Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über die Vergangenheit
Was vorbei ist, lässt sich nicht ändern: Das ist der Kern fast aller Sprichwörter zu diesem Thema. Manche raten zum Loslassen, andere zum Erinnern.
16 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Alte Wunden soll man nicht aufreißen.
Sprichw.Schmerzhafte Erinnerungen sollte man nicht ohne Not wieder hervorholen.
Herkunft: Das Bild von der wieder aufbrechenden Wunde für den erneuerten Kummer ist alt und findet sich bereits in der antiken Dichtung, unter anderem bei Vergil.
QuelleVergil
Siehe auch: Die gute alte Zeit war auch nicht besser.
Die gute alte Zeit war auch nicht besser.
Sprichw.Die Erinnerung schönt, was tatsächlich ebenso mühsam war wie die Gegenwart.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, die sich gegen die im 19. Jahrhundert entstandene Verklärung der Vergangenheit richtet.
Siehe auch: Alte Wunden soll man nicht aufreißen.
Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen.
Sprichw.Eine einmal eingetretene Entwicklung lässt sich nicht rückgängig machen.
Herkunft: Das Bild vom Rad der Zeit geht auf das antike Motiv des Schicksalsrads zurück, das im Mittelalter als Glücksrad weit verbreitet war.
Themen: ZeitVeränderung
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn. Handel bringt Wandel.
Man soll alte Geschichten ruhen lassen.
Sprichw.Längst zurückliegende Streitigkeiten sollte man nicht wieder hervorholen.
Herkunft: Eine jüngere Formel nach dem Muster der Wendung von den schlafenden Hunden.
Themen: StreitZusammenhalt
Siehe auch: Ein guter Zaun macht gute Nachbarn.
Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Sprichw.Vergangenes lässt sich nicht zurückholen.
Herkunft: Eine schlichte Feststellung ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Formel belegt.
Siehe auch: Was vorbei ist, ist vorbei. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Was vorbei ist, ist vorbei.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, mit der man einen abgeschlossenen Vorgang nicht weiter aufrollen will.
Herkunft: Eine schlichte Bekräftigungsformel ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Wendung geläufig.
Siehe auch: Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn. Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat.
Sprichw.Der Wert einer Sache oder eines Menschen wird oft erst nach dem Verlust deutlich.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und findet sich in der Antike bei Plautus, der schreibt, man erkenne den Wert einer Sache erst nach ihrem Verlust.
Themen: AbschiedDankbarkeit
QuellePlautus
Siehe auch: Abschiednehmen heißt ein wenig sterben.
Wer die alten Wege verlässt, findet neue.
Sprichw.Erst wer das Gewohnte aufgibt, entdeckt eine Alternative.
Herkunft: Eine jüngere Formel ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Andere Zeiten, andere Sitten.
Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.
Sprichw.Ohne Kenntnis der Vorgeschichte bleiben gegenwärtige Verhältnisse unerklärlich.
Herkunft: Der Gedanke geht in verschiedenen Fassungen auf die Geschichtsschreibung der Antike zurück und ist im 20. Jahrhundert in dieser knappen Form geläufig geworden.
Siehe auch: Wissen ist Macht. Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Sprichw.Jeder Aufbruch hinterlässt eine Lücke, auch beim Gehenden selbst.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken vom Abschied als kleinem Sterben.
Themen: AbschiedFreundschaft
Siehe auch: Wer gehen will, den soll man nicht halten. Scheiden tut weh. Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Sprichw.Wer an Vergangenem hängt, versäumt, was vor ihm liegt.
Herkunft: Eine jüngere Formel ohne belegbaren Ursprung.
Siehe auch: Was vorbei ist, ist vorbei. Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Ein alter Freund ist besser als zwei neue.
Sprichw.Wer sich über Jahre bewährt hat, ist verlässlicher als eine frische Bekanntschaft.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach im Alten Testament, wonach ein neuer Freund wie neuer Wein sei.
Themen: FreundschaftVertrauen
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Alte Liebe rostet nicht. Freundschaft will gepflegt sein. Ehrlich währt am längsten.
Aus den Augen, aus dem Sinn.
Sprichw.Wer nicht mehr präsent ist, gerät schnell in Vergessenheit.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „quod non videt oculus, cor non dolet“ und ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt.
Themen: AbschiedLiebeFreundschaft
Siehe auch: Über alles wächst Gras.
Kurze Sprichwörter
Alte Liebe rostet nicht.
Sprichw.Eine lang zurückliegende Zuneigung kann nach Jahren noch bestehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost setzt voraus, dass Zuneigung wie Eisen behandelt wird, das eigentlich verfallen müsste.
Themen: LiebeFreundschaft
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Freundschaft will gepflegt sein.
Andere Zeiten, andere Sitten.
Sprichw.Was früher üblich war, muss heute nicht mehr gelten.
Herkunft: Die Formel ist die zeitliche Entsprechung zum Satz von den anderen Ländern und anderen Sitten. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VeränderungNachbarn
Siehe auch: Wer die alten Wege verlässt, findet neue. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Über alles wächst Gras.
Sprichw.Mit der Zeit verliert jedes Ereignis seine Schärfe und gerät in Vergessenheit.
Herkunft: Das Bild ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf die Beobachtung überwachsener Gräber und Ruinen zurück.
Siehe auch: Aus den Augen, aus dem Sinn.
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