Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über die Liebe
Die Liebe kommt in deutschen Sprichwörtern selten schwärmerisch vor. Häufiger ist sie eine Kraft, die den Verstand außer Kraft setzt, und genau das wird eher belustigt als romantisch beschrieben.
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Bekannte Sprichwörter
Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Sprichw.Trostformel nach einer Zurückweisung oder Trennung: Es gibt noch andere Möglichkeiten.
Herkunft: Eine Trostformel nach einer abgewiesenen Werbung, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister. Scheiden tut weh. Kein Abschied ist für immer.
Eifersucht hört nicht auf Vernunft.
Sprichw.Gegen Eifersucht hilft kein Argument, weil sie nicht aus dem Verstand kommt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Ovid, der die Eifersucht als taub gegenüber jedem Zuspruch beschreibt.
Themen: EifersuchtKlugheit und Dummheit
QuelleOvid
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht. Wer schreit, hat unrecht.
Eifersucht ist die Furcht vor dem Vergleich.
Sprichw.Wer eifersüchtig ist, fürchtet nicht den anderen, sondern den eigenen Rang daneben.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der psychologischen Literatur.
Themen: EifersuchtAngst
Siehe auch: Wer immer fragt, ob er geliebt wird, glaubt es ohnehin nicht. Wer eifersüchtig ist, traut vor allem sich selbst nicht. Wer vergleicht, verliert.
Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Sprichw.Das Wortspiel zerlegt den Begriff und beschreibt damit sein Wesen.
Herkunft: Der Ausspruch wird Franz Grillparzer zugeschrieben und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Themen: EifersuchtUnglück
QuelleGrillparzer
Siehe auch: Eifersucht zehrt am eigenen Herzen. Der Eifersüchtige quält sich am meisten selbst. Wer neidet, der leidet.
Eifersucht ist Gift für die Liebe.
Sprichw.Anhaltendes Misstrauen zerstört eine Beziehung von innen.
Herkunft: Das Bild vom Gift für ein Gefühl ist alt; die konkrete Fassung ist im Deutschen erst seit dem 20. Jahrhundert verbreitet.
Themen: EifersuchtPartnerschaftEhe
Siehe auch: Eifersucht macht blind. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen.
Eifersucht zehrt am eigenen Herzen.
Sprichw.Das Misstrauen richtet den größten Schaden bei dem an, der es empfindet.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Ovid und in der stoischen Affektenlehre.
Themen: EifersuchtUnglück
QuelleOvid
Siehe auch: Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Der Eifersüchtige quält sich am meisten selbst. Wer neidet, der leidet.
Der Eifersüchtige quält sich am meisten selbst.
Sprichw.Das Misstrauen richtet den größten Schaden bei dem an, der es hegt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca und in der stoischen Tradition, wonach die Leidenschaft vor allem den trifft, der sie hegt.
Themen: EifersuchtUnglück
QuelleSeneca
Siehe auch: Eifersucht zehrt am eigenen Herzen. Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Gemeinsam alt werden ist mehr als gemeinsam jung sein.
Sprichw.Eine Verbindung bewährt sich nicht in der Verliebtheit, sondern über die Jahre.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Themen: PartnerschaftAlter
Siehe auch: Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar. Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Wer den anderen halten will, muss ihn gehen lassen können.
Liebe braucht keine großen Worte.
Sprichw.Zuneigung zeigt sich im Verhalten, nicht in Beteuerungen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: PartnerschaftEhrlichkeit
Siehe auch: Taten sagen mehr als Worte. Die Wahrheit braucht keine Zeugen.
Liebe geht durch den Magen.
Sprichw.Gutes Essen ist ein wirksamer Weg, jemandem nahezukommen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und gehört in die Zeit, in der die bürgerliche Hausfrau über das Essen definiert wurde.
Themen: EssenPartnerschaft
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht. Was sich liebt, das neckt sich. Liebe lässt sich nicht erzwingen.
Die Liebe ist blind, die Freundschaft schließt die Augen zu.
Sprichw.Verliebte sehen die Fehler nicht, Freunde sehen sie und übersehen sie absichtlich.
Herkunft: Eine französische Sentenz, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Themen: FreundschaftErfahrung
Siehe auch: Wer einen Freund ohne Fehler sucht, bleibt ohne Freund. Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken. Liebe macht blind.
Pech im Spiel, Glück in der Liebe.
Sprichw.Scherzhafter Trost für den Verlierer eines Spiels.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und geht auf die Vorstellung eines Ausgleichs zwischen den Lebensbereichen zurück.
Siehe auch: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Ohne Regen kein Regenbogen. Nach Regen kommt Sonnenschein.
Wer das Glück hat, führt die Braut heim.
Sprichw.Am Ende entscheidet oft nicht die Leistung, sondern das Glück.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 18. Jahrhunderts, entstanden im Umfeld der Werbung um eine Braut.
Siehe auch: Wo die Liebe hinfällt. Wer sich erinnert, lebt zweimal. Wer das Glück sucht, findet es selten.
Wer den anderen halten will, muss ihn gehen lassen können.
Sprichw.Eine Verbindung hält nur, wenn beide freiwillig bleiben.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: PartnerschaftVertrauen
Siehe auch: Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer bewacht, verliert.
Wer eifersüchtig ist, traut vor allem sich selbst nicht.
Sprichw.Hinter dem Misstrauen gegenüber dem anderen steckt oft das Misstrauen gegenüber der eigenen Anziehungskraft.
Herkunft: Eine jüngere Formel aus der Ratgeberliteratur des 20. Jahrhunderts.
Themen: EifersuchtVertrauen
Siehe auch: Wer immer fragt, ob er geliebt wird, glaubt es ohnehin nicht. Eifersucht ist die Furcht vor dem Vergleich.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Abschiednehmen heißt ein wenig sterben.
Sprichw.Jede Trennung nimmt einem ein Stück von dem, was man war.
Edmond Haraucourtfranzösischer Dichter, 1856 bis 1941
Herkunft: Übersetzung der französischen Zeile „partir, c'est mourir un peu“ aus einem Gedicht von Edmond Haraucourt (1891).
Auch: Partir, c'est mourir un peu.
QuelleHaraucourt
Siehe auch: Wer lebt, muss Abschied nehmen lernen. Scheiden tut weh. Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Aus den Augen, aus dem Sinn.
Sprichw.Wer nicht mehr präsent ist, gerät schnell in Vergessenheit.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „quod non videt oculus, cor non dolet“ und ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt.
Themen: AbschiedFreundschaftVergangenheit
Siehe auch: Über alles wächst Gras. Wer den Hafen erreicht hat, vergisst den Sturm.
Die Ehe ist Himmel und Hölle zugleich.
Sprichw.Dieselbe Verbindung bringt die größten Freuden und die größten Belastungen hervor.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert, meist als Warnung vor überzogenen Erwartungen.
Themen: EhePartnerschaft
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Nicht die Feste zeigen ein Paar, sondern die Dienstage. In der Ehe entscheiden die kleinen Dinge.
Ehen werden im Himmel geschlossen.
Sprichw.Wer zueinanderfindet, sei nicht durch Zufall, sondern durch Bestimmung zusammengekommen.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die jüdische und christliche Überlieferung zurück, nach der die Zuordnung der Ehepartner vorherbestimmt sei. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer heiratet, tut gut; wer ledig bleibt, tut besser. Was kommen soll, das kommt. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Eifersucht ist mehr Selbstliebe als Liebe.
Sprichw.Wer eifersüchtig ist, sorgt sich weniger um den anderen als um den eigenen Anspruch.
Herkunft: Der Gedanke stammt von François de La Rochefoucauld aus seinen „Maximen“ (1665).
Themen: EifersuchtHochmut
QuelleLa Rochefoucauld
Siehe auch: Wer eifersüchtig liebt, liebt sich selbst. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Liebe lässt sich nicht erzwingen.
Sprichw.Zuneigung entsteht von selbst oder gar nicht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: PartnerschaftErfahrung
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht. Was sich liebt, das neckt sich. Liebe geht durch den Magen.
Liebe und Husten lassen sich nicht verbergen.
Sprichw.Manche Dinge zeigen sich, ob man will oder nicht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, in ähnlicher Form auch in anderen europäischen Sprachen.
Themen: PartnerschaftWahrheit
Was sich liebt, das neckt sich.
Sprichw.Kleine Sticheleien zwischen zwei Menschen gelten als Zeichen von Zuneigung.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Der Satz wird heute kritisch gesehen, weil er Grenzüberschreitungen verharmlosen kann.
Themen: StreitPartnerschaft
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht. Liebe lässt sich nicht erzwingen. Liebe geht durch den Magen.
Wer eifersüchtig liebt, liebt sich selbst.
Sprichw.Die Sorge gilt dem eigenen Anspruch, nicht dem anderen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei La Rochefoucauld in seinen „Maximen“.
Themen: EifersuchtHochmut
QuelleLa Rochefoucauld
Siehe auch: Eifersucht ist mehr Selbstliebe als Liebe. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Kurze Sprichwörter
Alte Liebe rostet nicht.
Sprichw.Eine lang zurückliegende Zuneigung kann nach Jahren noch bestehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost setzt voraus, dass Zuneigung wie Eisen behandelt wird, das eigentlich verfallen müsste.
Themen: FreundschaftVergangenheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Kein Abschied ist für immer.
Eifersucht macht blind.
Sprichw.Wer eifersüchtig ist, sieht überall Anzeichen für Verrat, auch wo keine sind.
Herkunft: Eine Bildung nach dem Muster des älteren Satzes, die Liebe mache blind. Im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: EifersuchtPartnerschaft
Siehe auch: Eifersucht ist Gift für die Liebe. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen.
Gegensätze ziehen sich an.
Sprichw.Sehr verschiedene Menschen finden oft gerade wegen ihrer Unterschiede zueinander.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Physik des 19. Jahrhunderts, wo ungleichnamige Pole einander anziehen, und wurde von dort auf Menschen übertragen.
Themen: PartnerschaftFreundschaft
Siehe auch: Ein Haus ohne Menschen ist nur ein Gebäude.
Liebe macht blind.
Sprichw.Wer verliebt ist, übersieht die Fehler des anderen.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Dichtung verbreitet, unter anderem bei Theokrit und Plautus. Die Darstellung des Liebesgottes mit verbundenen Augen ist eine mittelalterliche Zutat.
Themen: PartnerschaftKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Eifersucht macht blind. Wissen ist nicht Weisheit. Wer wenig weiß, zweifelt selten.
Scheiden tut weh.
Sprichw.Jeder Abschied fällt schwer, selbst wenn er nötig ist.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Volkslied „Muss i denn zum Städtele hinaus“.
Themen: AbschiedFreundschaft
QuelleVolkslied
Siehe auch: Wer sich richtig verabschiedet, kann wiederkommen. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Wer bewacht, verliert.
Sprichw.Überwachung zerstört genau die Bindung, die sie sichern soll.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken, Liebe lasse sich nicht erzwingen.
Themen: EifersuchtVertrauen
Siehe auch: Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer liebt, macht sich verwundbar. Wer festhält, verliert schneller.
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