Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über den Abschied
Trennung wird sprichwörtlich meist relativiert: Sie ist selten endgültig und oft der Anfang von etwas anderem.
34 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Kein Abschied ist für immer.
Sprichw.Trostformel bei Trennungen: Das Wiedersehen bleibt möglich.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: HoffnungFreundschaft
Siehe auch: Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne. Der Tod ist eine Tür, keine Wand.
Ein Abschied ohne Worte bleibt offen.
Sprichw.Was nicht ausgesprochen wurde, lässt sich schwerer abschließen.
Herkunft: Eine Formel aus der Trauerbegleitung des 20. Jahrhunderts.
Themen: FreundschaftVergangenheit
Siehe auch: Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Man geht nie ganz, man geht nur weiter.
Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Sprichw.Jeder Abschied trägt die Möglichkeit eines Wiedersehens in sich.
Herkunft: Eine jüngere Trostformel aus dem Umfeld der Abschiedsverse, ohne älteren Beleg.
Themen: HoffnungFreundschaft
Siehe auch: Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Kein Abschied ist für immer. Wer sich richtig verabschiedet, kann wiederkommen.
Das Alte muss weichen, damit Neues Platz hat.
Sprichw.Neues entsteht nicht neben dem Alten, sondern an seiner Stelle.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Gedanken, dass jeder Anfang ein Ende voraussetzt.
Themen: VeränderungNeuanfang
Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Sprichw.Trostformel nach einer Zurückweisung oder Trennung: Es gibt noch andere Möglichkeiten.
Herkunft: Eine Trostformel nach einer abgewiesenen Werbung, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister. Scheiden tut weh. Kein Abschied ist für immer.
Eltern können begleiten, nicht gehen.
Sprichw.Den Weg muss das Kind selbst zurücklegen.
Herkunft: Eine Formel aus der Erziehungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren.
Man geht nie ganz, man geht nur weiter.
Sprichw.Trostformel bei Trennungen und Abschieden aus dem Berufsleben.
Herkunft: Eine moderne Formel ohne feste Zuschreibung.
Themen: VergangenheitFreundschaft
Siehe auch: Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Jeder Abschied ist eine Probe darauf, was bleibt.
Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne.
Sprichw.Am Ende einer Sache steht immer auch der Beginn einer neuen.
Herkunft: Anspielung auf die Zeile „und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“; die Umkehrung ist volkstümlich geworden.
QuelleHesse
Siehe auch: Morgen ist auch noch ein Tag. Kein Abschied ist für immer. Der Tod ist eine Tür, keine Wand.
Jeder Abschied ist eine Probe darauf, was bleibt.
Sprichw.An der Trennung zeigt sich, was die Verbindung wirklich war.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: FreundschaftVergangenheit
Siehe auch: Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Man geht nie ganz, man geht nur weiter.
Jeder Anfang braucht ein Ende.
Sprichw.Etwas Neues beginnt erst, wenn das Alte abgeschlossen ist.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken vom Abschied als Anfang.
Themen: NeuanfangVeränderung
Siehe auch: Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören. Wer neu anfängt, darf alte Fehler nicht mitnehmen. Was vorbei ist, ist vorbei.
Man muss gehen, solange man noch gern gesehen wird.
Sprichw.Der richtige Zeitpunkt zum Gehen liegt vor dem Moment, in dem andere ihn erwarten.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: BescheidenheitErfahrung
Siehe auch: Wer nicht gehen kann, wird gegangen.
Der Tod ist eine Tür, keine Wand.
Sprichw.Trostformel, die das Sterben als Übergang statt als Ende beschreibt.
Herkunft: Eine moderne Trauerformel ohne belegbaren Erstautor; das Bild von der Tür ist in der christlichen Tradition älter.
Siehe auch: Kein Abschied ist für immer. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne. Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Der Tod nimmt nichts mit und lässt nichts zurück.
Sprichw.Am Ende zählt kein Besitz, und doch bleibt für die Hinterbliebenen einiges liegen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Satz vom letzten Hemd ohne Taschen.
Siehe auch: Sterben muss jeder für sich allein. Der Tod macht alle gleich. Das letzte Hemd hat keine Taschen.
Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Sprichw.Vergangenes lässt sich nicht zurückholen.
Herkunft: Eine schlichte Feststellung ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Formel belegt.
Themen: VergangenheitZeit
Siehe auch: Was vorbei ist, ist vorbei. Wer nicht loslassen kann, kommt nicht an. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Was vorbei ist, ist vorbei.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, mit der man einen abgeschlossenen Vorgang nicht weiter aufrollen will.
Herkunft: Eine schlichte Bekräftigungsformel ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Wendung geläufig.
Themen: VergangenheitNeuanfang
Siehe auch: Wer nicht loslassen kann, kommt nicht an. Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Kein Weg ist zu lang für den, der heimkehrt.
Sprichw.Der Weg nach Hause wird nie als beschwerlich empfunden.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem älteren Satz, der Heimweg sei immer kürzer.
Themen: Haus und HeimatReisen
Siehe auch: Ost, West, zu Hause best. Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause. In der Fremde lernt man die Heimat schätzen.
Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat.
Sprichw.Der Wert einer Sache oder eines Menschen wird oft erst nach dem Verlust deutlich.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und findet sich in der Antike bei Plautus, der schreibt, man erkenne den Wert einer Sache erst nach ihrem Verlust.
Themen: VergangenheitDankbarkeit
QuellePlautus
Siehe auch: Wer noch Eltern hat, weiß nicht, was er hat. Man erkennt das Glück erst am Geräusch seines Fortgehens. Die Gesundheit merkt man erst, wenn sie fehlt.
Wer gehen will, den soll man nicht halten.
Sprichw.Ein Mensch, der sich entschieden hat, lässt sich ohnehin nicht umstimmen.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet aus der älteren Gastregel, man solle niemanden am Gehen hindern.
Themen: FreundschaftPartnerschaft
Siehe auch: Wer sich richtig verabschiedet, kann wiederkommen. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Sprichw.Jeder Aufbruch hinterlässt eine Lücke, auch beim Gehenden selbst.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken vom Abschied als kleinem Sterben.
Themen: VergangenheitFreundschaft
Siehe auch: Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Man geht nie ganz, man geht nur weiter. Jeder Abschied ist eine Probe darauf, was bleibt.
Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck.
Sprichw.Beim Aufbruch bleibt nicht nur etwas zurück, es geht auch etwas mit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: VergangenheitFreundschaft
Siehe auch: Man geht nie ganz, man geht nur weiter. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Jeder Abschied ist eine Probe darauf, was bleibt.
Wer lebt, muss Abschied nehmen lernen.
Sprichw.Verluste gehören zum Leben und wollen geübt sein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Trauerbegleitung.
Siehe auch: Abschiednehmen heißt ein wenig sterben. Wer nichts ausgibt, hat auch nichts erlebt. Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat.
Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören.
Sprichw.Vor jedem Anfang steht ein Ende, das man vollziehen muss.
Herkunft: Eine Formel aus der Beratungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Themen: NeuanfangVeränderung
Siehe auch: Wer nichts anfängt, bringt nichts zu Ende. Jeder Anfang braucht ein Ende. Was vorbei ist, ist vorbei.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Abschiednehmen heißt ein wenig sterben.
Sprichw.Jede Trennung nimmt einem ein Stück von dem, was man war.
Edmond Haraucourtfranzösischer Dichter, 1856 bis 1941
Herkunft: Übersetzung der französischen Zeile „partir, c'est mourir un peu“ aus einem Gedicht von Edmond Haraucourt (1891).
Auch: Partir, c'est mourir un peu.
QuelleHaraucourt
Siehe auch: Wer lebt, muss Abschied nehmen lernen. Scheiden tut weh. Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Aus den Augen, aus dem Sinn.
Sprichw.Wer nicht mehr präsent ist, gerät schnell in Vergessenheit.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „quod non videt oculus, cor non dolet“ und ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt.
Themen: LiebeFreundschaftVergangenheit
Siehe auch: Über alles wächst Gras. Wer den Hafen erreicht hat, vergisst den Sturm.
Der Letzte macht das Licht aus.
Sprichw.Scherzhafte Aufforderung an denjenigen, der als Letzter geht; auch als Kommentar zu einem Niedergang gebraucht.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, im politischen Sprachgebrauch der 1980er Jahre verbreitet.
Siehe auch: Wer nichts riskiert, lebt länger und langweiliger.
Sterben muss jeder für sich allein.
Sprichw.Niemand kann einem den letzten Weg abnehmen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt, in Anlehnung an ein mittelalterliches Sterbelied.
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. Der Tod nimmt nichts mit und lässt nichts zurück.
Über die Toten nur Gutes.
Sprichw.Alte Regel, nach dem Tod eines Menschen keine Kritik mehr zu äußern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das griechische Wort des Chilon von Sparta, überliefert bei Diogenes Laertios als „de mortuis nil nisi bene“.
Themen: TodEhrlichkeit
Über Tote soll man nichts Schlechtes reden.
Sprichw.Kritik an Verstorbenen gilt als unschicklich, weil sie sich nicht mehr wehren können.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „de mortuis nil nisi bene“, die auf einen antiken Ausspruch zurückgeführt wird.
Auch: De mortuis nil nisi bene.
Themen: TodEhrlichkeit
Kurze Sprichwörter
Heute mir, morgen dir.
Sprichw.Was heute den einen trifft, trifft morgen den anderen. Verbreitete Inschrift auf Friedhöfen und Beinhäusern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „hodie mihi, cras tibi“, das sich im Buch Jesus Sirach findet und seit dem Mittelalter als Grabinschrift verwendet wird.
Auch: Hodie mihi, cras tibi.
QuelleAltes Testament
Scheiden tut weh.
Sprichw.Jeder Abschied fällt schwer, selbst wenn er nötig ist.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Volkslied „Muss i denn zum Städtele hinaus“.
Themen: LiebeFreundschaft
QuelleVolkslied
Siehe auch: Wer sich richtig verabschiedet, kann wiederkommen. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück.
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