Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über Erfolg
Erfolg wird im Sprichwort fast nie dem Talent zugeschrieben, sondern der Ausdauer und dem richtigen Zeitpunkt.
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Bekannte Sprichwörter
Gut geplant ist halb getan.
Sprichw.Eine sorgfältige Vorbereitung erledigt den schwierigsten Teil der Arbeit.
Herkunft: Eine jüngere Variante des älteren Satzes vom frischen Wagen, das halb gewonnen sei. Beide gehören zu den Sprüchen, die eine Tugend als Anteil am Gelingen beziffern.
Siehe auch: Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe. Wie die Saat, so die Ernte. Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren.
Jeder ist seines Glückes Schmied, aber nicht jeder hat einen Hammer.
Sprichw.Spöttische Gegenrede zu dem Sprichwort vom eigenen Glück: Nicht alle starten mit denselben Möglichkeiten.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet als Widerspruch zum älteren Sprichwort.
Der Neid ist des Glückes Schatten.
Sprichw.Wo jemand Erfolg hat, entsteht fast zwangsläufig auch Missgunst.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Schatten setzt voraus, dass Neid nur dort entsteht, wo Licht fällt.
Siehe auch: Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg. Wer nichts hat, den beneidet auch niemand.
Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
Sprichw.Wer beneidet wird, hat offenbar etwas erreicht, das andere gern hätten.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, die den älteren Gedanken umdreht, Neid sei ein Laster. Ein Erstbeleg lässt sich nicht ausmachen.
Siehe auch: Wer neidet, der leidet. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg. Der Neid ist des Glückes Schatten.
Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Sprichw.Wer beneidet, sieht nur das Ergebnis und nicht die Mühe, die dahintersteckt.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung. Der Neid ist des Glückes Schatten. Wie die Arbeit, so der Lohn.
Wer das Glück hat, führt die Braut heim.
Sprichw.Am Ende entscheidet oft nicht die Leistung, sondern das Glück.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 18. Jahrhunderts, entstanden im Umfeld der Werbung um eine Braut.
Siehe auch: Wer das Glück sucht, findet es selten. Die Seinen gibt's der Herr im Schlaf. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Wer nie verliert, hat nie gespielt.
Sprichw.Ohne die Möglichkeit zu scheitern gibt es auch keinen Gewinn.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus dem Sportumfeld, ohne älteren Beleg.
Themen: MutMisserfolg
Siehe auch: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Dem Mutigen gehört die Welt. Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts.
Die Zeit arbeitet für den, der warten kann.
Sprichw.Wer Geduld aufbringt, dem kommen die Umstände oft von allein entgegen.
Herkunft: Die Formel stammt aus der politischen Sprache des 19. Jahrhunderts und wurde von dort in den Alltag übernommen.
Siehe auch: Steter Tropfen höhlt den Stein. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Kommt Zeit, kommt Rat.
Die Zukunft gehört denen, die sie vorbereiten.
Sprichw.Wer heute nichts tut, gestaltet morgen nichts.
Herkunft: Der Gedanke wird häufig Malcolm X zugeschrieben; ähnliche Formulierungen finden sich schon im 19. Jahrhundert.
QuelleMalcolm X
Siehe auch: Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben. Vorbeugen ist besser als heilen. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Alle Wege führen nach Rom.
Sprichw.Es gibt mehrere Möglichkeiten, zum selben Ergebnis zu kommen.
Herkunft: Der Satz spielt auf das römische Straßennetz an, dessen Fernstraßen auf die Hauptstadt zuliefen.
Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.
Sprichw.Ironischer Spruch: Zurückhaltung wird gelobt, hilft aber beim Vorankommen wenig.
Herkunft: Der Spruch parodiert die ältere Lehrformel von der Bescheidenheit als Zierde. Der grammatisch falsche Dativ am Ende ist Teil des Scherzes und kein Versehen.
Themen: BescheidenheitHochmut
Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind.
Sprichw.Am Gelingen wollen viele beteiligt gewesen sein, für das Scheitern fühlt sich niemand zuständig.
Herkunft: Der Ausspruch wird John F. Kennedy zugeschrieben, der ihn 1961 verwendete; er ist als italienisches Sprichwort älter.
Themen: MisserfolgHochmut
QuelleJohn F. Kennedy
Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Sprichw.Wer eine Sache entschlossen anpackt, hat den schwierigsten Teil bereits hinter sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz zurück, wonach der Anfang schon die Hälfte der Tat ist.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Gesagt, getan. Der Appetit kommt beim Essen.
Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Sprichw.Wer als Erster handelt, sichert sich den Vorteil.
Herkunft: Lehnübersetzung des englischen Sprichworts „the early bird catches the worm“.
Siehe auch: Morgenstund hat Gold im Mund. Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Jeder ist seines Glückes Schmied.
Sprichw.Der Satz schreibt jedem Menschen zu, sein Leben durch eigenes Handeln zu gestalten, statt auf günstige Umstände zu warten.
Herkunft: Geht auf die lateinische Formel „faber est suae quisque fortunae“ zurück, die dem römischen Politiker Appius Claudius Caecus zugeschrieben wird.
Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Sprichw.Eine günstige Gelegenheit muss sofort genutzt werden, sonst ist sie vorbei.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Schmiedearbeit: Nur glühendes Eisen lässt sich formen.
Dem Mutigen gehört die Welt.
Sprichw.Wer sich etwas traut, dem stehen die Möglichkeiten offen.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „audentes fortuna iuvat“ bei Vergil zurück und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert in dieser Fassung geläufig.
QuelleVergil
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Es ist noch nicht aller Tage Abend.
Was lange währt, wird endlich gut.
Sprichw.Wird gesagt, wenn sich eine lange Wartezeit oder ein zäher Prozess am Ende doch auszahlt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz dient meist als Entschuldigung für eine Verzögerung.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Gut Ding will Weile haben.
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Sprichw.Von einem Konflikt profitiert oft ein Unbeteiligter.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „duobus litigantibus tertius gaudet“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wo zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Themen: StreitNachbarnNeidZusammenhalt
Siehe auch: Wenn zwei Hunde um einen Knochen streiten, läuft der dritte damit fort. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt.
Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Sprichw.Ohne Anstrengung gibt es keinen Ertrag.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qui e nuce nucleum esse vult, frangat nucem“ bei Plautus.
QuellePlautus
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Sparen ist verdienen. Arbeit macht das Leben süß.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Sprichw.Ohne ein gewisses Risiko einzugehen, kommt man zu keinem Gewinn.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qui audet adipiscitur“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wer wagt, gewinnt.
Themen: MutLeichtsinnNeuanfang
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Dem Mutigen gehört die Welt. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Wer zuletzt lacht, lacht am besten.
Sprichw.Entscheidend ist, wer am Ende recht behält, nicht wer zwischendurch triumphiert.
Herkunft: Die Formel ist eine Lehnübersetzung aus dem Französischen und im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ein Esel schilt den anderen Langohr.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Sprichw.Wer etwas wirklich erreichen will, findet auch die Mittel dazu.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Gesagt, getan. Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Sprichw.Mit einer einzigen Handlung gleich zwei Ziele erreichen.
Herkunft: Die Klappe ist die Fliegenklatsche. Die Formel ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und findet sich in vielen Sprachen mit wechselnden Tieren.
Siehe auch: Zeit ist Geld. Ordnung ist das halbe Leben.
Kurze Sprichwörter
Besser beneidet als bemitleidet.
Sprichw.Missgunst zu ernten ist immer noch besser, als anderen leidzutun.
Herkunft: Der Gedanke wird dem griechischen Dichter Pindar zugeschrieben und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert als Reimspruch belegt.
QuellePindar
Ende gut, alles gut.
Sprichw.Wenn eine Sache gut ausgeht, treten die Schwierigkeiten davor in den Hintergrund.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt. Shakespeare verwendete sie als Titel einer Komödie, die im Deutschen als „Ende gut, alles gut“ bekannt ist.
QuelleShakespeare
Gesagt, getan.
Sprichw.Wird gesagt, wenn ein Vorhaben ohne jede Verzögerung umgesetzt wird.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „dictum factum“, das bei Terenz belegt ist.
QuelleTerenz
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Viele Hände, schnelles Ende.
Ohne Fleiß kein Preis.
Sprichw.Ein Erfolg setzt Anstrengung voraus; geschenkt bekommt man nichts.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Schulliteratur des 18. Jahrhunderts. „Preis“ meint dabei den Siegespreis, nicht den Kaufpreis.
Siehe auch: Es lernt sich nichts von selbst.
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