Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über Freundschaft
Die deutsche Sprichworttradition unterscheidet scharf zwischen echten Freunden und Gelegenheitsfreunden. Die Probe ist fast immer dieselbe: die Not.
33 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Sprichw.Jeder Abschied trägt die Möglichkeit eines Wiedersehens in sich.
Herkunft: Eine jüngere Trostformel aus dem Umfeld der Abschiedsverse, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Wer gehen will, den soll man nicht halten.
Geteilte Freude ist doppelte Freude.
Sprichw.Ein schönes Erlebnis wirkt stärker, wenn man es mit anderen teilt.
Herkunft: Die Formel geht auf einen Vers von Christoph August Tiedge aus dem frühen 19. Jahrhundert zurück und hat sich von dort als Sprichwort verselbstständigt.
Themen: GlückZusammenhalt
QuelleTiedge
Siehe auch: Unglück verbindet. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Sprichw.Wer über seinen Kummer spricht, empfindet ihn weniger schwer. Meist gepaart mit dem Gegenstück über die geteilte Freude.
Herkunft: Das Gegenstück zur geteilten Freude, beide Hälften werden meist zusammen zitiert. Der Gedanke ist wesentlich älter und findet sich bereits bei Cicero.
Auch: Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude.
Themen: PartnerschaftZusammenhaltUnglück
QuelleCicero
Siehe auch: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Ohne Regen kein Regenbogen.
Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Sprichw.Wer in der Nähe wohnt, kann im Ernstfall schneller helfen als ein entfernter Vertrauter.
Herkunft: Ein ähnlicher Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,10).
Auch: Ein guter Nachbar in der Not ist besser als ein ferner Freund.
Themen: NachbarnHaus und HeimatUnglück
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. In der Not erkennt man seine Freunde.
Vertrauen kommt zu Fuß und geht zu Pferde.
Sprichw.Vertrauen wächst langsam und ist mit einem einzigen Vorfall wieder verspielt.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Niederländischen. Das Bild vom langsamen Kommen und schnellen Gehen findet sich auch bei Gerüchten und beim Ruf.
Themen: VertrauenEhrlichkeit
Wer gehen will, den soll man nicht halten.
Sprichw.Ein Mensch, der sich entschieden hat, lässt sich ohnehin nicht umstimmen.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet aus der älteren Gastregel, man solle niemanden am Gehen hindern.
Themen: AbschiedPartnerschaft
Siehe auch: Wer geht, lässt immer etwas zurück. Scheiden tut weh. Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Sprichw.Jeder Aufbruch hinterlässt eine Lücke, auch beim Gehenden selbst.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken vom Abschied als kleinem Sterben.
Themen: AbschiedVergangenheit
Siehe auch: Wer gehen will, den soll man nicht halten. Scheiden tut weh. Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Sprichw.Undank sorgt dafür, dass die nächste Bitte um Hilfe unerhört bleibt.
Herkunft: Eine jüngere Formel, gebildet aus dem älteren Gedanken vom Undank als Lohn der Welt.
Themen: DankbarkeitNachbarn
Siehe auch: Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Der Nehmende vergisst schneller als der Gebende. Wohltun trägt Zinsen.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Ein alter Freund ist besser als zwei neue.
Sprichw.Wer sich über Jahre bewährt hat, ist verlässlicher als eine frische Bekanntschaft.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach im Alten Testament, wonach ein neuer Freund wie neuer Wein sei.
Themen: VergangenheitVertrauen
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Alte Liebe rostet nicht. Freundschaft will gepflegt sein. Ehrlich währt am längsten.
Aus den Augen, aus dem Sinn.
Sprichw.Wer nicht mehr präsent ist, gerät schnell in Vergessenheit.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „quod non videt oculus, cor non dolet“ und ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt.
Themen: AbschiedLiebeVergangenheit
Siehe auch: Über alles wächst Gras.
Blut ist dicker als Wasser.
Sprichw.Im Zweifel hält man eher zu Verwandten als zu Außenstehenden.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 12. Jahrhundert in ähnlicher Fassung belegt. Die verbreitete Behauptung, sie habe ursprünglich das Gegenteil bedeutet und auf einen Blutsbund unter Kampfgefährten gezielt, lässt sich nicht nachweisen.
Themen: FamilieZusammenhalt
Durch dick und dünn gehen.
Sprichw.Jemandem in jeder Lage zur Seite stehen, auch wenn es schwierig wird.
Herkunft: „Dick“ meinte im Mittelhochdeutschen das Dickicht, „dünn“ das offene Feld. Wer durch dick und dünn geht, folgt einem anderen durch jedes Gelände.
Themen: PartnerschaftZusammenhalt
Siehe auch: In guten wie in schlechten Tagen.
Ein Freund ist ein zweites Ich.
Sprichw.Ein enger Freund steht einem so nah wie man sich selbst.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „alter ego“, die auf Ciceros Schrift über die Freundschaft zurückgeht.
Themen: Vertrauen
QuelleCicero
Siehe auch: Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot.
Sprichw.Menschen, die im Ernstfall zur Stelle sind, gibt es nur wenige.
Herkunft: „Lot“ ist eine alte Gewichtseinheit von etwa 15 Gramm; die Formulierung betont damit, wie wenig solche Freunde wiegen, also wie selten sie sind.
Siehe auch: In der Not erkennt man seine Freunde. Im Unglück zeigt sich der Charakter.
Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen.
Sprichw.Auch der willkommene Besuch sollte nicht zu lange bleiben.
Herkunft: Der Vergleich ist als lateinisches Sprichwort überliefert und wird häufig Benjamin Franklin zugeschrieben, ist aber deutlich älter.
Themen: NachbarnHaus und Heimat
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht.
Sprichw.Wer Geld unter Freunden verleiht, riskiert die Freundschaft gleich mit.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Shakespeare, dessen Polonius rät, weder Borger noch Verleiher zu sein, weil das Darlehen oft beides koste, Geld und Freund.
QuelleShakespeare
Siehe auch: Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Borgen macht Sorgen.
Gleich und gleich gesellt sich gern.
Sprichw.Menschen suchen die Nähe derer, die ihnen ähnlich sind.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Homer und wird von Platon aufgegriffen. Im Deutschen ist die Reimfassung seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: PartnerschaftErfahrung
Siehe auch: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Gleiche Brüder, gleiche Kappen. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
In der Not erkennt man seine Freunde.
Sprichw.Erst wenn es schwierig wird, zeigt sich, auf wen man sich wirklich verlassen kann.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „amicus certus in re incerta cernitur“, das Cicero in seiner Schrift über die Freundschaft zitiert.
Auch: Den Freund erkennt man in der Not.
QuelleCicero
Siehe auch: Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.
Sprichw.Regelmäßige kleine Aufmerksamkeiten halten eine Beziehung lebendig.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Gemeint war ursprünglich die regelmäßige gegenseitige Gabe, die eine Beziehung im Gleichgewicht hält.
Themen: GroßzügigkeitNachbarn
Siehe auch: Freundschaft will gepflegt sein.
Der Nehmende vergisst schneller als der Gebende.
Sprichw.Eine Wohltat bleibt dem länger im Gedächtnis, der sie erwiesen hat.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca in seiner Schrift über die Wohltaten.
Themen: DankbarkeitGroßzügigkeit
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Dankbarkeit ist eine seltene Tugend.
Kurze Sprichwörter
Alte Liebe rostet nicht.
Sprichw.Eine lang zurückliegende Zuneigung kann nach Jahren noch bestehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost setzt voraus, dass Zuneigung wie Eisen behandelt wird, das eigentlich verfallen müsste.
Themen: LiebeVergangenheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Freundschaft will gepflegt sein.
Freundschaft will gepflegt sein.
Sprichw.Eine Beziehung hält nur, solange man etwas dafür tut.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: NachbarnZusammenhalt
Siehe auch: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Alte Liebe rostet nicht.
Gegensätze ziehen sich an.
Sprichw.Sehr verschiedene Menschen finden oft gerade wegen ihrer Unterschiede zueinander.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Physik des 19. Jahrhunderts, wo ungleichnamige Pole einander anziehen, und wurde von dort auf Menschen übertragen.
Themen: LiebePartnerschaft
Geiz verdirbt die Freundschaft.
Sprichw.Wer bei jeder Kleinigkeit rechnet, verliert die Zuneigung der anderen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Geteiltes Brot schmeckt besser.
Sprichw.Was man mit anderen teilt, gewinnt an Wert, statt zu verlieren.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel aus dem Umfeld der Tischsprüche, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: GroßzügigkeitEssen
Siehe auch: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Unglück verbindet. Geteilte Freude ist doppelte Freude.
Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Sprichw.Wer zusammengehört, gleicht sich auch im Auftreten. Meist leicht spöttisch gemeint.
Herkunft: Die Kappe war Teil der Ordenstracht und kennzeichnete die Zugehörigkeit. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und war von Anfang an spöttisch gemeint.
Themen: ZusammenhaltNachbarn
Siehe auch: Viele Hunde sind des Hasen Tod. Gleich und gleich gesellt sich gern.
Kurze Rechnung, lange Freundschaft.
Sprichw.Wer offene Beträge schnell begleicht, erhält sich die gute Beziehung.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Französischen, wo von kurzen Rechnungen und langer Freundschaft die Rede ist.
Mitgefangen, mitgehangen.
Sprichw.Wer bei einer Sache mitgemacht hat, trägt die Folgen mit, auch wenn er nur am Rand beteiligt war.
Herkunft: Der Reimspruch stammt aus der Rechtssprache und meinte ursprünglich die Mithaftung von Beteiligten. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitStreit
Siehe auch: Der Hehler ist so schlimm wie der Stehler.
Scheiden tut weh.
Sprichw.Jeder Abschied fällt schwer, selbst wenn er nötig ist.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Volkslied „Muss i denn zum Städtele hinaus“.
QuelleVolkslied
Siehe auch: Wer geht, lässt immer etwas zurück. Wer gehen will, den soll man nicht halten. Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Unglück verbindet.
Sprichw.Gemeinsam durchgestandene Not schafft Bindungen, die sonst nicht entstanden wären.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: UnglückZusammenhalt
Siehe auch: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Geteiltes Brot schmeckt besser.
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