Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Leichtsinn
Leichtsinn ist das Gegenstück zur Vorsicht und wird sprichwörtlich fast immer bestraft. Der Ton ist dabei eher belustigt als streng.
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Bekannte Sprichwörter
Die erste Warnung ist ein Rat, die zweite ein Vorwurf.
Sprichw.Wer eine Warnung überhört, muss beim zweiten Mal mit einem anderen Ton rechnen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer die Warnung überhört, zahlt das Lehrgeld.
Es ist noch immer gut gegangen.
Sprichw.Beruhigungsformel, die aus der bisherigen Erfahrung auf einen guten Ausgang schließt.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Beruhigungsformel des 20. Jahrhunderts, die aus der bisherigen Erfahrung auf die Zukunft schließt.
Siehe auch: Wer nichts hat, kann nichts verlieren. Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Neuer Tag, neues Glück.
Leichtfertig begonnen ist halb verloren.
Sprichw.Ein Vorhaben ohne Vorbereitung scheitert oft schon im Ansatz.
Herkunft: Eine Umkehrung des älteren Spruchs, frisch gewagt sei halb gewonnen.
Siehe auch: Wer nicht hinschaut, tritt daneben. Zweimal messen, einmal schneiden. Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Leichtsinn ist teurer als Vorsicht.
Sprichw.Der Schaden aus Unachtsamkeit übersteigt den Aufwand für Umsicht.
Herkunft: Eine Versicherungsformel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen.
Leichtsinn kleidet die Jugend, nicht das Alter.
Sprichw.Was bei jungen Menschen als Übermut durchgeht, wirkt später nur noch unvernünftig.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Jugend ist ein Fehler, der sich täglich bessert. Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger. Mit den Jahren kommt die Weisheit.
Das letzte Glas ist immer eines zu viel.
Sprichw.Die Grenze erkennt man erst, wenn man sie überschritten hat.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: TrinkenGesundheit
Siehe auch: Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel.
Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Sprichw.Wer nichts zu tun hat, kommt leicht auf dumme Gedanken.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei antiken Autoren und wurde durch die Klosterregeln des Mittelalters weiterverbreitet.
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch.
Nach dem Rausch kommt die Rechnung.
Sprichw.Auf den Genuss folgt der Preis dafür, in jeder Hinsicht.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer die Warnung überhört, zahlt das Lehrgeld. Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Wie man sich bettet, so liegt man.
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Sprichw.Absichten allein bewirken nichts, wenn ihnen keine Taten folgen.
Herkunft: Der Gedanke wird Bernhard von Clairvaux zugeschrieben. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert verbreitet, meist als Warnung vor folgenloser Absicht.
QuelleBernhard von Clairvaux
Siehe auch: Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Morgen, morgen, nur nicht heute.
Wer alles absichern will, kommt zu nichts.
Sprichw.Vollständige Sicherheit gibt es nicht, das Streben danach verhindert das Handeln.
Herkunft: Eine Formel aus der Managementliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Die Jugend kennt die Grenzen nicht, das Alter kennt sie zu gut.
Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen.
Sprichw.Wer sich in eine gefährliche Lage begibt, kann sich über die Folgen nicht wundern.
Herkunft: Eine volkstümliche Warnformel, verwandt mit der Redewendung vom dünnen Eis.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Übermut tut selten gut. Wer alles auf eine Karte setzt, hat keine zweite.
Wer blind vertraut, wird sehend enttäuscht.
Sprichw.Vertrauen ohne jede Prüfung endet regelmäßig in der Ernüchterung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Versprechen und Halten sind zweierlei. Undank ist der Welt Lohn.
Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel.
Sprichw.Regelmäßiges Trinken zehrt am Vermögen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Wein macht kühne Leute. Leichtsinn ist teurer als Vorsicht.
Wer die Warnung überhört, zahlt das Lehrgeld.
Sprichw.Was man sich hätte sagen lassen können, lernt man teurer selbst.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: ErfahrungMisserfolg
Siehe auch: Nach dem Rausch kommt die Rechnung. Wie man sich bettet, so liegt man. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Wer einmal Glück hatte, rechnet damit beim zweiten Mal.
Sprichw.Ein geglücktes Wagnis verleitet dazu, das nächste zu unterschätzen.
Herkunft: Eine Formel aus der Risikoforschung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer alles auf eine Karte setzt, hat keine zweite. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nichts riskiert, lebt länger und langweiliger.
Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr.
Sprichw.Der im Rausch gewonnene Mut hält nicht bis zum nächsten Tag.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wein macht kühne Leute. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel. Wein macht den Weisen töricht und den Törichten kühn.
Wer nicht hinschaut, tritt daneben.
Sprichw.Unaufmerksamkeit ist die häufigste Ursache vermeidbarer Fehler.
Herkunft: Eine Arbeitsschutzformel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Leichtfertig begonnen ist halb verloren. Zweimal messen, einmal schneiden. Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Wer nichts riskiert, lebt länger und langweiliger.
Sprichw.Scherzhafte Abwägung zwischen Sicherheit und Erlebnis.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Wer nie Nein sagt, hat bald keine Zeit mehr für Ja.
Sprichw.Wer alles zusagt, kommt zu dem, was ihm wichtig ist, nicht mehr.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitsorganisation des 20. Jahrhunderts.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Die Jugend ist trunken ohne Wein.
Sprichw.Junge Menschen sind schon von sich aus überschwänglich, ohne dass es dazu eines Rausches bedürfte.
Herkunft: Der Ausspruch stammt aus Goethes „West-östlichem Divan“.
QuelleGoethe
Siehe auch: Jugend hat keine Tugend. Jugend ist keine Lebenszeit, sondern ein Zustand des Gemüts.
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.
Sprichw.Wer eine riskante Sache oft genug wiederholt, wird irgendwann Schiffbruch erleiden.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 14. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet. Der Krug steht für den alltäglichen, oft wiederholten Gang.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen. Wer alles auf eine Karte setzt, hat keine zweite.
Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.
Sprichw.Über den Ertrag einer Sache zu verfügen, bevor sie gelungen ist, ist verfrüht.
Herkunft: Das Bild ist in Europa seit dem Mittelalter verbreitet und findet sich unter anderem in einer Fabel von La Fontaine.
Auch: Man soll die Bärenhaut nicht verkaufen, bevor der Bär erlegt ist.
QuelleLa Fontaine
Siehe auch: Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten.
Wer alles auf eine Karte setzt, hat keine zweite.
Sprichw.Wer keine Rücklage lässt, hat nach dem Fehlschlag nichts mehr.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Kartenspiel und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer einmal Glück hatte, rechnet damit beim zweiten Mal. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Sprichw.Ohne ein gewisses Risiko einzugehen, kommt man zu keinem Gewinn.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qui audet adipiscitur“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wer wagt, gewinnt.
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nichts riskiert, lebt länger und langweiliger.
Kurze Sprichwörter
Erst besinnen, dann beginnen.
Sprichw.Ein Vorhaben will bedacht sein, bevor man es anfängt.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 17. Jahrhunderts.
Themen: VorsichtKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln. Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Jugend hat keine Tugend.
Sprichw.Nachsichtige Feststellung darüber, dass junge Menschen unbedacht handeln.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 17. Jahrhunderts. „Tugend“ meint hier nicht Sittlichkeit, sondern Besonnenheit.
Siehe auch: Die Jugend ist trunken ohne Wein. Jugend ist keine Lebenszeit, sondern ein Zustand des Gemüts.
Jugend muss sich austoben.
Sprichw.Ausgelassenheit in jungen Jahren gehört dazu und wächst sich aus.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und diente meist dazu, jugendliche Ausgelassenheit zu entschuldigen.
Auch: Jugend will sich austoben.
Siehe auch: Die Jugend braucht Vorbilder, keine Vorschriften. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären.
Leicht versprochen, schwer gehalten.
Sprichw.Eine unbedachte Zusage wird oft zur Last.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen. Versprechen und Halten sind zweierlei.
Übermut tut selten gut.
Sprichw.Wer über die Stränge schlägt, zahlt meist dafür.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen. Wasser hat keine Balken.
Wein macht kühne Leute.
Sprichw.Alkohol nimmt die Scheu und lässt Menschen wagemutiger auftreten, als sie sind.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Der Wein öffnet den Mund und schließt die Vernunft. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel.
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