A–Z-Verzeichnis
Sprichwörter mit H
Hier können Sie alle sprichwörter dieses Nachschlagewerks alphabetisch nachschlagen, deren Stichwort mit H beginnt. Sortiert wird wie im gedruckten Wörterbuch nach dem ersten inhaltstragenden Wort, Artikel bleiben unberücksichtigt.
18 Einträge mit Bedeutung
Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.
Sprichw.Wer nur einen Teil sagt und den entscheidenden verschweigt, täuscht ebenso wie ein Lügner.
Herkunft: Die Zuspitzung geht auf Alfred Tennyson zurück, der schrieb, eine Lüge, die zur Hälfte wahr sei, sei die schwärzeste von allen. Im Deutschen ist die Formel seit dem 20. Jahrhundert verbreitet.
Themen: LügenWahrheitEhrlichkeit
QuelleTennyson
Siehe auch: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Der Schein trügt.
Halbes Wissen ist schlimmer als gar keines.
Sprichw.Wer nur einen Teil kennt, zieht daraus oft falschere Schlüsse als jemand, der gar nichts weiß.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Alexander Pope zurück, der schrieb, ein wenig Wissen sei eine gefährliche Sache. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Themen: WissenKlugheit und DummheitVorsicht
QuelleAlexander Pope
Eine Hand wäscht die andere.
Sprichw.Man hilft sich gegenseitig, weil beide Seiten davon profitieren.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Seneca („manus manum lavat“).
Themen: ZusammenhaltHandelNachbarn
QuelleSeneca
Siehe auch: Wie du mir, so ich dir. Wer gern gibt, dem gibt man gern.
Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Sprichw.Wer Kinder prägt, bestimmt mittelbar über die Zukunft.
William Ross Wallaceamerikanischer Dichter, 1819 bis 1881
Herkunft: Übersetzung einer Zeile aus einem Gedicht des amerikanischen Autors William Ross Wallace (1865).
Themen: ElternKinderMachtFamilie
QuelleWilliam Ross Wallace
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen. Kinder sind der Eltern Spiegel.
Handel bringt Wandel.
Sprichw.Wo Waren getauscht werden, verändern sich auch die Verhältnisse.
Herkunft: Eine Formel aus der Kaufmannssprache des 19. Jahrhunderts, entstanden mit dem Aufblühen des Fernhandels.
Themen: HandelVeränderungReichtum
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen.
Handwerk hat goldenen Boden.
Sprichw.Wer ein Handwerk beherrscht, hat eine verlässliche Existenzgrundlage.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen und meinte ursprünglich den Boden im Wortsinn: die tragfähige Grundlage einer Existenz. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: BerufHandwerkArbeitGeld
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen. Doppelt hält besser.
Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.
Sprichw.Bauernregel zum 11. November: Frost oder Raureif am Martinstag gilt als Vorbote eines strengen Winters.
Herkunft: Eine Lostagsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Ein statistischer Zusammenhang lässt sich nicht nachweisen.
Themen: WetterJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Der Hehler ist so schlimm wie der Stehler.
Sprichw.Wer von einer Straftat profitiert, macht sich ebenso schuldig wie der Täter.
Herkunft: Alte Rechtsregel, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitEhrlichkeitGeld
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Mitgefangen, mitgehangen.
Der Heimweg ist immer kürzer.
Sprichw.Die Rückfahrt kommt einem regelmäßig kürzer vor als die Hinfahrt.
Herkunft: Die Beobachtung ist psychologisch beschrieben: Ein bekannter Weg wird als kürzer empfunden, weil er weniger Aufmerksamkeit bindet. Als Redensart erst im 20. Jahrhundert verbreitet.
Themen: ReisenHaus und HeimatZeit
Siehe auch: Ost, West, zu Hause best. Dem Eilenden wird der Weg lang.
Heirate über den Mist, dann weißt du, wer sie ist.
Sprichw.Rat, jemanden aus der eigenen Nachbarschaft zu heiraten, weil man dort die Verhältnisse kennt. Der Mist meint den Misthaufen des Nachbarhofs.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt, entstanden im bäuerlichen Umfeld.
Themen: EhePartnerschaftNachbarn
Heute mir, morgen dir.
Sprichw.Was heute den einen trifft, trifft morgen den anderen. Verbreitete Inschrift auf Friedhöfen und Beinhäusern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „hodie mihi, cras tibi“, das sich im Buch Jesus Sirach findet und seit dem Mittelalter als Grabinschrift verwendet wird.
Auch: Hodie mihi, cras tibi.
QuelleAltes Testament
Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Sprichw.Wer nichts unternimmt, darf auch auf keinen Beistand hoffen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Fuhrmann, der um Hilfe ruft, statt selbst anzupacken.
QuelleÄsop
Siehe auch: Dem Glück muss man nachhelfen. Selbst ist der Mann.
Hochmut kommt vor dem Fall.
Sprichw.Wer sich zu viel auf sich einbildet, wird umso härter enttäuscht.
Herkunft: Der Satz geht auf das biblische Buch der Sprüche (16,18) zurück.
Themen: HochmutMisserfolgBescheidenheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden. Wer hoch steigt, fällt tief.
Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen.
Sprichw.Zuversicht hilft beim Anfangen, ersetzt aber kein Ergebnis.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Francis Bacon.
Themen: HoffnungErfahrungMisserfolg
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Undank ist der Welt Lohn. Neuer Tag, neues Glück.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sprichw.Selbst in aussichtslosen Lagen bleibt meist ein Rest Zuversicht bestehen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der Antike, unter anderem bei Cicero. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Neuer Tag, neues Glück. Es ist noch immer gut gegangen.
Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
Sprichw.Ein freundlicher Umgangston ist mühelos und zahlt sich aus.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Französischen, wo Höflichkeit nichts koste und alles einbringe.
Themen: NachbarnBescheidenheitHandel
Siehe auch: Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue. Man sieht sich immer zweimal im Leben.
Hunde, die bellen, beißen nicht.
Sprichw.Wer am lautesten droht, ist meist am wenigsten gefährlich.
Herkunft: Die Beobachtung ist alt und in vielen Sprachen belegt. Im Deutschen erscheint sie seit dem 16. Jahrhundert in Sprichwortsammlungen.
Hunger ist der beste Koch.
Sprichw.Wer richtig hungrig ist, dem schmeckt auch einfaches Essen ausgezeichnet.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Cicero, der schreibt, der Hunger sei die Würze der Speise. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: Salz und Brot macht Wangen rot.