Sprichwörter · Alltag und Natur
Sprichwörter über das Essen
Essen ist im Sprichwort selten Genuss und meistens Grundbedürfnis. Der Zusammenhang von Hunger, Arbeit und Laune wird immer wieder durchgespielt.
16 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Liebe geht durch den Magen.
Sprichw.Gutes Essen ist ein wirksamer Weg, jemandem nahezukommen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und gehört in die Zeit, in der die bürgerliche Hausfrau über das Essen definiert wurde.
Themen: LiebePartnerschaft
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht. Was sich liebt, das neckt sich.
Salz und Brot macht Wangen rot.
Sprichw.Auch einfache Kost hält gesund; als Trost bei schmalem Tisch gebraucht.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Zeit, in der Salz und Brot die Grundnahrung darstellten und zugleich als Gastgeschenk gereicht wurden.
Themen: ArmutGesundheit
Siehe auch: Hunger ist der beste Koch.
Trinke, was klar ist, iss, was gar ist, sprich, was wahr ist.
Sprichw.Dreiteilige Lebensregel für Trinken, Essen und Reden.
Martin LutherReformator und Bibelübersetzer, 1483 bis 1546
Herkunft: Der Spruch wird traditionell Martin Luther zugeschrieben; die Zuschreibung gilt als unsicher.
Themen: TrinkenEhrlichkeitGesundheit
QuelleLuther
Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Sprichw.Spöttisch über Menschen, die alles Ungewohnte ablehnen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und wurde vor allem städtisch gegen ländliche Zurückhaltung gebraucht.
Themen: LandwirtschaftVeränderung
Siehe auch: Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke. Andere Zeiten, andere Sitten. Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Appetit kommt beim Essen.
Sprichw.Oft stellt sich die Lust an einer Sache erst ein, wenn man damit begonnen hat.
Herkunft: Die Wendung ist als französisches Sprichwort seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde durch François Rabelais bekannt.
QuelleRabelais
Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Sprichw.Eine Drohung oder ein Problem fällt in der Regel weniger schlimm aus, als es zunächst aussieht.
Herkunft: Die Beobachtung stammt aus der Küche: Eine Speise kühlt zwischen Herd und Tisch ab. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Hunger ist der beste Koch.
Sprichw.Wer richtig hungrig ist, dem schmeckt auch einfaches Essen ausgezeichnet.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Cicero, der schreibt, der Hunger sei die Würze der Speise. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: Salz und Brot macht Wangen rot.
In der Not frisst der Teufel Fliegen.
Sprichw.Wer keine Wahl hat, nimmt auch das, was er sonst verschmähen würde.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Die Fliege galt als das geringste denkbare Tier, das selbst der Teufel verschmähen würde.
Siehe auch: Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Sprichw.Neben dem Materiellen braucht der Mensch auch anderes, um zufrieden zu sein.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Bibel (5. Mose 8,3 und Matthäus 4,4).
QuelleAltes Testament, Neues Testament
Nach dem Essen sollst du ruhn oder tausend Schritte tun.
Sprichw.Alte Gesundheitsregel: Nach der Mahlzeit hilft entweder Ruhe oder ein Spaziergang.
Herkunft: Eine Gesundheitsregel der Diätetik, die auf die mittelalterliche Schule von Salerno zurückgeht.
Themen: GesundheitSchlaf
QuelleSchule von Salerno
Viele Köche verderben den Brei.
Sprichw.Wenn zu viele Leute an derselben Sache mitreden, wird das Ergebnis schlechter statt besser.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in zahlreichen europäischen Sprachen. Der Brei steht dabei für die einfachste denkbare Speise, an der eigentlich nichts misslingen kann.
Themen: ArbeitZusammenhalt
Siehe auch: Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Ein voller Bauch studiert nicht gern.
Sprichw.Nach einer reichlichen Mahlzeit fällt geistige Arbeit schwer.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Studentensprache, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Sprichw.Wer sich nicht am gemeinsamen Aufwand beteiligt, hat auch keinen Anspruch auf den Ertrag.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem zweiten Thessalonicherbrief (3,10) des Neuen Testaments.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Geteiltes Brot schmeckt besser. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Kurze Sprichwörter
Das Auge isst mit.
Sprichw.Wie ein Gericht aussieht, beeinflusst, wie es schmeckt.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die antike Kochkunst zurück und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Wendung belegt.
Themen: Erfahrung
Der Fisch will schwimmen.
Sprichw.Scherzhafte Aufforderung, zum Fischgericht auch etwas zu trinken.
Herkunft: Ein Trinkspruch, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Er diente als Rechtfertigung dafür, zum Fischgericht Wein zu reichen.
Siehe auch: Ein guter Trunk macht Alte jung.
Geteiltes Brot schmeckt besser.
Sprichw.Was man mit anderen teilt, gewinnt an Wert, statt zu verlieren.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel aus dem Umfeld der Tischsprüche, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: GroßzügigkeitFreundschaft
Siehe auch: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Unglück verbindet. Geteilte Freude ist doppelte Freude.
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