A–Z-Verzeichnis
Sprichwörter mit I
Hier können Sie alle sprichwörter dieses Nachschlagewerks alphabetisch nachschlagen, deren Stichwort mit I beginnt. Sortiert wird wie im gedruckten Wörterbuch nach dem ersten inhaltstragenden Wort, Artikel bleiben unberücksichtigt.
35 Einträge mit Bedeutung · Seite 1 von 2
Im Alter wird der Mensch wieder Kind.
Sprichw.Am Lebensende kehren Angewiesenheit und Unmittelbarkeit der Kindheit zurück.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur belegt und findet sich als deutsches Sprichwort seit dem 16. Jahrhundert.
Siehe auch: Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar.
Im Alter zählen die Freunde, die geblieben sind.
Sprichw.Am Ende bemisst sich der Ertrag eines Lebens an den Beziehungen, die gehalten haben.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: AlterFreundschaftVergangenheit
Siehe auch: Jeder Abschied ist eine Probe darauf, was bleibt. Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt. Im Alter zählt nicht, was man hatte, sondern was man getan hat.
Im Alter zählt nicht, was man hatte, sondern was man getan hat.
Sprichw.Die Bilanz eines Lebens wird nach Taten gezogen, nicht nach Besitz.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt. Wer in der Jugend nichts wagt, hat im Alter nichts zu erzählen. Im Alter zählen die Freunde, die geblieben sind.
Im Handel entscheidet die Ware, nicht das Wort.
Sprichw.Auf Dauer setzt sich durch, was taugt, nicht was gut beworben wird.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: HandelEhrlichkeitErfahrung
Siehe auch: Wer nur auf den Preis sieht, kauft zweimal. Der Preis ist vergessen, die Qualität bleibt. Wer billig kauft, kauft zweimal.
Im Handel gilt das Wort.
Sprichw.Ein mündlich geschlossenes Geschäft ist ebenso bindend wie ein schriftliches.
Herkunft: Eine alte Kaufmannsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: HandelEhrlichkeitVertrauen
Siehe auch: Ein Mann, ein Wort. Wer wenig verspricht, kann viel halten. Wer viel verspricht, hält wenig.
Im Handel ist der Ruf das Kapital.
Sprichw.Ein guter Name bringt mehr Geschäfte ein als jedes Angebot.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: HandelEhrlichkeitReichtum
Siehe auch: Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt. Ein guter Name ist besser als Reichtum. Besser arm in Ehren als reich in Schanden.
Im Handel ist Geduld ein Zahlungsmittel.
Sprichw.Wer warten kann, verhandelt besser.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer lange feilscht, verliert den Kauf.
Im Schlaf sind alle Menschen gleich.
Sprichw.Im Schlaf zählen Rang und Vermögen nicht.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den antiken Moralisten, unter anderem bei Publilius Syrus.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Der Tod macht alle gleich. Wer vertraut, schläft besser. Wer nicht schlafen kann, hat meist zu viel gedacht.
Im Streit hört niemand zu.
Sprichw.Sobald man sich streitet, wird nur noch geantwortet, nicht mehr verstanden.
Herkunft: Eine Formel aus der Konfliktforschung des 20. Jahrhunderts.
Themen: StreitNachbarnKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt. Wer nachgibt, hat nicht verloren, sondern aufgehört. Wer den Streit sucht, findet ihn überall.
Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt.
Sprichw.Auch wer recht behält, zahlt für den Zwist mit Zeit, Geld und Beziehung.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: StreitNachbarnKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Im Streit hört niemand zu. Wer nachgibt, hat nicht verloren, sondern aufgehört. Wer den Streit sucht, findet ihn überall.
Im Unglück zeigt sich der Charakter.
Sprichw.Erst unter Druck wird sichtbar, wie jemand wirklich ist.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Moralisten, unter anderem bei Seneca.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Im Wein liegt Wahrheit.
Sprichw.Unter Alkoholeinfluss sagen Menschen oft, was sie sonst für sich behalten.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „in vino veritas“, die auf ein griechisches Sprichwort zurückgeht.
Themen: TrinkenWahrheitEhrlichkeit
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Im Winter zeigt sich, wer Holz gemacht hat.
Sprichw.Wer im Sommer vorgesorgt hat, kommt durch den Winter.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel, verwandt mit der Fabel von Grille und Ameise.
Themen: JahreszeitenFleißVorsicht
Siehe auch: Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben. Vorbeugen ist besser als heilen. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Im Zweifel für den Angeklagten.
Sprichw.Solange Schuld nicht bewiesen ist, gilt die für den Beschuldigten günstigere Annahme.
Herkunft: Übersetzung des juristischen Grundsatzes „in dubio pro reo“.
Themen: Recht und GerechtigkeitWahrheit
Siehe auch: Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei. Die kleinen Diebe hängt man, die großen lässt man laufen.
In der Ehe entscheiden die kleinen Dinge.
Sprichw.Nicht die großen Gesten tragen eine Verbindung, sondern der tägliche Umgang.
Herkunft: Eine Formel aus der Paarberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: EhePartnerschaftLeben
Siehe auch: Nicht die Feste zeigen ein Paar, sondern die Dienstage. Die Ehe ist Himmel und Hölle zugleich. Kein Tag gleicht dem anderen.
In der Ehe gewinnt niemand allein.
Sprichw.Wer den Streit für sich entscheidet, hat der Verbindung geschadet.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Paarberatung.
Themen: EhePartnerschaftStreit
Siehe auch: Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
In der Ehe ist Schweigen kein Frieden.
Sprichw.Wo nicht mehr gestritten wird, ist oft nicht Einigkeit, sondern Gleichgültigkeit eingezogen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Paarberatung.
Themen: EhePartnerschaftStreit
Siehe auch: Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
In der Ehe muss man verzeihen können.
Sprichw.Eine lange Verbindung hält nur, wo Fehler nicht aufgerechnet werden.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: EhePartnerschaftStreit
Siehe auch: Zu einer guten Ehe gehören zwei, die verzeihen können. Nicht der erste Streit entscheidet, sondern die erste Versöhnung. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere.
In der Ehe zählt nicht der Hochzeitstag, sondern der Alltag.
Sprichw.Eine Verbindung entscheidet sich nicht am Fest, sondern an den Tagen danach.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Themen: EhePartnerschaftLeben
Siehe auch: Nach der Hochzeit kommt der Alltag. In der Ehe muss man verzeihen können. Eine gute Ehe ist keine Fügung, sondern Arbeit.
In der Familie lernt man, was man sonst nirgends lernt.
Sprichw.Der Umgang mit Nähe und Konflikt wird zu Hause eingeübt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
In der Familie zählt nicht, wer recht hat.
Sprichw.Innerhalb einer Familie ist der Zusammenhalt wichtiger als der gewonnene Streit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: FamilieStreitZusammenhalt
Siehe auch: Familienbande halten fest, auch wenn sie drücken. Zu einer guten Ehe gehören zwei, die verzeihen können. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere.
In der Fremde lernt man die Heimat schätzen.
Sprichw.Erst der Abstand macht deutlich, was man an dem hat, wo man herkommt.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Ovid, der ihn in seinen Briefen aus der Verbannung ausführt.
Themen: ReisenHaus und HeimatDankbarkeit
QuelleOvid
Siehe auch: Ost, West, zu Hause best. Kein Weg ist zu lang für den, der heimkehrt. Die Heimat erkennt man erst aus der Ferne.
In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter.
Sprichw.Was in jungen Jahren angelegt wird, trägt oder fehlt später.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Jung gewohnt, alt getan. Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben. Wer früh sparen lernt, braucht es später nicht.
In der Kürze liegt die Würze.
Sprichw.Eine knappe Darstellung wirkt stärker als eine ausufernde.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke selbst findet sich schon in der antiken Rhetorik als Lob der Knappheit.
Themen: Klugheit und DummheitWissen
Siehe auch: Erst denken, dann reden.
In der Not erkennt man seine Freunde.
Sprichw.Erst wenn es schwierig wird, zeigt sich, auf wen man sich wirklich verlassen kann.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „amicus certus in re incerta cernitur“, das Cicero in seiner Schrift über die Freundschaft zitiert.
Auch: Den Freund erkennt man in der Not.
Themen: FreundschaftUnglückVertrauen
QuelleCicero
Siehe auch: Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. Geteilte Last ist halbe Last.
In der Not frisst der Teufel Fliegen.
Sprichw.Wer keine Wahl hat, nimmt auch das, was er sonst verschmähen würde.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Die Fliege galt als das geringste denkbare Tier, das selbst der Teufel verschmähen würde.
Siehe auch: Arm sein ist keine Schande, aber sehr unbequem. Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund.
In der Not schmeckt jedes Brot.
Sprichw.Wer wirklich Hunger hat, stellt keine Ansprüche.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Hunger ist der beste Koch. Wer mit dem Essen spielt, hat noch keinen Hunger gekannt. Salz und Brot macht Wangen rot.
In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton.
Sprichw.Worüber gestritten wird, ist meist weniger wichtig als wie.
Herkunft: Eine Formel aus der Paarberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: PartnerschaftStreitNachbarn
Siehe auch: Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
In der Schule lernt man nicht für den Lehrer.
Sprichw.Der Ertrag des Unterrichts kommt dem Lernenden zugute, niemandem sonst.
Herkunft: Eine Umkehrung von Senecas Klage, man lerne für die Schule statt für das Leben.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wissen ohne Anwendung ist wie eine Wolke ohne Regen. Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen.
In guten wie in schlechten Tagen.
Sprichw.Formel aus dem Eheversprechen, mit der Beistand unabhängig von den Umständen zugesagt wird.
Herkunft: Stammt aus dem Traugelöbnis der christlichen Kirchen und ist von dort in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen.
Themen: EhePartnerschaftZusammenhalt
Siehe auch: Durch dick und dünn gehen.