Sprichwörter · Alltag und Natur
Sprichwörter über Haus und Heimat
Das eigene Zuhause ist sprichwörtlich der Maßstab für alles andere. Auch die Kehrseite kommt vor: Wer nie weg war, kennt nichts anderes.
17 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt.
Sprichw.Bei jedem Umzug geht so viel zu Bruch oder verloren, dass sich der Schaden summiert.
Benjamin Franklinamerikanischer Staatsmann und Publizist, 1706 bis 1790
Herkunft: Der Gedanke wird auf eine Bemerkung Benjamin Franklins zurückgeführt.
Themen: GeldVeränderung
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Alte Bäume verpflanzt man nicht. Wie gewonnen, so zerronnen.
Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Sprichw.Wer in der Nähe wohnt, kann im Ernstfall schneller helfen als ein entfernter Vertrauter.
Herkunft: Ein ähnlicher Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,10).
Auch: Ein guter Nachbar in der Not ist besser als ein ferner Freund.
Themen: NachbarnFreundschaftUnglück
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. In der Not erkennt man seine Freunde.
Der Heimweg ist immer kürzer.
Sprichw.Die Rückfahrt kommt einem regelmäßig kürzer vor als die Hinfahrt.
Herkunft: Die Beobachtung ist psychologisch beschrieben: Ein bekannter Weg wird als kürzer empfunden, weil er weniger Aufmerksamkeit bindet. Als Redensart erst im 20. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Ost, West, zu Hause best. Dem Eilenden wird der Weg lang.
In der Fremde lernt man die Heimat schätzen.
Sprichw.Erst der Abstand macht deutlich, was man an dem hat, wo man herkommt.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Ovid, der ihn in seinen Briefen aus der Verbannung ausführt.
Themen: ReisenDankbarkeit
QuelleOvid
Siehe auch: Ost, West, zu Hause best.
Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden.
Sprichw.Ein Zerwürfnis wiegt schwerer, wenn man dem anderen täglich begegnet.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt.
Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen.
Sprichw.Ohne Aufbruch bleibt der eigene Erfahrungsraum eng.
Herkunft: Eine volkstümliche Gegenrede zum Sprichwort vom eigenen Herd.
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Reisen bildet. Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Sprichw.Ältere Menschen sollte man nicht aus ihrer gewohnten Umgebung reißen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung, die auf den Menschen übertragen wird: Ein alter Baum wächst nach dem Umsetzen kaum noch an, weil die Wurzeln zu weit reichen.
Themen: AlterVeränderung
Siehe auch: Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Ein Baum, den man oft versetzt, wächst nicht.
Sprichw.Wer ständig neu anfängt, kann nirgends richtig Fuß fassen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung: Ein häufig umgepflanzter Baum bildet keine tragfähigen Wurzeln aus. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VeränderungNatur
Bleibe im Lande und nähre dich redlich.
Sprichw.Rat, in der vertrauten Umgebung zu bleiben und ehrlich sein Auskommen zu suchen.
Herkunft: Der Satz stammt aus Psalm 37 im Alten Testament.
QuelleAltes Testament
Eigener Herd ist Goldes wert.
Sprichw.Ein eigenes Zuhause ist durch nichts zu ersetzen.
Herkunft: Der Herd war der Mittelpunkt des Hauses und in der Rechtssprache zugleich das Zeichen eines eigenen Hausstands. In deutschen Sprichwortsammlungen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Trautes Heim, Glück allein.
Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen.
Sprichw.Auch der willkommene Besuch sollte nicht zu lange bleiben.
Herkunft: Der Vergleich ist als lateinisches Sprichwort überliefert und wird häufig Benjamin Franklin zugeschrieben, ist aber deutlich älter.
Themen: NachbarnFreundschaft
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Ein guter Zaun macht gute Nachbarn.
Sprichw.Klare Grenzen ersparen den Streit darüber, wo sie verlaufen.
Herkunft: Ein englisches Sprichwort, das durch Robert Frosts Gedicht „Mending Wall“ (1914) allgemein bekannt wurde.
QuelleRobert Frost
Siehe auch: Man soll alte Geschichten ruhen lassen.
Ost, West, zu Hause best.
Sprichw.So schön es anderswo sein mag, am wohlsten ist man daheim.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und gehört zu den Haussprüchen, die über Türen und auf Wandtellern angebracht wurden.
Themen: Reisen
Siehe auch: In der Fremde lernt man die Heimat schätzen. Der Heimweg ist immer kürzer.
Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.
Sprichw.Im vertrauten Umfeld wird eine Leistung oft weniger anerkannt als von Fremden.
Herkunft: Der Satz geht auf das Neue Testament zurück (Matthäus 13,57).
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Dank kostet nichts und wiegt doch schwer.
Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.
Sprichw.Wo gesungen wird, geht es friedlich zu; als Aufforderung zu bleiben gemeint.
Herkunft: Die Verse stammen aus einem Gedicht von Johann Gottfried Seume (1804).
Themen: NachbarnFreundschaft
QuelleSeume
Kurze Sprichwörter
Sparsamkeit erhält das Haus.
Sprichw.Ein Haushalt hält sich nicht durch das, was hereinkommt, sondern durch das, was nicht ausgegeben wird.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt und Teil der Hausväterliteratur, die den Haushalt als Wirtschaftseinheit beschrieb.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Geizige und der Verschwender kommen beide zu kurz. Wer nichts hat, kann nichts sparen. Sparen ist verdienen.
Trautes Heim, Glück allein.
Sprichw.Zu Hause fühlt man sich am wohlsten.
Herkunft: Ein Hausspruch des 19. Jahrhunderts, der über Türen und auf Wandtellern angebracht wurde. „Traut“ meint vertraut, nicht angetraut.
Siehe auch: Eigener Herd ist Goldes wert.
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