Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über das Handwerk
Aus den Werkstätten stammt ein großer Teil des deutschen Sprichwortschatzes. Die Bilder sind entsprechend konkret: Hammer, Amboss, Schuh, Leisten.
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Bekannte Sprichwörter
Am Werkzeug erkennt man den Meister.
Sprichw.Wie jemand mit seinem Gerät umgeht, sagt mehr als jedes Zeugnis.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wie der Bauer, so der Hof. Was man selbst tut, ist gut getan.
Eine Ehe will gelernt sein wie ein Handwerk.
Sprichw.Auch das Zusammenleben verlangt Übung und lässt sich nicht voraussetzen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Übung macht den Meister. Kein Meister ohne Lehrzeit. Wie der Meister, so das Werk.
Erst die Ordnung, dann das Werk.
Sprichw.Wer in der Werkstatt aufräumt, arbeitet danach schneller.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe. Gut geplant ist halb getan.
Das Handwerk lehrt Geduld, nicht die Schule.
Sprichw.Was sich nicht beschleunigen lässt, lernt man nur an der Werkbank.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Probieren geht über Studieren. Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Kein Meister ohne Lehrzeit.
Ein Handwerk verlernt sich nicht.
Sprichw.Was man mit den Händen gelernt hat, bleibt.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Kein Meister ohne Lehrzeit.
Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Sprichw.In jedem Fach gibt es Kunstgriffe, die man nur durch Erfahrung lernt.
Herkunft: „Kniff“ bezeichnete ursprünglich den Handgriff des Handwerkers. Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem solche Griffe als Geschäftsgeheimnis galten.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer das Material kennt, braucht weniger Kraft. Nicht das Werkzeug macht den Meister.
Nicht das Werkzeug macht den Meister.
Sprichw.Gutes Gerät ersetzt kein Können.
Herkunft: Eine Gegenrede zu der Annahme, teures Werkzeug genüge. In deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Wer seine Arbeit versteht, muss nicht darüber reden.
Was man selbst tut, ist gut getan.
Sprichw.Wer eine Sache selbst erledigt, kann sich auf das Ergebnis verlassen.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, meist im Zusammenhang mit der Empfehlung, sich nicht auf Bedienstete zu verlassen.
Auch: Selbst getan ist gut getan.
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Am Werkzeug erkennt man den Meister. Wie der Bauer, so der Hof.
Wer das Material kennt, braucht weniger Kraft.
Sprichw.Sachkenntnis ersetzt Anstrengung.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Wer jeden Tag einen Stein setzt, hat am Ende eine Mauer.
Sprichw.Beharrlichkeit bringt zustande, was der einzelne Kraftakt nicht schafft.
Herkunft: Eine Handwerksformel, verwandt mit dem Bild vom stetigen Tropfen, der den Stein höhlt.
Siehe auch: Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Schneller Erfolg hält am kürzesten. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren.
Sprichw.Vor der eigentlichen Arbeit steht die Vorbereitung.
Herkunft: Ein Handwerkssprichwort, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Erst die Ordnung, dann das Werk. Wie die Saat, so die Ernte. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Wer selbst repariert, versteht die Sache.
Sprichw.Erst beim Auseinandernehmen begreift man, wie etwas funktioniert.
Herkunft: Eine Handwerksformel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer auswendig lernt, weiß nichts, er kann nur aufsagen. Was man versteht, vergisst man nicht. Was man nicht erklären kann, hat man nicht verstanden.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.
Sprichw.Auf rüdes Verhalten darf man mit gleicher Härte antworten.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Holzarbeit: Ein knorriger Klotz lässt sich nur mit einem entsprechend groben Keil spalten. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Streit
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Sprichw.Niemand beherrscht eine Sache von Anfang an; jeder muss sie erst lernen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Gutes Werkzeug ist halbe Arbeit.
Sprichw.Mit dem richtigen Gerät geht die Arbeit deutlich leichter von der Hand.
Herkunft: Eine Handwerksregel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Nicht das Werkzeug macht den Meister. Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.
Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Sprichw.Eine günstige Gelegenheit muss sofort genutzt werden, sonst ist sie vorbei.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Schmiedearbeit: Nur glühendes Eisen lässt sich formen.
Siehe auch: Wer lange feilscht, verliert den Kauf. Eine kleine Hilfe zur rechten Zeit ist mehr als eine große zu spät. Doppelt gibt, wer schnell gibt.
Ein schlechter Handwerker schilt sein Werkzeug.
Sprichw.Wer nichts kann, sucht die Schuld bei den Umständen.
Herkunft: Die Formel übersetzt ein französisches Sprichwort und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: ArbeitMisserfolg
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Faulheit ist die Mutter aller Ausreden.
Schuster, bleib bei deinen Leisten.
Sprichw.Man sollte über das urteilen, wovon man etwas versteht, und nicht über alles andere.
Herkunft: Geht auf eine Anekdote über den griechischen Maler Apelles zurück, der die Kritik eines Schusters an den Schuhen seines Bildes gelten ließ, dessen weitergehende Einwände aber zurückwies.
Themen: BerufBescheidenheit
Siehe auch: Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Sprichw.Ein Fehler am Beginn lässt sich später nicht mehr ausgleichen.
Herkunft: Eine Handwerksregel, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wer nicht hinschaut, tritt daneben. Ungeduld verdirbt das Werk.
Wer nur einen Hammer hat, sieht in allem einen Nagel.
Sprichw.Wer nur ein Mittel beherrscht, wendet es auf alles an, ob es passt oder nicht.
Herkunft: Die Formel geht auf den amerikanischen Psychologen Abraham Maslow zurück (1966).
Themen: Klugheit und DummheitArbeit
QuelleMaslow
Wie der Meister, so das Werk.
Sprichw.An der Arbeit erkennt man, wer sie gemacht hat.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und aus dem Zunftwesen überliefert.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Nicht das Werkzeug macht den Meister. Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Wer seine Arbeit versteht, muss nicht darüber reden.
Kurze Sprichwörter
Doppelt hält besser.
Sprichw.Eine zusätzliche Absicherung schadet nie.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Handwerk, wo eine zweite Naht oder ein zweiter Nagel die Verbindung sichert.
Siehe auch: Handwerk hat goldenen Boden. Gelegenheit macht Diebe. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Handwerk hat goldenen Boden.
Sprichw.Wer ein Handwerk beherrscht, hat eine verlässliche Existenzgrundlage.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen und meinte ursprünglich den Boden im Wortsinn: die tragfähige Grundlage einer Existenz. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Kein Meister ohne Lehrzeit. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Sprichw.Wer noch in der Ausbildung ist, muss Mühen und Anweisungen hinnehmen.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen und bezog sich auf die Stellung des Lehrlings gegenüber dem Meister.
Siehe auch: Kein Meister ohne Lehrzeit. Handwerk hat goldenen Boden. Das Handwerk lehrt Geduld, nicht die Schule.
Kein Meister ohne Lehrzeit.
Sprichw.Ohne die Jahre des Lernens gibt es kein Können.
Herkunft: Eine Zunftregel, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Übung macht den Meister. Wie der Meister, so das Werk.
Pfusch ist doppelte Arbeit.
Sprichw.Was schlecht gemacht ist, muss ohnehin noch einmal gemacht werden.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: ArbeitMisserfolg
Siehe auch: Der Faule arbeitet doppelt. Übung macht den Meister. Aus Fehlern wird man klug, aber nicht immer sofort.
Probieren geht über Studieren.
Sprichw.Eigene Versuche bringen oft mehr als theoretische Überlegungen.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Er stammt aus dem Gegensatz zwischen handwerklicher Erfahrung und gelehrter Bildung.
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld. Das Leben ist die beste Schule.
Selbst ist der Mann.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemand eine Sache lieber selbst erledigt, als sie anderen zu überlassen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt und war ursprünglich ein Lob der Selbstständigkeit, nicht der Bastelei.
Auch: Selbst ist die Frau.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Übung macht den Meister.
Sprichw.Fertigkeiten entstehen durch wiederholtes Tun, nicht durch Begabung allein.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. Der Gedanke selbst ist älter und findet sich als lateinische Formel „exercitatio artem parat“.
Siehe auch: Kein Meister ohne Lehrzeit. Eine Ehe will gelernt sein wie ein Handwerk. Aus Fehlern wird man klug, aber nicht immer sofort.
Ungeduld verdirbt das Werk.
Sprichw.Wer zu schnell arbeitet, macht Fehler, die den Zeitgewinn wieder aufzehren.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig. Wer schnell trinkt, schmeckt nichts.
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