Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über das Handwerk
Aus den Werkstätten stammt ein großer Teil des deutschen Sprichwortschatzes. Die Bilder sind entsprechend konkret: Hammer, Amboss, Schuh, Leisten.
18 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Sprichw.In jedem Fach gibt es Kunstgriffe, die man nur durch Erfahrung lernt.
Herkunft: „Kniff“ bezeichnete ursprünglich den Handgriff des Handwerkers. Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem solche Griffe als Geschäftsgeheimnis galten.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Übung macht den Meister.
Nicht das Werkzeug macht den Meister.
Sprichw.Gutes Gerät ersetzt kein Können.
Herkunft: Eine Gegenrede zu der Annahme, teures Werkzeug genüge. In deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Jedes Handwerk hat seine Kniffe. Übung macht den Meister.
Was man selbst tut, ist gut getan.
Sprichw.Wer eine Sache selbst erledigt, kann sich auf das Ergebnis verlassen.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, meist im Zusammenhang mit der Empfehlung, sich nicht auf Bedienstete zu verlassen.
Auch: Selbst getan ist gut getan.
Siehe auch: Gut Ding will Weile haben. Der Teufel steckt im Detail.
Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren.
Sprichw.Vor der eigentlichen Arbeit steht die Vorbereitung.
Herkunft: Ein Handwerkssprichwort, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie die Saat, so die Ernte. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.
Sprichw.Auf rüdes Verhalten darf man mit gleicher Härte antworten.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Holzarbeit: Ein knorriger Klotz lässt sich nur mit einem entsprechend groben Keil spalten. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Streit
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Sprichw.Niemand beherrscht eine Sache von Anfang an; jeder muss sie erst lernen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Sprichw.Eine günstige Gelegenheit muss sofort genutzt werden, sonst ist sie vorbei.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Schmiedearbeit: Nur glühendes Eisen lässt sich formen.
Ein schlechter Handwerker schilt sein Werkzeug.
Sprichw.Wer nichts kann, sucht die Schuld bei den Umständen.
Herkunft: Die Formel übersetzt ein französisches Sprichwort und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: ArbeitMisserfolg
Schuster, bleib bei deinen Leisten.
Sprichw.Man sollte über das urteilen, wovon man etwas versteht, und nicht über alles andere.
Herkunft: Geht auf eine Anekdote über den griechischen Maler Apelles zurück, der die Kritik eines Schusters an den Schuhen seines Bildes gelten ließ, dessen weitergehende Einwände aber zurückwies.
Themen: BerufBescheidenheit
Siehe auch: Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Wer nur einen Hammer hat, sieht in allem einen Nagel.
Sprichw.Wer nur ein Mittel beherrscht, wendet es auf alles an, ob es passt oder nicht.
Herkunft: Die Formel geht auf den amerikanischen Psychologen Abraham Maslow zurück (1966).
Themen: Klugheit und DummheitArbeit
QuelleMaslow
Wie der Meister, so das Werk.
Sprichw.An der Arbeit erkennt man, wer sie gemacht hat.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und aus dem Zunftwesen überliefert.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Nicht das Werkzeug macht den Meister. Jedes Handwerk hat seine Kniffe. Übung macht den Meister.
Wo gehobelt wird, da fallen Späne.
Sprichw.Wo etwas geschaffen oder verändert wird, lassen sich Verluste und Reibungen nicht ganz vermeiden.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Tischlerei. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, im 20. Jahrhundert häufig zur Rechtfertigung von Opfern missbraucht.
Themen: ArbeitVeränderung
Kurze Sprichwörter
Doppelt hält besser.
Sprichw.Eine zusätzliche Absicherung schadet nie.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Handwerk, wo eine zweite Naht oder ein zweiter Nagel die Verbindung sichert.
Siehe auch: Handwerk hat goldenen Boden. Gelegenheit macht Diebe. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Handwerk hat goldenen Boden.
Sprichw.Wer ein Handwerk beherrscht, hat eine verlässliche Existenzgrundlage.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen und meinte ursprünglich den Boden im Wortsinn: die tragfähige Grundlage einer Existenz. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen. Doppelt hält besser.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Sprichw.Wer noch in der Ausbildung ist, muss Mühen und Anweisungen hinnehmen.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen und bezog sich auf die Stellung des Lehrlings gegenüber dem Meister.
Siehe auch: Handwerk hat goldenen Boden.
Probieren geht über Studieren.
Sprichw.Eigene Versuche bringen oft mehr als theoretische Überlegungen.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Er stammt aus dem Gegensatz zwischen handwerklicher Erfahrung und gelehrter Bildung.
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Das Leben ist die beste Schule.
Selbst ist der Mann.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemand eine Sache lieber selbst erledigt, als sie anderen zu überlassen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt und war ursprünglich ein Lob der Selbstständigkeit, nicht der Bastelei.
Auch: Selbst ist die Frau.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Übung macht den Meister.
Sprichw.Fertigkeiten entstehen durch wiederholtes Tun, nicht durch Begabung allein.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. Der Gedanke selbst ist älter und findet sich als lateinische Formel „exercitatio artem parat“.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
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