Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über Nachbarn
Nähe erzeugt Reibung: Nachbarschaftssprichwörter handeln fast immer von Grenzen, Vergleich und Neid.
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Bekannte Sprichwörter
Einer allein baut kein Haus.
Sprichw.Größere Vorhaben verlangen Zusammenarbeit.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: ZusammenhaltArbeit
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Viele Hände, schnelles Ende. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Ein Finger allein macht keine Faust.
Aus einem Streit werden schnell zwei.
Sprichw.Konflikte ziehen weitere nach sich, weil sich andere einmischen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Kein Streit ist so bitter wie der in der Familie. Wer den Streit sucht, findet ihn überall. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Beim Essen lernt man die Leute kennen.
Sprichw.Am Tisch zeigt sich, wie jemand mit anderen umgeht.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer zusammen reist, lernt sich kennen. Stille Wasser sind tief. Die Katze lässt das Mausen nicht.
Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Sprichw.Spott über den, der zwar einlädt, aber nichts auftischt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer gut kocht, hat immer Gäste. Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Beim Handel muss jeder etwas gewinnen.
Sprichw.Ein Geschäft, bei dem nur eine Seite verdient, kommt nicht wieder zustande.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein guter Preis ist der, bei dem beide zweimal kaufen. Im Handel ist der Ruf das Kapital.
Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt.
Sprichw.Der Wert der Nachbarschaft zeigt sich im Ernstfall.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: UnglückFreundschaft
Siehe auch: Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Wer hilft, ohne zu fragen, hilft am meisten.
Dank kostet nichts und wiegt doch schwer.
Sprichw.Ein Dankeswort ist mühelos gesagt und bedeutet dem anderen viel.
Herkunft: Eine jüngere Formel nach dem Muster des Satzes von der Höflichkeit, die nichts kostet.
Themen: DankbarkeitGroßzügigkeit
Siehe auch: Wer gibt, soll schweigen; wer nimmt, soll reden. Ein Dank ist die halbe Bezahlung. Ehre, wem Ehre gebührt.
Die erste Warnung ist ein Rat, die zweite ein Vorwurf.
Sprichw.Wer eine Warnung überhört, muss beim zweiten Mal mit einem anderen Ton rechnen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: LeichtsinnVorsicht
Siehe auch: Wer die Warnung überhört, zahlt das Lehrgeld.
Ein Glas in Gesellschaft ist besser als eine Flasche allein.
Sprichw.Beim gemeinsamen Trinken bleibt es eher beim Maß.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: TrinkenGesundheit
Siehe auch: Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt.
Sprichw.Der Aufwand für eine Geste ist meist geringer als ihre Wirkung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Ursprung.
Themen: GroßzügigkeitGeld
Siehe auch: Wer gern gibt, dem gibt man gern. Misstrauen kostet mehr als jeder Betrug. Geben, ohne zu rechnen, ist die einzige Großzügigkeit.
Gute Nachbarn sind die halbe Miete.
Sprichw.Wie gut man wohnt, hängt weniger an der Wohnung als an den Leuten nebenan.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: Haus und HeimatGlück
Siehe auch: Neid ist ein schlechter Nachbar.
Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Sprichw.Wer in der Nähe wohnt, kann im Ernstfall schneller helfen als ein entfernter Vertrauter.
Herkunft: Ein ähnlicher Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,10).
Auch: Der nächste Nachbar ist besser als der ferne Freund. · Ein guter Nachbar in der Not ist besser als ein ferner Freund.
Themen: FreundschaftHaus und HeimatUnglückZusammenhalt
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. Geteilte Last ist halbe Last. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Ein guter Preis ist der, bei dem beide zweimal kaufen.
Sprichw.Nicht der höchste Erlös ist der beste, sondern der, der das nächste Geschäft ermöglicht.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Beim Handel muss jeder etwas gewinnen. Im Handel ist der Ruf das Kapital. Freundschaft will gepflegt sein.
Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
Sprichw.Ein freundlicher Umgangston ist mühelos und zahlt sich aus.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Französischen, wo Höflichkeit nichts koste und alles einbringe.
Themen: BescheidenheitHandel
Siehe auch: Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue. Man sieht sich immer zweimal im Leben. In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton.
Im Streit hört niemand zu.
Sprichw.Sobald man sich streitet, wird nur noch geantwortet, nicht mehr verstanden.
Herkunft: Eine Formel aus der Konfliktforschung des 20. Jahrhunderts.
Themen: StreitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt. Wer nachgibt, hat nicht verloren, sondern aufgehört. Wer den Streit sucht, findet ihn überall.
Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt.
Sprichw.Auch wer recht behält, zahlt für den Zwist mit Zeit, Geld und Beziehung.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: StreitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Im Streit hört niemand zu. Wer nachgibt, hat nicht verloren, sondern aufgehört. Wer den Streit sucht, findet ihn überall.
In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton.
Sprichw.Worüber gestritten wird, ist meist weniger wichtig als wie.
Herkunft: Eine Formel aus der Paarberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: PartnerschaftStreit
Siehe auch: Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
In jeder Familie gibt es einen, der aus der Reihe tanzt.
Sprichw.Kein Familienverband ist so einheitlich, wie er nach außen wirkt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Beim Nachbarn ist das Gras immer grüner.
Sprichw.Aus der Ferne wirkt fremder Besitz besser als der eigene.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Ovid, der schreibt, die Ernte auf fremdem Feld sei stets ergiebiger.
QuelleOvid
Siehe auch: Wer vergleicht, verliert. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat.
Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen.
Sprichw.Auch der willkommene Besuch sollte nicht zu lange bleiben.
Herkunft: Der Vergleich ist als lateinisches Sprichwort überliefert und wird häufig Benjamin Franklin zugeschrieben, ist aber deutlich älter.
Themen: Haus und HeimatFreundschaft
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Ein guter Zaun macht gute Nachbarn.
Sprichw.Klare Grenzen ersparen den Streit darüber, wo sie verlaufen.
Herkunft: Ein englisches Sprichwort, das durch Robert Frosts Gedicht „Mending Wall“ (1914) allgemein bekannt wurde.
Themen: StreitHaus und Heimat
QuelleRobert Frost
Siehe auch: Man soll alte Geschichten ruhen lassen.
Eine Hand wäscht die andere.
Sprichw.Man hilft sich gegenseitig, weil beide Seiten davon profitieren.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Seneca („manus manum lavat“).
Themen: ZusammenhaltHandel
QuelleSeneca
Siehe auch: Wie du mir, so ich dir. Wer vertraut, dem wird vertraut. Wer nichts gibt, dem wird nichts gegeben.
Heirate über den Mist, dann weißt du, wer sie ist.
Sprichw.Rat, jemanden aus der eigenen Nachbarschaft zu heiraten, weil man dort die Verhältnisse kennt. Der Mist meint den Misthaufen des Nachbarhofs.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt, entstanden im bäuerlichen Umfeld.
Themen: EhePartnerschaft
Jeder ist sich selbst der Nächste.
Sprichw.Im Zweifel achtet jeder zuerst auf den eigenen Vorteil.
Herkunft: Die Formel ist die ironische Umkehrung des biblischen Gebots der Nächstenliebe und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: GeizGroßzügigkeit
Siehe auch: Wer sich absondert, sucht seinen eigenen Vorteil. Wer jeden Vorteil sucht, findet keinen Partner.
Kurze Sprichwörter
Alter geht vor Schönheit.
Sprichw.Scherzhafte Formel, mit der man jemandem den Vortritt lässt.
Herkunft: Eine Höflichkeitsformel des 19. Jahrhunderts, meist ironisch gebraucht.
Themen: AlterBescheidenheit
Siehe auch: Der Ton macht die Musik.
Andere Länder, andere Sitten.
Sprichw.Was anderswo üblich ist, muss nicht dem entsprechen, was man von zu Hause kennt.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Herodot in seiner Beschreibung fremder Bräuche. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
QuelleHerodot
Siehe auch: Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wer reist, hat etwas zu erzählen. Reisen bildet.
Andere Zeiten, andere Sitten.
Sprichw.Was früher üblich war, muss heute nicht mehr gelten.
Herkunft: Die Formel ist die zeitliche Entsprechung zum Satz von den anderen Ländern und anderen Sitten. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VeränderungVergangenheit
Siehe auch: Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten. Wer die alten Wege verlässt, findet neue. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Angst ist ansteckend.
Sprichw.Furcht überträgt sich in Gruppen schneller als jede Beruhigung.
Herkunft: Eine Beobachtung aus der Massenpsychologie des frühen 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Gleiche Brüder, gleiche Kappen. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Freundschaft will gepflegt sein.
Sprichw.Eine Beziehung hält nur, solange man etwas dafür tut.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: FreundschaftZusammenhalt
Siehe auch: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Eine Ehe ist ein langes Gespräch.
Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Sprichw.Wer zusammengehört, gleicht sich auch im Auftreten. Meist leicht spöttisch gemeint.
Herkunft: Die Kappe war Teil der Ordenstracht und kennzeichnete die Zugehörigkeit. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und war von Anfang an spöttisch gemeint.
Themen: FreundschaftZusammenhalt
Siehe auch: Viele Hunde sind des Hasen Tod. Gleich und gleich gesellt sich gern. Angst ist ansteckend.
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