Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über die Vergangenheit
Was vorbei ist, lässt sich nicht ändern: Das ist der Kern fast aller Sprichwörter zu diesem Thema. Manche raten zum Loslassen, andere zum Erinnern.
35 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Ein Abschied ohne Worte bleibt offen.
Sprichw.Was nicht ausgesprochen wurde, lässt sich schwerer abschließen.
Herkunft: Eine Formel aus der Trauerbegleitung des 20. Jahrhunderts.
Themen: AbschiedFreundschaft
Siehe auch: Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Man geht nie ganz, man geht nur weiter.
Alte Wunden soll man nicht aufreißen.
Sprichw.Schmerzhafte Erinnerungen sollte man nicht ohne Not wieder hervorholen.
Herkunft: Das Bild von der wieder aufbrechenden Wunde für den erneuerten Kummer ist alt und findet sich bereits in der antiken Dichtung, unter anderem bei Vergil.
QuelleVergil
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck.
Eifersucht kommt selten vor dem Verlust, meist danach.
Sprichw.Der Verdacht setzt oft erst ein, wenn die Bindung ohnehin brüchig ist.
Herkunft: Eine Formel aus der Paarberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: EifersuchtPartnerschaft
Siehe auch: Eifersucht braucht keinen Grund, nur einen Anlass. Wer sucht, findet auch, was nicht da ist. Wer immer kontrolliert, wird immer etwas finden.
Man erkennt das Glück erst am Geräusch seines Fortgehens.
Sprichw.Erst wenn eine gute Lage vorbei ist, wird sie als solche erkannt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, mehrfach zugeschrieben, ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat. Die Gesundheit merkt man erst, wenn sie fehlt. Wer noch Eltern hat, weiß nicht, was er hat.
Man geht nie ganz, man geht nur weiter.
Sprichw.Trostformel bei Trennungen und Abschieden aus dem Berufsleben.
Herkunft: Eine moderne Formel ohne feste Zuschreibung.
Themen: AbschiedFreundschaft
Siehe auch: Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Jeder Abschied ist eine Probe darauf, was bleibt.
Das Gestern ist ein guter Lehrer und ein schlechter Wohnort.
Sprichw.Aus dem Vergangenen soll man lernen, aber nicht darin verweilen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck.
Die gute alte Zeit war auch nicht besser.
Sprichw.Die Erinnerung schönt, was tatsächlich ebenso mühsam war wie die Gegenwart.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, die sich gegen die im 19. Jahrhundert entstandene Verklärung der Vergangenheit richtet.
Siehe auch: Alte Leute vergessen den Namen und behalten die Geschichte. Wer sich erinnert, lebt zweimal. Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.
Im Alter zählen die Freunde, die geblieben sind.
Sprichw.Am Ende bemisst sich der Ertrag eines Lebens an den Beziehungen, die gehalten haben.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: AlterFreundschaft
Siehe auch: Jeder Abschied ist eine Probe darauf, was bleibt. Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt. Im Alter zählt nicht, was man hatte, sondern was man getan hat.
Jeder Abschied ist eine Probe darauf, was bleibt.
Sprichw.An der Trennung zeigt sich, was die Verbindung wirklich war.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: AbschiedFreundschaft
Siehe auch: Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Man geht nie ganz, man geht nur weiter.
Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen.
Sprichw.Eine einmal eingetretene Entwicklung lässt sich nicht rückgängig machen.
Herkunft: Das Bild vom Rad der Zeit geht auf das antike Motiv des Schicksalsrads zurück, das im Mittelalter als Glücksrad weit verbreitet war.
Themen: ZeitVeränderung
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn. Stillstand ist Rückschritt.
Man soll alte Geschichten ruhen lassen.
Sprichw.Längst zurückliegende Streitigkeiten sollte man nicht wieder hervorholen.
Herkunft: Eine jüngere Formel nach dem Muster der Wendung von den schlafenden Hunden.
Themen: StreitZusammenhalt
Siehe auch: Ein guter Zaun macht gute Nachbarn.
Was gewesen ist, bleibt gewesen.
Sprichw.Vergangenes lässt sich weder ändern noch wegdeuten.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Moralisten und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Was gewesen ist, kommt nicht wieder. Was einmal gesagt ist, holt kein Pferd wieder ein.
Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Sprichw.Vergangenes lässt sich nicht zurückholen.
Herkunft: Eine schlichte Feststellung ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Formel belegt.
Siehe auch: Was vorbei ist, ist vorbei. Wer nicht loslassen kann, kommt nicht an. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Was vorbei ist, ist vorbei.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, mit der man einen abgeschlossenen Vorgang nicht weiter aufrollen will.
Herkunft: Eine schlichte Bekräftigungsformel ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Wendung geläufig.
Siehe auch: Wer nicht loslassen kann, kommt nicht an. Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat.
Sprichw.Der Wert einer Sache oder eines Menschen wird oft erst nach dem Verlust deutlich.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und findet sich in der Antike bei Plautus, der schreibt, man erkenne den Wert einer Sache erst nach ihrem Verlust.
Themen: AbschiedDankbarkeit
QuellePlautus
Siehe auch: Wer noch Eltern hat, weiß nicht, was er hat. Man erkennt das Glück erst am Geräusch seines Fortgehens. Die Gesundheit merkt man erst, wenn sie fehlt.
Wer den Hafen erreicht hat, vergisst den Sturm.
Sprichw.Ist eine Sache überstanden, verblassen die Mühen erstaunlich schnell.
Herkunft: Eine seemännische Erfahrungsformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Über alles wächst Gras. Aus den Augen, aus dem Sinn.
Wer die alten Wege verlässt, findet neue.
Sprichw.Erst wer das Gewohnte aufgibt, entdeckt eine Alternative.
Herkunft: Eine jüngere Formel ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer neu anfängt, darf alte Fehler nicht mitnehmen. Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.
Sprichw.Ohne Kenntnis der Vorgeschichte bleiben gegenwärtige Verhältnisse unerklärlich.
Herkunft: Der Gedanke geht in verschiedenen Fassungen auf die Geschichtsschreibung der Antike zurück und ist im 20. Jahrhundert in dieser knappen Form geläufig geworden.
Siehe auch: Wissen veraltet, Denken nicht. Wissen ist Macht. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Wer die Vergangenheit schönt, hat aus ihr nichts gelernt.
Sprichw.Verklärung verhindert genau die Erkenntnis, die aus Erfahrung entstehen soll.
Herkunft: Eine Formel aus der geschichtspolitischen Diskussion des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Gegen die Wahrheit hilft kein Argument. Die gute alte Zeit war auch nicht besser.
Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Sprichw.Jeder Aufbruch hinterlässt eine Lücke, auch beim Gehenden selbst.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken vom Abschied als kleinem Sterben.
Themen: AbschiedFreundschaft
Siehe auch: Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Man geht nie ganz, man geht nur weiter. Jeder Abschied ist eine Probe darauf, was bleibt.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Alte Leute vergessen den Namen und behalten die Geschichte.
Sprichw.Das Langzeitgedächtnis bleibt oft, während Neues nicht mehr haftet.
Herkunft: Eine volkstümliche Beobachtung, die der Gedächtnisforschung des 20. Jahrhunderts entspricht.
Siehe auch: Die gute alte Zeit war auch nicht besser. Wer sich erinnert, lebt zweimal. Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.
Ein alter Freund ist besser als zwei neue.
Sprichw.Wer sich über Jahre bewährt hat, ist verlässlicher als eine frische Bekanntschaft.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach im Alten Testament, wonach ein neuer Freund wie neuer Wein sei.
Themen: FreundschaftVertrauen
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Alte Liebe rostet nicht. Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Freundschaft will gepflegt sein.
Aus den Augen, aus dem Sinn.
Sprichw.Wer nicht mehr präsent ist, gerät schnell in Vergessenheit.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „quod non videt oculus, cor non dolet“ und ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt.
Themen: AbschiedLiebeFreundschaft
Siehe auch: Über alles wächst Gras. Wer den Hafen erreicht hat, vergisst den Sturm.
Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.
Sprichw.Was gewesen ist, kann niemand mehr nehmen.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Jean Paul.
QuelleJean Paul
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Die gute alte Zeit war auch nicht besser. Alte Leute vergessen den Namen und behalten die Geschichte.
Das Vergangene lehrt das Kommende.
Sprichw.Erfahrung ist das einzige verlässliche Mittel, sich auf Künftiges einzustellen.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Thukydides, der seine Geschichtsschreibung ausdrücklich damit begründet.
QuelleThukydides
Siehe auch: Wer die Vergangenheit vergisst, verliert die Zukunft. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Was einmal gesagt ist, holt kein Pferd wieder ein.
Sprichw.Ein ausgesprochenes Wort lässt sich nicht zurücknehmen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der antiken Rhetorik und ist im Deutschen als Reimspruch seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Was gewesen ist, kommt nicht wieder. Was gewesen ist, bleibt gewesen.
Wer die Vergangenheit vergisst, verliert die Zukunft.
Sprichw.Ohne Erinnerung wiederholen sich dieselben Fehler.
Herkunft: Der Gedanke stammt von George Santayana, der 1905 schrieb, wer sich der Vergangenheit nicht erinnere, sei verurteilt, sie zu wiederholen.
QuelleSantayana
Siehe auch: Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Das Vergangene lehrt das Kommende. Wer lange lebt, sieht alles zweimal.
Kurze Sprichwörter
Alte Liebe rostet nicht.
Sprichw.Eine lang zurückliegende Zuneigung kann nach Jahren noch bestehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost setzt voraus, dass Zuneigung wie Eisen behandelt wird, das eigentlich verfallen müsste.
Themen: LiebeFreundschaft
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Kein Abschied ist für immer.
Andere Zeiten, andere Sitten.
Sprichw.Was früher üblich war, muss heute nicht mehr gelten.
Herkunft: Die Formel ist die zeitliche Entsprechung zum Satz von den anderen Ländern und anderen Sitten. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VeränderungNachbarn
Siehe auch: Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten. Wer die alten Wege verlässt, findet neue. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Über alles wächst Gras.
Sprichw.Mit der Zeit verliert jedes Ereignis seine Schärfe und gerät in Vergessenheit.
Herkunft: Das Bild ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf die Beobachtung überwachsener Gräber und Ruinen zurück.
Siehe auch: Wer den Hafen erreicht hat, vergisst den Sturm. Aus den Augen, aus dem Sinn.
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