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Sprichwörter mit J
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36 Einträge mit Bedeutung · Seite 1 von 2
Ein Jahr für den Boden, ein Jahr für die Saat, ein Jahr für die Ernte.
Sprichw.Wer einen Betrieb aufbaut, braucht mehrere Jahre, bevor sich der Aufwand zeigt.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LandwirtschaftGeduldArbeit
Siehe auch: Schneller Erfolg hält am kürzesten. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Wer jeden Tag einen Stein setzt, hat am Ende eine Mauer.
Ein Jahr Unkraut, sieben Jahre Same.
Sprichw.Ein einziges versäumtes Jahr bei der Feldpflege wirkt jahrelang nach.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsregel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: LandwirtschaftNaturFleiß
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wo nichts wächst, hat vorher jemand nichts gesät. Wer nicht aufsteht, versäumt den Tag. Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Jede Jahreszeit hat ihre Arbeit.
Sprichw.Der bäuerliche Jahreslauf teilt die Arbeit fest ein.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel, verwandt mit dem Vers aus dem Buch Prediger, wonach alles seine Zeit hat.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaftArbeit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer aufräumt, findet mehr als er sucht. Jeder Monat hat sein eigenes Wetter.
Jede Veränderung kostet, auch die zum Besseren.
Sprichw.Auch eine Verbesserung verlangt Aufwand und Gewöhnung.
Herkunft: Eine Formel aus der Organisationslehre des 20. Jahrhunderts.
Themen: VeränderungNeuanfangErfahrung
Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne.
Sprichw.Am Ende einer Sache steht immer auch der Beginn einer neuen.
Herkunft: Anspielung auf die Zeile „und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“; die Umkehrung ist volkstümlich geworden.
Themen: AbschiedNeuanfangHoffnung
QuelleHesse
Siehe auch: Morgen ist auch noch ein Tag. Kein Abschied ist für immer. Der Tod ist eine Tür, keine Wand.
Jeder Abschied ist eine Probe darauf, was bleibt.
Sprichw.An der Trennung zeigt sich, was die Verbindung wirklich war.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: AbschiedFreundschaftVergangenheit
Siehe auch: Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Man geht nie ganz, man geht nur weiter.
Jeder Anfang braucht ein Ende.
Sprichw.Etwas Neues beginnt erst, wenn das Alte abgeschlossen ist.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken vom Abschied als Anfang.
Themen: NeuanfangAbschiedVeränderung
Siehe auch: Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören. Wer neu anfängt, darf alte Fehler nicht mitnehmen. Was vorbei ist, ist vorbei.
Jeder Anfang ist ein Versuch.
Sprichw.Ein Beginn schließt die Möglichkeit des Scheiterns ein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: NeuanfangMutMisserfolg
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nie gescheitert ist, hat nie etwas versucht. Wer lebt, macht Fehler; wer keine macht, lebt nicht.
Jeder Beruf hat seine Bürde.
Sprichw.Von außen sieht jede Tätigkeit leichter aus, als sie ist.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln. Die Jugend hat die Kraft, das Alter die Übersicht.
Jeder hat sein Kreuz zu tragen.
Sprichw.Niemand bleibt von Schwierigkeiten verschont, auch wenn man sie von außen nicht sieht.
Herkunft: Das Bild geht auf die Passionsgeschichte des Neuen Testaments zurück.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Jeder trägt sein Päckchen. Das Leben ist kein Wettlauf.
Jeder ist seines Glückes Schmied, aber nicht jeder hat einen Hammer.
Sprichw.Spöttische Gegenrede zu dem Sprichwort vom eigenen Glück: Nicht alle starten mit denselben Möglichkeiten.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet als Widerspruch zum älteren Sprichwort.
Jeder ist seines Glückes Schmied.
Sprichw.Der Satz schreibt jedem Menschen zu, sein Leben durch eigenes Handeln zu gestalten, statt auf günstige Umstände zu warten.
Herkunft: Geht auf die lateinische Formel „faber est suae quisque fortunae“ zurück, die dem römischen Politiker Appius Claudius Caecus zugeschrieben wird.
Jeder ist sich selbst der Nächste.
Sprichw.Im Zweifel achtet jeder zuerst auf den eigenen Vorteil.
Herkunft: Die Formel ist die ironische Umkehrung des biblischen Gebots der Nächstenliebe und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: GeizNachbarnGroßzügigkeit
Siehe auch: Wer sich absondert, sucht seinen eigenen Vorteil. Wer jeden Vorteil sucht, findet keinen Partner.
Jeder kehre vor seiner eigenen Tür.
Sprichw.Wer bei sich selbst aufräumt, hat keinen Anlass, über andere zu klagen.
Herkunft: Die Wendung geht auf die städtische Kehrordnung zurück, nach der jeder Hausbesitzer für den Bereich vor seinem Haus zuständig war. Goethe griff sie in den „Zahmen Xenien“ auf.
Themen: NachbarnBescheidenheitStreit
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Wie man's macht, ist es verkehrt. Wer die Wahrheit liebt, muss sie auch über sich hören.
Jeder Monat hat sein eigenes Wetter.
Sprichw.Man soll vom einen Monat nicht das Wetter des anderen erwarten.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenWetterNatur
Siehe auch: Jede Jahreszeit hat ihre Arbeit. Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Erwartungen. Der Frühling macht Hoffnung, der Herbst macht satt.
Jeder trägt sein Päckchen.
Sprichw.Niemand bleibt von Schwierigkeiten verschont, auch wenn man sie von außen nicht sieht.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt. Sie ist die abgeschwächte Fassung des älteren Bildes vom Kreuz, das jeder zu tragen hat.
Siehe auch: Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Das Leben ist kein Wettlauf.
Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Sprichw.Jeder sollte die Aufgabe erledigen, für die er zuständig ist, und sich nicht in fremde einmischen.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Ständelehre der frühen Neuzeit, nach der jedem sein Wirkungskreis zugewiesen war. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet.
Jedes Ding hat zwei Seiten.
Sprichw.Bevor man urteilt, sollte man beide Sichtweisen kennen.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die antike Rhetorik zurück, in der zu jeder Sache beide Seiten vorzutragen waren. Im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Themen: ErfahrungWahrheitStreit
Siehe auch: Die Wahrheit liegt in der Mitte. Die Wahrheit hat viele Seiten, aber keine zwei. Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken.
Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Sprichw.In jedem Fach gibt es Kunstgriffe, die man nur durch Erfahrung lernt.
Herkunft: „Kniff“ bezeichnete ursprünglich den Handgriff des Handwerkers. Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem solche Griffe als Geschäftsgeheimnis galten.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer das Material kennt, braucht weniger Kraft. Nicht das Werkzeug macht den Meister.
Jedes Jahr hat seinen Frühling.
Sprichw.Auf jede Ruhephase folgt wieder ein Anfang.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenHoffnungNatur
Siehe auch: Auf jeden Winter folgt ein Frühling. Ohne Regen kein Regenbogen. Nach Regen kommt Sonnenschein.
Die Jugend braucht Vorbilder, keine Vorschriften.
Sprichw.Junge Menschen richten sich nach dem, was ihnen vorgelebt wird, nicht nach dem, was ihnen gesagt wird.
Herkunft: Eine Formel aus der Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Kinder sind der Eltern Spiegel. Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen.
Die Jugend darf sich irren, das Alter muss es zugeben.
Sprichw.Was jung als Umweg gilt, wird später zur Rechtfertigungspflicht.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: JugendAlterMisserfolg
Siehe auch: Aus einer Niederlage lernt man mehr als aus einem Sieg. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten.
Der Jugend gehört die Zukunft.
Sprichw.Was kommt, wird von denen bestimmt, die jetzt jung sind.
Herkunft: Die Formel stammt aus der politischen Sprache des 19. Jahrhunderts und wurde von Jugendbewegungen als Wahlspruch geführt.
Siehe auch: Wer die Jugend hat, hat die Zukunft. Es ist noch nicht aller Tage Abend. Die Zukunft heißt für die Schwachen Unerreichbares, für die Furchtsamen Unbekanntes, für die Mutigen Chance.
Die Jugend hat die Kraft, das Alter die Übersicht.
Sprichw.Beide Lebensalter haben, was dem anderen fehlt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer jung heiratet, wächst zusammen; wer alt heiratet, muss sich einigen. Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen, das Alter die Zeit, sie anzuwenden. Jeder Beruf hat seine Bürde.
Die Jugend hat immer recht, bis sie älter wird.
Sprichw.Die Überzeugungen der Jugend halten selten bis ins Alter.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer die Alten nicht ehrt, ist der Jungen nicht wert. Wer die Jugend versteht, hat seine eigene nicht vergessen.
Jugend hat keine Tugend.
Sprichw.Nachsichtige Feststellung darüber, dass junge Menschen unbedacht handeln.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 17. Jahrhunderts. „Tugend“ meint hier nicht Sittlichkeit, sondern Besonnenheit.
Themen: JugendLeichtsinnErfahrung
Siehe auch: Die Jugend ist trunken ohne Wein. Jugend ist keine Lebenszeit, sondern ein Zustand des Gemüts.
Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen, das Alter die Zeit, sie anzuwenden.
Sprichw.Jedes Lebensalter hat seine Aufgabe im Umgang mit Erfahrung.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Jean-Jacques Rousseau aus „Emile oder über die Erziehung“ (1762).
QuelleRousseau
Siehe auch: Wer jung heiratet, wächst zusammen; wer alt heiratet, muss sich einigen. Die Jugend hat die Kraft, das Alter die Übersicht. Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Jugend ist ein Fehler, der sich täglich bessert.
Sprichw.Scherzhafte Feststellung, dass das Problem sich von selbst löst.
Herkunft: Der Ausspruch wird Johann Wolfgang von Goethe zugeschrieben, ohne dass sich eine Stelle nachweisen ließe.
QuelleGoethe
Siehe auch: Mit den Jahren kommt die Weisheit. Leichtsinn kleidet die Jugend, nicht das Alter. Graue Haare machen noch keinen Weisen.
Jugend ist keine Lebenszeit, sondern ein Zustand des Gemüts.
Sprichw.Jung bleibt, wer neugierig bleibt, unabhängig von den Jahren.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus einem Text des amerikanischen Autors Samuel Ullman von 1918.
QuelleSamuelbücher, Samuel Ullman
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer danken kann, hat mehr vom Leben. Jugend hat keine Tugend.
Die Jugend ist kurz, das Alter lang.
Sprichw.Der Abschnitt, um den sich alles dreht, ist der kürzeste.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Alt werden will jeder, alt sein niemand. Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will. Alt werden ist ein Vorrecht, nicht jeder erhält es.