Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über Vertrauen
Vertrauen wird in Sprichwörtern als Vorschuss beschrieben, den man vorsichtig vergibt. Die Kontrolle wird dabei erstaunlich oft mitgedacht.
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Bekannte Sprichwörter
Argwohn ist der Anfang der Eifersucht.
Sprichw.Am Anfang steht nicht die Tat, sondern der Verdacht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: EifersuchtPartnerschaft
Siehe auch: Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen. Wer vertraut, schläft besser. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Beim Wein wird viel versprochen und wenig gehalten.
Sprichw.Zusagen im Rausch sind am nächsten Tag selten gültig.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Versprechen und Halten sind zweierlei. Leicht versprochen, schwer gehalten.
Die Eifersucht braucht keine Beweise, sie hat Vermutungen.
Sprichw.Der Verdacht arbeitet ohne Belege und ist deshalb nicht zu widerlegen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: EifersuchtLügen
Siehe auch: Wer sucht, findet auch, was nicht da ist. Wer immer kontrolliert, wird immer etwas finden. Eifersucht braucht keinen Grund, nur einen Anlass.
Eifersucht braucht keinen Grund, nur einen Anlass.
Sprichw.Der Verdacht entsteht nicht aus dem Vorfall, sondern findet in ihm nur seinen Anlass.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: EifersuchtPartnerschaft
Siehe auch: Wer sucht, findet auch, was nicht da ist. Wer immer kontrolliert, wird immer etwas finden. Eifersucht kommt selten vor dem Verlust, meist danach.
Gute Freunde kann man auch schweigend ertragen.
Sprichw.Vertrautheit zeigt sich daran, dass man das Gespräch nicht aufrechterhalten muss.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: FreundschaftZusammenhalt
Siehe auch: Wer alles teilt, muss auch das Schweigen teilen können. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Ein Freund ist ein zweites Ich.
Eine Lüge ist schnell gesagt und lange nicht vergessen.
Sprichw.Der Aufwand für die Unwahrheit ist gering, ihre Wirkung dauerhaft.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht. Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen. Leicht versprochen, schwer gehalten.
Eine Lüge lebt davon, dass niemand nachfragt.
Sprichw.Unwahrheiten halten sich, solange sie nicht überprüft werden.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: LügenKlugheit und Dummheit
Misstrauen ist der Anfang vom Ende.
Sprichw.Sobald das Vertrauen wegbricht, ist eine Beziehung kaum noch zu halten.
Herkunft: Eine jüngere Formel, die in Ratgeberliteratur des 20. Jahrhunderts verbreitet ist. Ein älterer Beleg fehlt.
Themen: EifersuchtPartnerschaftEhe
Siehe auch: Wer gehen will, den soll man nicht halten.
Misstrauen kostet mehr als jeder Betrug.
Sprichw.Der Aufwand für Kontrolle übersteigt meist den Schaden, den sie verhindern soll.
Herkunft: Eine Formel aus der Organisationslehre des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt. Wer bewacht, verliert. Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Vertrauen braucht Jahre, Misstrauen Sekunden.
Sprichw.Der Aufbau dauert lange, die Zerstörung geht schnell.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Bild vom Vertrauen, das zu Fuß kommt und zu Pferd geht.
Siehe auch: Vertrauen zerbricht schneller, als es entsteht. Vertrauen kommt zu Fuß und geht zu Pferde. Schneller Erfolg hält am kürzesten.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Sprichw.Auch wo man niemandem Böses unterstellt, sollte man nachsehen.
Herkunft: Die Zuschreibung an Lenin ist verbreitet, lässt sich in seinen Schriften aber nicht nachweisen.
Siehe auch: Wer vertraut, schläft besser. Wer niemandem traut, dem traut auch niemand. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Vertrauen kommt zu Fuß und geht zu Pferde.
Sprichw.Vertrauen wächst langsam und ist mit einem einzigen Vorfall wieder verspielt.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Niederländischen. Das Bild vom langsamen Kommen und schnellen Gehen findet sich auch bei Gerüchten und beim Ruf.
Themen: FreundschaftEhrlichkeit
Siehe auch: Vertrauen zerbricht schneller, als es entsteht. Vertrauen braucht Jahre, Misstrauen Sekunden.
Vertrauen zerbricht schneller, als es entsteht.
Sprichw.Der Aufbau dauert Jahre, der Bruch einen Augenblick.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Bild vom Vertrauen, das zu Fuß kommt und zu Pferd geht.
Siehe auch: Vertrauen braucht Jahre, Misstrauen Sekunden. Vertrauen kommt zu Fuß und geht zu Pferde. Schneller Erfolg hält am kürzesten.
Die Wahrheit braucht keine Zeugen.
Sprichw.Was zutrifft, setzt sich auch ohne Bestätigung durch.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Auch: Die Wahrheit braucht keine Zeugen, die Lüge viele.
Themen: WahrheitRecht und GerechtigkeitEhrlichkeitLügen
Siehe auch: Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken. Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis. Taten sagen mehr als Worte.
Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Sprichw.Lückenlose Überwachung ist das Eingeständnis fehlenden Zutrauens.
Herkunft: Eine Formel aus der Führungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer Macht hat, hat Verantwortung. Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Ein alter Freund ist besser als zwei neue.
Sprichw.Wer sich über Jahre bewährt hat, ist verlässlicher als eine frische Bekanntschaft.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach im Alten Testament, wonach ein neuer Freund wie neuer Wein sei.
Themen: FreundschaftVergangenheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Alte Liebe rostet nicht. Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Freundschaft will gepflegt sein.
Ein Freund ist ein zweites Ich.
Sprichw.Ein enger Freund steht einem so nah wie man sich selbst.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „alter ego“, die auf Ciceros Schrift über die Freundschaft zurückgeht.
Themen: Freundschaft
QuelleCicero
Siehe auch: Gute Freunde kann man auch schweigend ertragen. Wer alles teilt, muss auch das Schweigen teilen können. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot.
Sprichw.Menschen, die im Ernstfall zur Stelle sind, gibt es nur wenige.
Herkunft: „Lot“ ist eine alte Gewichtseinheit von etwa 15 Gramm; die Formulierung betont damit, wie wenig solche Freunde wiegen, also wie selten sie sind.
Themen: FreundschaftUnglück
Siehe auch: In der Not erkennt man seine Freunde. Im Unglück zeigt sich der Charakter.
Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht.
Sprichw.Wer Geld unter Freunden verleiht, riskiert die Freundschaft gleich mit.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Shakespeare, dessen Polonius rät, weder Borger noch Verleiher zu sein, weil das Darlehen oft beides koste, Geld und Freund.
Themen: GeldFreundschaft
QuelleShakespeare
Siehe auch: Besser geben als borgen. Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Borgen macht Sorgen.
Im Handel gilt das Wort.
Sprichw.Ein mündlich geschlossenes Geschäft ist ebenso bindend wie ein schriftliches.
Herkunft: Eine alte Kaufmannsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: HandelEhrlichkeit
Siehe auch: Ein Mann, ein Wort. Wer wenig verspricht, kann viel halten. Wer viel verspricht, hält wenig.
In der Not erkennt man seine Freunde.
Sprichw.Erst wenn es schwierig wird, zeigt sich, auf wen man sich wirklich verlassen kann.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „amicus certus in re incerta cernitur“, das Cicero in seiner Schrift über die Freundschaft zitiert.
Auch: Den Freund erkennt man in der Not.
Themen: FreundschaftUnglück
QuelleCicero
Siehe auch: Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. Geteilte Last ist halbe Last.
Taten sagen mehr als Worte.
Sprichw.Wer etwas tut, überzeugt mehr als jeder, der es nur ankündigt.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo Taten lauter sprechen als Worte. Der Gedanke ist älter und findet sich bereits im Neuen Testament.
Themen: EhrlichkeitArbeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Liebe braucht keine großen Worte. Die Wahrheit braucht keine Zeugen. Worte sind Wind.
Versprechen und Halten sind zweierlei.
Sprichw.Eine Zusage bedeutet noch nicht, dass sie auch eingelöst wird.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LügenEhrlichkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Wer wenig verspricht, kann viel halten. Versprochen ist versprochen.
Wer alles glaubt, wird oft betrogen.
Sprichw.Vertrauen ohne Prüfung lädt zum Missbrauch ein.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach im Alten Testament (Sirach 19,4).
Themen: LügenKlugheit und Dummheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer lügt, der trügt. Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis. Wer im Handel lügt, verkauft nur einmal.
Kurze Sprichwörter
Ehrlich währt am längsten.
Sprichw.Wer aufrichtig handelt, fährt auf lange Sicht besser als jemand, der sich Vorteile erschwindelt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. „Währen“ steht hier im Sinne von dauern, nicht von sich bewähren.
Themen: EhrlichkeitWahrheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch. Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.
Leicht versprochen, schwer gehalten.
Sprichw.Eine unbedachte Zusage wird oft zur Last.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: LeichtsinnLügen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen. Versprechen und Halten sind zweierlei.
Ein Mann, ein Wort.
Sprichw.Eine Zusage gilt, auch ohne dass sie schriftlich festgehalten wird.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem alten Handelsrecht, in dem der mündliche Abschluss bindend war. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: EhrlichkeitHandel
Siehe auch: Versprochen ist versprochen. Im Handel gilt das Wort. Wer wenig verspricht, kann viel halten.
Versprochen ist versprochen.
Sprichw.Ein gegebenes Wort ist einzuhalten, ganz gleich wie ungelegen es kommt.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Rechtssprache, in der das gegebene Wort bindend war. Sie wird heute vor allem gegenüber Kindern gebraucht.
Themen: EhrlichkeitKinder
Siehe auch: Ein Mann, ein Wort. Wer wenig verspricht, kann viel halten. Versprechen und Halten sind zweierlei.
Vertrauen ist eine Vorleistung.
Sprichw.Wer vertraut, geht in Vorleistung, bevor sich zeigt, ob es gerechtfertigt war.
Herkunft: Eine Formel aus der Sozialwissenschaft des 20. Jahrhunderts, ohne älteren volkstümlichen Beleg.
Themen: FreundschaftMut
Siehe auch: Wer vertraut, dem wird vertraut. Wer Geld verleiht, verliert es oder den Freund. Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer.
Wer bewacht, verliert.
Sprichw.Überwachung zerstört genau die Bindung, die sie sichern soll.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken, Liebe lasse sich nicht erzwingen.
Themen: EifersuchtLiebe
Siehe auch: Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer liebt, macht sich verwundbar. Wer festhält, verliert schneller.
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