Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über Unglück
Sprichwörter über Unglück haben meist eine tröstende Funktion. Sie erklären nicht, warum etwas passiert, sondern stellen fest, dass es alle trifft und dass es vorbeigeht.
42 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Alte Wunden soll man nicht aufreißen.
Sprichw.Schmerzhafte Erinnerungen sollte man nicht ohne Not wieder hervorholen.
Herkunft: Das Bild von der wieder aufbrechenden Wunde für den erneuerten Kummer ist alt und findet sich bereits in der antiken Dichtung, unter anderem bei Vergil.
Themen: VergangenheitStreit
QuelleVergil
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck.
Kein Beruf macht glücklich, aber der falsche macht unglücklich.
Sprichw.Von der Arbeit ist nicht das Lebensglück zu erwarten, wohl aber der Verdruss.
Herkunft: Eine Formel aus der Berufsberatung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer vergleicht, verliert. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat.
Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt.
Sprichw.Der Wert der Nachbarschaft zeigt sich im Ernstfall.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: NachbarnFreundschaft
Siehe auch: Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Wer hilft, ohne zu fragen, hilft am meisten.
Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Sprichw.Das Wortspiel zerlegt den Begriff und beschreibt damit sein Wesen.
Herkunft: Der Ausspruch wird Franz Grillparzer zugeschrieben und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Themen: EifersuchtLiebe
QuelleGrillparzer
Siehe auch: Eifersucht zehrt am eigenen Herzen. Der Eifersüchtige quält sich am meisten selbst. Wer neidet, der leidet.
Eifersucht zehrt am eigenen Herzen.
Sprichw.Das Misstrauen richtet den größten Schaden bei dem an, der es empfindet.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Ovid und in der stoischen Affektenlehre.
Themen: EifersuchtLiebe
QuelleOvid
Siehe auch: Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Der Eifersüchtige quält sich am meisten selbst. Wer neidet, der leidet.
Der Eifersüchtige quält sich am meisten selbst.
Sprichw.Das Misstrauen richtet den größten Schaden bei dem an, der es hegt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca und in der stoischen Tradition, wonach die Leidenschaft vor allem den trifft, der sie hegt.
Themen: EifersuchtLiebe
QuelleSeneca
Siehe auch: Eifersucht zehrt am eigenen Herzen. Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Geteilte Last ist halbe Last.
Sprichw.Wer eine Aufgabe teilt, trägt weniger daran.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, gebildet nach dem Muster des Spruchs vom geteilten Leid.
Themen: ZusammenhaltFreundschaft
Siehe auch: Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. In der Not erkennt man seine Freunde.
Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Sprichw.Wer über seinen Kummer spricht, empfindet ihn weniger schwer. Meist gepaart mit dem Gegenstück über die geteilte Freude.
Herkunft: Das Gegenstück zur geteilten Freude, beide Hälften werden meist zusammen zitiert. Der Gedanke ist wesentlich älter und findet sich bereits bei Cicero.
Auch: Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude.
Themen: PartnerschaftFreundschaftZusammenhalt
QuelleCicero
Siehe auch: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Ohne Regen kein Regenbogen.
Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Sprichw.Wer in der Nähe wohnt, kann im Ernstfall schneller helfen als ein entfernter Vertrauter.
Herkunft: Ein ähnlicher Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,10).
Auch: Der nächste Nachbar ist besser als der ferne Freund. · Ein guter Nachbar in der Not ist besser als ein ferner Freund.
Themen: NachbarnFreundschaftHaus und HeimatZusammenhalt
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. Geteilte Last ist halbe Last. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Im Unglück zeigt sich der Charakter.
Sprichw.Erst unter Druck wird sichtbar, wie jemand wirklich ist.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Moralisten, unter anderem bei Seneca.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Pech im Spiel, Glück in der Liebe.
Sprichw.Scherzhafter Trost für den Verlierer eines Spiels.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und geht auf die Vorstellung eines Ausgleichs zwischen den Lebensbereichen zurück.
Siehe auch: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Ohne Regen kein Regenbogen. Nach Regen kommt Sonnenschein.
Reichtum macht selten Freunde und oft einsam.
Sprichw.Wer vermögend ist, weiß nie sicher, wem er wichtig ist.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: ReichtumFreundschaft
Siehe auch: Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Der Tod ist kein Unglück, das Sterben manchmal schon.
Sprichw.Nicht das Ende ist zu fürchten, sondern der Weg dorthin.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Epikur.
Themen: TodGesundheit
Siehe auch: Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Des einen Freud ist des anderen Leid.
Sprichw.Was für den einen ein Gewinn ist, bedeutet für den anderen einen Verlust.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und beschreibt die Beobachtung, dass Güter oft nur umverteilt und nicht vermehrt werden.
Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot.
Sprichw.Menschen, die im Ernstfall zur Stelle sind, gibt es nur wenige.
Herkunft: „Lot“ ist eine alte Gewichtseinheit von etwa 15 Gramm; die Formulierung betont damit, wie wenig solche Freunde wiegen, also wie selten sie sind.
Themen: FreundschaftVertrauen
Siehe auch: In der Not erkennt man seine Freunde. Im Unglück zeigt sich der Charakter.
Glück und Glas, wie leicht bricht das.
Sprichw.Eine Warnung davor, sich auf eine gute Lage zu verlassen: Günstige Umstände können ebenso plötzlich enden wie Glas zerbricht.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Glas war damals kostbar und zerbrechlich zugleich, was den Vergleich besonders einleuchtend machte.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Übermut tut selten gut. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen.
Glück und Unglück wandern auf einem Steg.
Sprichw.Beides liegt nah beieinander und kann jederzeit ineinander umschlagen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Glück ist kein Dauerzustand. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
In der Not erkennt man seine Freunde.
Sprichw.Erst wenn es schwierig wird, zeigt sich, auf wen man sich wirklich verlassen kann.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „amicus certus in re incerta cernitur“, das Cicero in seiner Schrift über die Freundschaft zitiert.
Auch: Den Freund erkennt man in der Not.
Themen: FreundschaftVertrauen
QuelleCicero
Siehe auch: Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. Geteilte Last ist halbe Last.
Jeder hat sein Kreuz zu tragen.
Sprichw.Niemand bleibt von Schwierigkeiten verschont, auch wenn man sie von außen nicht sieht.
Herkunft: Das Bild geht auf die Passionsgeschichte des Neuen Testaments zurück.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Jeder trägt sein Päckchen. Das Leben ist kein Wettlauf.
Der Neid frisst seinen eigenen Herrn.
Sprichw.Missgunst schadet vor allem dem, der sie hegt.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Horaz, der den Neid als selbstzerstörerisch beschreibt. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Auch: Neid frisst den Neider.
Themen: Neid
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer neidet, der leidet. Der Neidische magert an fremdem Fett. Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer.
Der Neidische magert an fremdem Fett.
Sprichw.Der Wohlstand eines anderen zehrt den Neider auf.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „invidus alterius macrescit rebus opimis“ bei Horaz.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer nichts hat, den beneidet auch niemand. Wer neidet, der leidet. Der Neid frisst seinen eigenen Herrn.
Undank ist der Welt Lohn.
Sprichw.Wer anderen hilft, wird dafür oft nicht einmal Dank ernten.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz gehört zu einer Gruppe resignierter Sprüche über die Vergeblichkeit des Wohltuns.
Themen: DankbarkeitErfahrung
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wohltun trägt Zinsen. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Wer blind vertraut, wird sehend enttäuscht.
Ein Unglück kommt selten allein.
Sprichw.Die Beobachtung, dass sich Missgeschicke oft häufen und ein Problem weitere nach sich zieht.
Herkunft: Die Formel ist in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet.
Auch: Ein Unglück kommt nie allein.
Themen: Schicksal
Kurze Sprichwörter
Guter Rat ist teuer.
Sprichw.Wird gesagt, wenn eine Lage so verfahren ist, dass niemand eine Lösung weiß.
Herkunft: „Teuer“ meint hier nicht den Preis, sondern die Seltenheit: Guter Rat ist schwer zu bekommen. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Klugheit und DummheitGeld
Siehe auch: Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts hat, kann nichts sparen. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sprichw.Selbst in aussichtslosen Lagen bleibt meist ein Rest Zuversicht bestehen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der Antike, unter anderem bei Cicero. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: Hoffen kostet nichts. Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Jeder trägt sein Päckchen.
Sprichw.Niemand bleibt von Schwierigkeiten verschont, auch wenn man sie von außen nicht sieht.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt. Sie ist die abgeschwächte Fassung des älteren Bildes vom Kreuz, das jeder zu tragen hat.
Siehe auch: Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Das Leben ist kein Wettlauf.
Nach Regen kommt Sonnenschein.
Sprichw.Auch schwierige Zeiten gehen vorbei; auf eine schlechte Phase folgt wieder eine bessere.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „post nubila Phoebus“, wonach nach den Wolken die Sonne komme. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Auf Regen folgt Sonnenschein.
Siehe auch: Ohne Regen kein Regenbogen. Kein Wetter hält ewig. Kein Unglück dauert ewig.
Ohne Regen kein Regenbogen.
Sprichw.Das Schöne setzt oft das Unangenehme voraus.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, im Deutschen erst seit dem späten 20. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Nach Regen kommt Sonnenschein. Kein Unglück dauert ewig. Jedes Jahr hat seinen Frühling.
Über alles wächst Gras.
Sprichw.Mit der Zeit verliert jedes Ereignis seine Schärfe und gerät in Vergessenheit.
Herkunft: Das Bild ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf die Beobachtung überwachsener Gräber und Ruinen zurück.
Themen: VergangenheitZeit
Siehe auch: Wer den Hafen erreicht hat, vergisst den Sturm. Aus den Augen, aus dem Sinn.
Kein Unglück dauert ewig.
Sprichw.Auch die schwerste Lage hört irgendwann auf.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ohne Regen kein Regenbogen. Nach Regen kommt Sonnenschein. Morgen ist auch noch ein Tag.
Auf dieser Seite stehen sprichwörter über Unglück. Alle weiteren Themen finden Sie im Themenregister, den gesamten Bestand im alphabetischen Verzeichnis.
Weiterlesen