Sprichwörter · Alltag und Natur
Sprichwörter über Haus und Heimat
Das eigene Zuhause ist sprichwörtlich der Maßstab für alles andere. Auch die Kehrseite kommt vor: Wer nie weg war, kennt nichts anderes.
35 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Kein Baum wächst ohne Wurzeln.
Sprichw.Ohne festen Grund gibt es keine Entwicklung.
Herkunft: Eine volkstümliche Bildformel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Art lässt nicht von Art.
Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt.
Sprichw.Bei jedem Umzug geht so viel zu Bruch oder verloren, dass sich der Schaden summiert.
Benjamin Franklinamerikanischer Staatsmann und Publizist, 1706 bis 1790
Herkunft: Der Gedanke wird auf eine Bemerkung Benjamin Franklins zurückgeführt.
Themen: GeldVeränderung
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Alte Bäume verpflanzt man nicht. Wie gewonnen, so zerronnen.
Ein eigenes Dach ist mehr wert als ein fremder Palast.
Sprichw.Das Eigene, so klein es ist, wiegt schwerer als der Aufenthalt im Fremden.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Sprichwort vom eigenen Herd.
Themen: ReichtumBescheidenheit
Siehe auch: Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten. Wer gibt, macht sich frei. Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.
Gute Nachbarn sind die halbe Miete.
Sprichw.Wie gut man wohnt, hängt weniger an der Wohnung als an den Leuten nebenan.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Neid ist ein schlechter Nachbar.
Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Sprichw.Wer in der Nähe wohnt, kann im Ernstfall schneller helfen als ein entfernter Vertrauter.
Herkunft: Ein ähnlicher Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,10).
Auch: Der nächste Nachbar ist besser als der ferne Freund. · Ein guter Nachbar in der Not ist besser als ein ferner Freund.
Themen: NachbarnFreundschaftUnglückZusammenhalt
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. Geteilte Last ist halbe Last. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Ein Haus ohne Menschen ist nur ein Gebäude.
Sprichw.Was ein Zuhause ausmacht, sind nicht die Mauern.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: FamilieFreundschaft
Siehe auch: Trautes Heim, Glück allein. Eigener Herd ist Goldes wert. Gegensätze ziehen sich an.
Die Heimat erkennt man erst aus der Ferne.
Sprichw.Der Abstand zeigt, was das Vertraute ausmacht.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Ovid in seinen Briefen aus der Verbannung.
QuelleOvid
Siehe auch: In der Fremde lernt man die Heimat schätzen.
Der Heimweg ist immer kürzer.
Sprichw.Die Rückfahrt kommt einem regelmäßig kürzer vor als die Hinfahrt.
Herkunft: Die Beobachtung ist psychologisch beschrieben: Ein bekannter Weg wird als kürzer empfunden, weil er weniger Aufmerksamkeit bindet. Als Redensart erst im 20. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause. Ost, West, zu Hause best. Kein Weg ist zu lang für den, der heimkehrt.
In der Fremde lernt man die Heimat schätzen.
Sprichw.Erst der Abstand macht deutlich, was man an dem hat, wo man herkommt.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Ovid, der ihn in seinen Briefen aus der Verbannung ausführt.
Themen: ReisenDankbarkeit
QuelleOvid
Siehe auch: Ost, West, zu Hause best. Kein Weg ist zu lang für den, der heimkehrt. Die Heimat erkennt man erst aus der Ferne.
Ordnung und Fleiß bauen Häuser.
Sprichw.Aus Sorgfalt und Ausdauer entsteht mit der Zeit Wohlstand.
Herkunft: Ein Hausspruch des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer sparen will, muss zuerst rechnen. Wer jeden Tag einen Stein setzt, hat am Ende eine Mauer.
Die schönste Reise ist die Heimreise.
Sprichw.Am Ende zählt nicht der Aufbruch, sondern die Rückkehr.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause. Trautes Heim, Glück allein. Ost, West, zu Hause best.
Selbst gekocht ist halb gespart.
Sprichw.Wer selbst kocht, kommt mit deutlich weniger aus.
Herkunft: Eine Haushaltsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Sparsamkeit erhält das Haus. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer sparen will, muss zuerst rechnen.
Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden.
Sprichw.Ein Zerwürfnis wiegt schwerer, wenn man dem anderen täglich begegnet.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Kein Streit ist so bitter wie der in der Familie. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Eine Ehe ohne Streit ist eine Ehe ohne Gespräch.
Kein Weg ist zu lang für den, der heimkehrt.
Sprichw.Der Weg nach Hause wird nie als beschwerlich empfunden.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem älteren Satz, der Heimweg sei immer kürzer.
Siehe auch: Ost, West, zu Hause best. Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause. In der Fremde lernt man die Heimat schätzen.
Wer aufräumt, findet mehr als er sucht.
Sprichw.Beim Ordnen kommt regelmäßig zum Vorschein, was man längst vergessen hatte.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Jede Jahreszeit hat ihre Arbeit.
Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen.
Sprichw.Ohne Aufbruch bleibt der eigene Erfahrungsraum eng.
Herkunft: Eine volkstümliche Gegenrede zum Sprichwort vom eigenen Herd.
Siehe auch: Wer reist, lernt Länder kennen; wer bleibt, lernt sich selbst. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen.
Sprichw.Aufbruch verlangt, das Vertraute wirklich zu verlassen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause. Wer weit reisen will, muss leicht packen.
Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause.
Sprichw.Beides bedingt einander: Der Aufbruch setzt einen Ort voraus, zu dem man zurückkehrt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Die schönste Reise ist die Heimreise. Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Ost, West, zu Hause best.
Wer reist, lernt Länder kennen; wer bleibt, lernt sich selbst.
Sprichw.Beide Wege bringen Erkenntnis, nur eine andere.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wer reist, hat etwas zu erzählen.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Sprichw.Ältere Menschen sollte man nicht aus ihrer gewohnten Umgebung reißen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung, die auf den Menschen übertragen wird: Ein alter Baum wächst nach dem Umsetzen kaum noch an, weil die Wurzeln zu weit reichen.
Themen: AlterVeränderung
Siehe auch: Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt. Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Ein Baum, den man oft versetzt, wächst nicht.
Sprichw.Wer ständig neu anfängt, kann nirgends richtig Fuß fassen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung: Ein häufig umgepflanzter Baum bildet keine tragfähigen Wurzeln aus. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VeränderungNatur
Bleibe im Lande und nähre dich redlich.
Sprichw.Rat, in der vertrauten Umgebung zu bleiben und ehrlich sein Auskommen zu suchen.
Herkunft: Der Satz stammt aus Psalm 37 im Alten Testament.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Ehrliche Arbeit macht keinen reich, aber ruhig.
Eigener Herd ist Goldes wert.
Sprichw.Ein eigenes Zuhause ist durch nichts zu ersetzen.
Herkunft: Der Herd war der Mittelpunkt des Hauses und in der Rechtssprache zugleich das Zeichen eines eigenen Hausstands. In deutschen Sprichwortsammlungen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Trautes Heim, Glück allein. Ein Haus ohne Menschen ist nur ein Gebäude. Ein eigenes Dach ist mehr wert als ein fremder Palast.
Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen.
Sprichw.Auch der willkommene Besuch sollte nicht zu lange bleiben.
Herkunft: Der Vergleich ist als lateinisches Sprichwort überliefert und wird häufig Benjamin Franklin zugeschrieben, ist aber deutlich älter.
Themen: NachbarnFreundschaft
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Ein guter Zaun macht gute Nachbarn.
Sprichw.Klare Grenzen ersparen den Streit darüber, wo sie verlaufen.
Herkunft: Ein englisches Sprichwort, das durch Robert Frosts Gedicht „Mending Wall“ (1914) allgemein bekannt wurde.
QuelleRobert Frost
Siehe auch: Man soll alte Geschichten ruhen lassen.
Ost, West, zu Hause best.
Sprichw.So schön es anderswo sein mag, am wohlsten ist man daheim.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und gehört zu den Haussprüchen, die über Türen und auf Wandtellern angebracht wurden.
Themen: Reisen
Siehe auch: Kein Weg ist zu lang für den, der heimkehrt. Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause. In der Fremde lernt man die Heimat schätzen.
Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.
Sprichw.Im vertrauten Umfeld wird eine Leistung oft weniger anerkannt als von Fremden.
Herkunft: Der Satz geht auf das Neue Testament zurück (Matthäus 13,57).
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Der Neid ist die aufrichtigste Bewunderung. Dank kostet nichts und wiegt doch schwer.
Wer sein Haus bestellt, schläft ruhig.
Sprichw.Wer seine Angelegenheiten geregelt hat, sorgt sich nicht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf das Alte Testament zurück, wo Hiskia aufgefordert wird, sein Haus zu bestellen.
Siehe auch: Wer etwas zurückgelegt hat, schläft ruhiger. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer gut gelernt hat, schläft vor der Prüfung.
Kurze Sprichwörter
Sparsamkeit erhält das Haus.
Sprichw.Ein Haushalt hält sich nicht durch das, was hereinkommt, sondern durch das, was nicht ausgegeben wird.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt und Teil der Hausväterliteratur, die den Haushalt als Wirtschaftseinheit beschrieb.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt. Selbst gekocht ist halb gespart.
Trautes Heim, Glück allein.
Sprichw.Zu Hause fühlt man sich am wohlsten.
Herkunft: Ein Hausspruch des 19. Jahrhunderts, der über Türen und auf Wandtellern angebracht wurde. „Traut“ meint vertraut, nicht angetraut.
Siehe auch: Ein Haus ohne Menschen ist nur ein Gebäude. Eigener Herd ist Goldes wert. Die schönste Reise ist die Heimreise.
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