Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Faulheit
Der Spott über den Faulen ist alt und ziemlich direkt. Meist wird eine Bequemlichkeit geschildert, die sich am Ende als Mehrarbeit entpuppt.
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Bekannte Sprichwörter
Die Arbeit läuft nicht davon.
Sprichw.Scherzhafte Rechtfertigung für eine Pause; im vollständigen Vers folgt der Rat, sie ruhig liegen zu lassen.
Herkunft: Ein Spottvers aus der Umgangssprache des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Morgen, morgen, nur nicht heute.
Bequemlichkeit ist die teuerste Gewohnheit.
Sprichw.Was man sich abnehmen lässt, muss man bezahlen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel. Leichtsinn ist teurer als Vorsicht.
Das Denken soll man den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf.
Sprichw.Ein spöttischer Spruch, mit dem jemand angestrengtes Nachdenken abtut, meist scherzhaft als Aufforderung, sich nicht den Kopf zu zerbrechen.
Herkunft: Die genaue Herkunft ist nicht eindeutig belegt. Der Spruch gehört zu den scherzhaften Spott- und Trotzsprüchen, die im deutschsprachigen Raum mündlich überliefert wurden.
Auch: Das Denken überlässt man den Pferden, die haben den größeren Kopf. · Denken soll man den Pferden überlassen, die haben größere Köpfe.
Themen: Klugheit und DummheitTiere
Siehe auch: Wer schläft, sündigt nicht. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief.
Der Faule arbeitet doppelt.
Sprichw.Wer sich beim ersten Mal drückt, muss die Sache ein zweites Mal anfassen.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts, verwandt mit dem Satz, was man nicht im Kopf habe, müsse man in den Beinen haben.
Themen: ArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Pfusch ist doppelte Arbeit.
Faulheit ist die Mutter aller Ausreden.
Sprichw.Wer nicht arbeiten will, findet immer einen Grund.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet nach dem Muster älterer Sprüche über die Mutter aller Laster.
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Wer schläft, sündigt nicht. Faulheit und Armut sind Nachbarn.
Die Faulheit ist die Mutter der Erfindung.
Sprichw.Wer sich Arbeit ersparen will, findet oft den besseren Weg.
Herkunft: Eine ironische Umkehrung des älteren Satzes, die Not sei die Mutter der Erfindung.
Themen: Klugheit und DummheitArbeit
Faulheit und Armut sind Nachbarn.
Sprichw.Wer die Arbeit meidet, gerät leicht in Not.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Fleiß bringt Brot, Faulheit Not. Wer sich drückt, wird gedrückt. Wer nichts tut, hat nie Zeit.
Fleiß bringt Brot, Faulheit Not.
Sprichw.Wer arbeitet, kommt zurecht, wer sich drückt, gerät in Schwierigkeiten.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Schulfibel-Tradition des 18. und 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Faulheit und Armut sind Nachbarn. Wer sich drückt, wird gedrückt. Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Sprichw.Spottvers über Menschen, die Aufgaben immer wieder vertagen.
Christian Felix WeißeSchriftsteller und Kinderbuchautor, 1726 bis 1804
Herkunft: Geht auf ein Gedicht von Christian Felix Weiße aus dem 18. Jahrhundert zurück.
QuelleChristian Felix Weiße
Siehe auch: Morgen, morgen, nur nicht heute. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Sprichw.Wer nichts zu tun hat, kommt leicht auf dumme Gedanken.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei antiken Autoren und wurde durch die Klosterregeln des Mittelalters weiterverbreitet.
Themen: FleißLeichtsinn
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch.
Ordnung halten ist weniger Arbeit als Ordnung schaffen.
Sprichw.Wer laufend aufräumt, kommt mit weniger Aufwand aus als der, der es aufschiebt.
Herkunft: Eine Haushaltsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ordnung spart Zeit. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.
Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
Sprichw.Eine Aufforderung, Aufgaben sofort zu erledigen, statt sie vor sich herzuschieben.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert verbreitet und gehört zu den Merkversen, die in Schulfibeln und Poesiealben weitergegeben wurden.
Siehe auch: Morgen, morgen, nur nicht heute. Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute. Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Sprichw.Absichten allein bewirken nichts, wenn ihnen keine Taten folgen.
Herkunft: Der Gedanke wird Bernhard von Clairvaux zugeschrieben. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert verbreitet, meist als Warnung vor folgenloser Absicht.
Themen: LeichtsinnNeuanfang
QuelleBernhard von Clairvaux
Siehe auch: Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Morgen, morgen, nur nicht heute.
Wer den Tag verschläft, klagt über die Nacht.
Sprichw.Ein verschobener Tagesablauf verschiebt auch die Beschwerden.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun. Wer die Nacht durchwacht, verliert den Tag. Wer sich drückt, wird gedrückt.
Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt.
Sprichw.Spottvers auf allzu Diensteifrige, meist ironisch gebraucht.
Herkunft: Ein Spottvers aus der Arbeiter- und Soldatensprache des 19. Jahrhunderts, gebildet als Umkehrung der Fleißsprüche der Schulfibeln.
Themen: Arbeit
Siehe auch: Wer schläft, sündigt nicht. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Morgen, morgen, nur nicht heute.
Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Sprichw.Aufgeschobene Arbeit verschwindet nicht, sie sammelt sich.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Die Arbeit läuft nicht davon. Wer sich drückt, wird gedrückt. Wer den Tag verschläft, klagt über die Nacht.
Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Sprichw.Wer den Morgen verschläft, verliert den nützlichsten Teil des Tages.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Schul- und Erziehungsliteratur, verwandt mit dem Satz von der Morgenstunde.
Siehe auch: Wer nicht aufsteht, versäumt den Tag. Morgenstund hat Gold im Mund. Wo nichts wächst, hat vorher jemand nichts gesät.
Wer morgens trinkt, hat abends nichts mehr vor.
Sprichw.Der frühe Beginn verdirbt den ganzen Tag.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel.
Wer nicht aufsteht, versäumt den Tag.
Sprichw.Der Tag beginnt für den, der ihn beginnt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Sprichwort von der Morgenstunde.
Siehe auch: Wer lange schläft, den Tag verschläft. Wo nichts wächst, hat vorher jemand nichts gesät. Neuer Tag, neues Glück.
Wer nichts anfängt, bringt nichts zu Ende.
Sprichw.Ohne Anfang gibt es auch keinen Abschluss, über den man klagen könnte.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen. Wer zu lange plant, fängt nie an.
Wer nichts macht, macht auch nichts falsch.
Sprichw.Spöttische Feststellung über Menschen, die Verantwortung meiden, um sich nichts vorwerfen lassen zu müssen.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts aus der Arbeitswelt, meist ironisch gegen übermäßige Vorsicht gerichtet.
Themen: MisserfolgMut
Siehe auch: Wer schläft, sündigt nicht. Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Wer nichts tut, hat nie Zeit.
Sprichw.Gerade die Untätigen berufen sich am häufigsten auf Zeitmangel.
Herkunft: Eine volkstümliche Beobachtung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Faulheit ist die Mutter aller Ausreden. Wer schläft, sündigt nicht. Faulheit und Armut sind Nachbarn.
Wer nur verwaltet, gestaltet nichts.
Sprichw.Die bloße Aufrechterhaltung ist keine Leistung.
Herkunft: Eine Formel aus der Verwaltungskritik des 20. Jahrhunderts.
Themen: ArbeitVeränderung
Siehe auch: Wer rastet, der rostet. Wer nichts verändert, verliert auch. Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke.
Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen.
Sprichw.Scherzhafte Umdeutung der Ordnungsliebe in Bequemlichkeit.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: OrdnungKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Arbeit macht das Leben süß.
Sprichw.Wer etwas leistet, empfindet auch die freie Zeit als Gewinn.
Herkunft: Die Zeile stammt aus einem Kinderlied von Gottlob Wilhelm Burmann aus dem späten 18. Jahrhundert.
QuelleBurmann
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Morgen, morgen, nur nicht heute.
Sprichw.Spott über das ewige Vertagen. Der vollständige Vers nennt die faulen Leute als Urheber.
Herkunft: Aus einem Kinderlied von Christian Felix Weiße aus dem 18. Jahrhundert.
QuelleChristian Felix Weiße
Siehe auch: Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Die Seinen gibt's der Herr im Schlaf.
Sprichw.Manchen fällt ohne jede Anstrengung zu, wofür andere hart arbeiten. Meist mit einem Unterton von Neid gesagt.
Herkunft: Der Satz geht auf Psalm 127 im Alten Testament zurück.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer das Glück sucht, findet es selten. Wer das Glück hat, führt die Braut heim. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Ein voller Bauch studiert nicht gern.
Sprichw.Nach einer reichlichen Mahlzeit fällt geistige Arbeit schwer.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Studentensprache, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Faulheit und Armut sind Nachbarn. Faulheit ist die Mutter aller Ausreden.
Wer die Hand nicht rührt, dem füllt sie sich nicht.
Sprichw.Ohne eigenes Zutun stellt sich nichts ein.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament, wo die lässige Hand arm macht (Sprüche 10,4).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken. Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Sprichw.Wer sich nicht am gemeinsamen Aufwand beteiligt, hat auch keinen Anspruch auf den Ertrag.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem zweiten Thessalonicherbrief (3,10) des Neuen Testaments.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer miteinander isst, streitet weniger. Wer Macht hat, hat Verantwortung. Geteiltes Brot schmeckt besser.
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