Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über den Tod
Der Tod wird sprichwörtlich nüchtern behandelt, oft mit einer Prise Galgenhumor. Der wiederkehrende Gedanke: Er macht keine Unterschiede.
17 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Die Friedhöfe sind voll von unersetzlichen Leuten.
Sprichw.Spöttische Erinnerung daran, dass jeder ersetzbar ist.
Herkunft: Der Ausspruch wird Charles de Gaulle und mehreren anderen zugeschrieben, ohne dass sich ein Erstbeleg finden ließe.
Themen: HochmutBescheidenheit
Siehe auch: Ein Esel schilt den anderen Langohr. Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.
Der Tod ist eine Tür, keine Wand.
Sprichw.Trostformel, die das Sterben als Übergang statt als Ende beschreibt.
Herkunft: Eine moderne Trauerformel ohne belegbaren Erstautor; das Bild von der Tür ist in der christlichen Tradition älter.
Siehe auch: Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Sprichw.Das Bewusstsein der Endlichkeit verändert, wie man mit der verbleibenden Zeit umgeht.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Mark Aurel.
QuelleMark Aurel, Seneca
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Dem Tod entrinnt niemand. Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Abschiednehmen heißt ein wenig sterben.
Sprichw.Jede Trennung nimmt einem ein Stück von dem, was man war.
Edmond Haraucourtfranzösischer Dichter, 1856 bis 1941
Herkunft: Übersetzung der französischen Zeile „partir, c'est mourir un peu“ aus einem Gedicht von Edmond Haraucourt (1891).
Auch: Partir, c'est mourir un peu.
QuelleHaraucourt
Siehe auch: Scheiden tut weh. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen.
Sprichw.Gegen die Sterblichkeit hilft kein Mittel.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Kräuterheilkunde: Für jedes Leiden gab es ein Kraut, für den Tod keines. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: GesundheitSchicksal
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Dem Tod entrinnt niemand. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Der Geizige lebt arm, um reich zu sterben.
Sprichw.Wer nur sammelt, verzichtet zu Lebzeiten auf das, wofür er sammelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Publilius Syrus und wurde im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert wiedergegeben.
QuellePublilius Syrus
Das letzte Hemd hat keine Taschen.
Sprichw.Besitz nützt am Ende nichts, weil man nichts davon mitnehmen kann.
Herkunft: Das Totenhemd hat tatsächlich keine Taschen. Der Gedanke selbst ist älter und findet sich im ersten Timotheusbrief des Neuen Testaments, wonach wir nichts in die Welt gebracht haben und nichts hinausbringen werden.
Themen: ReichtumGeldBescheidenheit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer gibt, macht sich frei. Geld allein macht nicht glücklich. Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn.
Der Schlaf ist der Bruder des Todes.
Sprichw.Der Schlaf gleicht dem Tod, weil das Bewusstsein aussetzt.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der griechischen Mythologie, in der Hypnos und Thanatos Brüder sind.
Themen: Schlaf
Siehe auch: Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Sterben müssen wir alle. Im Schlaf sind alle Menschen gleich.
Der Tod hat keinen Kalender.
Sprichw.Das Ende kommt ohne Ankündigung und hält sich an keine Ordnung.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Der Tod kommt wie ein Dieb in der Nacht.
Der Tod kommt wie ein Dieb in der Nacht.
Sprichw.Das Ende kommt unangekündigt und lässt sich nicht einplanen.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Neuen Testament (1. Thessalonicher 5,2).
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Der Tod hat keinen Kalender.
Der Tod macht alle gleich.
Sprichw.Vor dem Sterben zählen Rang und Vermögen nicht mehr.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Horaz, und im Mittelalter durch die Darstellungen des Totentanzes bildlich geworden.
QuelleHoraz
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Im Schlaf sind alle Menschen gleich. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Über Tote soll man nichts Schlechtes reden.
Sprichw.Kritik an Verstorbenen gilt als unschicklich, weil sie sich nicht mehr wehren können.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „de mortuis nil nisi bene“, die auf einen antiken Ausspruch zurückgeführt wird.
Auch: De mortuis nil nisi bene.
Themen: AbschiedEhrlichkeit
Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Sprichw.Wer aus Angst vor dem Ende nicht mehr lebt, verliert doppelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer den Tod fürchte, werde nie etwas tun, das eines Lebenden würdig sei.
QuelleSeneca
Siehe auch: Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Kurze Sprichwörter
Gestorben wird immer.
Sprichw.Trockener Kommentar, meist von Berufsgruppen gebraucht, deren Arbeit vom Sterben abhängt.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, deren Erstbeleg sich nicht ausmachen lässt.
Siehe auch: Dem Tod entrinnt niemand.
Heute mir, morgen dir.
Sprichw.Was heute den einen trifft, trifft morgen den anderen. Verbreitete Inschrift auf Friedhöfen und Beinhäusern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „hodie mihi, cras tibi“, das sich im Buch Jesus Sirach findet und seit dem Mittelalter als Grabinschrift verwendet wird.
Auch: Hodie mihi, cras tibi.
QuelleAltes Testament
Sterben müssen wir alle.
Sprichw.Nüchterne Erinnerung daran, dass niemand dem Tod entgeht.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung des lateinischen „memento mori“ und in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Der Tod macht alle gleich. Dem Tod entrinnt niemand. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Dem Tod entrinnt niemand.
Sprichw.Nüchterne Feststellung der einzigen Gewissheit des Lebens.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mors omnibus communis“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen.
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