Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über Freundschaft
Die deutsche Sprichworttradition unterscheidet scharf zwischen echten Freunden und Gelegenheitsfreunden. Die Probe ist fast immer dieselbe: die Not.
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Bekannte Sprichwörter
Kein Abschied ist für immer.
Sprichw.Trostformel bei Trennungen: Das Wiedersehen bleibt möglich.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne. Der Tod ist eine Tür, keine Wand.
Ein Abschied ohne Worte bleibt offen.
Sprichw.Was nicht ausgesprochen wurde, lässt sich schwerer abschließen.
Herkunft: Eine Formel aus der Trauerbegleitung des 20. Jahrhunderts.
Themen: AbschiedVergangenheit
Siehe auch: Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Man geht nie ganz, man geht nur weiter.
Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Sprichw.Jeder Abschied trägt die Möglichkeit eines Wiedersehens in sich.
Herkunft: Eine jüngere Trostformel aus dem Umfeld der Abschiedsverse, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Kein Abschied ist für immer. Wer sich richtig verabschiedet, kann wiederkommen.
Beim Trinken erkennt man den Freund, beim Zahlen erst recht.
Sprichw.Die Zeche verrät mehr über eine Bekanntschaft als das gemeinsame Feiern.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein guter Trunk macht Alte jung. Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Ein Glas in Gesellschaft ist besser als eine Flasche allein.
Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt.
Sprichw.Der Wert der Nachbarschaft zeigt sich im Ernstfall.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Wer hilft, ohne zu fragen, hilft am meisten.
Familie ist, wo man hingeht, wenn sonst niemand mehr da ist.
Sprichw.Der Wert der Familie zeigt sich, wenn alles andere wegfällt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: FamilieZusammenhalt
Siehe auch: Zuhause ist, wo man verstanden wird. Zu Hause ist, wo man nicht erklären muss, wer man ist.
Man geht nie ganz, man geht nur weiter.
Sprichw.Trostformel bei Trennungen und Abschieden aus dem Berufsleben.
Herkunft: Eine moderne Formel ohne feste Zuschreibung.
Themen: AbschiedVergangenheit
Siehe auch: Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Jeder Abschied ist eine Probe darauf, was bleibt.
Geteilte Freude ist doppelte Freude.
Sprichw.Ein schönes Erlebnis wirkt stärker, wenn man es mit anderen teilt.
Herkunft: Die Formel geht auf einen Vers von Christoph August Tiedge aus dem frühen 19. Jahrhundert zurück und hat sich von dort als Sprichwort verselbstständigt.
Themen: GlückZusammenhalt
QuelleTiedge
Siehe auch: Unglück verbindet. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Geteilte Last ist halbe Last.
Sprichw.Wer eine Aufgabe teilt, trägt weniger daran.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, gebildet nach dem Muster des Spruchs vom geteilten Leid.
Themen: ZusammenhaltUnglück
Siehe auch: Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. In der Not erkennt man seine Freunde.
Geteiltes Glück ist doppeltes Glück.
Sprichw.Erfreuliches gewinnt, wenn man es mit anderen erlebt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, gebildet nach dem Muster des Spruchs vom geteilten Leid.
Themen: GlückZusammenhalt
Siehe auch: Wer seinen Beruf liebt, arbeitet nicht. Wer ein Licht teilt, verliert nichts davon. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Sprichw.Wer über seinen Kummer spricht, empfindet ihn weniger schwer. Meist gepaart mit dem Gegenstück über die geteilte Freude.
Herkunft: Das Gegenstück zur geteilten Freude, beide Hälften werden meist zusammen zitiert. Der Gedanke ist wesentlich älter und findet sich bereits bei Cicero.
Auch: Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude.
Themen: PartnerschaftZusammenhaltUnglück
QuelleCicero
Siehe auch: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Ohne Regen kein Regenbogen.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Ein alter Freund ist besser als zwei neue.
Sprichw.Wer sich über Jahre bewährt hat, ist verlässlicher als eine frische Bekanntschaft.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach im Alten Testament, wonach ein neuer Freund wie neuer Wein sei.
Themen: VergangenheitVertrauen
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Alte Liebe rostet nicht. Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Freundschaft will gepflegt sein.
Aus den Augen, aus dem Sinn.
Sprichw.Wer nicht mehr präsent ist, gerät schnell in Vergessenheit.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „quod non videt oculus, cor non dolet“ und ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt.
Themen: AbschiedLiebeVergangenheit
Siehe auch: Über alles wächst Gras. Wer den Hafen erreicht hat, vergisst den Sturm.
Blut ist dicker als Wasser.
Sprichw.Im Zweifel hält man eher zu Verwandten als zu Außenstehenden.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 12. Jahrhundert in ähnlicher Fassung belegt. Die verbreitete Behauptung, sie habe ursprünglich das Gegenteil bedeutet und auf einen Blutsbund unter Kampfgefährten gezielt, lässt sich nicht nachweisen.
Themen: FamilieZusammenhalt
Siehe auch: Wer heiratet, heiratet die Familie mit.
Doppelt gibt, wer schnell gibt.
Sprichw.Hilfe zur rechten Zeit ist doppelt so viel wert wie Hilfe, die auf sich warten lässt.
Publilius Syrusrömischer Spruchdichter, 1. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „bis dat qui cito dat“, die auf den römischen Autor Publilius Syrus zurückgeführt wird.
Auch: Wer schnell gibt, gibt doppelt.
Themen: GroßzügigkeitZusammenhaltDankbarkeitZeit
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Eine kleine Hilfe zur rechten Zeit ist mehr als eine große zu spät. Die kleinste Gabe zur rechten Zeit ist die größte. Wohltun trägt Zinsen.
Eine dreifache Schnur reißt nicht leicht.
Sprichw.Was mehrfach verbunden ist, hält länger als das Einzelne.
Herkunft: Aus dem Buch Prediger im Alten Testament (Prediger 4,12), häufig als Trauspruch gewählt.
Themen: ZusammenhaltPartnerschaft
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere. Einigkeit macht stark. Ein Finger allein macht keine Faust.
Durch dick und dünn gehen.
Sprichw.Jemandem in jeder Lage zur Seite stehen, auch wenn es schwierig wird.
Herkunft: „Dick“ meinte im Mittelhochdeutschen das Dickicht, „dünn“ das offene Feld. Wer durch dick und dünn geht, folgt einem anderen durch jedes Gelände.
Themen: PartnerschaftZusammenhalt
Siehe auch: In guten wie in schlechten Tagen.
Eine Ehe ist ein langes Gespräch.
Sprichw.Was eine Verbindung trägt, ist weniger die Leidenschaft als das fortgesetzte Reden.
Friedrich NietzschePhilosoph, 1844 bis 1900
Herkunft: Der Gedanke stammt von Friedrich Nietzsche aus „Menschliches, Allzumenschliches“ (1878).
Themen: EhePartnerschaft
QuelleNietzsche
Siehe auch: Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. In der Ehe zählt nicht der Hochzeitstag, sondern der Alltag. In der Ehe muss man verzeihen können.
Ein Freund ist ein zweites Ich.
Sprichw.Ein enger Freund steht einem so nah wie man sich selbst.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „alter ego“, die auf Ciceros Schrift über die Freundschaft zurückgeht.
Themen: Vertrauen
QuelleCicero
Siehe auch: Gute Freunde kann man auch schweigend ertragen. Wer alles teilt, muss auch das Schweigen teilen können. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot.
Sprichw.Menschen, die im Ernstfall zur Stelle sind, gibt es nur wenige.
Herkunft: „Lot“ ist eine alte Gewichtseinheit von etwa 15 Gramm; die Formulierung betont damit, wie wenig solche Freunde wiegen, also wie selten sie sind.
Siehe auch: In der Not erkennt man seine Freunde. Im Unglück zeigt sich der Charakter.
Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen.
Sprichw.Auch der willkommene Besuch sollte nicht zu lange bleiben.
Herkunft: Der Vergleich ist als lateinisches Sprichwort überliefert und wird häufig Benjamin Franklin zugeschrieben, ist aber deutlich älter.
Themen: NachbarnHaus und Heimat
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht.
Sprichw.Wer Geld unter Freunden verleiht, riskiert die Freundschaft gleich mit.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Shakespeare, dessen Polonius rät, weder Borger noch Verleiher zu sein, weil das Darlehen oft beides koste, Geld und Freund.
QuelleShakespeare
Siehe auch: Besser geben als borgen. Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Borgen macht Sorgen.
Gleich und gleich gesellt sich gern.
Sprichw.Menschen suchen die Nähe derer, die ihnen ähnlich sind.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Homer und wird von Platon aufgegriffen. Im Deutschen ist die Reimfassung seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: PartnerschaftErfahrung
Siehe auch: Man sieht sich immer zweimal im Leben. In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton. Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Kurze Sprichwörter
Alte Liebe rostet nicht.
Sprichw.Eine lang zurückliegende Zuneigung kann nach Jahren noch bestehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost setzt voraus, dass Zuneigung wie Eisen behandelt wird, das eigentlich verfallen müsste.
Themen: LiebeVergangenheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Kein Abschied ist für immer.
Besser geben als borgen.
Sprichw.Eine Gabe belastet die Beziehung weniger als ein Darlehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: GroßzügigkeitGeld
Siehe auch: Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt. Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht. Geben, ohne zu rechnen, ist die einzige Großzügigkeit.
Freundschaft will gepflegt sein.
Sprichw.Eine Beziehung hält nur, solange man etwas dafür tut.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: NachbarnZusammenhalt
Siehe auch: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Eine Ehe ist ein langes Gespräch.
Gegensätze ziehen sich an.
Sprichw.Sehr verschiedene Menschen finden oft gerade wegen ihrer Unterschiede zueinander.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Physik des 19. Jahrhunderts, wo ungleichnamige Pole einander anziehen, und wurde von dort auf Menschen übertragen.
Themen: LiebePartnerschaft
Siehe auch: Ein Haus ohne Menschen ist nur ein Gebäude.
Geiz verdirbt die Freundschaft.
Sprichw.Wer bei jeder Kleinigkeit rechnet, verliert die Zuneigung der anderen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer jeden Vorteil sucht, findet keinen Partner.
Geteiltes Brot schmeckt besser.
Sprichw.Was man mit anderen teilt, gewinnt an Wert, statt zu verlieren.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel aus dem Umfeld der Tischsprüche, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: GroßzügigkeitEssen
Siehe auch: Wer ein Licht teilt, verliert nichts davon. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Wer miteinander isst, streitet weniger.
Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Sprichw.Wer zusammengehört, gleicht sich auch im Auftreten. Meist leicht spöttisch gemeint.
Herkunft: Die Kappe war Teil der Ordenstracht und kennzeichnete die Zugehörigkeit. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und war von Anfang an spöttisch gemeint.
Themen: ZusammenhaltNachbarn
Siehe auch: Viele Hunde sind des Hasen Tod. Gleich und gleich gesellt sich gern. Angst ist ansteckend.
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