Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über den Abschied
Trennung wird sprichwörtlich meist relativiert: Sie ist selten endgültig und oft der Anfang von etwas anderem.
16 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Sprichw.Jeder Abschied trägt die Möglichkeit eines Wiedersehens in sich.
Herkunft: Eine jüngere Trostformel aus dem Umfeld der Abschiedsverse, ohne älteren Beleg.
Themen: HoffnungFreundschaft
Siehe auch: Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Wer gehen will, den soll man nicht halten.
Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Sprichw.Trostformel nach einer Zurückweisung oder Trennung: Es gibt noch andere Möglichkeiten.
Herkunft: Eine Trostformel nach einer abgewiesenen Werbung, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister. Scheiden tut weh. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne.
Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne.
Sprichw.Am Ende einer Sache steht immer auch der Beginn einer neuen.
Herkunft: Anspielung auf die Zeile „und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“; die Umkehrung ist volkstümlich geworden.
QuelleHesse
Siehe auch: Der Tod ist eine Tür, keine Wand. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Der Tod ist eine Tür, keine Wand.
Sprichw.Trostformel, die das Sterben als Übergang statt als Ende beschreibt.
Herkunft: Eine moderne Trauerformel ohne belegbaren Erstautor; das Bild von der Tür ist in der christlichen Tradition älter.
Siehe auch: Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Sprichw.Vergangenes lässt sich nicht zurückholen.
Herkunft: Eine schlichte Feststellung ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Formel belegt.
Themen: VergangenheitZeit
Siehe auch: Was vorbei ist, ist vorbei. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Was vorbei ist, ist vorbei.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, mit der man einen abgeschlossenen Vorgang nicht weiter aufrollen will.
Herkunft: Eine schlichte Bekräftigungsformel ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Wendung geläufig.
Themen: VergangenheitNeuanfang
Siehe auch: Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn. Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat.
Sprichw.Der Wert einer Sache oder eines Menschen wird oft erst nach dem Verlust deutlich.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und findet sich in der Antike bei Plautus, der schreibt, man erkenne den Wert einer Sache erst nach ihrem Verlust.
Themen: VergangenheitDankbarkeit
QuellePlautus
Siehe auch: Abschiednehmen heißt ein wenig sterben.
Wer gehen will, den soll man nicht halten.
Sprichw.Ein Mensch, der sich entschieden hat, lässt sich ohnehin nicht umstimmen.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet aus der älteren Gastregel, man solle niemanden am Gehen hindern.
Themen: FreundschaftPartnerschaft
Siehe auch: Wer geht, lässt immer etwas zurück. Scheiden tut weh. Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Sprichw.Jeder Aufbruch hinterlässt eine Lücke, auch beim Gehenden selbst.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken vom Abschied als kleinem Sterben.
Themen: VergangenheitFreundschaft
Siehe auch: Wer gehen will, den soll man nicht halten. Scheiden tut weh. Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Abschiednehmen heißt ein wenig sterben.
Sprichw.Jede Trennung nimmt einem ein Stück von dem, was man war.
Edmond Haraucourtfranzösischer Dichter, 1856 bis 1941
Herkunft: Übersetzung der französischen Zeile „partir, c'est mourir un peu“ aus einem Gedicht von Edmond Haraucourt (1891).
Auch: Partir, c'est mourir un peu.
QuelleHaraucourt
Siehe auch: Scheiden tut weh. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Aus den Augen, aus dem Sinn.
Sprichw.Wer nicht mehr präsent ist, gerät schnell in Vergessenheit.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „quod non videt oculus, cor non dolet“ und ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt.
Themen: LiebeFreundschaftVergangenheit
Siehe auch: Über alles wächst Gras.
Der Letzte macht das Licht aus.
Sprichw.Scherzhafte Aufforderung an denjenigen, der als Letzter geht; auch als Kommentar zu einem Niedergang gebraucht.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, im politischen Sprachgebrauch der 1980er Jahre verbreitet.
Über Tote soll man nichts Schlechtes reden.
Sprichw.Kritik an Verstorbenen gilt als unschicklich, weil sie sich nicht mehr wehren können.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „de mortuis nil nisi bene“, die auf einen antiken Ausspruch zurückgeführt wird.
Auch: De mortuis nil nisi bene.
Themen: TodEhrlichkeit
Die Zeit heilt alle Wunden.
Sprichw.Mit zunehmendem Abstand verlieren Kränkungen und Verluste einen Teil ihrer Schärfe.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der Antike, unter anderem bei Menander und Seneca. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Siehe auch: Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Ohne Regen kein Regenbogen. Nach Regen kommt Sonnenschein.
Kurze Sprichwörter
Heute mir, morgen dir.
Sprichw.Was heute den einen trifft, trifft morgen den anderen. Verbreitete Inschrift auf Friedhöfen und Beinhäusern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „hodie mihi, cras tibi“, das sich im Buch Jesus Sirach findet und seit dem Mittelalter als Grabinschrift verwendet wird.
Auch: Hodie mihi, cras tibi.
QuelleAltes Testament
Scheiden tut weh.
Sprichw.Jeder Abschied fällt schwer, selbst wenn er nötig ist.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Volkslied „Muss i denn zum Städtele hinaus“.
Themen: LiebeFreundschaft
QuelleVolkslied
Siehe auch: Wer geht, lässt immer etwas zurück. Wer gehen will, den soll man nicht halten. Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
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