Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Leichtsinn
Leichtsinn ist das Gegenstück zur Vorsicht und wird sprichwörtlich fast immer bestraft. Der Ton ist dabei eher belustigt als streng.
15 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Es ist noch immer gut gegangen.
Sprichw.Beruhigungsformel, die aus der bisherigen Erfahrung auf einen guten Ausgang schließt.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Beruhigungsformel des 20. Jahrhunderts, die aus der bisherigen Erfahrung auf die Zukunft schließt.
Siehe auch: Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Neuer Tag, neues Glück. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Sprichw.Wer nichts zu tun hat, kommt leicht auf dumme Gedanken.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei antiken Autoren und wurde durch die Klosterregeln des Mittelalters weiterverbreitet.
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch.
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Sprichw.Absichten allein bewirken nichts, wenn ihnen keine Taten folgen.
Herkunft: Der Gedanke wird Bernhard von Clairvaux zugeschrieben. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert verbreitet, meist als Warnung vor folgenloser Absicht.
QuelleBernhard von Clairvaux
Siehe auch: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Die Jugend ist trunken ohne Wein.
Sprichw.Junge Menschen sind schon von sich aus überschwänglich, ohne dass es dazu eines Rausches bedürfte.
Herkunft: Der Ausspruch stammt aus Goethes „West-östlichem Divan“.
QuelleGoethe
Siehe auch: Jugend hat keine Tugend.
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.
Sprichw.Wer eine riskante Sache oft genug wiederholt, wird irgendwann Schiffbruch erleiden.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 14. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet. Der Krug steht für den alltäglichen, oft wiederholten Gang.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen.
Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.
Sprichw.Über den Ertrag einer Sache zu verfügen, bevor sie gelungen ist, ist verfrüht.
Herkunft: Das Bild ist in Europa seit dem Mittelalter verbreitet und findet sich unter anderem in einer Fabel von La Fontaine.
Auch: Man soll die Bärenhaut nicht verkaufen, bevor der Bär erlegt ist.
QuelleLa Fontaine
Siehe auch: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Sprichw.Ohne ein gewisses Risiko einzugehen, kommt man zu keinem Gewinn.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qui audet adipiscitur“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wer wagt, gewinnt.
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Dem Mutigen gehört die Welt. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Sprichw.Wer das Risiko immer wieder sucht, wird ihm irgendwann zum Opfer fallen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach (3,26) im Alten Testament.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Glück und Glas, wie leicht bricht das. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.
Kurze Sprichwörter
Erst besinnen, dann beginnen.
Sprichw.Ein Vorhaben will bedacht sein, bevor man es anfängt.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 17. Jahrhunderts.
Themen: VorsichtKlugheit und Dummheit
Jugend hat keine Tugend.
Sprichw.Nachsichtige Feststellung darüber, dass junge Menschen unbedacht handeln.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 17. Jahrhunderts. „Tugend“ meint hier nicht Sittlichkeit, sondern Besonnenheit.
Siehe auch: Die Jugend ist trunken ohne Wein.
Jugend muss sich austoben.
Sprichw.Ausgelassenheit in jungen Jahren gehört dazu und wächst sich aus.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und diente meist dazu, jugendliche Ausgelassenheit zu entschuldigen.
Auch: Jugend will sich austoben.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit. Strenge Eltern, milde Kinder.
Leicht versprochen, schwer gehalten.
Sprichw.Eine unbedachte Zusage wird oft zur Last.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Versprechen und Halten sind zweierlei. Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen.
Übermut tut selten gut.
Sprichw.Wer über die Stränge schlägt, zahlt meist dafür.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wasser hat keine Balken. Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Wein macht kühne Leute.
Sprichw.Alkohol nimmt die Scheu und lässt Menschen wagemutiger auftreten, als sie sind.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus.
Wie gewonnen, so zerronnen.
Sprichw.Was mühelos zufällt, ist meist ebenso schnell wieder weg.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. „Zerrinnen“ meint das Zerfließen wie von Schnee.
Siehe auch: Wer alles behalten will, verliert am Ende alles. Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt.
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