Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über Erfahrung, Seite 2
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Bekannte Sprichwörter
Das Leben ist die beste Schule.
Sprichw.Was man selbst erlebt, prägt sich stärker ein als jeder Unterricht.
Herkunft: Der Gedanke ist die Umkehrung von Senecas Klage, man lerne für die Schule statt für das Leben. Als deutsche Formel seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
QuelleSeneca
Siehe auch: Probieren geht über Studieren. Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Man muss das Leben nehmen, wie es ist.
Sprichw.Gegen die Umstände hilft kein Hadern, nur der Umgang mit ihnen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: LebenSchicksalErfahrung
Siehe auch: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Was sein muss, muss sein. Der Weg ist das Ziel.
Nicht die Note macht den Menschen.
Sprichw.Eine schulische Bewertung sagt wenig über den Wert einer Person.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der pädagogischen Diskussion, ohne älteren Beleg.
Themen: SchuleBescheidenheitErfahrung
Man sieht sich immer zweimal im Leben.
Sprichw.Mahnung, niemanden schlecht zu behandeln, weil man ihm wiederbegegnen kann.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, meist als Warnung gebraucht. Ein älterer Beleg fehlt.
Themen: NachbarnErfahrungVorsicht
Siehe auch: Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue. Höflichkeit kostet nichts und bringt viel. Gleich und gleich gesellt sich gern.
Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben.
Sprichw.Wer nicht mitdenkt, macht sich unnötige zusätzliche Arbeit.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem 19. Jahrhundert. Gemeint sind die zusätzlichen Wege, die das Vergessen verursacht.
Der Weg ist das Ziel.
Sprichw.Nicht nur das Ergebnis zählt, sondern auch das, was man auf dem Weg dorthin erlebt und lernt.
Herkunft: Die verbreitete Zuschreibung an Konfuzius ist nicht belegt.
Siehe auch: Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Alles zu seiner Zeit.
Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Sprichw.Wer nie unterwegs war, kennt nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was es gibt.
Herkunft: Die Zuschreibung an Augustinus ist verbreitet, in seinen Schriften aber nicht belegt.
QuelleAugustinus
Siehe auch: Reisen bildet. Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen. Der Frosch im Brunnen kennt das Meer nicht.
Wer das Glück sucht, findet es selten.
Sprichw.Zufriedenheit stellt sich nebenbei ein, nicht als Ergebnis der Suche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Stoikern und bei Montaigne.
QuelleMontaigne
Siehe auch: Wer das Glück hat, führt die Braut heim. Die Seinen gibt's der Herr im Schlaf. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Sprichw.Das Bewusstsein der Endlichkeit verändert, wie man mit der verbleibenden Zeit umgeht.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Mark Aurel.
QuelleMark Aurel, Seneca
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Dem Tod entrinnt niemand. Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst.
Sprichw.Lautes Auftreten verrät oft die Unsicherheit dahinter.
Herkunft: Die Beobachtung ist alt: Das Pfeifen soll die eigene Furcht übertönen. Als deutsche Redensart seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war.
Sprichw.Der Aufstieg verändert die Sicht auf die, die noch unten sind.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Wer hoch steigt, fällt tief.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Sprichw.Man bekommt nicht, was man sich aussucht, sondern was kommt.
Herkunft: Die Formel bezieht sich auf die Radiosendung „Wunschkonzert“, die es im deutschen Rundfunk seit den 1930er Jahren gab.
Themen: LebenErfahrungSchicksal
Siehe auch: Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Was sein muss, muss sein.
Mit den Jahren kommt die Weisheit.
Sprichw.Lebenserfahrung bringt ein Urteil hervor, das sich nicht anlesen lässt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im Buch Hiob des Alten Testaments, wonach bei den Betagten die Weisheit sei. Als deutsche Formel seit dem 18. Jahrhundert geläufig.
QuelleAltes Testament, Buch Hiob
Siehe auch: Alter schützt vor Torheit nicht.
Die Natur heilt, der Arzt pflegt die Wunde.
Sprichw.Die eigentliche Heilung leistet der Körper, die Behandlung schafft nur die Bedingungen dafür.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „natura sanat, medicus curat morbos“, das auf Hippokrates zurückgeführt wird.
Themen: NaturGesundheitErfahrung
QuelleHippokrates
Siehe auch: Schlaf ist die beste Medizin.
Das Rad, das am lautesten quietscht, bekommt das Fett.
Sprichw.Wer sich am lautesten beschwert, wird zuerst bedient.
Herkunft: Lehnübersetzung eines im Englischen verbreiteten Sprichworts.
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.
Sprichw.Wer den eigenen Fehler erkennt, hat den schwierigsten Teil der Korrektur hinter sich.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die Inschrift am Apollontempel von Delphi zurück, die zur Selbsterkenntnis auffordert.
Themen: BescheidenheitErfahrungVeränderung
QuelleOrakel von Delphi
Siehe auch: Irren ist menschlich. Durch Schaden wird man klug. Demut ist der Anfang aller Weisheit.
Undank ist der Welt Lohn.
Sprichw.Wer anderen hilft, wird dafür oft nicht einmal Dank ernten.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz gehört zu einer Gruppe resignierter Sprüche über die Vergeblichkeit des Wohltuns.
Themen: DankbarkeitUnglückErfahrung
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wohltun trägt Zinsen. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. In der Not erkennt man seine Freunde.
Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.
Sprichw.Wer unterwegs war, hat etwas zu berichten.
Matthias ClaudiusDichter und Publizist, 1740 bis 1815
Herkunft: Der Vers stammt aus dem Gedicht „Urians Reise um die Welt“ von Matthias Claudius.
QuelleMatthias Claudius
Wer A sagt, muss auch B sagen.
Sprichw.Wer etwas begonnen hat, muss auch die weiteren Schritte gehen und kann nicht auf halbem Weg aussteigen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Anfangsunterricht im Lesen und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Sprichw.Vertrautheit mit einer Gefahr nimmt ihr das Bedrohliche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, wonach das Unbekannte stärker erschrecke als das Bekannte.
Themen: AngstErfahrungVorsicht
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Wer nicht hören will, muss fühlen.
Sprichw.Wer Ratschläge und Warnungen ausschlägt, muss die unangenehmen Folgen selbst tragen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz stammt aus der Erziehungspraxis und rechtfertigte die körperliche Züchtigung.
Themen: ErfahrungKinderKlugheit und Dummheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen.
Sprichw.Wer die Erledigung anderen überlässt, steht am Ende ohne Ergebnis da.
Herkunft: Der Reimspruch spielt mit den beiden Bedeutungen von „verlassen“. In deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Wer sich zum Schaf macht, den fressen die Wölfe.
Sprichw.Wer sich alles gefallen lässt, wird ausgenutzt.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Kurze Sprichwörter
Man lernt nie aus.
Sprichw.Auch wer viel weiß, stößt immer wieder auf Neues.
Herkunft: Die Formel ist eine Verkürzung des älteren Satzes, man lerne, solange man lebe, der als lateinisches „tamdiu discendum est, quamdiu vivas“ bei Seneca belegt ist.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Not macht erfinderisch.
Sprichw.Wer wenig Mittel hat, findet oft überraschende Lösungen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mater artium necessitas“, wonach die Not die Mutter der Künste sei. Der Gedanke findet sich bereits bei Platon.
Themen: ArmutKlugheit und DummheitErfahrung
QuellePlaton
Probieren geht über Studieren.
Sprichw.Eigene Versuche bringen oft mehr als theoretische Überlegungen.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Er stammt aus dem Gegensatz zwischen handwerklicher Erfahrung und gelehrter Bildung.
Themen: ErfahrungLernenHandwerk
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Das Leben ist die beste Schule.
Reisen bildet.
Sprichw.Wer fremde Orte kennenlernt, erweitert seinen Horizont.
Herkunft: Die Formel geht auf die Bildungsreise des 18. Jahrhunderts zurück, die zur Ausbildung junger Adliger und Bürgersöhne gehörte.
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Andere Länder, andere Sitten. Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen.
Stille Wasser sind tief.
Sprichw.Zurückhaltende Menschen haben oft mehr Tiefe oder auch mehr Hintergedanken, als man ihnen zutraut.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem in einer lateinischen Fassung bei Quintus Curtius Rufus über ruhig fließende, aber tiefe Gewässer. Im Deutschen ist er seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Themen: ErfahrungKlugheit und DummheitVorsicht
QuelleCurtius Rufus
Siehe auch: Schweigen kann man nicht bereuen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer viel weiß, redet wenig.
Strenge Eltern, milde Kinder.
Sprichw.Auf eine harte Erziehung folgt oft eine besonders nachgiebige der nächsten Generation.
Herkunft: In deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen.
Übung macht den Meister.
Sprichw.Fertigkeiten entstehen durch wiederholtes Tun, nicht durch Begabung allein.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. Der Gedanke selbst ist älter und findet sich als lateinische Formel „exercitatio artem parat“.
Themen: LernenFleißHandwerkErfahrung
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
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