Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über das Lernen
Lernen ist im Sprichwort lebenslang, mühsam und nie abgeschlossen. Der Ton reicht von ermutigend bis resigniert.
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Bekannte Sprichwörter
Aus einer Niederlage lernt man mehr als aus einem Sieg.
Sprichw.Der Erfolg erklärt sich nicht, das Scheitern zwingt zur Untersuchung.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Historikern und wurde im 19. Jahrhundert zur militärischen Lehrformel.
Themen: MisserfolgErfahrung
Siehe auch: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Die Jugend darf sich irren, das Alter muss es zugeben. Aus Fehlern wird man klug, aber nicht immer sofort.
Aus Fehlern wird man klug, aber nicht immer sofort.
Sprichw.Manche Erfahrung muss man mehrfach machen, bevor sie sitzt.
Herkunft: Eine ironische Erweiterung des älteren Sprichworts, im 20. Jahrhundert verbreitet.
Themen: MisserfolgErfahrung
Siehe auch: Aus einer Niederlage lernt man mehr als aus einem Sieg. Übung macht den Meister. Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen.
Die beste Schule ist die, aus der man neugierig herauskommt.
Sprichw.Der Maßstab für Unterricht ist nicht das Wissen am Ende, sondern die Lust auf mehr.
Herkunft: Eine Formel aus der Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Ein Kind, das fragt, denkt schon.
Eine Ehe will gelernt sein wie ein Handwerk.
Sprichw.Auch das Zusammenleben verlangt Übung und lässt sich nicht voraussetzen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Übung macht den Meister. Kein Meister ohne Lehrzeit. Wie der Meister, so das Werk.
Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel.
Sprichw.Kinder brauchen Halt und zugleich die Freiheit, eigene Wege zu gehen.
Herkunft: Die verbreitete Zuschreibung an Goethe ist nicht belegt; die Formulierung taucht erst im 20. Jahrhundert auf.
QuelleGoethe
Siehe auch: Eltern können begleiten, nicht gehen. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
Eltern können nur weitergeben, was sie selbst gelernt haben.
Sprichw.Erziehung reicht nur so weit, wie die eigene Erfahrung trägt.
Herkunft: Eine Formel aus der Erziehungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit. Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Eltern sind die ersten Lehrer und die letzten Richter.
Eltern sind die ersten Lehrer und die letzten Richter.
Sprichw.Die elterliche Bewertung wirkt lebenslang nach.
Herkunft: Eine Formel aus der Entwicklungspsychologie des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit. Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Eltern können nur weitergeben, was sie selbst gelernt haben.
Es lernt sich nichts von selbst.
Sprichw.Kenntnisse stellen sich nicht ein, ohne dass man sich darum bemüht.
Herkunft: Ein Merksatz aus der Schulliteratur des 19. Jahrhunderts, der sich gegen die Annahme richtet, Begabung ersetze Übung.
Siehe auch: Wer nicht lernt, verlernt. Ohne Fleiß kein Preis. Fleiß schlägt Begabung, wenn Begabung nicht fleißig ist.
Das Gestern ist ein guter Lehrer und ein schlechter Wohnort.
Sprichw.Aus dem Vergangenen soll man lernen, aber nicht darin verweilen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: VergangenheitNeuanfang
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck.
Großzügigkeit ist eine Übung, keine Anlage.
Sprichw.Wer teilen will, muss es sich angewöhnen; von selbst stellt es sich nicht ein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: GroßzügigkeitBescheidenheit
Siehe auch: Geben, ohne zu rechnen, ist die einzige Großzügigkeit. Wer dankbar lebt, hat weniger Ansprüche. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Ein guter Lehrer macht sich überflüssig.
Sprichw.Ziel des Unterrichts ist, dass der Lernende ihn nicht mehr braucht.
Herkunft: Eine Formel aus der Reformpädagogik des frühen 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer lehrt, lernt zweimal. Wer lehren will, muss zuhören können. Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Das Handwerk lehrt Geduld, nicht die Schule.
Sprichw.Was sich nicht beschleunigen lässt, lernt man nur an der Werkbank.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Probieren geht über Studieren. Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Kein Meister ohne Lehrzeit.
In der Familie lernt man, was man sonst nirgends lernt.
Sprichw.Der Umgang mit Nähe und Konflikt wird zu Hause eingeübt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter.
Sprichw.Was in jungen Jahren angelegt wird, trägt oder fehlt später.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Jung gewohnt, alt getan. Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben. Wer früh sparen lernt, braucht es später nicht.
In der Schule lernt man nicht für den Lehrer.
Sprichw.Der Ertrag des Unterrichts kommt dem Lernenden zugute, niemandem sonst.
Herkunft: Eine Umkehrung von Senecas Klage, man lerne für die Schule statt für das Leben.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wissen ohne Anwendung ist wie eine Wolke ohne Regen. Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen.
Die Jugend braucht Vorbilder, keine Vorschriften.
Sprichw.Junge Menschen richten sich nach dem, was ihnen vorgelebt wird, nicht nach dem, was ihnen gesagt wird.
Herkunft: Eine Formel aus der Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Kinder sind der Eltern Spiegel. Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen.
Ein Kind, das fragt, denkt schon.
Sprichw.Die Frage ist bereits der Anfang des Verstehens.
Herkunft: Eine Formel aus der Pädagogik des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Die beste Schule ist die, aus der man neugierig herauskommt. Wer viel fragt, bekommt viel Antwort.
Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen.
Sprichw.Vorgelebtes wirkt stärker als jede Ermahnung.
Herkunft: Eine Formel aus der Erziehungsliteratur des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Kinder sind der Eltern Spiegel. Die Jugend braucht Vorbilder, keine Vorschriften. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
Das Leben ist die beste Schule.
Sprichw.Was man selbst erlebt, prägt sich stärker ein als jeder Unterricht.
Herkunft: Der Gedanke ist die Umkehrung von Senecas Klage, man lerne für die Schule statt für das Leben. Als deutsche Formel seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
QuelleSeneca
Siehe auch: Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld. Probieren geht über Studieren. Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Sprichw.Unterricht kann den Weg zeigen, gehen muss ihn der Lernende.
Herkunft: Die Formel wird als chinesisches Sprichwort zitiert, ohne dass sich eine Quelle nachweisen ließe.
Siehe auch: Wer lehrt, lernt zweimal. Wer lehren will, muss zuhören können. Ein guter Lehrer macht sich überflüssig.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der beste Lehrer ist die Not.
Sprichw.Unter Druck lernt man schneller als in jedem Unterricht.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der antiken Literatur und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben. Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Sprichw.Was man selbst erlebt hat, prägt sich stärker ein als jeder Unterricht.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „experientia docet“.
Siehe auch: Wissen ohne Anwendung ist wie eine Wolke ohne Regen. Probieren geht über Studieren. Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Sprichw.Niemand beherrscht eine Sache von Anfang an; jeder muss sie erst lernen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang.
Sprichw.Ein Leben reicht nicht aus, um ein Fach ganz zu beherrschen.
Herkunft: Der erste Aphorismus des Hippokrates, lateinisch als „ars longa, vita brevis“ überliefert.
QuelleHippokrates
Siehe auch: Der Tod ist die Grenze, das Leben das Maß. Übung macht den Meister. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Lernen ist wie Rudern gegen den Strom.
Sprichw.Wer aufhört zu üben, fällt zurück, statt stehenzubleiben.
Herkunft: Die Formel wird häufig Laozi oder Konfuzius zugeschrieben, stammt aber nachweislich aus einem deutschen Schulbuch des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein. Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke.
Kurze Sprichwörter
Aller Anfang ist schwer.
Sprichw.Der Einstieg in etwas Neues kostet am meisten Überwindung, danach wird es leichter.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Eine bestimmte Quelle lässt sich nicht ausmachen, weil die Beobachtung so naheliegt, dass sie mehrfach unabhängig entstanden sein dürfte.
Siehe auch: Der erste Schritt ist der schwerste. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Aus Fehlern lernt man.
Sprichw.Ein Fehlschlag ist kein Verlust, solange man daraus etwas mitnimmt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in der lateinischen Formel „errando discimus“ und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Themen: MisserfolgErfahrung
Siehe auch: Wer lebt, macht Fehler; wer keine macht, lebt nicht. Stillstand ist Rückschritt.
Jung gewohnt, alt getan.
Sprichw.Was man sich früh angewöhnt, behält man ein Leben lang bei.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz gehört zu einer Gruppe von Sprüchen, die aus der frühen Prägung eine lebenslange Festlegung ableiten.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter. Wer früh sparen lernt, braucht es später nicht.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Sprichw.Wer noch in der Ausbildung ist, muss Mühen und Anweisungen hinnehmen.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen und bezog sich auf die Stellung des Lehrlings gegenüber dem Meister.
Siehe auch: Kein Meister ohne Lehrzeit. Handwerk hat goldenen Boden. Das Handwerk lehrt Geduld, nicht die Schule.
Man lernt nie aus.
Sprichw.Auch wer viel weiß, stößt immer wieder auf Neues.
Herkunft: Die Formel ist eine Verkürzung des älteren Satzes, man lerne, solange man lebe, der als lateinisches „tamdiu discendum est, quamdiu vivas“ bei Seneca belegt ist.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
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