Sprichwörter · Alltag und Natur
Sprichwörter über das Essen
Essen ist im Sprichwort selten Genuss und meistens Grundbedürfnis. Der Zusammenhang von Hunger, Arbeit und Laune wird immer wieder durchgespielt.
33 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Beim Essen lernt man die Leute kennen.
Sprichw.Am Tisch zeigt sich, wie jemand mit anderen umgeht.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer zusammen reist, lernt sich kennen. Stille Wasser sind tief. Die Katze lässt das Mausen nicht.
Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Sprichw.Spott über den, der zwar einlädt, aber nichts auftischt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer gut kocht, hat immer Gäste. Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Liebe geht durch den Magen.
Sprichw.Gutes Essen ist ein wirksamer Weg, jemandem nahezukommen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und gehört in die Zeit, in der die bürgerliche Hausfrau über das Essen definiert wurde.
Themen: LiebePartnerschaft
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht. Was sich liebt, das neckt sich. Liebe lässt sich nicht erzwingen.
Salz und Brot macht Wangen rot.
Sprichw.Auch einfache Kost hält gesund; als Trost bei schmalem Tisch gebraucht.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Zeit, in der Salz und Brot die Grundnahrung darstellten und zugleich als Gastgeschenk gereicht wurden.
Themen: ArmutGesundheit
Siehe auch: Wer mit dem Essen spielt, hat noch keinen Hunger gekannt. In der Not schmeckt jedes Brot. Hunger ist der beste Koch.
Selbst gekocht ist halb gespart.
Sprichw.Wer selbst kocht, kommt mit deutlich weniger aus.
Herkunft: Eine Haushaltsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: SparenHaus und Heimat
Siehe auch: Sparsamkeit erhält das Haus. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer sparen will, muss zuerst rechnen.
Trinke, was klar ist, iss, was gar ist, sprich, was wahr ist.
Sprichw.Dreiteilige Lebensregel für Trinken, Essen und Reden.
Martin LutherReformator und Bibelübersetzer, 1483 bis 1546
Herkunft: Der Spruch wird traditionell Martin Luther zugeschrieben; die Zuschreibung gilt als unsicher.
Auch: Iss, was gar ist, trink, was klar ist, sprich, was wahr ist.
Themen: TrinkenEhrlichkeitGesundheit
QuelleLuther
Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Sprichw.Spöttisch über Menschen, die alles Ungewohnte ablehnen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und wurde vor allem städtisch gegen ländliche Zurückhaltung gebraucht.
Themen: LandwirtschaftVeränderung
Siehe auch: Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten. Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke. Andere Zeiten, andere Sitten.
Was man selbst geerntet hat, schmeckt anders.
Sprichw.Der eigene Aufwand verändert den Wert des Ergebnisses.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LandwirtschaftArbeit
Siehe auch: Wer schnell trinkt, schmeckt nichts. Wer allein isst, isst schneller und schlechter. Was man selbst tut, ist gut getan.
Wer allein isst, isst schneller und schlechter.
Sprichw.In Gesellschaft wird langsamer und bewusster gegessen.
Herkunft: Eine Beobachtung aus der Ernährungsforschung des 20. Jahrhunderts.
Themen: NachbarnGesundheit
Siehe auch: Wer schnell trinkt, schmeckt nichts. Was man selbst geerntet hat, schmeckt anders.
Wer gut kocht, hat immer Gäste.
Sprichw.Gutes Essen zieht Menschen an, ohne dass man sie einladen müsste.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: NachbarnFreundschaft
Siehe auch: Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Wer in den Topf des Nachbarn schaut, versalzt den eigenen.
Sprichw.Wer ständig vergleicht, vernachlässigt die eigene Sache.
Herkunft: Eine volkstümliche Bildformel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Neid sieht nur den fremden Garten. Beim Nachbarn ist das Gras immer grüner. Wer vergleicht, verliert.
Wer mit dem Essen spielt, hat noch keinen Hunger gekannt.
Sprichw.Ermahnung an Kinder, entstanden in einer Zeit, in der Nahrung knapp war.
Herkunft: Eine Erziehungsformel des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Salz und Brot macht Wangen rot. In der Not schmeckt jedes Brot. Hunger ist der beste Koch.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Appetit kommt beim Essen.
Sprichw.Oft stellt sich die Lust an einer Sache erst ein, wenn man damit begonnen hat.
Herkunft: Die Wendung ist als französisches Sprichwort seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde durch François Rabelais bekannt.
QuelleRabelais
Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen. Der erste Schritt ist der schwerste.
Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Sprichw.Eine Drohung oder ein Problem fällt in der Regel weniger schlimm aus, als es zunächst aussieht.
Herkunft: Die Beobachtung stammt aus der Küche: Eine Speise kühlt zwischen Herd und Tisch ab. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer bereit ist, fürchtet sich weniger.
Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.
Sprichw.Ohne ausreichende Nahrung geht auch der Rest nicht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: GesundheitLeben
Hunger ist der beste Koch.
Sprichw.Wer richtig hungrig ist, dem schmeckt auch einfaches Essen ausgezeichnet.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Cicero, der schreibt, der Hunger sei die Würze der Speise. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: In der Not schmeckt jedes Brot. Wer mit dem Essen spielt, hat noch keinen Hunger gekannt. Salz und Brot macht Wangen rot.
In der Not frisst der Teufel Fliegen.
Sprichw.Wer keine Wahl hat, nimmt auch das, was er sonst verschmähen würde.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Die Fliege galt als das geringste denkbare Tier, das selbst der Teufel verschmähen würde.
Siehe auch: Arm sein ist keine Schande, aber sehr unbequem. Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund.
In der Not schmeckt jedes Brot.
Sprichw.Wer wirklich Hunger hat, stellt keine Ansprüche.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Hunger ist der beste Koch. Wer mit dem Essen spielt, hat noch keinen Hunger gekannt. Salz und Brot macht Wangen rot.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Sprichw.Neben dem Materiellen braucht der Mensch auch anderes, um zufrieden zu sein.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Bibel (5. Mose 8,3 und Matthäus 4,4).
QuelleAltes Testament, Neues Testament
Nach dem Essen sollst du ruhn oder tausend Schritte tun.
Sprichw.Alte Gesundheitsregel: Nach der Mahlzeit hilft entweder Ruhe oder ein Spaziergang.
Herkunft: Eine Gesundheitsregel der Diätetik, die auf die mittelalterliche Schule von Salerno zurückgeht.
Themen: GesundheitSchlaf
QuelleSchule von Salerno
Der Satte glaubt dem Hungrigen nicht.
Sprichw.Wer keine Not kennt, kann sie sich auch nicht vorstellen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer alt wird, hat mehr gesehen, nicht mehr verstanden. Der beste Lehrer ist die Not.
Man soll essen, um zu leben, nicht leben, um zu essen.
Sprichw.Die Nahrung ist Mittel, nicht Ziel.
Herkunft: Der Gedanke wird Sokrates zugeschrieben und ist bei Plutarch und Cicero überliefert.
Themen: GesundheitBescheidenheit
QuelleCicero, Plutarch, Sokrates
Siehe auch: Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Viele Köche verderben den Brei.
Sprichw.Wenn zu viele Leute an derselben Sache mitreden, wird das Ergebnis schlechter statt besser.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in zahlreichen europäischen Sprachen. Der Brei steht dabei für die einfachste denkbare Speise, an der eigentlich nichts misslingen kann.
Themen: ArbeitZusammenhalt
Siehe auch: Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Ein voller Bauch studiert nicht gern.
Sprichw.Nach einer reichlichen Mahlzeit fällt geistige Arbeit schwer.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Studentensprache, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Faulheit und Armut sind Nachbarn. Faulheit ist die Mutter aller Ausreden.
Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt.
Sprichw.Wer weder zu viel isst noch zu viel trinkt, bleibt gesünder.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur Diätetik der Schule von Salerno und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: GesundheitBescheidenheit
QuelleSchule von Salerno
Siehe auch: Man soll essen, um zu leben, nicht leben, um zu essen. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Kurze Sprichwörter
Das Auge isst mit.
Sprichw.Wie ein Gericht aussieht, beeinflusst, wie es schmeckt.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die antike Kochkunst zurück und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Wendung belegt.
Themen: Erfahrung
Der erste Bissen entscheidet.
Sprichw.Der erste Eindruck bestimmt das Urteil über das Ganze.
Herkunft: Eine Formel aus der Gastronomiesprache des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken. Kleider machen Leute. Jedes Ding hat zwei Seiten.
Der Fisch will schwimmen.
Sprichw.Scherzhafte Aufforderung, zum Fischgericht auch etwas zu trinken.
Herkunft: Ein Trinkspruch, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Er diente als Rechtfertigung dafür, zum Fischgericht Wein zu reichen.
Siehe auch: Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke. Ein guter Trunk macht Alte jung.
Geld sättigt keinen Hunger.
Sprichw.Vermögen hilft nur, solange es etwas zu kaufen gibt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in vielen Kulturen und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht. Geld allein macht nicht glücklich. Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn.
Geteiltes Brot schmeckt besser.
Sprichw.Was man mit anderen teilt, gewinnt an Wert, statt zu verlieren.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel aus dem Umfeld der Tischsprüche, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: GroßzügigkeitFreundschaft
Siehe auch: Wer ein Licht teilt, verliert nichts davon. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Wer miteinander isst, streitet weniger.
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