Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über den Tod
Der Tod wird sprichwörtlich nüchtern behandelt, oft mit einer Prise Galgenhumor. Der wiederkehrende Gedanke: Er macht keine Unterschiede.
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Bekannte Sprichwörter
Alt werden ist ein Vorrecht, nicht jeder erhält es.
Sprichw.Das Altern gilt oft als Last und ist doch etwas, das vielen verwehrt bleibt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der medizinischen und pflegerischen Literatur.
Siehe auch: Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will. Die Jugend ist kurz, das Alter lang. Alt werden will jeder, alt sein niemand.
Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will.
Sprichw.Der Wunsch nach einem langen Leben schließt die Bereitschaft zum Altwerden nicht ein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Alt werden will jeder, alt sein niemand. Alt werden ist ein Vorrecht, nicht jeder erhält es. Die Jugend ist kurz, das Alter lang.
Das Alter ist eine Last, aber die Alternative ist schlechter.
Sprichw.Trockener Kommentar über die Beschwerden des Alterns.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer Kinder hat, hat Sorgen, wer keine hat, erst recht. Jugend ist ein Fehler, der sich täglich bessert.
Die Friedhöfe sind voll von unersetzlichen Leuten.
Sprichw.Spöttische Erinnerung daran, dass jeder ersetzbar ist.
Herkunft: Der Ausspruch wird Charles de Gaulle und mehreren anderen zugeschrieben, ohne dass sich ein Erstbeleg finden ließe.
Themen: HochmutBescheidenheit
Siehe auch: Wer sich für den Nabel der Welt hält, hat wenig von ihr gesehen. Ein Esel schilt den anderen Langohr. Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.
Der Geizige gibt erst im Tod.
Sprichw.Wer zu Lebzeiten nichts hergibt, tut es unfreiwillig am Ende doch.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer alles behalten will, verliert am Ende alles.
Der Tod ist die Grenze, das Leben das Maß.
Sprichw.Weil das Leben endlich ist, bekommt es überhaupt ein Maß.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Der Tod lehrt leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Der Tod ist eine Tür, keine Wand.
Sprichw.Trostformel, die das Sterben als Übergang statt als Ende beschreibt.
Herkunft: Eine moderne Trauerformel ohne belegbaren Erstautor; das Bild von der Tür ist in der christlichen Tradition älter.
Siehe auch: Kein Abschied ist für immer. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne. Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Der Tod ist kein Unglück, das Sterben manchmal schon.
Sprichw.Nicht das Ende ist zu fürchten, sondern der Weg dorthin.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Epikur.
Themen: UnglückGesundheit
Siehe auch: Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Der Tod nimmt nichts mit und lässt nichts zurück.
Sprichw.Am Ende zählt kein Besitz, und doch bleibt für die Hinterbliebenen einiges liegen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Satz vom letzten Hemd ohne Taschen.
Siehe auch: Sterben muss jeder für sich allein. Der Tod macht alle gleich. Das letzte Hemd hat keine Taschen.
Wer bereit ist, fürchtet sich weniger.
Sprichw.Was geregelt ist, verliert einen Teil seines Schreckens.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen Todesbetrachtung und findet sich bei Seneca.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer gut gelernt hat, schläft vor der Prüfung. Wer etwas zurückgelegt hat, schläft ruhiger. Leichtfertig begonnen ist halb verloren.
Wer den Tod verdrängt, verdrängt auch das Leben.
Sprichw.Wer die Endlichkeit ausblendet, nimmt auch die verbleibende Zeit nicht wahr.
Herkunft: Eine Formel aus der Sterbebegleitung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Sterben müssen wir alle.
Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Sprichw.Das Bewusstsein der Endlichkeit verändert, wie man mit der verbleibenden Zeit umgeht.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Mark Aurel.
QuelleMark Aurel, Seneca
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Der Tod lehrt leben. Wer den Tod verdrängt, verdrängt auch das Leben.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Abschiednehmen heißt ein wenig sterben.
Sprichw.Jede Trennung nimmt einem ein Stück von dem, was man war.
Edmond Haraucourtfranzösischer Dichter, 1856 bis 1941
Herkunft: Übersetzung der französischen Zeile „partir, c'est mourir un peu“ aus einem Gedicht von Edmond Haraucourt (1891).
Auch: Partir, c'est mourir un peu.
QuelleHaraucourt
Siehe auch: Wer lebt, muss Abschied nehmen lernen. Scheiden tut weh. Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen.
Sprichw.Gegen die Sterblichkeit hilft kein Mittel.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Kräuterheilkunde: Für jedes Leiden gab es ein Kraut, für den Tod keines. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: GesundheitSchicksal
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Sterben muss jeder für sich allein. Der Tod ist kein Unglück, das Sterben manchmal schon.
Der Geizige lebt arm, um reich zu sterben.
Sprichw.Wer nur sammelt, verzichtet zu Lebzeiten auf das, wofür er sammelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Publilius Syrus und wurde im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert wiedergegeben.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Der Geizige gönnt sich selbst am wenigsten. Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will.
Das letzte Hemd hat keine Taschen.
Sprichw.Besitz nützt am Ende nichts, weil man nichts davon mitnehmen kann.
Herkunft: Das Totenhemd hat tatsächlich keine Taschen. Der Gedanke selbst ist älter und findet sich im ersten Timotheusbrief des Neuen Testaments, wonach wir nichts in die Welt gebracht haben und nichts hinausbringen werden.
Themen: ReichtumGeldBescheidenheit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten. Wer gibt, macht sich frei.
Der Schlaf ist der Bruder des Todes.
Sprichw.Der Schlaf gleicht dem Tod, weil das Bewusstsein aussetzt.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der griechischen Mythologie, in der Hypnos und Thanatos Brüder sind.
Themen: Schlaf
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer vertraut, schläft besser. Wer nicht schlafen kann, hat meist zu viel gedacht.
Sterben muss jeder für sich allein.
Sprichw.Niemand kann einem den letzten Weg abnehmen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt, in Anlehnung an ein mittelalterliches Sterbelied.
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. Der Tod nimmt nichts mit und lässt nichts zurück.
Der Tod hat keinen Kalender.
Sprichw.Das Ende kommt ohne Ankündigung und hält sich an keine Ordnung.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Auch: Der Tod fragt nicht nach dem Kalender.
Siehe auch: Der Tod kommt wie ein Dieb in der Nacht. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Der Tod kommt wie ein Dieb in der Nacht.
Sprichw.Das Ende kommt unangekündigt und lässt sich nicht einplanen.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Neuen Testament (1. Thessalonicher 5,2).
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Der Tod hat keinen Kalender.
Der Tod macht alle gleich.
Sprichw.Vor dem Sterben zählen Rang und Vermögen nicht mehr.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Horaz, und im Mittelalter durch die Darstellungen des Totentanzes bildlich geworden.
QuelleHoraz
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Im Schlaf sind alle Menschen gleich. Der Tod nimmt nichts mit und lässt nichts zurück.
Über die Toten nur Gutes.
Sprichw.Alte Regel, nach dem Tod eines Menschen keine Kritik mehr zu äußern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das griechische Wort des Chilon von Sparta, überliefert bei Diogenes Laertios als „de mortuis nil nisi bene“.
Themen: EhrlichkeitAbschied
Über Tote soll man nichts Schlechtes reden.
Sprichw.Kritik an Verstorbenen gilt als unschicklich, weil sie sich nicht mehr wehren können.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „de mortuis nil nisi bene“, die auf einen antiken Ausspruch zurückgeführt wird.
Auch: De mortuis nil nisi bene.
Themen: AbschiedEhrlichkeit
Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Sprichw.Wer aus Angst vor dem Ende nicht mehr lebt, verliert doppelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer den Tod fürchte, werde nie etwas tun, das eines Lebenden würdig sei.
QuelleSeneca
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten.
Kurze Sprichwörter
Gestorben wird immer.
Sprichw.Trockener Kommentar, meist von Berufsgruppen gebraucht, deren Arbeit vom Sterben abhängt.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, deren Erstbeleg sich nicht ausmachen lässt.
Siehe auch: Dem Tod entrinnt niemand.
Heute mir, morgen dir.
Sprichw.Was heute den einen trifft, trifft morgen den anderen. Verbreitete Inschrift auf Friedhöfen und Beinhäusern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „hodie mihi, cras tibi“, das sich im Buch Jesus Sirach findet und seit dem Mittelalter als Grabinschrift verwendet wird.
Auch: Hodie mihi, cras tibi.
QuelleAltes Testament
Dem Schicksal entrinnt niemand.
Sprichw.Was bestimmt ist, lässt sich nicht abwenden.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der antiken Tragödie und findet sich in dieser Fassung bei den römischen Dichtern.
Siehe auch: Was kommen soll, das kommt. Ehen werden im Himmel geschlossen. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Sterben müssen wir alle.
Sprichw.Nüchterne Erinnerung daran, dass niemand dem Tod entgeht.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung des lateinischen „memento mori“ und in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Der Tod macht alle gleich. Dem Tod entrinnt niemand. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Dem Tod entrinnt niemand.
Sprichw.Nüchterne Feststellung der einzigen Gewissheit des Lebens.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mors omnibus communis“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Der Tod lehrt leben.
Sprichw.Das Bewusstsein der Endlichkeit ordnet, was wichtig ist.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Mark Aurel.
QuelleMark Aurel, Seneca
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Der Tod ist die Grenze, das Leben das Maß. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
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