Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über den Neuanfang
Der Anfang ist in Sprichwörtern eine eigene Kategorie von Schwierigkeit. Fast alle Belege trösten über die erste Hürde hinweg, statt Erfolg zu versprechen.
14 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne.
Sprichw.Am Ende einer Sache steht immer auch der Beginn einer neuen.
Herkunft: Anspielung auf die Zeile „und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“; die Umkehrung ist volkstümlich geworden.
QuelleHesse
Siehe auch: Der Tod ist eine Tür, keine Wand. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Was vorbei ist, ist vorbei.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, mit der man einen abgeschlossenen Vorgang nicht weiter aufrollen will.
Herkunft: Eine schlichte Bekräftigungsformel ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Wendung geläufig.
Themen: VergangenheitAbschied
Siehe auch: Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn. Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Sprichw.Absichten allein bewirken nichts, wenn ihnen keine Taten folgen.
Herkunft: Der Gedanke wird Bernhard von Clairvaux zugeschrieben. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert verbreitet, meist als Warnung vor folgenloser Absicht.
Themen: LeichtsinnFaulheit
QuelleBernhard von Clairvaux
Siehe auch: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Wer die alten Wege verlässt, findet neue.
Sprichw.Erst wer das Gewohnte aufgibt, entdeckt eine Alternative.
Herkunft: Eine jüngere Formel ohne älteren Beleg.
Themen: VergangenheitMut
Siehe auch: Andere Zeiten, andere Sitten.
Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Sprichw.Wer an Vergangenem hängt, versäumt, was vor ihm liegt.
Herkunft: Eine jüngere Formel ohne belegbaren Ursprung.
Themen: VergangenheitZukunft
Siehe auch: Was vorbei ist, ist vorbei. Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Wer Neues wagt, muss Altes lassen.
Sprichw.Jeder Aufbruch verlangt, dass man etwas zurücklässt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus dem Umfeld der Lebensberatung, ohne älteren Beleg.
Themen: VeränderungMut
Siehe auch: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Sprichw.Wer den Anfang geschafft hat, hat den schwierigsten Teil hinter sich.
Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und findet sich als lateinisches „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz.
QuelleAristoteles, Horaz
Siehe auch: Aller Anfang ist schwer.
Der Appetit kommt beim Essen.
Sprichw.Oft stellt sich die Lust an einer Sache erst ein, wenn man damit begonnen hat.
Herkunft: Die Wendung ist als französisches Sprichwort seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde durch François Rabelais bekannt.
QuelleRabelais
Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Sprichw.Wer eine Sache entschlossen anpackt, hat den schwierigsten Teil bereits hinter sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz zurück, wonach der Anfang schon die Hälfte der Tat ist.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Gesagt, getan. Der Appetit kommt beim Essen.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Sprichw.Ohne ein gewisses Risiko einzugehen, kommt man zu keinem Gewinn.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qui audet adipiscitur“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wer wagt, gewinnt.
Themen: MutErfolgLeichtsinn
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Dem Mutigen gehört die Welt. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Kurze Sprichwörter
Aller Anfang ist schwer.
Sprichw.Der Einstieg in etwas Neues kostet am meisten Überwindung, danach wird es leichter.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Eine bestimmte Quelle lässt sich nicht ausmachen, weil die Beobachtung so naheliegt, dass sie mehrfach unabhängig entstanden sein dürfte.
Siehe auch: Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Besser spät als nie.
Sprichw.Etwas verspätet zu tun ist immer noch besser, als es zu unterlassen.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „potius sero quam numquam“, das bei Livius belegt ist.
QuelleLivius
Neue Besen kehren gut.
Sprichw.Wer neu in einer Aufgabe ist, gibt sich besonders viel Mühe; oft mit dem Unterton, dass der Eifer nachlässt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Zusatz, der alte kenne dafür die Ecken, ist ebenso alt und gehört eigentlich dazu.
Neuer Tag, neues Glück.
Sprichw.Jeder Tag beginnt unbelastet von dem, was gestern misslungen ist.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Es ist noch immer gut gegangen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
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