: Ein guter Trunk macht Alte jung.

  • Geteiltes Brot schmeckt besser.

    Sprichw.

    Was man mit anderen teilt, gewinnt an Wert, statt zu verlieren.

    Herkunft: Eine volkstümliche Formel aus dem Umfeld der Tischsprüche, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.

    Themen: GroßzügigkeitFreundschaft

    Siehe auch: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Unglück verbindet. Geteilte Freude ist doppelte Freude.

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