Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über Misserfolg
Scheitern wird sprichwörtlich eingeordnet, nicht bewertet. Fast immer folgt der Hinweis, dass daraus etwas zu lernen ist.
20 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Sprichw.Ein schmerzhafter Schlussstrich ist erträglicher als ein Zustand, der sich endlos hinzieht.
Herkunft: Der Ausspruch wird dem preußischen Offizier Ferdinand von Schill zugeschrieben (1809).
QuelleFerdinand von Schill
Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Sprichw.Ohne Zuversicht lässt sich keine schwierige Lage mehr wenden.
Herkunft: Der Gedanke geht auf einen Vers von Christian Fürchtegott Gellert zurück und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert geläufig.
QuelleGellert
Siehe auch: Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen. Neuer Tag, neues Glück. Es ist noch immer gut gegangen.
Wer nichts macht, macht auch nichts falsch.
Sprichw.Spöttische Feststellung über Menschen, die Verantwortung meiden, um sich nichts vorwerfen lassen zu müssen.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts aus der Arbeitswelt, meist ironisch gegen übermäßige Vorsicht gerichtet.
Siehe auch: Wer schläft, sündigt nicht. Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Wer nie verliert, hat nie gespielt.
Sprichw.Ohne die Möglichkeit zu scheitern gibt es auch keinen Gewinn.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus dem Sportumfeld, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Dem Mutigen gehört die Welt. Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts.
Wer sich fürchtet, hat schon verloren.
Sprichw.Furcht lähmt und nimmt einem die Möglichkeit zu handeln.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem antiken Gedanken, die Furcht nehme dem Kämpfenden die Kraft.
Wie man's macht, ist es verkehrt.
Sprichw.Resignierter Kommentar, wenn jede Entscheidung von irgendjemandem bemängelt wird.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, meist resigniert gebraucht.
Siehe auch: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Jeder kehre vor seiner eigenen Tür. Die Wahrheit tut weh.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Durch Schaden wird man klug.
Sprichw.Aus eigenen Fehlern lernt man nachhaltiger als aus guten Ratschlägen.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „quae nocent, docent“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Aus Schaden wird man klug.
Themen: ErfahrungKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Irren ist menschlich. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Gebranntes Kind scheut das Feuer.
Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind.
Sprichw.Am Gelingen wollen viele beteiligt gewesen sein, für das Scheitern fühlt sich niemand zuständig.
Herkunft: Der Ausspruch wird John F. Kennedy zugeschrieben, der ihn 1961 verwendete; er ist als italienisches Sprichwort älter.
QuelleJohn F. Kennedy
Es ist noch nicht aller Tage Abend.
Sprichw.Eine Sache ist noch nicht entschieden, es kann sich noch alles wenden.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „nondum omnium dierum sol occidit“, das bei Livius belegt ist.
QuelleLivius
Siehe auch: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Der Jugend gehört die Zukunft. Kommt Zeit, kommt Rat.
Hochmut kommt vor dem Fall.
Sprichw.Wer sich zu viel auf sich einbildet, wird umso härter enttäuscht.
Herkunft: Der Satz geht auf das biblische Buch der Sprüche (16,18) zurück.
Themen: HochmutBescheidenheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden. Wer hoch steigt, fällt tief.
Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen.
Sprichw.Zuversicht hilft beim Anfangen, ersetzt aber kein Ergebnis.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Francis Bacon.
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Undank ist der Welt Lohn. Neuer Tag, neues Glück.
Den Letzten beißen die Hunde.
Sprichw.Wer zu spät kommt oder als Letzter übrig bleibt, trägt den Schaden.
Herkunft: Das Bild stammt von der Hetzjagd: Die Hunde greifen das Tier an, das zurückbleibt. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Ein schlechter Handwerker schilt sein Werkzeug.
Sprichw.Wer nichts kann, sucht die Schuld bei den Umständen.
Herkunft: Die Formel übersetzt ein französisches Sprichwort und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Sprichw.Wem etwas misslingt, der wird zusätzlich zum eigentlichen Schaden auch noch ausgelacht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz beschreibt eine Erfahrung, keine Forderung.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen.
Wer hoch steigt, fällt tief.
Sprichw.Je größer der Aufstieg, desto härter der Sturz.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Horaz, und im Mittelalter durch das Motiv des Glücksrads bildlich geworden.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war. Hochmut kommt vor dem Fall.
Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden.
Sprichw.Wer sich über andere stellt, wird darauf zurückgeworfen.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Lukasevangelium (Lukas 14,11).
Themen: HochmutBescheidenheit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Hochmut kommt vor dem Fall.
Wer vielerlei beginnt, gar wenig Dank gewinnt.
Sprichw.Wer sich verzettelt, bringt am Ende nichts richtig zu Ende.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer zwei Hasen zugleich jagt, fängt keinen.
Kurze Sprichwörter
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Sprichw.Was verschoben wurde, ist damit noch lange nicht erledigt.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Rechtssprache: Ein vertagtes Verfahren ist nicht eingestellt. Das Wortspiel mit den beiden ähnlichen Verben hat ihn in die Alltagssprache gebracht.
Aus Fehlern lernt man.
Sprichw.Ein Fehlschlag ist kein Verlust, solange man daraus etwas mitnimmt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in der lateinischen Formel „errando discimus“ und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Irren ist menschlich.
Sprichw.Fehler zu machen gehört zum Menschsein und ist kein Grund für harte Verurteilung.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „errare humanum est“, deren Gedanke sich schon bei Seneca findet.
Auch: Errare humanum est.
Themen: Klugheit und DummheitBescheidenheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Durch Schaden wird man klug. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Alter schützt vor Torheit nicht.
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