Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Geiz
Sparsamkeit und Geiz liegen sprichwörtlich dicht beieinander, und viele Belege zielen genau auf diesen schmalen Grat.
32 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Sprichw.Spott über den, der zwar einlädt, aber nichts auftischt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer gut kocht, hat immer Gäste. Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Der Geiz macht den Beutel schwer und das Herz leer.
Sprichw.Wer nur sammelt, gewinnt an Besitz und verliert an Zufriedenheit.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Geld allein macht nicht glücklich. Das Glück wohnt selten in großen Häusern. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten.
Der Geiz sammelt, die Gier verschlingt.
Sprichw.Beide Laster verhalten sich zum Besitz gegensätzlich und richten doch denselben Schaden an.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Geiz ist die Wurzel allen Übels. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe. Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt.
Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn.
Sprichw.Wer nur noch ans Sparen denkt, wird von seinem Vermögen beherrscht statt umgekehrt.
Publilius Syrusrömischer Spruchdichter, 1. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in dieser Form bereits bei dem römischen Autor Publilius Syrus.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht. Geld sättigt keinen Hunger. Geld allein macht nicht glücklich.
Der Geizige gibt erst im Tod.
Sprichw.Wer zu Lebzeiten nichts hergibt, tut es unfreiwillig am Ende doch.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer alles behalten will, verliert am Ende alles.
Der Geizige gönnt sich selbst am wenigsten.
Sprichw.Wer nichts hergibt, hält sich selbst am kürzesten.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Themen: BescheidenheitGlück
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Sparen ohne Zweck ist Verzicht ohne Grund. Der Geizige lebt arm, um reich zu sterben.
Der Geizige und der Verschwender kommen beide zu kurz.
Sprichw.Weder Knausern noch Prassen führt zu einem vernünftigen Auskommen.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die aristotelische Lehre von der Mitte zurück, nach der beide Extreme das rechte Maß verfehlen.
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt. Sparsamkeit erhält das Haus.
Sparen ohne Ziel ist auch nur Horten.
Sprichw.Rücklagen ergeben nur Sinn, wenn man weiß, wofür.
Herkunft: Eine Formel aus der Finanzberatung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer heute spart, hat morgen die Wahl. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Wer alles behalten will, verliert am Ende alles.
Sprichw.Übertriebenes Festhalten kann mehr kosten, als rechtzeitiges Loslassen gebracht hätte.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in einer Fabel Äsops vom Hund, der die Beute im Wasserspiegel sieht und darüber die eigene verliert.
QuelleÄsop
Siehe auch: Der Geizige gibt erst im Tod. Wie gewonnen, so zerronnen.
Wer jeden Pfennig dreimal umdreht, verpasst das Geschäft.
Sprichw.Übertriebene Sparsamkeit kostet mehr, als sie einbringt.
Herkunft: Eine Kaufmannsformel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer lange feilscht, verliert den Kauf.
Wer jeden Vorteil sucht, findet keinen Partner.
Sprichw.Wer bei jedem Geschäft das Maximum herausholt, hat beim nächsten niemanden mehr.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 20. Jahrhunderts.
Themen: HandelFreundschaft
Siehe auch: Geiz verdirbt die Freundschaft. Jeder ist sich selbst der Nächste.
Wer nichts ausgibt, hat auch nichts erlebt.
Sprichw.Wer nur zurücklegt, bekommt für sein Geld auch nichts.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer lebt, muss Abschied nehmen lernen.
Wer nichts gibt, dem wird nichts gegeben.
Sprichw.Wer sich verschließt, muss auch selbst mit Zurückhaltung rechnen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt.
Themen: GroßzügigkeitNachbarn
Siehe auch: Wer hilft, ohne zu fragen, hilft am meisten. Wer gern gibt, dem gibt man gern. Wohltun trägt Zinsen.
Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten.
Sprichw.Wer anderen den Erfolg missgönnt, verdirbt sich den eigenen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem älteren Satz, der Neid frisse seinen Herrn.
Siehe auch: Wer vergleicht, verliert. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat. Der Neid ist des Glückes Schatten.
Wer nur auf den Preis sieht, kauft zweimal.
Sprichw.Die billigste Lösung ist selten die günstigste.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel, verwandt mit dem Satz, der Geizige zahle zweimal.
Siehe auch: Der Geizige zahlt zweimal. Im Handel entscheidet die Ware, nicht das Wort. Der Preis ist vergessen, die Qualität bleibt.
Wer nur rechnet, verrechnet sich.
Sprichw.Wer alles auf den Vorteil hin prüft, übersieht das Wesentliche.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Wirtschaftskritik.
Themen: HandelKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Irren ist menschlich. Durch Schaden wird man klug. Am falschen Ende sparen.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Sprichw.Beide Laster kennen keinen Punkt, an dem sie zufrieden wären.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt. Geiz ist die Wurzel allen Übels. Der Geiz sammelt, die Gier verschlingt.
Geiz ist die Wurzel allen Übels.
Sprichw.Übertriebene Sparsamkeit und Habgier gelten als Ursache vieler Missstände.
Herkunft: Zurückgehend auf das Neue Testament (1. Timotheus 6,10), wo die Geldgier so bezeichnet wird.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Dem Geizigen ist nie genug. Der Geiz sammelt, die Gier verschlingt. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Der Geiz wächst mit dem Vermögen.
Sprichw.Anders als erwartet nimmt die Sparsamkeit mit dem Wohlstand zu statt ab.
Juvenalrömischer Satiriker, um 60 bis 130 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Juvenal, der schreibt, die Geldgier wachse mit dem Geld.
QuelleJuvenal
Siehe auch: Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn. Der Geiz macht den Beutel schwer und das Herz leer. Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen.
Der Geizige lebt arm, um reich zu sterben.
Sprichw.Wer nur sammelt, verzichtet zu Lebzeiten auf das, wofür er sammelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Publilius Syrus und wurde im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert wiedergegeben.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Der Geizige gönnt sich selbst am wenigsten. Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will.
Der Geizige schlachtet das Huhn, das ihm Eier legt.
Sprichw.Wer nur auf den sofortigen Gewinn schaut, zerstört die Quelle.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus einer Fabel Äsops von der Gans mit den goldenen Eiern.
Themen: Klugheit und DummheitTiere
QuelleÄsop
Dem Geizigen ist nie genug.
Sprichw.Wer knausert und rafft, findet nie einen Punkt, an dem er zufrieden wäre.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Horaz, der den Geizigen als jemanden beschreibt, dem stets zum Ganzen etwas fehlt.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt. Geiz ist die Wurzel allen Übels. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Jeder ist sich selbst der Nächste.
Sprichw.Im Zweifel achtet jeder zuerst auf den eigenen Vorteil.
Herkunft: Die Formel ist die ironische Umkehrung des biblischen Gebots der Nächstenliebe und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: NachbarnGroßzügigkeit
Siehe auch: Wer sich absondert, sucht seinen eigenen Vorteil. Wer jeden Vorteil sucht, findet keinen Partner.
Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Sprichw.Wer sorglos mit kleinen Beträgen umgeht, wird auch mit größeren nicht haushalten können.
Herkunft: Die ältere Fassung nennt Pfennig und Taler; in neuerer Zeit ist auch die Variante mit dem Euro geläufig.
Auch: Wer den Cent nicht ehrt, ist des Euro nicht wert.
Siehe auch: Wer im Kleinen nicht spart, spart im Großen vergebens. Viele Wenig machen ein Viel. Kleinvieh macht auch Mist.
Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt.
Sprichw.Vermögen weckt das Verlangen nach mehr, statt es zu stillen.
Herkunft: Aus dem Buch Prediger im Alten Testament (Prediger 5,9).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Dem Geizigen ist nie genug. Wer viel hat, will noch mehr. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Kurze Sprichwörter
Am falschen Ende sparen.
Sprichw.Dort kürzen, wo es sich später bitter rächt.
Herkunft: Eine jüngere Formel aus der Kaufmannssprache des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Leichtsinn ist teurer als Vorsicht. Zweimal messen, einmal schneiden. Wer nur rechnet, verrechnet sich.
Geiz verdirbt die Freundschaft.
Sprichw.Wer bei jeder Kleinigkeit rechnet, verliert die Zuneigung der anderen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: FreundschaftGeld
Siehe auch: Wer jeden Vorteil sucht, findet keinen Partner.
Der Geizige zahlt zweimal.
Sprichw.Wer an der falschen Stelle spart, muss die Sache ein zweites Mal anschaffen.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nur auf den Preis sieht, kauft zweimal. Wer billig kauft, kauft zweimal. Der Preis ist vergessen, die Qualität bleibt.
Sparsamkeit erhält das Haus.
Sprichw.Ein Haushalt hält sich nicht durch das, was hereinkommt, sondern durch das, was nicht ausgegeben wird.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt und Teil der Hausväterliteratur, die den Haushalt als Wirtschaftseinheit beschrieb.
Themen: SparenHaus und Heimat
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt. Selbst gekocht ist halb gespart.
Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt.
Sprichw.Der Sparsame wägt ab, der Geizige hält einfach fest.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: SparenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Sparsamkeit erhält das Haus. Der Geizige und der Verschwender kommen beide zu kurz.
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