Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über Veränderung
Veränderung wird in Sprichwörtern selten gefeiert und selten verdammt. Meistens wird sie einfach als unvermeidlich behandelt.
38 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Das Alte muss weichen, damit Neues Platz hat.
Sprichw.Neues entsteht nicht neben dem Alten, sondern an seiner Stelle.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Gedanken, dass jeder Anfang ein Ende voraussetzt.
Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt.
Sprichw.Bei jedem Umzug geht so viel zu Bruch oder verloren, dass sich der Schaden summiert.
Benjamin Franklinamerikanischer Staatsmann und Publizist, 1706 bis 1790
Herkunft: Der Gedanke wird auf eine Bemerkung Benjamin Franklins zurückgeführt.
Themen: Haus und HeimatGeld
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Alte Bäume verpflanzt man nicht. Wie gewonnen, so zerronnen.
Die Ehe ist kein Hafen, sondern eine Fahrt.
Sprichw.Eine Verbindung ist kein erreichter Zustand, sondern etwas, das laufend gestaltet wird.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Paarberatung.
Themen: EhePartnerschaft
Siehe auch: In der Ehe zählt nicht der Hochzeitstag, sondern der Alltag. In der Ehe muss man verzeihen können. Eine gute Ehe ist keine Fügung, sondern Arbeit.
Jede Veränderung kostet, auch die zum Besseren.
Sprichw.Auch eine Verbesserung verlangt Aufwand und Gewöhnung.
Herkunft: Eine Formel aus der Organisationslehre des 20. Jahrhunderts.
Jeder Anfang braucht ein Ende.
Sprichw.Etwas Neues beginnt erst, wenn das Alte abgeschlossen ist.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken vom Abschied als Anfang.
Siehe auch: Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören. Wer neu anfängt, darf alte Fehler nicht mitnehmen. Was vorbei ist, ist vorbei.
Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen.
Sprichw.Eine einmal eingetretene Entwicklung lässt sich nicht rückgängig machen.
Herkunft: Das Bild vom Rad der Zeit geht auf das antike Motiv des Schicksalsrads zurück, das im Mittelalter als Glücksrad weit verbreitet war.
Themen: VergangenheitZeit
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn. Stillstand ist Rückschritt.
Nichts bleibt, wie es ist.
Sprichw.Beständigkeit ist eine Täuschung, die nur aus der Nähe entsteht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Heraklit zurück und ist im Deutschen als knappe Formel seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
QuelleHeraklit
Siehe auch: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Kein Tag gleicht dem anderen. Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch.
Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Sprichw.Das Einzige, worauf Verlass ist, ist die Tatsache, dass sich alles ändert.
Herkunft: Die Zuschreibung an Heraklit ist verbreitet; in dieser Formulierung ist sie nicht belegt.
QuelleHeraklit
Siehe auch: Nichts bleibt, wie es ist. Kein Tag gleicht dem anderen. Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch.
Kein Tag gleicht dem anderen.
Sprichw.Auch der gleichförmige Alltag ist nie zweimal derselbe.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Heraklits Satz vom Fluss zurück und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
QuelleHeraklit
Siehe auch: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Nichts bleibt, wie es ist. Es ist nicht alle Tage Sonntag.
Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Sprichw.Spöttisch über Menschen, die alles Ungewohnte ablehnen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und wurde vor allem städtisch gegen ländliche Zurückhaltung gebraucht.
Themen: LandwirtschaftEssen
Siehe auch: Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten. Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke. Andere Zeiten, andere Sitten.
Wer den anderen ändern will, hat den falschen gewählt.
Sprichw.Eine Verbindung, die auf Umerziehung setzt, beginnt mit einem Irrtum.
Herkunft: Eine Formel aus der Paarberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: EhePartnerschaft
Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten.
Sprichw.Ohne Änderung des Vorgehens ändert sich auch das Ergebnis nicht.
Herkunft: Der Ausspruch wird gern Albert Einstein zugeschrieben; nachweisbar ist die Formulierung erst in amerikanischer Ratgeberliteratur der 1980er Jahre.
Themen: MisserfolgKlugheit und Dummheit
QuelleEinstein
Siehe auch: Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören.
Sprichw.Vor jedem Anfang steht ein Ende, das man vollziehen muss.
Herkunft: Eine Formel aus der Beratungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nichts anfängt, bringt nichts zu Ende. Jeder Anfang braucht ein Ende. Was vorbei ist, ist vorbei.
Wer neu anfängt, darf alte Fehler nicht mitnehmen.
Sprichw.Ein Neubeginn wirkt nur, wenn man das Alte tatsächlich zurücklässt.
Herkunft: Eine Formel aus der Beratungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Jeder Anfang braucht ein Ende. Wer die alten Wege verlässt, findet neue. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.
Wer Neues wagt, muss Altes lassen.
Sprichw.Jeder Aufbruch verlangt, dass man etwas zurücklässt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus dem Umfeld der Lebensberatung, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Wer nicht loslassen kann, kommt nicht an.
Sprichw.Wer am Vergangenen festhält, kann sich auf Neues nicht einlassen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Siehe auch: Was vorbei ist, ist vorbei. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn. Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Wer nichts verändert, verliert auch.
Sprichw.Der Verzicht auf Veränderung ist keine sichere Wahl, sondern eine andere Form des Risikos.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Wirtschaftssprache.
Themen: NeuanfangMisserfolg
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer nur verwaltet, gestaltet nichts. Wer nie verliert, hat nie gespielt.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Sprichw.Ältere Menschen sollte man nicht aus ihrer gewohnten Umgebung reißen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung, die auf den Menschen übertragen wird: Ein alter Baum wächst nach dem Umsetzen kaum noch an, weil die Wurzeln zu weit reichen.
Themen: AlterHaus und Heimat
Siehe auch: Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt. Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Ein Baum, den man oft versetzt, wächst nicht.
Sprichw.Wer ständig neu anfängt, kann nirgends richtig Fuß fassen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung: Ein häufig umgepflanzter Baum bildet keine tragfähigen Wurzeln aus. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: Haus und HeimatNatur
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Sprichw.Jeder darf selbst entscheiden, was ihn glücklich macht; oft resigniert gesagt, wenn jemand auf einem Irrtum beharrt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Ursprünglich als Zugeständnis an die Entscheidungsfreiheit gemeint, heute meist resigniert gebraucht.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Neues wagt, muss Altes lassen. Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts. Wer lebt, wie er will, stirbt, wie er muss.
Die Natur macht keine Sprünge.
Sprichw.Entwicklungen verlaufen schrittweise, nicht in Sprüngen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „natura non facit saltus“, das seit Leibniz als naturwissenschaftlicher Grundsatz gilt.
QuelleLeibniz
Siehe auch: Stillstand ist Rückschritt.
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.
Sprichw.Wer den eigenen Fehler erkennt, hat den schwierigsten Teil der Korrektur hinter sich.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die Inschrift am Apollontempel von Delphi zurück, die zur Selbsterkenntnis auffordert.
Themen: BescheidenheitErfahrung
QuelleOrakel von Delphi
Siehe auch: Aus einer Niederlage lernt man mehr als aus einem Sieg. Die Jugend darf sich irren, das Alter muss es zugeben. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Wer den Hafen wechselt, ändert nicht das Wetter.
Sprichw.Ein Ortswechsel ändert nichts an dem, was man mitbringt.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Horaz, der schreibt, wer über das Meer eile, wechsle den Himmel, nicht das Gemüt.
QuelleHoraz
Siehe auch: Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit. Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst.
Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke.
Sprichw.Wer sich nicht weiterentwickelt, verliert gegenüber anderen an Boden.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Der Vers stammt von Johann Wolfgang von Goethe und ist in dieser Form aus seinen Sprüchen überliefert.
QuelleGoethe
Siehe auch: Stillstand ist Rückschritt. Wer rastet, der rostet. Wer nur verwaltet, gestaltet nichts.
Kurze Sprichwörter
Andere Zeiten, andere Sitten.
Sprichw.Was früher üblich war, muss heute nicht mehr gelten.
Herkunft: Die Formel ist die zeitliche Entsprechung zum Satz von den anderen Ländern und anderen Sitten. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VergangenheitNachbarn
Siehe auch: Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten. Wer die alten Wege verlässt, findet neue. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Handel bringt Wandel.
Sprichw.Wo Waren getauscht werden, verändern sich auch die Verhältnisse.
Herkunft: Eine Formel aus der Kaufmannssprache des 19. Jahrhunderts, entstanden mit dem Aufblühen des Fernhandels.
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Stillstand ist Rückschritt. Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen.
Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Sprichw.Aus einer unscheinbaren Kleinigkeit kann etwas Großes entstehen.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Naturlehre des 18. Jahrhunderts und wurde von dort auf Geschichte und Alltag übertragen.
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Die Natur vergisst nichts. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Neue Herren, neue Gesetze.
Sprichw.Mit einer neuen Führung ändern sich auch die Regeln.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, entstanden in einer Zeit, in der ein Herrschaftswechsel tatsächlich neue Rechtsordnungen brachte.
Themen: MachtRecht und Gerechtigkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wetter und Laune ändern sich schnell. Kein Wetter hält ewig. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Stillstand ist Rückschritt.
Sprichw.Wer sich nicht weiterentwickelt, fällt gegenüber anderen zurück.
Herkunft: Eine Formel aus der Fortschrittssprache des 19. Jahrhunderts, verwandt mit Goethes Vers vom Vorwärtsgehen.
Themen: FleißMisserfolg
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Handel bringt Wandel.
Veränderung beginnt im Kopf.
Sprichw.Vor jeder äußeren Änderung steht die Entscheidung dazu.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Siehe auch: Nicht das Fallen ist die Schande, sondern das Liegenbleiben. Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit.
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