Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über die Liebe
Die Liebe kommt in deutschen Sprichwörtern selten schwärmerisch vor. Häufiger ist sie eine Kraft, die den Verstand außer Kraft setzt, und genau das wird eher belustigt als romantisch beschrieben.
26 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Sprichw.Trostformel nach einer Zurückweisung oder Trennung: Es gibt noch andere Möglichkeiten.
Herkunft: Eine Trostformel nach einer abgewiesenen Werbung, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister. Scheiden tut weh. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne.
Eifersucht hört nicht auf Vernunft.
Sprichw.Gegen Eifersucht hilft kein Argument, weil sie nicht aus dem Verstand kommt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Ovid, der die Eifersucht als taub gegenüber jedem Zuspruch beschreibt.
Themen: EifersuchtKlugheit und Dummheit
QuelleOvid
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht.
Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Sprichw.Wortspiel darüber, dass Eifersüchtige gerade das finden, was sie unglücklich macht.
Herkunft: Der Ausspruch wird häufig Franz Grillparzer zugeschrieben, ist bei ihm aber nicht nachweisbar.
Themen: EifersuchtPartnerschaft
QuelleGrillparzer
Siehe auch: Eifersucht macht blind. Eifersucht ist Gift für die Liebe. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Eifersucht ist Gift für die Liebe.
Sprichw.Anhaltendes Misstrauen zerstört eine Beziehung von innen.
Herkunft: Das Bild vom Gift für ein Gefühl ist alt; die konkrete Fassung ist im Deutschen erst seit dem 20. Jahrhundert verbreitet.
Themen: EifersuchtPartnerschaftEhe
Siehe auch: Eifersucht macht blind. Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Der Eifersüchtige quält sich am meisten selbst.
Sprichw.Das Misstrauen richtet den größten Schaden bei dem an, der es hegt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca und in der stoischen Tradition, wonach die Leidenschaft vor allem den trifft, der sie hegt.
Themen: EifersuchtUnglück
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Eifersucht macht blind. Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Liebe geht durch den Magen.
Sprichw.Gutes Essen ist ein wirksamer Weg, jemandem nahezukommen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und gehört in die Zeit, in der die bürgerliche Hausfrau über das Essen definiert wurde.
Themen: EssenPartnerschaft
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht. Was sich liebt, das neckt sich.
Pech im Spiel, Glück in der Liebe.
Sprichw.Scherzhafter Trost für den Verlierer eines Spiels.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und geht auf die Vorstellung eines Ausgleichs zwischen den Lebensbereichen zurück.
Siehe auch: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Ohne Regen kein Regenbogen. Nach Regen kommt Sonnenschein.
Wer das Glück hat, führt die Braut heim.
Sprichw.Am Ende entscheidet oft nicht die Leistung, sondern das Glück.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 18. Jahrhunderts, entstanden im Umfeld der Werbung um eine Braut.
Siehe auch: Wer das Glück sucht, findet es selten. Die Seinen gibt's der Herr im Schlaf. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Wer eifersüchtig ist, traut vor allem sich selbst nicht.
Sprichw.Hinter dem Misstrauen gegenüber dem anderen steckt oft das Misstrauen gegenüber der eigenen Anziehungskraft.
Herkunft: Eine jüngere Formel aus der Ratgeberliteratur des 20. Jahrhunderts.
Themen: EifersuchtVertrauen
Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Sprichw.Zuneigung ohne Vertrauen ist keine, sondern ein Besitzanspruch.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur, ohne älteren Beleg.
Themen: EifersuchtVertrauen
Siehe auch: Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen. Eifersucht macht blind. Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.
Sprichw.Alter Trinkspruch, der die einfachen Freuden des Lebens verteidigt.
Herkunft: Der Vers wird traditionell Martin Luther zugeschrieben, ist in seinen Schriften jedoch nicht nachweisbar; belegt ist er erst im 18. Jahrhundert.
QuelleLuther
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Abschiednehmen heißt ein wenig sterben.
Sprichw.Jede Trennung nimmt einem ein Stück von dem, was man war.
Edmond Haraucourtfranzösischer Dichter, 1856 bis 1941
Herkunft: Übersetzung der französischen Zeile „partir, c'est mourir un peu“ aus einem Gedicht von Edmond Haraucourt (1891).
Auch: Partir, c'est mourir un peu.
QuelleHaraucourt
Siehe auch: Scheiden tut weh. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Aus den Augen, aus dem Sinn.
Sprichw.Wer nicht mehr präsent ist, gerät schnell in Vergessenheit.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „quod non videt oculus, cor non dolet“ und ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt.
Themen: AbschiedFreundschaftVergangenheit
Siehe auch: Über alles wächst Gras.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet.
Sprichw.Vor einer lebenslangen Bindung sollte man genau hinsehen, ob man wirklich zusammenpasst.
Friedrich SchillerDichter und Dramatiker, 1759 bis 1805
Herkunft: Die Zeilen stammen aus Friedrich Schillers „Lied von der Glocke“ (1799).
Themen: EhePartnerschaftVorsicht
QuelleSchiller
Siehe auch: Wer heiratet, tut gut; wer ledig bleibt, tut besser. Ehen werden im Himmel geschlossen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Eine Ehe ist ein langes Gespräch.
Sprichw.Was eine lange Beziehung trägt, ist weniger die Leidenschaft als die Fähigkeit, miteinander zu reden.
Friedrich NietzschePhilosoph, 1844 bis 1900
Herkunft: Der Gedanke stammt aus Friedrich Nietzsches „Menschliches, Allzumenschliches“ (1878).
Themen: EhePartnerschaft
QuelleNietzsche
Die Ehe ist Himmel und Hölle zugleich.
Sprichw.Dieselbe Verbindung bringt die größten Freuden und die größten Belastungen hervor.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert, meist als Warnung vor überzogenen Erwartungen.
Themen: EhePartnerschaft
Ehen werden im Himmel geschlossen.
Sprichw.Wer zueinanderfindet, sei nicht durch Zufall, sondern durch Bestimmung zusammengekommen.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die jüdische und christliche Überlieferung zurück, nach der die Zuordnung der Ehepartner vorherbestimmt sei. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet. Wer heiratet, tut gut; wer ledig bleibt, tut besser. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Eifersucht ist mehr Selbstliebe als Liebe.
Sprichw.Wer eifersüchtig ist, sorgt sich weniger um den anderen als um den eigenen Anspruch.
Herkunft: Der Gedanke stammt von François de La Rochefoucauld aus seinen „Maximen“ (1665).
Themen: EifersuchtHochmut
QuelleLa Rochefoucauld
Was sich liebt, das neckt sich.
Sprichw.Kleine Sticheleien zwischen zwei Menschen gelten als Zeichen von Zuneigung.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Der Satz wird heute kritisch gesehen, weil er Grenzüberschreitungen verharmlosen kann.
Themen: StreitPartnerschaft
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht. Liebe geht durch den Magen.
Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht.
Sprichw.Wer sich stark bindet, fürchtet auch, den anderen zu verlieren.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Ovid, der schreibt, wer nicht eifersüchtig sei, liebe nicht.
Auch: Eifersucht ist die Schwester der Liebe.
Themen: EifersuchtPartnerschaft
QuelleOvid
Siehe auch: Was sich liebt, das neckt sich. Liebe geht durch den Magen. Eifersucht hört nicht auf Vernunft.
Wo Liebe ist, da ist auch Streit.
Sprichw.Wer sich nahesteht, gerät auch aneinander; das eine schließt das andere nicht aus.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: EheStreitPartnerschaft
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Wenn zwei Hunde um einen Knochen streiten, läuft der dritte damit fort.
Kurze Sprichwörter
Alte Liebe rostet nicht.
Sprichw.Eine lang zurückliegende Zuneigung kann nach Jahren noch bestehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost setzt voraus, dass Zuneigung wie Eisen behandelt wird, das eigentlich verfallen müsste.
Themen: FreundschaftVergangenheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Freundschaft will gepflegt sein.
Eifersucht macht blind.
Sprichw.Wer eifersüchtig ist, sieht überall Anzeichen für Verrat, auch wo keine sind.
Herkunft: Eine Bildung nach dem Muster des älteren Satzes, die Liebe mache blind. Im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: EifersuchtPartnerschaft
Siehe auch: Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Eifersucht ist Gift für die Liebe. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Gegensätze ziehen sich an.
Sprichw.Sehr verschiedene Menschen finden oft gerade wegen ihrer Unterschiede zueinander.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Physik des 19. Jahrhunderts, wo ungleichnamige Pole einander anziehen, und wurde von dort auf Menschen übertragen.
Themen: PartnerschaftFreundschaft
Liebe macht blind.
Sprichw.Wer verliebt ist, übersieht die Fehler des anderen.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Dichtung verbreitet, unter anderem bei Theokrit und Plautus. Die Darstellung des Liebesgottes mit verbundenen Augen ist eine mittelalterliche Zutat.
Themen: PartnerschaftKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Eifersucht macht blind. Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend. Die Wahrheit liegt in der Mitte.
Scheiden tut weh.
Sprichw.Jeder Abschied fällt schwer, selbst wenn er nötig ist.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Volkslied „Muss i denn zum Städtele hinaus“.
Themen: AbschiedFreundschaft
QuelleVolkslied
Siehe auch: Wer geht, lässt immer etwas zurück. Wer gehen will, den soll man nicht halten. Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
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