Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über Erfolg
Erfolg wird im Sprichwort fast nie dem Talent zugeschrieben, sondern der Ausdauer und dem richtigen Zeitpunkt.
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Bekannte Sprichwörter
Auch kleine Schritte führen ans Ziel.
Sprichw.Es kommt nicht auf die Größe der Fortschritte an, sondern darauf, dass sie nicht aufhören.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Der Erfolg deckt viele Fehler zu.
Sprichw.Solange das Ergebnis stimmt, fragt niemand nach dem Weg.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: MisserfolgWahrheit
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären. Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
Erfolg ist ein Ergebnis, kein Ziel.
Sprichw.Wer den Erfolg zum Ziel macht, verfehlt die Sache, aus der er entsteht.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Gedanken, das Glück stelle sich nebenbei ein.
Themen: ArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Geld ist ein guter Diener und ein schlechter Herr.
Erfolg macht sichtbar, was vorher niemand sehen wollte.
Sprichw.Dieselbe Leistung wird erst nach dem Ergebnis wahrgenommen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Macht verdirbt den Charakter. Das Rad, das am lautesten quietscht, bekommt das Fett.
Fleiß schlägt Begabung, wenn Begabung nicht fleißig ist.
Sprichw.Anlage allein reicht nicht, Ausdauer holt sie ein.
Herkunft: Eine Formel aus der Begabungsforschung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nicht lernt, verlernt. Es lernt sich nichts von selbst.
Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß.
Sprichw.Das Warten fällt schwer, das Ergebnis entschädigt dafür.
Herkunft: Der Ausspruch wird Jean-Jacques Rousseau zugeschrieben und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
QuelleRousseau
Siehe auch: Geduld bringt Rosen. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken. Was lange währt, wird endlich gut.
Gut geplant ist halb getan.
Sprichw.Eine sorgfältige Vorbereitung erledigt den schwierigsten Teil der Arbeit.
Herkunft: Eine jüngere Variante des älteren Satzes vom frischen Wagen, das halb gewonnen sei. Beide gehören zu den Sprüchen, die eine Tugend als Anteil am Gelingen beziffern.
Siehe auch: Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe. Erst die Ordnung, dann das Werk.
Der Herbst hält, was der Frühling versprach.
Sprichw.Am Ende zeigt sich, ob die Aussichten getrogen haben.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben. Wer im Herbst nicht pflügt, hat im Frühjahr doppelte Arbeit.
Jeder ist seines Glückes Schmied, aber nicht jeder hat einen Hammer.
Sprichw.Spöttische Gegenrede zu dem Sprichwort vom eigenen Glück: Nicht alle starten mit denselben Möglichkeiten.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet als Widerspruch zum älteren Sprichwort.
Das Leben ist kein Wettlauf.
Sprichw.Wer alles als Wettbewerb betrachtet, verliert unabhängig vom Ergebnis.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: LebenBescheidenheit
Siehe auch: Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln. Jeder trägt sein Päckchen. Jeder hat sein Kreuz zu tragen.
Mit Geduld und Zeit kommt man weit.
Sprichw.Beharrlichkeit erreicht mehr als Eile.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Die Zeit arbeitet für den, der warten kann. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Der Neid ist des Glückes Schatten.
Sprichw.Wo jemand Erfolg hat, entsteht fast zwangsläufig auch Missgunst.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Schatten setzt voraus, dass Neid nur dort entsteht, wo Licht fällt.
Siehe auch: Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten. Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
Der Neid ist die aufrichtigste Bewunderung.
Sprichw.Wer beneidet, gibt damit zu, dass er das Erreichte für erstrebenswert hält.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung. Neid ist die Steuer, die man auf Erfolg zahlt.
Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
Sprichw.Wer beneidet wird, hat offenbar etwas erreicht, das andere gern hätten.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, die den älteren Gedanken umdreht, Neid sei ein Laster. Ein Erstbeleg lässt sich nicht ausmachen.
Siehe auch: Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Neid ist die Steuer, die man auf Erfolg zahlt. Der Neid ist die aufrichtigste Bewunderung.
Neid ist die Steuer, die man auf Erfolg zahlt.
Sprichw.Wer etwas erreicht, muss mit Missgunst rechnen; sie gehört zum Erfolg dazu.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, mehrfach zugeschrieben, ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung. Der Neid ist die aufrichtigste Bewunderung.
Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln.
Sprichw.Missgunst führt zum Blick auf andere, nicht zur eigenen Arbeit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Neid baut keine Häuser. Besser beneidet als bemitleidet. Wer vergleicht, verliert.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Alle Wege führen nach Rom.
Sprichw.Es gibt mehrere Möglichkeiten, zum selben Ergebnis zu kommen.
Herkunft: Der Satz spielt auf das römische Straßennetz an, dessen Fernstraßen auf die Hauptstadt zuliefen.
Siehe auch: Mit Geduld und Zeit kommt man weit.
Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.
Sprichw.Ironischer Spruch: Zurückhaltung wird gelobt, hilft aber beim Vorankommen wenig.
Herkunft: Der Spruch parodiert die ältere Lehrformel von der Bescheidenheit als Zierde. Der grammatisch falsche Dativ am Ende ist Teil des Scherzes und kein Versehen.
Themen: BescheidenheitHochmut
Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind.
Sprichw.Am Gelingen wollen viele beteiligt gewesen sein, für das Scheitern fühlt sich niemand zuständig.
Herkunft: Der Ausspruch wird John F. Kennedy zugeschrieben, der ihn 1961 verwendete; er ist als italienisches Sprichwort älter.
Themen: MisserfolgHochmut
QuelleJohn F. Kennedy
Siehe auch: Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären.
Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Sprichw.Wer eine Sache entschlossen anpackt, hat den schwierigsten Teil bereits hinter sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz zurück, wonach der Anfang schon die Hälfte der Tat ist.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende. Der erste Schritt ist der schwerste.
Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Sprichw.Wer als Erster handelt, sichert sich den Vorteil.
Herkunft: Lehnübersetzung des englischen Sprichworts „the early bird catches the worm“.
Siehe auch: Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Morgenstund hat Gold im Mund. Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Gutes Werkzeug ist halbe Arbeit.
Sprichw.Mit dem richtigen Gerät geht die Arbeit deutlich leichter von der Hand.
Herkunft: Eine Handwerksregel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Nicht das Werkzeug macht den Meister. Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.
Jeder ist seines Glückes Schmied.
Sprichw.Der Satz schreibt jedem Menschen zu, sein Leben durch eigenes Handeln zu gestalten, statt auf günstige Umstände zu warten.
Herkunft: Geht auf die lateinische Formel „faber est suae quisque fortunae“ zurück, die dem römischen Politiker Appius Claudius Caecus zugeschrieben wird.
Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Sprichw.Eine günstige Gelegenheit muss sofort genutzt werden, sonst ist sie vorbei.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Schmiedearbeit: Nur glühendes Eisen lässt sich formen.
Siehe auch: Wer lange feilscht, verliert den Kauf. Eine kleine Hilfe zur rechten Zeit ist mehr als eine große zu spät. Doppelt gibt, wer schnell gibt.
Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
Sprichw.Für den Anfang braucht es Entschlossenheit, für das Ergebnis auch Umstände, die man nicht beeinflusst.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Demokrit.
QuelleDemokrit
Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen. Wer warten kann, siegt am Ende. Der erste Schritt ist der schwerste.
Dem Mutigen gehört die Welt.
Sprichw.Wer sich etwas traut, dem stehen die Möglichkeiten offen.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „audentes fortuna iuvat“ bei Vergil zurück und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert in dieser Fassung geläufig.
QuelleVergil
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nie gescheitert ist, hat nie etwas versucht.
Kurze Sprichwörter
Besser beneidet als bemitleidet.
Sprichw.Missgunst zu ernten ist immer noch besser, als anderen leidzutun.
Herkunft: Der Gedanke wird dem griechischen Dichter Pindar zugeschrieben und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert als Reimspruch belegt.
QuellePindar
Siehe auch: Wer vergleicht, verliert. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat. Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln.
Ende gut, alles gut.
Sprichw.Wenn eine Sache gut ausgeht, treten die Schwierigkeiten davor in den Hintergrund.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt. Shakespeare verwendete sie als Titel einer Komödie, die im Deutschen als „Ende gut, alles gut“ bekannt ist.
QuelleShakespeare
Gesagt, getan.
Sprichw.Wird gesagt, wenn ein Vorhaben ohne jede Verzögerung umgesetzt wird.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „dictum factum“, das bei Terenz belegt ist.
QuelleTerenz
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Viele Hände, schnelles Ende.
Neid baut keine Häuser.
Sprichw.Von der Missgunst allein entsteht nichts.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg. Der Neid sieht das Ergebnis, nie die Arbeit.
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