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Sprichwörter mit H
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29 Einträge mit Bedeutung
Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.
Sprichw.Wer nur einen Teil sagt und den entscheidenden verschweigt, täuscht ebenso wie ein Lügner.
Herkunft: Die Zuspitzung geht auf Alfred Tennyson zurück, der schrieb, eine Lüge, die zur Hälfte wahr sei, sei die schwärzeste von allen. Im Deutschen ist die Formel seit dem 20. Jahrhundert verbreitet.
Themen: LügenWahrheitEhrlichkeit
QuelleTennyson
Siehe auch: Wer die Wahrheit verschweigt, lügt mit. Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch. Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Halbes Wissen ist schlimmer als gar keines.
Sprichw.Wer nur einen Teil kennt, zieht daraus oft falschere Schlüsse als jemand, der gar nichts weiß.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Alexander Pope zurück, der schrieb, ein wenig Wissen sei eine gefährliche Sache. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Themen: WissenKlugheit und DummheitVorsicht
QuelleAlexander Pope
Eine Hand wäscht die andere.
Sprichw.Man hilft sich gegenseitig, weil beide Seiten davon profitieren.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Seneca („manus manum lavat“).
Themen: ZusammenhaltHandelNachbarn
QuelleSeneca
Siehe auch: Wie du mir, so ich dir. Wer vertraut, dem wird vertraut. Wer nichts gibt, dem wird nichts gegeben.
Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Sprichw.Wer Kinder prägt, bestimmt mittelbar über die Zukunft.
William Ross Wallaceamerikanischer Dichter, 1819 bis 1881
Herkunft: Übersetzung einer Zeile aus einem Gedicht des amerikanischen Autors William Ross Wallace (1865).
Themen: ElternKinderMachtFamilie
QuelleWilliam Ross Wallace
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Was Eltern säen, ernten die Kinder. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen.
Handel bringt Wandel.
Sprichw.Wo Waren getauscht werden, verändern sich auch die Verhältnisse.
Herkunft: Eine Formel aus der Kaufmannssprache des 19. Jahrhunderts, entstanden mit dem Aufblühen des Fernhandels.
Themen: HandelVeränderungReichtum
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Stillstand ist Rückschritt. Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen.
Handwerk hat goldenen Boden.
Sprichw.Wer ein Handwerk beherrscht, hat eine verlässliche Existenzgrundlage.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen und meinte ursprünglich den Boden im Wortsinn: die tragfähige Grundlage einer Existenz. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: BerufHandwerkArbeitGeld
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Kein Meister ohne Lehrzeit. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
Das Handwerk lehrt Geduld, nicht die Schule.
Sprichw.Was sich nicht beschleunigen lässt, lernt man nur an der Werkbank.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Probieren geht über Studieren. Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Kein Meister ohne Lehrzeit.
Ein Handwerk verlernt sich nicht.
Sprichw.Was man mit den Händen gelernt hat, bleibt.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Kein Meister ohne Lehrzeit.
Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.
Sprichw.Bauernregel zum 11. November: Frost oder Raureif am Martinstag gilt als Vorbote eines strengen Winters.
Herkunft: Eine Lostagsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Ein statistischer Zusammenhang lässt sich nicht nachweisen.
Themen: WetterJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Ein Haus ohne Menschen ist nur ein Gebäude.
Sprichw.Was ein Zuhause ausmacht, sind nicht die Mauern.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: Haus und HeimatFamilieFreundschaft
Siehe auch: Trautes Heim, Glück allein. Eigener Herd ist Goldes wert. Gegensätze ziehen sich an.
Der Hehler ist so schlimm wie der Stehler.
Sprichw.Wer von einer Straftat profitiert, macht sich ebenso schuldig wie der Täter.
Herkunft: Alte Rechtsregel, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitEhrlichkeitGeld
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Mitgefangen, mitgehangen.
Die Heimat erkennt man erst aus der Ferne.
Sprichw.Der Abstand zeigt, was das Vertraute ausmacht.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Ovid in seinen Briefen aus der Verbannung.
Themen: ReisenHaus und HeimatErfahrung
QuelleOvid
Siehe auch: In der Fremde lernt man die Heimat schätzen.
Der Heimweg ist immer kürzer.
Sprichw.Die Rückfahrt kommt einem regelmäßig kürzer vor als die Hinfahrt.
Herkunft: Die Beobachtung ist psychologisch beschrieben: Ein bekannter Weg wird als kürzer empfunden, weil er weniger Aufmerksamkeit bindet. Als Redensart erst im 20. Jahrhundert verbreitet.
Themen: ReisenHaus und HeimatZeit
Siehe auch: Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause. Ost, West, zu Hause best. Kein Weg ist zu lang für den, der heimkehrt.
Heirate über den Mist, dann weißt du, wer sie ist.
Sprichw.Rat, jemanden aus der eigenen Nachbarschaft zu heiraten, weil man dort die Verhältnisse kennt. Der Mist meint den Misthaufen des Nachbarhofs.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt, entstanden im bäuerlichen Umfeld.
Themen: EhePartnerschaftNachbarn
Der Herbst hält, was der Frühling versprach.
Sprichw.Am Ende zeigt sich, ob die Aussichten getrogen haben.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaftErfolg
Siehe auch: Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben. Wer im Herbst nicht pflügt, hat im Frühjahr doppelte Arbeit.
Herrschen heißt dienen.
Sprichw.Wer Verantwortung trägt, ist denen verpflichtet, für die er sie trägt.
Herkunft: Der Gedanke geht auf das Neue Testament zurück, wo der Größte der Diener aller sein soll (Markus 10,43).
Themen: MachtBerufBescheidenheit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer Macht hat, hat Verantwortung. Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein.
Heute mir, morgen dir.
Sprichw.Was heute den einen trifft, trifft morgen den anderen. Verbreitete Inschrift auf Friedhöfen und Beinhäusern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „hodie mihi, cras tibi“, das sich im Buch Jesus Sirach findet und seit dem Mittelalter als Grabinschrift verwendet wird.
Auch: Hodie mihi, cras tibi.
QuelleAltes Testament
Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Sprichw.Wer nichts unternimmt, darf auch auf keinen Beistand hoffen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Fuhrmann, der um Hilfe ruft, statt selbst anzupacken.
QuelleÄsop
Siehe auch: Hoffen ohne Tun ist Träumen. Dem Glück muss man nachhelfen. Selbst ist der Mann.
Der Himmel lügt nicht, aber man liest ihn falsch.
Sprichw.Die Zeichen stimmen, die Deutung nicht immer.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: WetterNaturKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön. Dreht der Wind, dreht das Wetter. Wer nüchtern bleibt, hört alles.
Hochmut kommt vor dem Fall.
Sprichw.Wer sich zu viel auf sich einbildet, wird umso härter enttäuscht.
Herkunft: Der Satz geht auf das biblische Buch der Sprüche (16,18) zurück.
Themen: HochmutMisserfolgBescheidenheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief. Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden. Wer hoch steigt, fällt tief.
Hoffen kostet nichts.
Sprichw.Zuversicht ist das Einzige, was auch dem bleibt, der sonst nichts hat.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Hoffen ohne Tun ist Träumen.
Sprichw.Zuversicht ersetzt keine Handlung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Ursprung.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Dem Glück muss man nachhelfen. Wer die Hand nicht rührt, dem füllt sie sich nicht.
Hoffen und Harren macht manchen zum Narren.
Sprichw.Wer nur wartet und nichts tut, wartet oft vergeblich.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: HoffnungGeduldMisserfolg
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß. Geduld bringt Rosen. Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen.
Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden.
Sprichw.Hoffnung verhält sich zum Wachen wie der Traum zum Schlaf: Beide zeigen, was man sich wünscht.
Herkunft: Der Ausspruch wird Aristoteles zugeschrieben und ist bei Diogenes Laertios überliefert.
QuelleAristoteles, Diogenes Laertios
Siehe auch: Hoffen kostet nichts. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen.
Sprichw.Zuversicht hilft beim Anfangen, ersetzt aber kein Ergebnis.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Francis Bacon.
Themen: HoffnungErfahrungMisserfolg
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Hoffen und Harren macht manchen zum Narren. Wer blind vertraut, wird sehend enttäuscht.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sprichw.Selbst in aussichtslosen Lagen bleibt meist ein Rest Zuversicht bestehen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der Antike, unter anderem bei Cicero. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: Hoffen kostet nichts. Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
Sprichw.Ein freundlicher Umgangston ist mühelos und zahlt sich aus.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Französischen, wo Höflichkeit nichts koste und alles einbringe.
Themen: NachbarnBescheidenheitHandel
Siehe auch: Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue. Man sieht sich immer zweimal im Leben. In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton.
Hunde, die bellen, beißen nicht.
Sprichw.Wer am lautesten droht, ist meist am wenigsten gefährlich.
Herkunft: Die Beobachtung ist alt und in vielen Sprachen belegt. Im Deutschen erscheint sie seit dem 16. Jahrhundert in Sprichwortsammlungen.
Siehe auch: Wer schreit, hat unrecht.
Hunger ist der beste Koch.
Sprichw.Wer richtig hungrig ist, dem schmeckt auch einfaches Essen ausgezeichnet.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Cicero, der schreibt, der Hunger sei die Würze der Speise. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: In der Not schmeckt jedes Brot. Wer mit dem Essen spielt, hat noch keinen Hunger gekannt. Salz und Brot macht Wangen rot.