Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über Vertrauen
Vertrauen wird in Sprichwörtern als Vorschuss beschrieben, den man vorsichtig vergibt. Die Kontrolle wird dabei erstaunlich oft mitgedacht.
25 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Misstrauen ist der Anfang vom Ende.
Sprichw.Sobald das Vertrauen wegbricht, ist eine Beziehung kaum noch zu halten.
Herkunft: Eine jüngere Formel, die in Ratgeberliteratur des 20. Jahrhunderts verbreitet ist. Ein älterer Beleg fehlt.
Themen: EifersuchtPartnerschaftEhe
Siehe auch: Wer gehen will, den soll man nicht halten.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Sprichw.Auch wo man niemandem Böses unterstellt, sollte man nachsehen.
Herkunft: Die Zuschreibung an Lenin ist verbreitet, lässt sich in seinen Schriften aber nicht nachweisen.
Siehe auch: Wer niemandem traut, dem traut auch niemand. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen.
Vertrauen kommt zu Fuß und geht zu Pferde.
Sprichw.Vertrauen wächst langsam und ist mit einem einzigen Vorfall wieder verspielt.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Niederländischen. Das Bild vom langsamen Kommen und schnellen Gehen findet sich auch bei Gerüchten und beim Ruf.
Themen: FreundschaftEhrlichkeit
Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen.
Sprichw.Ständiges Nachfragen erzeugt genau das Misstrauen, das es aufdecken wollte.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet nach dem biblischen Muster von Saat und Ernte.
Themen: EifersuchtPartnerschaft
Siehe auch: Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Eifersucht macht blind. Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Wer eifersüchtig ist, traut vor allem sich selbst nicht.
Sprichw.Hinter dem Misstrauen gegenüber dem anderen steckt oft das Misstrauen gegenüber der eigenen Anziehungskraft.
Herkunft: Eine jüngere Formel aus der Ratgeberliteratur des 20. Jahrhunderts.
Themen: EifersuchtLiebe
Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Sprichw.Zuneigung ohne Vertrauen ist keine, sondern ein Besitzanspruch.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur, ohne älteren Beleg.
Themen: EifersuchtLiebe
Siehe auch: Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen. Eifersucht macht blind. Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Ein alter Freund ist besser als zwei neue.
Sprichw.Wer sich über Jahre bewährt hat, ist verlässlicher als eine frische Bekanntschaft.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach im Alten Testament, wonach ein neuer Freund wie neuer Wein sei.
Themen: FreundschaftVergangenheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Alte Liebe rostet nicht. Freundschaft will gepflegt sein. Ehrlich währt am längsten.
Ein Freund ist ein zweites Ich.
Sprichw.Ein enger Freund steht einem so nah wie man sich selbst.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „alter ego“, die auf Ciceros Schrift über die Freundschaft zurückgeht.
Themen: Freundschaft
QuelleCicero
Siehe auch: Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot.
Sprichw.Menschen, die im Ernstfall zur Stelle sind, gibt es nur wenige.
Herkunft: „Lot“ ist eine alte Gewichtseinheit von etwa 15 Gramm; die Formulierung betont damit, wie wenig solche Freunde wiegen, also wie selten sie sind.
Themen: FreundschaftUnglück
Siehe auch: In der Not erkennt man seine Freunde. Im Unglück zeigt sich der Charakter.
Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht.
Sprichw.Wer Geld unter Freunden verleiht, riskiert die Freundschaft gleich mit.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Shakespeare, dessen Polonius rät, weder Borger noch Verleiher zu sein, weil das Darlehen oft beides koste, Geld und Freund.
Themen: GeldFreundschaft
QuelleShakespeare
Siehe auch: Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Borgen macht Sorgen.
In der Not erkennt man seine Freunde.
Sprichw.Erst wenn es schwierig wird, zeigt sich, auf wen man sich wirklich verlassen kann.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „amicus certus in re incerta cernitur“, das Cicero in seiner Schrift über die Freundschaft zitiert.
Auch: Den Freund erkennt man in der Not.
Themen: FreundschaftUnglück
QuelleCicero
Siehe auch: Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Taten sagen mehr als Worte.
Sprichw.Wer etwas tut, überzeugt mehr als jeder, der es nur ankündigt.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo Taten lauter sprechen als Worte. Der Gedanke ist älter und findet sich bereits im Neuen Testament.
Themen: EhrlichkeitArbeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Worte sind Wind.
Versprechen und Halten sind zweierlei.
Sprichw.Eine Zusage bedeutet noch nicht, dass sie auch eingelöst wird.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LügenEhrlichkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Versprochen ist versprochen. Leicht versprochen, schwer gehalten.
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.
Sprichw.Ist das Vertrauen einmal beschädigt, wird auch späteren wahren Aussagen misstraut.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Hirtenjungen, der zum Spaß vor dem Wolf warnt.
Themen: LügenEhrlichkeit
QuelleÄsop
Siehe auch: Ein guter Name ist besser als Reichtum.
Wer niemandem traut, dem traut auch niemand.
Sprichw.Misstrauen fällt auf denjenigen zurück, der es aussendet.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Satz beschreibt das Misstrauen als sich selbst erfüllende Erwartung.
Themen: FreundschaftStreit
Siehe auch: Wie du mir, so ich dir. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen.
Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen.
Sprichw.Wer die Erledigung anderen überlässt, steht am Ende ohne Ergebnis da.
Herkunft: Der Reimspruch spielt mit den beiden Bedeutungen von „verlassen“. In deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Wer viel verspricht, hält wenig.
Sprichw.Große Ankündigungen sind ein schlechtes Zeichen für die spätere Einlösung.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Versprechen und Halten sind zweierlei. Leicht versprochen, schwer gehalten. Ein Mann, ein Wort.
Wer viele Freunde hat, hat keinen.
Sprichw.Wer sich mit jedem gut stellt, hat zu niemandem eine wirkliche Bindung.
Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und ist bei Diogenes Laertios überliefert.
Themen: FreundschaftErfahrung
QuelleAristoteles, Diogenes Laertios
Kurze Sprichwörter
Ehrlich währt am längsten.
Sprichw.Wer aufrichtig handelt, fährt auf lange Sicht besser als jemand, der sich Vorteile erschwindelt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. „Währen“ steht hier im Sinne von dauern, nicht von sich bewähren.
Themen: EhrlichkeitWahrheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Ein alter Freund ist besser als zwei neue.
Leicht versprochen, schwer gehalten.
Sprichw.Eine unbedachte Zusage wird oft zur Last.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: LeichtsinnLügen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Versprechen und Halten sind zweierlei. Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen.
Ein Mann, ein Wort.
Sprichw.Eine Zusage gilt, auch ohne dass sie schriftlich festgehalten wird.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem alten Handelsrecht, in dem der mündliche Abschluss bindend war. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: EhrlichkeitHandel
Siehe auch: Versprochen ist versprochen. Wer viel verspricht, hält wenig. Versprechen und Halten sind zweierlei.
Versprochen ist versprochen.
Sprichw.Ein gegebenes Wort ist einzuhalten, ganz gleich wie ungelegen es kommt.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Rechtssprache, in der das gegebene Wort bindend war. Sie wird heute vor allem gegenüber Kindern gebraucht.
Themen: EhrlichkeitKinder
Siehe auch: Ein Mann, ein Wort. Versprechen und Halten sind zweierlei. Wer viel verspricht, hält wenig.
Wer lügt, der trügt.
Sprichw.Wer bei einer Unwahrheit ertappt wird, dem traut man auch sonst Betrug zu.
Herkunft: Ein Stabreimpaar aus zwei bedeutungsverwandten Verben, wie es das Deutsche in Rechtsformeln häufig bildet. In Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LügenEhrlichkeit
Siehe auch: Lügen haben kurze Beine. Betrug schlägt seinen eigenen Herrn. Unrecht Gut gedeihet nicht.
Wer schweigt, stimmt zu.
Sprichw.Wer einer Behauptung nicht widerspricht, gilt als einverstanden.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Rechtsregel „qui tacet, consentire videtur“.
Siehe auch: Keine Antwort ist auch eine Antwort. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Worte sind Wind.
Sprichw.Auf bloße Ankündigungen sollte man sich nicht verlassen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Wind für das Folgenlose ist wesentlich älter.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Papier ist geduldig. Taten sagen mehr als Worte. Ein Schelm gibt mehr, als er hat.
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