Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über Veränderung
Veränderung wird in Sprichwörtern selten gefeiert und selten verdammt. Meistens wird sie einfach als unvermeidlich behandelt.
17 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt.
Sprichw.Bei jedem Umzug geht so viel zu Bruch oder verloren, dass sich der Schaden summiert.
Benjamin Franklinamerikanischer Staatsmann und Publizist, 1706 bis 1790
Herkunft: Der Gedanke wird auf eine Bemerkung Benjamin Franklins zurückgeführt.
Themen: Haus und HeimatGeld
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Alte Bäume verpflanzt man nicht. Wie gewonnen, so zerronnen.
Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen.
Sprichw.Eine einmal eingetretene Entwicklung lässt sich nicht rückgängig machen.
Herkunft: Das Bild vom Rad der Zeit geht auf das antike Motiv des Schicksalsrads zurück, das im Mittelalter als Glücksrad weit verbreitet war.
Themen: VergangenheitZeit
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn. Handel bringt Wandel.
Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Sprichw.Das Einzige, worauf Verlass ist, ist die Tatsache, dass sich alles ändert.
Herkunft: Die Zuschreibung an Heraklit ist verbreitet; in dieser Formulierung ist sie nicht belegt.
QuelleHeraklit
Siehe auch: Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. In der Ehe zählt nicht der Hochzeitstag, sondern der Alltag. Andere Zeiten, andere Sitten.
Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Sprichw.Spöttisch über Menschen, die alles Ungewohnte ablehnen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und wurde vor allem städtisch gegen ländliche Zurückhaltung gebraucht.
Themen: LandwirtschaftEssen
Siehe auch: Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke. Andere Zeiten, andere Sitten. Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Wer Neues wagt, muss Altes lassen.
Sprichw.Jeder Aufbruch verlangt, dass man etwas zurücklässt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus dem Umfeld der Lebensberatung, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Sprichw.Ältere Menschen sollte man nicht aus ihrer gewohnten Umgebung reißen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung, die auf den Menschen übertragen wird: Ein alter Baum wächst nach dem Umsetzen kaum noch an, weil die Wurzeln zu weit reichen.
Themen: AlterHaus und Heimat
Siehe auch: Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Ein Baum, den man oft versetzt, wächst nicht.
Sprichw.Wer ständig neu anfängt, kann nirgends richtig Fuß fassen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung: Ein häufig umgepflanzter Baum bildet keine tragfähigen Wurzeln aus. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: Haus und HeimatNatur
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Sprichw.Jeder darf selbst entscheiden, was ihn glücklich macht; oft resigniert gesagt, wenn jemand auf einem Irrtum beharrt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Ursprünglich als Zugeständnis an die Entscheidungsfreiheit gemeint, heute meist resigniert gebraucht.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Neues wagt, muss Altes lassen. Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts. Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Die Natur macht keine Sprünge.
Sprichw.Entwicklungen verlaufen schrittweise, nicht in Sprüngen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „natura non facit saltus“, das seit Leibniz als naturwissenschaftlicher Grundsatz gilt.
QuelleLeibniz
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.
Sprichw.Wer den eigenen Fehler erkennt, hat den schwierigsten Teil der Korrektur hinter sich.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die Inschrift am Apollontempel von Delphi zurück, die zur Selbsterkenntnis auffordert.
Themen: BescheidenheitErfahrung
QuelleOrakel von Delphi
Siehe auch: Irren ist menschlich. Durch Schaden wird man klug. Demut ist der Anfang aller Weisheit.
Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke.
Sprichw.Wer sich nicht weiterentwickelt, verliert gegenüber anderen an Boden.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Der Vers stammt von Johann Wolfgang von Goethe und ist in dieser Form aus seinen Sprüchen überliefert.
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer rastet, der rostet. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn. Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen.
Wo gehobelt wird, da fallen Späne.
Sprichw.Wo etwas geschaffen oder verändert wird, lassen sich Verluste und Reibungen nicht ganz vermeiden.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Tischlerei. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, im 20. Jahrhundert häufig zur Rechtfertigung von Opfern missbraucht.
Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke.
Sprichw.Das Äußere ändert sich, das Wesen bleibt.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „lupus pilum mutat, non mentem“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Die Katze lässt das Mausen nicht. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Stille Wasser sind tief.
Kurze Sprichwörter
Andere Zeiten, andere Sitten.
Sprichw.Was früher üblich war, muss heute nicht mehr gelten.
Herkunft: Die Formel ist die zeitliche Entsprechung zum Satz von den anderen Ländern und anderen Sitten. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VergangenheitNachbarn
Siehe auch: Wer die alten Wege verlässt, findet neue. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Handel bringt Wandel.
Sprichw.Wo Waren getauscht werden, verändern sich auch die Verhältnisse.
Herkunft: Eine Formel aus der Kaufmannssprache des 19. Jahrhunderts, entstanden mit dem Aufblühen des Fernhandels.
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen.
Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Sprichw.Aus einer unscheinbaren Kleinigkeit kann etwas Großes entstehen.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Naturlehre des 18. Jahrhunderts und wurde von dort auf Geschichte und Alltag übertragen.
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Wer nicht hören will, muss fühlen. Was der Mensch sät, das wird er ernten.
Neue Herren, neue Gesetze.
Sprichw.Mit einer neuen Führung ändern sich auch die Regeln.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, entstanden in einer Zeit, in der ein Herrschaftswechsel tatsächlich neue Rechtsordnungen brachte.
Themen: MachtRecht und Gerechtigkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Ausnahmen bestätigen die Regel.
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