Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über Nachbarn
Nähe erzeugt Reibung: Nachbarschaftssprichwörter handeln fast immer von Grenzen, Vergleich und Neid.
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Bekannte Sprichwörter
Dank kostet nichts und wiegt doch schwer.
Sprichw.Ein Dankeswort ist mühelos gesagt und bedeutet dem anderen viel.
Herkunft: Eine jüngere Formel nach dem Muster des Satzes von der Höflichkeit, die nichts kostet.
Themen: DankbarkeitGroßzügigkeit
Siehe auch: Ehre, wem Ehre gebührt. Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.
Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt.
Sprichw.Der Aufwand für eine Geste ist meist geringer als ihre Wirkung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Ursprung.
Themen: GroßzügigkeitGeld
Siehe auch: Wer gern gibt, dem gibt man gern. Wer gibt, macht sich frei. Geben ist seliger denn nehmen.
Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Sprichw.Wer in der Nähe wohnt, kann im Ernstfall schneller helfen als ein entfernter Vertrauter.
Herkunft: Ein ähnlicher Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,10).
Auch: Ein guter Nachbar in der Not ist besser als ein ferner Freund.
Themen: FreundschaftHaus und HeimatUnglück
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. In der Not erkennt man seine Freunde.
Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
Sprichw.Ein freundlicher Umgangston ist mühelos und zahlt sich aus.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Französischen, wo Höflichkeit nichts koste und alles einbringe.
Themen: BescheidenheitHandel
Siehe auch: Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue. Man sieht sich immer zweimal im Leben.
Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt.
Sprichw.Auch wer recht behält, zahlt für den Zwist mit Zeit, Geld und Beziehung.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: StreitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. Wo Liebe ist, da ist auch Streit.
Man sieht sich immer zweimal im Leben.
Sprichw.Mahnung, niemanden schlecht zu behandeln, weil man ihm wiederbegegnen kann.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, meist als Warnung gebraucht. Ein älterer Beleg fehlt.
Siehe auch: Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue. Höflichkeit kostet nichts und bringt viel. Gleich und gleich gesellt sich gern.
Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden.
Sprichw.Ein Zerwürfnis wiegt schwerer, wenn man dem anderen täglich begegnet.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: StreitHaus und Heimat
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt.
Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Sprichw.Undank sorgt dafür, dass die nächste Bitte um Hilfe unerhört bleibt.
Herkunft: Eine jüngere Formel, gebildet aus dem älteren Gedanken vom Undank als Lohn der Welt.
Themen: DankbarkeitFreundschaft
Siehe auch: Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Der Nehmende vergisst schneller als der Gebende. Wohltun trägt Zinsen.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen.
Sprichw.Auch der willkommene Besuch sollte nicht zu lange bleiben.
Herkunft: Der Vergleich ist als lateinisches Sprichwort überliefert und wird häufig Benjamin Franklin zugeschrieben, ist aber deutlich älter.
Themen: Haus und HeimatFreundschaft
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Ein guter Zaun macht gute Nachbarn.
Sprichw.Klare Grenzen ersparen den Streit darüber, wo sie verlaufen.
Herkunft: Ein englisches Sprichwort, das durch Robert Frosts Gedicht „Mending Wall“ (1914) allgemein bekannt wurde.
Themen: StreitHaus und Heimat
QuelleRobert Frost
Siehe auch: Man soll alte Geschichten ruhen lassen.
Eine Hand wäscht die andere.
Sprichw.Man hilft sich gegenseitig, weil beide Seiten davon profitieren.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Seneca („manus manum lavat“).
Themen: ZusammenhaltHandel
QuelleSeneca
Siehe auch: Wie du mir, so ich dir. Wer gern gibt, dem gibt man gern.
Heirate über den Mist, dann weißt du, wer sie ist.
Sprichw.Rat, jemanden aus der eigenen Nachbarschaft zu heiraten, weil man dort die Verhältnisse kennt. Der Mist meint den Misthaufen des Nachbarhofs.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt, entstanden im bäuerlichen Umfeld.
Themen: EhePartnerschaft
Jeder ist sich selbst der Nächste.
Sprichw.Im Zweifel achtet jeder zuerst auf den eigenen Vorteil.
Herkunft: Die Formel ist die ironische Umkehrung des biblischen Gebots der Nächstenliebe und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: GeizGroßzügigkeit
Jeder kehre vor seiner eigenen Tür.
Sprichw.Wer bei sich selbst aufräumt, hat keinen Anlass, über andere zu klagen.
Herkunft: Die Wendung geht auf die städtische Kehrordnung zurück, nach der jeder Hausbesitzer für den Bereich vor seinem Haus zuständig war. Goethe griff sie in den „Zahmen Xenien“ auf.
Themen: BescheidenheitStreit
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Wie man's macht, ist es verkehrt. Die Wahrheit tut weh.
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.
Sprichw.Regelmäßige kleine Aufmerksamkeiten halten eine Beziehung lebendig.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Gemeint war ursprünglich die regelmäßige gegenseitige Gabe, die eine Beziehung im Gleichgewicht hält.
Themen: FreundschaftGroßzügigkeit
Siehe auch: Freundschaft will gepflegt sein.
Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.
Sprichw.Im vertrauten Umfeld wird eine Leistung oft weniger anerkannt als von Fremden.
Herkunft: Der Satz geht auf das Neue Testament zurück (Matthäus 13,57).
Themen: Haus und HeimatNeid
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Dank kostet nichts und wiegt doch schwer.
Der Ton macht die Musik.
Sprichw.Nicht was gesagt wird, entscheidet über die Wirkung, sondern wie.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Französischen, wo der Ton den Gesang macht. Im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: Streit
Siehe auch: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Der Wald hat Ohren, das Feld hat Augen.
Sprichw.Nichts bleibt auf Dauer unbemerkt, auch nicht das, was man im Verborgenen tut.
Herkunft: Der Vers ist in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und gehört in den Zusammenhang der Warnung vor unbedachter Rede im Freien.
Siehe auch: Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.
Sprichw.Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
Herkunft: Die deutsche Reimfassung der sogenannten Goldenen Regel, die sich in ähnlicher Form in vielen Überlieferungen findet, unter anderem im Neuen Testament.
Themen: Recht und GerechtigkeitEhrlichkeit
QuelleNeues Testament
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Sprichw.Von einem Konflikt profitiert oft ein Unbeteiligter.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „duobus litigantibus tertius gaudet“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wo zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Themen: StreitErfolgNeidZusammenhalt
Siehe auch: Wenn zwei Hunde um einen Knochen streiten, läuft der dritte damit fort. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Sprichw.Wem etwas misslingt, der wird zusätzlich zum eigentlichen Schaden auch noch ausgelacht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz beschreibt eine Erfahrung, keine Forderung.
Themen: UnglückMisserfolg
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen.
Wer gern gibt, dem gibt man gern.
Sprichw.Wer sich großzügig zeigt, erfährt auch selbst Großzügigkeit.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Lukasevangelium, wonach mit demselben Maß gemessen werde, mit dem man selbst misst.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeit
Siehe auch: Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt. Geben ist seliger denn nehmen. Die gebende Hand wird nicht leer.
Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Sprichw.Wer selbst angreifbar ist, sollte andere nicht für dieselben Fehler kritisieren.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung des englischen Sprichworts, das seit dem 17. Jahrhundert belegt ist. Gemeint war ursprünglich das Gewächshaus, das damals ein Zeichen von Reichtum war.
Siehe auch: Jeder kehre vor seiner eigenen Tür. Ein Esel schilt den anderen Langohr. Wie man's macht, ist es verkehrt.
Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue.
Sprichw.Wer sich in schlechte Gesellschaft begibt, trägt die Folgen mit.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
Wie du mir, so ich dir.
Sprichw.Eine Kränkung wird mit gleicher Münze heimgezahlt.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung des alttestamentlichen Vergeltungsgrundsatzes und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: StreitRecht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wer niemandem traut, dem traut auch niemand. Wer gern gibt, dem gibt man gern.
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Sprichw.Wer andere unfreundlich behandelt, bekommt Unfreundlichkeit zurück.
Herkunft: Das Bild ist das Echo. Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: StreitEhrlichkeit
Siehe auch: Der Ton macht die Musik.
Kurze Sprichwörter
Andere Länder, andere Sitten.
Sprichw.Was anderswo üblich ist, muss nicht dem entsprechen, was man von zu Hause kennt.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Herodot in seiner Beschreibung fremder Bräuche. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
QuelleHerodot
Siehe auch: Reisen bildet. Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen.
Andere Zeiten, andere Sitten.
Sprichw.Was früher üblich war, muss heute nicht mehr gelten.
Herkunft: Die Formel ist die zeitliche Entsprechung zum Satz von den anderen Ländern und anderen Sitten. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VeränderungVergangenheit
Siehe auch: Wer die alten Wege verlässt, findet neue. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Freundschaft will gepflegt sein.
Sprichw.Eine Beziehung hält nur, solange man etwas dafür tut.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: FreundschaftZusammenhalt
Siehe auch: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Alte Liebe rostet nicht.
Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Sprichw.Wer zusammengehört, gleicht sich auch im Auftreten. Meist leicht spöttisch gemeint.
Herkunft: Die Kappe war Teil der Ordenstracht und kennzeichnete die Zugehörigkeit. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und war von Anfang an spöttisch gemeint.
Themen: FreundschaftZusammenhalt
Siehe auch: Viele Hunde sind des Hasen Tod. Gleich und gleich gesellt sich gern.
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