Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Geiz
Sparsamkeit und Geiz liegen sprichwörtlich dicht beieinander, und viele Belege zielen genau auf diesen schmalen Grat.
15 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Der Geiz wächst mit dem Gelde.
Sprichw.Je mehr jemand besitzt, desto ungern gibt er etwas davon her.
Juvenalrömischer Satiriker, um 60 bis 130 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in ähnlicher Form bereits bei Juvenal.
QuelleJuvenal
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt. Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn. Wer viel hat, will noch mehr.
Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn.
Sprichw.Wer nur noch ans Sparen denkt, wird von seinem Vermögen beherrscht statt umgekehrt.
Publilius Syrusrömischer Spruchdichter, 1. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in dieser Form bereits bei dem römischen Autor Publilius Syrus.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Der Geiz wächst mit dem Gelde. Geld allein macht nicht glücklich. Das letzte Hemd hat keine Taschen.
Der Geizige und der Verschwender kommen beide zu kurz.
Sprichw.Weder Knausern noch Prassen führt zu einem vernünftigen Auskommen.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die aristotelische Lehre von der Mitte zurück, nach der beide Extreme das rechte Maß verfehlen.
Siehe auch: Sparsamkeit erhält das Haus.
Wer alles behalten will, verliert am Ende alles.
Sprichw.Übertriebenes Festhalten kann mehr kosten, als rechtzeitiges Loslassen gebracht hätte.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in einer Fabel Äsops vom Hund, der die Beute im Wasserspiegel sieht und darüber die eigene verliert.
QuelleÄsop
Siehe auch: Wie gewonnen, so zerronnen.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Sprichw.Beide Laster kennen keinen Punkt, an dem sie zufrieden wären.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt. Geiz ist die Wurzel allen Übels. Dem Geizigen ist nie genug.
Geiz ist die Wurzel allen Übels.
Sprichw.Übertriebene Sparsamkeit und Habgier gelten als Ursache vieler Missstände.
Herkunft: Zurückgehend auf das Neue Testament (1. Timotheus 6,10), wo die Geldgier so bezeichnet wird.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Dem Geizigen ist nie genug. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Der Geizige lebt arm, um reich zu sterben.
Sprichw.Wer nur sammelt, verzichtet zu Lebzeiten auf das, wofür er sammelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Publilius Syrus und wurde im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert wiedergegeben.
QuellePublilius Syrus
Dem Geizigen ist nie genug.
Sprichw.Wer knausert und rafft, findet nie einen Punkt, an dem er zufrieden wäre.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Horaz, der den Geizigen als jemanden beschreibt, dem stets zum Ganzen etwas fehlt.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt. Geiz ist die Wurzel allen Übels. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Jeder ist sich selbst der Nächste.
Sprichw.Im Zweifel achtet jeder zuerst auf den eigenen Vorteil.
Herkunft: Die Formel ist die ironische Umkehrung des biblischen Gebots der Nächstenliebe und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: NachbarnGroßzügigkeit
Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Sprichw.Wer sorglos mit kleinen Beträgen umgeht, wird auch mit größeren nicht haushalten können.
Herkunft: Die ältere Fassung nennt Pfennig und Taler; in neuerer Zeit ist auch die Variante mit dem Euro geläufig.
Auch: Wer den Cent nicht ehrt, ist des Euro nicht wert.
Siehe auch: Viele Wenig machen ein Viel. Kleinvieh macht auch Mist.
Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt.
Sprichw.Vermögen weckt das Verlangen nach mehr, statt es zu stillen.
Herkunft: Aus dem Buch Prediger im Alten Testament (Prediger 5,9).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Der Geiz wächst mit dem Gelde. Dem Geizigen ist nie genug. Wer viel hat, will noch mehr.
Wer viel hat, will noch mehr.
Sprichw.Besitz stillt das Verlangen nicht, sondern steigert es.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Horaz, wonach dem Wachsen des Geldes die Sorge um das Geld folge.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt. Der Geiz wächst mit dem Gelde.
Kurze Sprichwörter
Am falschen Ende sparen.
Sprichw.Dort kürzen, wo es sich später bitter rächt.
Herkunft: Eine jüngere Formel aus der Kaufmannssprache des 19. Jahrhunderts.
Geiz verdirbt die Freundschaft.
Sprichw.Wer bei jeder Kleinigkeit rechnet, verliert die Zuneigung der anderen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: FreundschaftGeld
Sparsamkeit erhält das Haus.
Sprichw.Ein Haushalt hält sich nicht durch das, was hereinkommt, sondern durch das, was nicht ausgegeben wird.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt und Teil der Hausväterliteratur, die den Haushalt als Wirtschaftseinheit beschrieb.
Themen: SparenHaus und Heimat
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Geizige und der Verschwender kommen beide zu kurz. Wer nichts hat, kann nichts sparen. Sparen ist verdienen.
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