Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über Streit
Wie Streit entsteht, wer schuld ist und wie er endet: Zu allen drei Fragen gibt es feste Formeln, oft mit sehr konkreten Alltagsbildern.
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Bekannte Sprichwörter
Alte Wunden soll man nicht aufreißen.
Sprichw.Schmerzhafte Erinnerungen sollte man nicht ohne Not wieder hervorholen.
Herkunft: Das Bild von der wieder aufbrechenden Wunde für den erneuerten Kummer ist alt und findet sich bereits in der antiken Dichtung, unter anderem bei Vergil.
Themen: VergangenheitUnglück
QuelleVergil
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck.
Keine Antwort ist auch eine Antwort.
Sprichw.Wer auf eine Frage schweigt, sagt damit ebenfalls etwas.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung der römischen Rechtsregel, wonach Schweigen als Zustimmung gilt.
Themen: Wahrheit
Siehe auch: Wer schweigt, stimmt zu. Wer die Wahrheit verschweigt, lügt mit. Wer die Wahrheit kennt und sie nicht sagt, ist ein Feigling.
Aus einem Streit werden schnell zwei.
Sprichw.Konflikte ziehen weitere nach sich, weil sich andere einmischen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Kein Streit ist so bitter wie der in der Familie. Wer den Streit sucht, findet ihn überall. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Eine Ehe ohne Streit ist eine Ehe ohne Gespräch.
Sprichw.Wo nie gestritten wird, redet man auch sonst nicht miteinander.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: EhePartnerschaft
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
Familienbande halten fest, auch wenn sie drücken.
Sprichw.Verwandtschaft ist verbindlich, ob man will oder nicht.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, die das Wortspiel mit Band und Bande nutzt.
Themen: FamilieZusammenhalt
Siehe auch: In der Familie zählt nicht, wer recht hat. Wer heiratet, heiratet die Familie mit. Was die Natur verbunden hat, trennt der Mensch nur schwer.
Gegen die Wahrheit hilft kein Argument.
Sprichw.Was zutrifft, lässt sich nicht wegdiskutieren.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit der lateinischen Sentenz, die Wahrheit sei die Tochter der Zeit.
Themen: WahrheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten. Wer die Vergangenheit schönt, hat aus ihr nichts gelernt.
Im Streit hört niemand zu.
Sprichw.Sobald man sich streitet, wird nur noch geantwortet, nicht mehr verstanden.
Herkunft: Eine Formel aus der Konfliktforschung des 20. Jahrhunderts.
Themen: NachbarnKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt. Wer nachgibt, hat nicht verloren, sondern aufgehört. Wer den Streit sucht, findet ihn überall.
Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt.
Sprichw.Auch wer recht behält, zahlt für den Zwist mit Zeit, Geld und Beziehung.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: NachbarnKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Im Streit hört niemand zu. Wer nachgibt, hat nicht verloren, sondern aufgehört. Wer den Streit sucht, findet ihn überall.
In der Ehe gewinnt niemand allein.
Sprichw.Wer den Streit für sich entscheidet, hat der Verbindung geschadet.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Paarberatung.
Themen: EhePartnerschaft
Siehe auch: Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
In der Ehe ist Schweigen kein Frieden.
Sprichw.Wo nicht mehr gestritten wird, ist oft nicht Einigkeit, sondern Gleichgültigkeit eingezogen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Paarberatung.
Themen: EhePartnerschaft
Siehe auch: Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
In der Ehe muss man verzeihen können.
Sprichw.Eine lange Verbindung hält nur, wo Fehler nicht aufgerechnet werden.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: EhePartnerschaft
Siehe auch: Zu einer guten Ehe gehören zwei, die verzeihen können. Nicht der erste Streit entscheidet, sondern die erste Versöhnung. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere.
In der Familie zählt nicht, wer recht hat.
Sprichw.Innerhalb einer Familie ist der Zusammenhalt wichtiger als der gewonnene Streit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: FamilieZusammenhalt
Siehe auch: Familienbande halten fest, auch wenn sie drücken. Zu einer guten Ehe gehören zwei, die verzeihen können. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere.
In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton.
Sprichw.Worüber gestritten wird, ist meist weniger wichtig als wie.
Herkunft: Eine Formel aus der Paarberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: PartnerschaftNachbarn
Siehe auch: Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
Jedes Ding hat zwei Seiten.
Sprichw.Bevor man urteilt, sollte man beide Sichtweisen kennen.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die antike Rhetorik zurück, in der zu jeder Sache beide Seiten vorzutragen waren. Im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Siehe auch: Die Wahrheit liegt in der Mitte. Die Wahrheit hat viele Seiten, aber keine zwei. Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken.
Die Jugend hat immer recht, bis sie älter wird.
Sprichw.Die Überzeugungen der Jugend halten selten bis ins Alter.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer die Alten nicht ehrt, ist der Jungen nicht wert. Wer die Jugend versteht, hat seine eigene nicht vergessen.
Neid ist ein schlechter Nachbar.
Sprichw.Missgunst vergiftet das Zusammenleben in der Nachbarschaft besonders leicht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Beim Nachbarn ist das Gras immer grüner. Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten.
Nicht der erste Streit entscheidet, sondern die erste Versöhnung.
Sprichw.Ob eine Verbindung trägt, zeigt sich nicht am Zerwürfnis, sondern am Weg zurück.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Paarberatung.
Themen: EhePartnerschaft
Siehe auch: Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Zu einer guten Ehe gehören zwei, die verzeihen können. Wo Liebe ist, da ist auch Streit.
Man soll alte Geschichten ruhen lassen.
Sprichw.Längst zurückliegende Streitigkeiten sollte man nicht wieder hervorholen.
Herkunft: Eine jüngere Formel nach dem Muster der Wendung von den schlafenden Hunden.
Themen: VergangenheitZusammenhalt
Siehe auch: Ein guter Zaun macht gute Nachbarn.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.
Sprichw.Auf rüdes Verhalten darf man mit gleicher Härte antworten.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Holzarbeit: Ein knorriger Klotz lässt sich nur mit einem entsprechend groben Keil spalten. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Handwerk
Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Sprichw.Vergeltung im gleichen Maß wie die erlittene Tat.
Herkunft: Der Grundsatz stammt aus dem Alten Testament (2. Mose 21,24) und war ursprünglich eine Begrenzung der Rache auf ein angemessenes Maß.
Themen: Recht und Gerechtigkeit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wie du mir, so ich dir.
Ein Esel schilt den anderen Langohr.
Sprichw.Wer selbst einen Fehler hat, wirft ihn dem anderen vor.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.
Ein guter Zaun macht gute Nachbarn.
Sprichw.Klare Grenzen ersparen den Streit darüber, wo sie verlaufen.
Herkunft: Ein englisches Sprichwort, das durch Robert Frosts Gedicht „Mending Wall“ (1914) allgemein bekannt wurde.
Themen: NachbarnHaus und Heimat
QuelleRobert Frost
Siehe auch: Man soll alte Geschichten ruhen lassen.
Hunde, die bellen, beißen nicht.
Sprichw.Wer am lautesten droht, ist meist am wenigsten gefährlich.
Herkunft: Die Beobachtung ist alt und in vielen Sprachen belegt. Im Deutschen erscheint sie seit dem 16. Jahrhundert in Sprichwortsammlungen.
Siehe auch: Wer schreit, hat unrecht.
Jeder kehre vor seiner eigenen Tür.
Sprichw.Wer bei sich selbst aufräumt, hat keinen Anlass, über andere zu klagen.
Herkunft: Die Wendung geht auf die städtische Kehrordnung zurück, nach der jeder Hausbesitzer für den Bereich vor seinem Haus zuständig war. Goethe griff sie in den „Zahmen Xenien“ auf.
Themen: NachbarnBescheidenheit
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Wie man's macht, ist es verkehrt. Wer die Wahrheit liebt, muss sie auch über sich hören.
Ein magerer Vergleich ist besser als ein fetter Prozess.
Sprichw.Eine Einigung mit Abstrichen kostet weniger als ein gewonnener Rechtsstreit.
Herkunft: Eine alte Juristenweisheit, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitGeld
Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei.
Sprichw.Im Recht zu sein bedeutet nicht, sich auch durchzusetzen.
Herkunft: Eine Juristenweisheit, im deutschen Sprachraum seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: Recht und GerechtigkeitErfahrung
Siehe auch: Wer die Macht hat, braucht keine Argumente. Im Zweifel für den Angeklagten. Die kleinen Diebe hängt man, die großen lässt man laufen.
Man soll schlafende Hunde nicht wecken.
Sprichw.Ein Problem, das gerade ruht, sollte man nicht ohne Not wieder aufrühren.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Kurze Sprichwörter
Einigkeit macht stark.
Sprichw.Eine Gruppe, die zusammenhält, setzt sich leichter durch als jeder für sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „concordia res parvae crescunt“ bei Sallust zurück und wurde im 19. Jahrhundert zum politischen Wahlspruch mehrerer Staaten.
Themen: ZusammenhaltMacht
QuelleSallust
Siehe auch: Ein Finger allein macht keine Faust. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere. Wer allein geht, geht schneller; wer zusammen geht, kommt weiter.
Der Klügere gibt nach.
Sprichw.Einen Streit zu beenden, indem man selbst zurücksteckt, gilt als das Vernünftigere.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Ihr wird gern die spöttische Fortsetzung angehängt, dass deshalb die Dummen die Welt beherrschen.
Themen: Klugheit und DummheitBescheidenheit
Siehe auch: Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
Mitgefangen, mitgehangen.
Sprichw.Wer bei einer Sache mitgemacht hat, trägt die Folgen mit, auch wenn er nur am Rand beteiligt war.
Herkunft: Der Reimspruch stammt aus der Rechtssprache und meinte ursprünglich die Mithaftung von Beteiligten. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitFreundschaft
Siehe auch: Der Hehler ist so schlimm wie der Stehler.
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