Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über das Lernen
Lernen ist im Sprichwort lebenslang, mühsam und nie abgeschlossen. Der Ton reicht von ermutigend bis resigniert.
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Bekannte Sprichwörter
Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel.
Sprichw.Kinder brauchen Halt und zugleich die Freiheit, eigene Wege zu gehen.
Herkunft: Die verbreitete Zuschreibung an Goethe ist nicht belegt; die Formulierung taucht erst im 20. Jahrhundert auf.
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen.
Es lernt sich nichts von selbst.
Sprichw.Kenntnisse stellen sich nicht ein, ohne dass man sich darum bemüht.
Herkunft: Ein Merksatz aus der Schulliteratur des 19. Jahrhunderts, der sich gegen die Annahme richtet, Begabung ersetze Übung.
Siehe auch: Wer nicht lernt, verlernt. Ohne Fleiß kein Preis.
In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter.
Sprichw.Was in jungen Jahren angelegt wird, trägt oder fehlt später.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Jung gewohnt, alt getan. Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben.
Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen.
Sprichw.Vorgelebtes wirkt stärker als jede Ermahnung.
Herkunft: Eine Formel aus der Erziehungsliteratur des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Kinder sind der Eltern Spiegel. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit. Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel.
Das Leben ist die beste Schule.
Sprichw.Was man selbst erlebt, prägt sich stärker ein als jeder Unterricht.
Herkunft: Der Gedanke ist die Umkehrung von Senecas Klage, man lerne für die Schule statt für das Leben. Als deutsche Formel seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
QuelleSeneca
Siehe auch: Probieren geht über Studieren. Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Sprichw.Unterricht kann den Weg zeigen, gehen muss ihn der Lernende.
Herkunft: Die Formel wird als chinesisches Sprichwort zitiert, ohne dass sich eine Quelle nachweisen ließe.
Siehe auch: Wer lehrt, lernt doppelt.
Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.
Sprichw.Ohne Kenntnis der Vorgeschichte bleiben gegenwärtige Verhältnisse unerklärlich.
Herkunft: Der Gedanke geht in verschiedenen Fassungen auf die Geschichtsschreibung der Antike zurück und ist im 20. Jahrhundert in dieser knappen Form geläufig geworden.
Themen: VergangenheitWissen
Siehe auch: Wissen ist Macht. Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer.
Sprichw.Die kurze Peinlichkeit einer Frage wiegt leichter als dauerhaftes Nichtwissen.
Herkunft: Wird meist als chinesisches Sprichwort zitiert, ohne dass sich eine Quelle nachweisen ließe.
Themen: SchuleKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Wer viel fragt, bekommt viel Antwort.
Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
Sprichw.Wer andere prägen will, muss zuerst an sich arbeiten.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei mehreren Pädagogen des 19. Jahrhunderts, unter anderem bei Friedrich Fröbel.
QuelleFröbel
Siehe auch: Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es.
Wer nicht fragt, bleibt dumm.
Sprichw.Nur wer nachfragt, schließt seine Wissenslücken.
Herkunft: Die Formel ist im deutschen Sprachraum durch die Sendung mit der Maus allgemein bekannt geworden; als Redensart ist sie älter.
Themen: SchuleKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer. Man lernt nie aus.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Sprichw.Was man selbst erlebt hat, prägt sich stärker ein als jeder Unterricht.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „experientia docet“.
Siehe auch: Probieren geht über Studieren. Das Leben ist die beste Schule. Gebranntes Kind scheut das Feuer.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Sprichw.Niemand beherrscht eine Sache von Anfang an; jeder muss sie erst lernen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang.
Sprichw.Ein Leben reicht nicht aus, um ein Fach ganz zu beherrschen.
Herkunft: Der erste Aphorismus des Hippokrates, lateinisch als „ars longa, vita brevis“ überliefert.
QuelleHippokrates
Siehe auch: Übung macht den Meister. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Sterben müssen wir alle.
Lernen ist wie Rudern gegen den Strom.
Sprichw.Wer aufhört zu üben, fällt zurück, statt stehenzubleiben.
Herkunft: Die Formel wird häufig Laozi oder Konfuzius zugeschrieben, stammt aber nachweislich aus einem deutschen Schulbuch des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Steter Tropfen höhlt den Stein. Es fällt kein Baum auf den ersten Hieb.
Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise beantworten können.
Sprichw.Eine dumme Frage zu stellen ist leicht, sie sinnvoll zu beantworten oft unmöglich.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Die Sieben steht wie oft in Sprichwörtern nicht für eine Zahl, sondern für eine unbestimmte Menge.
Themen: Klugheit und DummheitWissen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie man fragt, so wird man belehrt. Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz. Das Denken soll man den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf.
Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
Sprichw.Der Sinn des Lernens liegt nicht in der Prüfung, sondern in dem, was danach kommt.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Umkehrung einer Klage Senecas, der kritisierte, man lerne für die Schule statt für das Leben („non vitae, sed scholae discimus“).
Auch: Non scholae, sed vitae discimus.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wissen ist Macht. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.
Ein voller Bauch studiert nicht gern.
Sprichw.Nach einer reichlichen Mahlzeit fällt geistige Arbeit schwer.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Studentensprache, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten.
Sprichw.Anlagen und Eigenarten zeigen sich schon früh.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Korbmacherei und dem Schmiedehandwerk: Ein Haken wird gebogen, solange das Material biegsam ist. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Auch: Was ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten.
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Sprichw.Was in jungen Jahren versäumt wird, lässt sich später nur noch schwer nachholen.
Herkunft: Der Reimspruch spielt mit der Verkleinerungsform desselben Namens für Kind und Erwachsenen. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Jung gewohnt, alt getan. Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Wer viel fragt, bekommt viel Antwort.
Sprichw.Wer nachhakt, erfährt auch mehr; gelegentlich auch spöttisch für allzu Neugierige gebraucht.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, dort meist als Spott auf allzu Neugierige.
Themen: Wissen
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man lernt nie aus. Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer.
Kurze Sprichwörter
Aller Anfang ist schwer.
Sprichw.Der Einstieg in etwas Neues kostet am meisten Überwindung, danach wird es leichter.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Eine bestimmte Quelle lässt sich nicht ausmachen, weil die Beobachtung so naheliegt, dass sie mehrfach unabhängig entstanden sein dürfte.
Siehe auch: Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Aus Fehlern lernt man.
Sprichw.Ein Fehlschlag ist kein Verlust, solange man daraus etwas mitnimmt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in der lateinischen Formel „errando discimus“ und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Themen: MisserfolgErfahrung
Jung gewohnt, alt getan.
Sprichw.Was man sich früh angewöhnt, behält man ein Leben lang bei.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz gehört zu einer Gruppe von Sprüchen, die aus der frühen Prägung eine lebenslange Festlegung ableiten.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter. Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Sprichw.Wer noch in der Ausbildung ist, muss Mühen und Anweisungen hinnehmen.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen und bezog sich auf die Stellung des Lehrlings gegenüber dem Meister.
Siehe auch: Handwerk hat goldenen Boden.
Man lernt nie aus.
Sprichw.Auch wer viel weiß, stößt immer wieder auf Neues.
Herkunft: Die Formel ist eine Verkürzung des älteren Satzes, man lerne, solange man lebe, der als lateinisches „tamdiu discendum est, quamdiu vivas“ bei Seneca belegt ist.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Probieren geht über Studieren.
Sprichw.Eigene Versuche bringen oft mehr als theoretische Überlegungen.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Er stammt aus dem Gegensatz zwischen handwerklicher Erfahrung und gelehrter Bildung.
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Das Leben ist die beste Schule.
Reisen bildet.
Sprichw.Wer fremde Orte kennenlernt, erweitert seinen Horizont.
Herkunft: Die Formel geht auf die Bildungsreise des 18. Jahrhunderts zurück, die zur Ausbildung junger Adliger und Bürgersöhne gehörte.
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Andere Länder, andere Sitten. Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen.
Übung macht den Meister.
Sprichw.Fertigkeiten entstehen durch wiederholtes Tun, nicht durch Begabung allein.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. Der Gedanke selbst ist älter und findet sich als lateinische Formel „exercitatio artem parat“.
Themen: FleißHandwerkErfahrung
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Wer lehrt, lernt doppelt.
Sprichw.Wer etwas erklären muss, versteht es selbst erst richtig.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Seneca zurück („docendo discimus“).
QuelleSeneca
Siehe auch: Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Wer nicht lernt, verlernt.
Sprichw.Kenntnisse gehen verloren, wenn man sie nicht auffrischt.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungssprache des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Es lernt sich nichts von selbst.
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