Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über Misserfolg
Scheitern wird sprichwörtlich eingeordnet, nicht bewertet. Fast immer folgt der Hinweis, dass daraus etwas zu lernen ist.
44 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Aus einer Niederlage lernt man mehr als aus einem Sieg.
Sprichw.Der Erfolg erklärt sich nicht, das Scheitern zwingt zur Untersuchung.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Historikern und wurde im 19. Jahrhundert zur militärischen Lehrformel.
Siehe auch: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Die Jugend darf sich irren, das Alter muss es zugeben. Aus Fehlern wird man klug, aber nicht immer sofort.
Aus Fehlern wird man klug, aber nicht immer sofort.
Sprichw.Manche Erfahrung muss man mehrfach machen, bevor sie sitzt.
Herkunft: Eine ironische Erweiterung des älteren Sprichworts, im 20. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Aus einer Niederlage lernt man mehr als aus einem Sieg. Übung macht den Meister. Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen.
Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Sprichw.Ein schmerzhafter Schlussstrich ist erträglicher als ein Zustand, der sich endlos hinzieht.
Herkunft: Der Ausspruch wird dem preußischen Offizier Ferdinand von Schill zugeschrieben (1809).
QuelleFerdinand von Schill
Siehe auch: Veränderung beginnt im Kopf.
Eifersucht bewacht, was sie längst verloren hat.
Sprichw.Wer kontrollieren muss, hat das Vertrauen bereits eingebüßt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: EifersuchtPartnerschaft
Siehe auch: Wer festhält, verliert schneller. Wer bewacht, verliert.
Der Erfolg deckt viele Fehler zu.
Sprichw.Solange das Ergebnis stimmt, fragt niemand nach dem Weg.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären. Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
Ein Fehler zieht den nächsten nach sich.
Sprichw.Wer einen Fehler ausbessern will, macht dabei oft den nächsten.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts, verwandt mit dem Sprichwort vom Unglück, das selten allein kommt.
Siehe auch: Wer sich drückt, wird gedrückt. Wer nicht auf den Körper hört, muss auf den Arzt hören. Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Jeder Anfang ist ein Versuch.
Sprichw.Ein Beginn schließt die Möglichkeit des Scheiterns ein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nie gescheitert ist, hat nie etwas versucht. Wer lebt, macht Fehler; wer keine macht, lebt nicht.
Die Jugend darf sich irren, das Alter muss es zugeben.
Sprichw.Was jung als Umweg gilt, wird später zur Rechtfertigungspflicht.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Aus einer Niederlage lernt man mehr als aus einem Sieg. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten.
Nicht das Fallen ist die Schande, sondern das Liegenbleiben.
Sprichw.Ein Rückschlag zählt weniger als der Umgang damit.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Konfuzius und ebenso in der abendländischen Moralliteratur; ein Erstbeleg fehlt.
QuelleKonfuzius
Siehe auch: Veränderung beginnt im Kopf. Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit.
Nicht der Fehler ist die Schande, sondern das Vertuschen.
Sprichw.Ein Fehler wiegt weniger als der Versuch, ihn zu verbergen.
Herkunft: Eine Formel aus der Fehlerkultur-Diskussion des 20. Jahrhunderts.
Themen: EhrlichkeitMut
Siehe auch: Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Jeder Anfang ist ein Versuch. Die Wahrheit ist selten bequem.
Wer Angst vor Fehlern hat, macht nichts.
Sprichw.Die Furcht vor dem Fehler verhindert mehr als der Fehler selbst.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Arbeitswelt.
Siehe auch: Hoffen ohne Tun ist Träumen.
Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Sprichw.Ohne Zuversicht lässt sich keine schwierige Lage mehr wenden.
Herkunft: Der Gedanke geht auf einen Vers von Christian Fürchtegott Gellert zurück und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert geläufig.
QuelleGellert
Siehe auch: Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen. Neuer Tag, neues Glück. Hoffen kostet nichts.
Wer die Warnung überhört, zahlt das Lehrgeld.
Sprichw.Was man sich hätte sagen lassen können, lernt man teurer selbst.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LeichtsinnErfahrung
Siehe auch: Nach dem Rausch kommt die Rechnung. Wie man sich bettet, so liegt man. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief.
Sprichw.Je größer die Überheblichkeit, desto härter der Sturz.
Herkunft: Eine Bildformel, die auf die Redewendung vom hohen Ross zurückgeht und in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt ist.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Hochmut kommt vor dem Fall. Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden. Wer hoch steigt, fällt tief.
Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten.
Sprichw.Ohne Änderung des Vorgehens ändert sich auch das Ergebnis nicht.
Herkunft: Der Ausspruch wird gern Albert Einstein zugeschrieben; nachweisbar ist die Formulierung erst in amerikanischer Ratgeberliteratur der 1980er Jahre.
Themen: VeränderungKlugheit und Dummheit
QuelleEinstein
Siehe auch: Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Durch Schaden wird man klug.
Sprichw.Aus eigenen Fehlern lernt man nachhaltiger als aus guten Ratschlägen.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „quae nocent, docent“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Aus Schaden wird man klug.
Themen: ErfahrungKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Irren ist menschlich. Aus einer Niederlage lernt man mehr als aus einem Sieg. Wer nur rechnet, verrechnet sich.
Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind.
Sprichw.Am Gelingen wollen viele beteiligt gewesen sein, für das Scheitern fühlt sich niemand zuständig.
Herkunft: Der Ausspruch wird John F. Kennedy zugeschrieben, der ihn 1961 verwendete; er ist als italienisches Sprichwort älter.
QuelleJohn F. Kennedy
Siehe auch: Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären.
Es ist noch nicht aller Tage Abend.
Sprichw.Eine Sache ist noch nicht entschieden, es kann sich noch alles wenden.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „nondum omnium dierum sol occidit“, das bei Livius belegt ist.
QuelleLivius
Siehe auch: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Der Jugend gehört die Zukunft. Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer.
Hochmut kommt vor dem Fall.
Sprichw.Wer sich zu viel auf sich einbildet, wird umso härter enttäuscht.
Herkunft: Der Satz geht auf das biblische Buch der Sprüche (16,18) zurück.
Themen: HochmutBescheidenheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief. Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden. Wer hoch steigt, fällt tief.
Hoffen und Harren macht manchen zum Narren.
Sprichw.Wer nur wartet und nichts tut, wartet oft vergeblich.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß. Geduld bringt Rosen. Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen.
Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen.
Sprichw.Zuversicht hilft beim Anfangen, ersetzt aber kein Ergebnis.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Francis Bacon.
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Hoffen und Harren macht manchen zum Narren. Wer blind vertraut, wird sehend enttäuscht.
Den Letzten beißen die Hunde.
Sprichw.Wer zu spät kommt oder als Letzter übrig bleibt, trägt den Schaden.
Herkunft: Das Bild stammt von der Hetzjagd: Die Hunde greifen das Tier an, das zurückbleibt. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Ein schlechter Handwerker schilt sein Werkzeug.
Sprichw.Wer nichts kann, sucht die Schuld bei den Umständen.
Herkunft: Die Formel übersetzt ein französisches Sprichwort und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Faulheit ist die Mutter aller Ausreden.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Sprichw.Wem etwas misslingt, der wird zusätzlich zum eigentlichen Schaden auch noch ausgelacht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz beschreibt eine Erfahrung, keine Forderung.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen. Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Wer hoch steigt, fällt tief.
Sprichw.Je größer der Aufstieg, desto härter der Sturz.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Horaz, und im Mittelalter durch das Motiv des Glücksrads bildlich geworden.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war. Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief. Wer die Leiter hochsteigt, sollte sie nicht wegstoßen.
Kurze Sprichwörter
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Sprichw.Was verschoben wurde, ist damit noch lange nicht erledigt.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Rechtssprache: Ein vertagtes Verfahren ist nicht eingestellt. Das Wortspiel mit den beiden ähnlichen Verben hat ihn in die Alltagssprache gebracht.
Siehe auch: Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt.
Aus Fehlern lernt man.
Sprichw.Ein Fehlschlag ist kein Verlust, solange man daraus etwas mitnimmt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in der lateinischen Formel „errando discimus“ und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Siehe auch: Wer lebt, macht Fehler; wer keine macht, lebt nicht. Stillstand ist Rückschritt.
Irren ist menschlich.
Sprichw.Fehler zu machen gehört zum Menschsein und ist kein Grund für harte Verurteilung.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „errare humanum est“, deren Gedanke sich schon bei Seneca findet.
Auch: Errare humanum est.
Themen: Klugheit und DummheitBescheidenheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Durch Schaden wird man klug. Wer nur rechnet, verrechnet sich. Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären.
Pfusch ist doppelte Arbeit.
Sprichw.Was schlecht gemacht ist, muss ohnehin noch einmal gemacht werden.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Faule arbeitet doppelt. Übung macht den Meister. Aus Fehlern wird man klug, aber nicht immer sofort.
Stillstand ist Rückschritt.
Sprichw.Wer sich nicht weiterentwickelt, fällt gegenüber anderen zurück.
Herkunft: Eine Formel aus der Fortschrittssprache des 19. Jahrhunderts, verwandt mit Goethes Vers vom Vorwärtsgehen.
Themen: VeränderungFleiß
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Handel bringt Wandel.
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