Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über den Neuanfang
Der Anfang ist in Sprichwörtern eine eigene Kategorie von Schwierigkeit. Fast alle Belege trösten über die erste Hürde hinweg, statt Erfolg zu versprechen.
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Bekannte Sprichwörter
Das Alte muss weichen, damit Neues Platz hat.
Sprichw.Neues entsteht nicht neben dem Alten, sondern an seiner Stelle.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Gedanken, dass jeder Anfang ein Ende voraussetzt.
Themen: VeränderungAbschied
Das Gestern ist ein guter Lehrer und ein schlechter Wohnort.
Sprichw.Aus dem Vergangenen soll man lernen, aber nicht darin verweilen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: VergangenheitLernen
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck.
Jede Veränderung kostet, auch die zum Besseren.
Sprichw.Auch eine Verbesserung verlangt Aufwand und Gewöhnung.
Herkunft: Eine Formel aus der Organisationslehre des 20. Jahrhunderts.
Themen: VeränderungErfahrung
Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne.
Sprichw.Am Ende einer Sache steht immer auch der Beginn einer neuen.
Herkunft: Anspielung auf die Zeile „und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“; die Umkehrung ist volkstümlich geworden.
QuelleHesse
Siehe auch: Morgen ist auch noch ein Tag. Kein Abschied ist für immer. Der Tod ist eine Tür, keine Wand.
Jeder Anfang braucht ein Ende.
Sprichw.Etwas Neues beginnt erst, wenn das Alte abgeschlossen ist.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken vom Abschied als Anfang.
Themen: AbschiedVeränderung
Siehe auch: Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören. Wer neu anfängt, darf alte Fehler nicht mitnehmen. Was vorbei ist, ist vorbei.
Jeder Anfang ist ein Versuch.
Sprichw.Ein Beginn schließt die Möglichkeit des Scheiterns ein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: MutMisserfolg
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nie gescheitert ist, hat nie etwas versucht. Wer lebt, macht Fehler; wer keine macht, lebt nicht.
Morgen ist auch noch ein Tag.
Sprichw.Nicht alles muss heute erledigt sein; auch als Trost nach einem misslungenen Tag.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und wurde im 20. Jahrhundert durch die Schlusszeile des Films „Vom Winde verweht“ zusätzlich verbreitet.
Auch: Morgen ist ein anderer Tag.
Themen: HoffnungZeitGeduldZukunft
Siehe auch: Kein Unglück dauert ewig. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne. Ohne Regen kein Regenbogen.
Nicht das Fallen ist die Schande, sondern das Liegenbleiben.
Sprichw.Ein Rückschlag zählt weniger als der Umgang damit.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Konfuzius und ebenso in der abendländischen Moralliteratur; ein Erstbeleg fehlt.
Themen: MisserfolgMut
QuelleKonfuzius
Siehe auch: Veränderung beginnt im Kopf. Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit.
Was vorbei ist, ist vorbei.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, mit der man einen abgeschlossenen Vorgang nicht weiter aufrollen will.
Herkunft: Eine schlichte Bekräftigungsformel ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Wendung geläufig.
Themen: VergangenheitAbschied
Siehe auch: Wer nicht loslassen kann, kommt nicht an. Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Sprichw.Absichten allein bewirken nichts, wenn ihnen keine Taten folgen.
Herkunft: Der Gedanke wird Bernhard von Clairvaux zugeschrieben. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert verbreitet, meist als Warnung vor folgenloser Absicht.
Themen: LeichtsinnFaulheit
QuelleBernhard von Clairvaux
Siehe auch: Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Morgen, morgen, nur nicht heute.
Wer die alten Wege verlässt, findet neue.
Sprichw.Erst wer das Gewohnte aufgibt, entdeckt eine Alternative.
Herkunft: Eine jüngere Formel ohne älteren Beleg.
Themen: VergangenheitMut
Siehe auch: Wer neu anfängt, darf alte Fehler nicht mitnehmen. Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Sprichw.Wer an Vergangenem hängt, versäumt, was vor ihm liegt.
Herkunft: Eine jüngere Formel ohne belegbaren Ursprung.
Themen: VergangenheitZukunft
Siehe auch: Was vorbei ist, ist vorbei. Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Wer nicht loslassen kann, kommt nicht an.
Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören.
Sprichw.Vor jedem Anfang steht ein Ende, das man vollziehen muss.
Herkunft: Eine Formel aus der Beratungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Themen: AbschiedVeränderung
Siehe auch: Wer nichts anfängt, bringt nichts zu Ende. Jeder Anfang braucht ein Ende. Was vorbei ist, ist vorbei.
Wer neu anfängt, darf alte Fehler nicht mitnehmen.
Sprichw.Ein Neubeginn wirkt nur, wenn man das Alte tatsächlich zurücklässt.
Herkunft: Eine Formel aus der Beratungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Themen: LernenVeränderung
Siehe auch: Jeder Anfang braucht ein Ende. Wer die alten Wege verlässt, findet neue. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.
Wer neu beginnt, ist wieder Lehrling.
Sprichw.Ein Wechsel bedeutet, noch einmal von vorn anzufangen.
Herkunft: Eine Handwerksformel, die auf die Zunftordnung zurückgeht.
Themen: LernenBescheidenheit
Wer Neues wagt, muss Altes lassen.
Sprichw.Jeder Aufbruch verlangt, dass man etwas zurücklässt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus dem Umfeld der Lebensberatung, ohne älteren Beleg.
Themen: VeränderungMut
Siehe auch: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Wer nicht loslassen kann, kommt nicht an.
Sprichw.Wer am Vergangenen festhält, kann sich auf Neues nicht einlassen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: AbschiedVeränderung
Siehe auch: Was vorbei ist, ist vorbei. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn. Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Wer nichts anfängt, bringt nichts zu Ende.
Sprichw.Ohne Anfang gibt es auch keinen Abschluss, über den man klagen könnte.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen. Wer zu lange plant, fängt nie an.
Wer nichts verändert, verliert auch.
Sprichw.Der Verzicht auf Veränderung ist keine sichere Wahl, sondern eine andere Form des Risikos.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Wirtschaftssprache.
Themen: VeränderungMisserfolg
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer nur verwaltet, gestaltet nichts. Wer nie verliert, hat nie gespielt.
Wer zu lange plant, fängt nie an.
Sprichw.Der Übergang von der Vorbereitung zur Ausführung will bewusst gemacht werden.
Herkunft: Eine Formel aus der Projektarbeit des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen. Wer sich fürchtet, hat schon verloren. Wer nichts anfängt, bringt nichts zu Ende.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Sprichw.Wer den Anfang geschafft hat, hat den schwierigsten Teil hinter sich.
Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und findet sich als lateinisches „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz.
QuelleAristoteles, Horaz
Siehe auch: Wer zu lange plant, fängt nie an. Wer nichts anfängt, bringt nichts zu Ende. Der erste Schritt ist der schwerste.
Der Appetit kommt beim Essen.
Sprichw.Oft stellt sich die Lust an einer Sache erst ein, wenn man damit begonnen hat.
Herkunft: Die Wendung ist als französisches Sprichwort seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde durch François Rabelais bekannt.
QuelleRabelais
Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen. Der erste Schritt ist der schwerste.
Der erste Schritt ist der schwerste.
Sprichw.Der Aufbruch kostet mehr Überwindung als der ganze weitere Weg.
Herkunft: Die Formel übersetzt das französische Sprichwort, wonach nur der erste Schritt zählt, und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen. Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Sprichw.Wer eine Sache entschlossen anpackt, hat den schwierigsten Teil bereits hinter sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz zurück, wonach der Anfang schon die Hälfte der Tat ist.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende. Der erste Schritt ist der schwerste.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Sprichw.Ohne ein gewisses Risiko einzugehen, kommt man zu keinem Gewinn.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qui audet adipiscitur“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wer wagt, gewinnt.
Themen: MutErfolgLeichtsinn
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nichts riskiert, lebt länger und langweiliger.
Kurze Sprichwörter
Aller Anfang ist schwer.
Sprichw.Der Einstieg in etwas Neues kostet am meisten Überwindung, danach wird es leichter.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Eine bestimmte Quelle lässt sich nicht ausmachen, weil die Beobachtung so naheliegt, dass sie mehrfach unabhängig entstanden sein dürfte.
Siehe auch: Der erste Schritt ist der schwerste. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Besser spät als nie.
Sprichw.Etwas verspätet zu tun ist immer noch besser, als es zu unterlassen.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „potius sero quam numquam“, das bei Livius belegt ist.
QuelleLivius
Neue Besen kehren gut.
Sprichw.Wer neu in einer Aufgabe ist, gibt sich besonders viel Mühe; oft mit dem Unterton, dass der Eifer nachlässt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Zusatz, der alte kenne dafür die Ecken, ist ebenso alt und gehört eigentlich dazu.
Neuer Tag, neues Glück.
Sprichw.Jeder Tag beginnt unbelastet von dem, was gestern misslungen ist.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nicht aufsteht, versäumt den Tag. Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Hoffen kostet nichts.
Veränderung beginnt im Kopf.
Sprichw.Vor jeder äußeren Änderung steht die Entscheidung dazu.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: VeränderungMut
Siehe auch: Nicht das Fallen ist die Schande, sondern das Liegenbleiben. Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit.
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