Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Bescheidenheit, Seite 2
73 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 2 von 3
Bekannte Sprichwörter
Man muss gehen, solange man noch gern gesehen wird.
Sprichw.Der richtige Zeitpunkt zum Gehen liegt vor dem Moment, in dem andere ihn erwarten.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: AbschiedBescheidenheitErfahrung
Siehe auch: Wer nicht gehen kann, wird gegangen.
Die Natur braucht den Menschen nicht, der Mensch die Natur schon.
Sprichw.Das Abhängigkeitsverhältnis ist einseitig, auch wenn es oft umgekehrt dargestellt wird.
Herkunft: Eine Formel aus der Umweltdiskussion des späten 20. Jahrhunderts.
Themen: NaturBescheidenheitLeben
Nicht die Note macht den Menschen.
Sprichw.Eine schulische Bewertung sagt wenig über den Wert einer Person.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der pädagogischen Diskussion, ohne älteren Beleg.
Themen: SchuleBescheidenheitErfahrung
Siehe auch: Wer zu billig anbietet, verkauft sich selbst.
Sparen ohne Zweck ist Verzicht ohne Grund.
Sprichw.Rücklagen brauchen ein Ziel, sonst sind sie nur Entbehrung.
Herkunft: Eine Formel aus der Finanzberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: SparenZukunftBescheidenheit
Siehe auch: Sparen heißt heute verzichten, um morgen zu können. Wer nur spart, lebt nicht. Der Geizige gönnt sich selbst am wenigsten.
Über Geld spricht man nicht, man hat es.
Sprichw.Eine Redensart, die den offenen Umgang mit Vermögensfragen als unfein abtut.
Herkunft: Die Formel wird der Bankiersfamilie Rothschild zugeschrieben, ohne dass sich ein Erstbeleg finden ließe. Verbreitet ist sie seit dem 20. Jahrhundert.
Themen: GeldBescheidenheitReichtum
Die Wahrheit braucht keinen Schmuck.
Sprichw.Was zutrifft, muss nicht ausgeschmückt werden.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur antiken Rhetorik und findet sich bei Seneca.
Themen: WahrheitEhrlichkeitBescheidenheit
QuelleSeneca
Ein wenig Eifersucht schadet nicht, viel zerstört alles.
Sprichw.Wie bei vielem entscheidet nicht das Vorhandensein, sondern das Maß.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Paarberatung.
Themen: EifersuchtPartnerschaftBescheidenheit
Siehe auch: Wo Eifersucht einzieht, zieht die Ruhe aus. Wer sich selbst kennt, überschätzt sich nicht. Wer sich am eigenen Werk nicht satt sieht, hat wenig geleistet.
Wer dankbar lebt, hat weniger Ansprüche.
Sprichw.Dankbarkeit und Anspruchsdenken schließen einander weitgehend aus.
Herkunft: Eine Formel aus der Lebensberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: DankbarkeitBescheidenheitGlück
Siehe auch: Wer danken kann, hat mehr vom Leben. Wer dankbar ist, ist nie ganz arm. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat.
Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben.
Sprichw.Spott über den, der seine Grenzen zur Tugend erklärt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Themen: TrinkenBescheidenheitGesundheit
Siehe auch: Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet. Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt. Man soll essen, um zu leben, nicht leben, um zu essen.
Wer die Wahrheit liebt, muss sie auch über sich hören.
Sprichw.Der Anspruch auf Wahrhaftigkeit gilt in beide Richtungen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem antiken Gedanken der Selbsterkenntnis.
Themen: WahrheitBescheidenheitEhrlichkeit
Siehe auch: Die Wahrheit tut weh. Jeder kehre vor seiner eigenen Tür.
Wer gibt, macht sich frei.
Sprichw.Wer teilt, löst sich zugleich von der Sorge um den Besitz.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen und zur christlichen Besitzlehre und findet sich bei Seneca.
Themen: GroßzügigkeitReichtumBescheidenheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel gibt, braucht selbst am wenigsten. Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Wer leise auftritt, wird länger gehört.
Sprichw.Wer nicht ständig spricht, dem hört man zu, wenn er es tut.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: BescheidenheitNachbarnKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer sich zu klein macht, wird übersehen. Große Menschen machen wenig Aufhebens. Wer viel weiß, redet wenig.
Wer nachgibt, hat nicht verloren, sondern aufgehört.
Sprichw.Den Streit zu beenden ist etwas anderes, als ihn zu verlieren.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Sprichwort, der Klügere gebe nach.
Themen: StreitBescheidenheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt. Im Streit hört niemand zu. Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch.
Wer neu beginnt, ist wieder Lehrling.
Sprichw.Ein Wechsel bedeutet, noch einmal von vorn anzufangen.
Herkunft: Eine Handwerksformel, die auf die Zunftordnung zurückgeht.
Themen: NeuanfangLernenBescheidenheit
Wer recht hat und schweigt, verliert nichts.
Sprichw.Auf das Rechthaben zu verzichten kostet nichts, solange man recht hat.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Satz, Schweigen könne man nicht bereuen.
Themen: StreitBescheidenheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer viel weiß, redet wenig. Wer leise auftritt, wird länger gehört. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Wer reisen will, muss fragen können.
Sprichw.Unterwegs kommt weiter, wer sich nicht scheut, um Auskunft zu bitten.
Herkunft: Eine volkstümliche Reiseregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: ReisenWissenBescheidenheit
Siehe auch: Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wer reist, lernt Länder kennen; wer bleibt, lernt sich selbst. Wer reist, hat etwas zu erzählen.
Wer seine Arbeit versteht, muss nicht darüber reden.
Sprichw.Können zeigt sich am Ergebnis, nicht in der Selbstdarstellung.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts.
Themen: BerufArbeitBescheidenheit
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Wer oft den Beruf wechselt, wird in keinem Meister.
Wer sich am eigenen Werk nicht satt sieht, hat wenig geleistet.
Sprichw.Wer die eigene Arbeit dauernd bewundert, hat vermutlich nicht viel vorzuweisen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Themen: BescheidenheitHochmutArbeit
Siehe auch: Wer sich selbst kennt, überschätzt sich nicht. Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt. Wer genug hat, ist reich.
Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere.
Sprichw.Den ersten Schritt zu tun erfordert mehr als recht zu behalten.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Sprichwort, der Klügere gebe nach.
Themen: PartnerschaftStreitBescheidenheit
Siehe auch: Zu einer guten Ehe gehören zwei, die verzeihen können. Nicht der erste Streit entscheidet, sondern die erste Versöhnung. In der Ehe muss man verzeihen können.
Wer sich für den Nabel der Welt hält, hat wenig von ihr gesehen.
Sprichw.Selbstüberschätzung ist meist ein Zeichen von Unkenntnis.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet aus der antiken Bezeichnung Delphis als Nabel der Welt.
Themen: HochmutReisenBescheidenheit
QuelleOrakel von Delphi
Siehe auch: Die Friedhöfe sind voll von unersetzlichen Leuten. Reisen bildet. Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Das letzte Hemd hat keine Taschen.
Sprichw.Besitz nützt am Ende nichts, weil man nichts davon mitnehmen kann.
Herkunft: Das Totenhemd hat tatsächlich keine Taschen. Der Gedanke selbst ist älter und findet sich im ersten Timotheusbrief des Neuen Testaments, wonach wir nichts in die Welt gebracht haben und nichts hinausbringen werden.
Themen: TodReichtumGeldBescheidenheit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten. Wer gibt, macht sich frei.
Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.
Sprichw.Wohlstand bemisst sich am Verhältnis von Besitz und Bedürfnis.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Seneca und gehört zu den Grundsätzen der stoischen Besitzlehre.
Themen: ReichtumBescheidenheitGeld
QuelleSeneca
Siehe auch: Der Reichste ist nicht der mit dem meisten Geld, sondern der mit den wenigsten Wünschen. Das letzte Hemd hat keine Taschen. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Der Reichste ist nicht der mit dem meisten Geld, sondern der mit den wenigsten Wünschen.
Sprichw.Wohlstand ist ein Verhältnis, kein Betrag.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der stoischen und epikureischen Lebenslehre und findet sich bei Seneca und Epikur.
Themen: ReichtumBescheidenheitGlück
Siehe auch: Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht. Wer genug hat, ist reich. Das Glück wohnt selten in großen Häusern.
Schuster, bleib bei deinen Leisten.
Sprichw.Man sollte über das urteilen, wovon man etwas versteht, und nicht über alles andere.
Herkunft: Geht auf eine Anekdote über den griechischen Maler Apelles zurück, der die Kritik eines Schusters an den Schuhen seines Bildes gelten ließ, dessen weitergehende Einwände aber zurückwies.
Themen: BerufHandwerkBescheidenheit
Siehe auch: Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.
Sprichw.Wer den eigenen Fehler erkennt, hat den schwierigsten Teil der Korrektur hinter sich.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die Inschrift am Apollontempel von Delphi zurück, die zur Selbsterkenntnis auffordert.
Themen: BescheidenheitErfahrungVeränderung
QuelleOrakel von Delphi
Siehe auch: Aus einer Niederlage lernt man mehr als aus einem Sieg. Die Jugend darf sich irren, das Alter muss es zugeben. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Man soll essen, um zu leben, nicht leben, um zu essen.
Sprichw.Die Nahrung ist Mittel, nicht Ziel.
Herkunft: Der Gedanke wird Sokrates zugeschrieben und ist bei Plutarch und Cicero überliefert.
Themen: EssenGesundheitBescheidenheit
QuelleCicero, Plutarch, Sokrates
Siehe auch: Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Wer einen Freund ohne Fehler sucht, bleibt ohne Freund.
Sprichw.Wer den Maßstab zu hoch legt, findet niemanden.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in mehreren europäischen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert.
Themen: FreundschaftBescheidenheitErfahrung
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Die Liebe ist blind, die Freundschaft schließt die Augen zu. Irren ist menschlich.
Wer genug hat, ist reich.
Sprichw.Reichtum bemisst sich am Verhältnis von Besitz und Bedürfnis.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur epikureischen Lebenslehre und findet sich in Epikurs Brief an Menoikeus.
Themen: GlückReichtumBescheidenheit
QuelleEpikur
Siehe auch: Der Reichste ist nicht der mit dem meisten Geld, sondern der mit den wenigsten Wünschen. Wer viel gibt, braucht selbst am wenigsten. Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.
Wer gibt, soll schweigen; wer nimmt, soll reden.
Sprichw.Der Gebende soll nicht davon sprechen, der Empfangende schon.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca in seiner Schrift über die Wohltaten.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitBescheidenheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel gibt, braucht selbst am wenigsten. Wer gibt, wird nicht ärmer. Wer gibt, macht sich frei.
Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt.
Sprichw.Wer weder zu viel isst noch zu viel trinkt, bleibt gesünder.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur Diätetik der Schule von Salerno und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: GesundheitEssenBescheidenheit
QuelleSchule von Salerno
Siehe auch: Man soll essen, um zu leben, nicht leben, um zu essen. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Auf dieser Seite stehen sprichwörter über Bescheidenheit. Alle weiteren Themen finden Sie im Themenregister, den gesamten Bestand im alphabetischen Verzeichnis.