Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über Zusammenhalt
Gemeinsam geht mehr, und einzeln geht wenig: Diese Sprichwörter argumentieren fast durchgehend mit Kraft und Menge.
35 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Einer allein baut kein Haus.
Sprichw.Größere Vorhaben verlangen Zusammenarbeit.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Viele Hände, schnelles Ende. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Ein Finger allein macht keine Faust.
Familie ist, wo man hingeht, wenn sonst niemand mehr da ist.
Sprichw.Der Wert der Familie zeigt sich, wenn alles andere wegfällt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: FamilieFreundschaft
Siehe auch: Zuhause ist, wo man verstanden wird. Zu Hause ist, wo man nicht erklären muss, wer man ist.
Familienbande halten fest, auch wenn sie drücken.
Sprichw.Verwandtschaft ist verbindlich, ob man will oder nicht.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, die das Wortspiel mit Band und Bande nutzt.
Siehe auch: In der Familie zählt nicht, wer recht hat. Wer heiratet, heiratet die Familie mit. Was die Natur verbunden hat, trennt der Mensch nur schwer.
Ein Finger allein macht keine Faust.
Sprichw.Erst das Zusammenwirken erzeugt Wirkung.
Herkunft: Eine Bildformel, die in mehreren Sprachen belegt ist und im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verwendet wird.
Siehe auch: Einigkeit macht stark. Viele Hände, schnelles Ende. Einer allein baut kein Haus.
Geteilte Freude ist doppelte Freude.
Sprichw.Ein schönes Erlebnis wirkt stärker, wenn man es mit anderen teilt.
Herkunft: Die Formel geht auf einen Vers von Christoph August Tiedge aus dem frühen 19. Jahrhundert zurück und hat sich von dort als Sprichwort verselbstständigt.
Themen: FreundschaftGlück
QuelleTiedge
Siehe auch: Unglück verbindet. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Geteilte Last ist halbe Last.
Sprichw.Wer eine Aufgabe teilt, trägt weniger daran.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, gebildet nach dem Muster des Spruchs vom geteilten Leid.
Themen: FreundschaftUnglück
Siehe auch: Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. In der Not erkennt man seine Freunde.
Geteiltes Glück ist doppeltes Glück.
Sprichw.Erfreuliches gewinnt, wenn man es mit anderen erlebt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, gebildet nach dem Muster des Spruchs vom geteilten Leid.
Themen: GlückFreundschaft
Siehe auch: Wer seinen Beruf liebt, arbeitet nicht. Wer ein Licht teilt, verliert nichts davon. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Sprichw.Wer über seinen Kummer spricht, empfindet ihn weniger schwer. Meist gepaart mit dem Gegenstück über die geteilte Freude.
Herkunft: Das Gegenstück zur geteilten Freude, beide Hälften werden meist zusammen zitiert. Der Gedanke ist wesentlich älter und findet sich bereits bei Cicero.
Auch: Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude.
Themen: PartnerschaftFreundschaftUnglück
QuelleCicero
Siehe auch: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Ohne Regen kein Regenbogen.
Gute Freunde kann man auch schweigend ertragen.
Sprichw.Vertrautheit zeigt sich daran, dass man das Gespräch nicht aufrechterhalten muss.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: FreundschaftVertrauen
Siehe auch: Wer alles teilt, muss auch das Schweigen teilen können. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Ein Freund ist ein zweites Ich.
Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Sprichw.Wer in der Nähe wohnt, kann im Ernstfall schneller helfen als ein entfernter Vertrauter.
Herkunft: Ein ähnlicher Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,10).
Auch: Der nächste Nachbar ist besser als der ferne Freund. · Ein guter Nachbar in der Not ist besser als ein ferner Freund.
Themen: NachbarnFreundschaftHaus und HeimatUnglück
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. Geteilte Last ist halbe Last. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
In der Familie zählt nicht, wer recht hat.
Sprichw.Innerhalb einer Familie ist der Zusammenhalt wichtiger als der gewonnene Streit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Familienbande halten fest, auch wenn sie drücken. Zu einer guten Ehe gehören zwei, die verzeihen können. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere.
Man soll alte Geschichten ruhen lassen.
Sprichw.Längst zurückliegende Streitigkeiten sollte man nicht wieder hervorholen.
Herkunft: Eine jüngere Formel nach dem Muster der Wendung von den schlafenden Hunden.
Themen: VergangenheitStreit
Siehe auch: Ein guter Zaun macht gute Nachbarn.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Blut ist dicker als Wasser.
Sprichw.Im Zweifel hält man eher zu Verwandten als zu Außenstehenden.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 12. Jahrhundert in ähnlicher Fassung belegt. Die verbreitete Behauptung, sie habe ursprünglich das Gegenteil bedeutet und auf einen Blutsbund unter Kampfgefährten gezielt, lässt sich nicht nachweisen.
Themen: FamilieFreundschaft
Siehe auch: Wer heiratet, heiratet die Familie mit.
Doppelt gibt, wer schnell gibt.
Sprichw.Hilfe zur rechten Zeit ist doppelt so viel wert wie Hilfe, die auf sich warten lässt.
Publilius Syrusrömischer Spruchdichter, 1. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „bis dat qui cito dat“, die auf den römischen Autor Publilius Syrus zurückgeführt wird.
Auch: Wer schnell gibt, gibt doppelt.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitZeitFreundschaft
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Eine kleine Hilfe zur rechten Zeit ist mehr als eine große zu spät. Die kleinste Gabe zur rechten Zeit ist die größte. Wohltun trägt Zinsen.
Eine dreifache Schnur reißt nicht leicht.
Sprichw.Was mehrfach verbunden ist, hält länger als das Einzelne.
Herkunft: Aus dem Buch Prediger im Alten Testament (Prediger 4,12), häufig als Trauspruch gewählt.
Themen: FreundschaftPartnerschaft
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere. Einigkeit macht stark. Ein Finger allein macht keine Faust.
Durch dick und dünn gehen.
Sprichw.Jemandem in jeder Lage zur Seite stehen, auch wenn es schwierig wird.
Herkunft: „Dick“ meinte im Mittelhochdeutschen das Dickicht, „dünn“ das offene Feld. Wer durch dick und dünn geht, folgt einem anderen durch jedes Gelände.
Themen: PartnerschaftFreundschaft
Siehe auch: In guten wie in schlechten Tagen.
Geben ist seliger denn nehmen.
Sprichw.Wer etwas gibt, hat mehr davon als der, der nur empfängt.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Apostelgeschichte 20,35).
Auch: Geben ist seliger als Nehmen.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer gibt, wird nicht ärmer. Wer gibt, soll schweigen; wer nimmt, soll reden. Wer gern gibt, dem gibt man gern.
Eine Hand wäscht die andere.
Sprichw.Man hilft sich gegenseitig, weil beide Seiten davon profitieren.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Seneca („manus manum lavat“).
QuelleSeneca
Siehe auch: Wie du mir, so ich dir. Wer vertraut, dem wird vertraut. Wer nichts gibt, dem wird nichts gegeben.
In guten wie in schlechten Tagen.
Sprichw.Formel aus dem Eheversprechen, mit der Beistand unabhängig von den Umständen zugesagt wird.
Herkunft: Stammt aus dem Traugelöbnis der christlichen Kirchen und ist von dort in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen.
Themen: EhePartnerschaft
Siehe auch: Durch dick und dünn gehen.
Viele Hunde sind des Hasen Tod.
Sprichw.Gegen eine Übermacht hat auch der Geschickteste keine Chance.
Herkunft: Aus der Hetzjagd: Ein einzelner Hund holt den Hasen nicht ein, eine Meute schon. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Viele Köche verderben den Brei.
Sprichw.Wenn zu viele Leute an derselben Sache mitreden, wird das Ergebnis schlechter statt besser.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in zahlreichen europäischen Sprachen. Der Brei steht dabei für die einfachste denkbare Speise, an der eigentlich nichts misslingen kann.
Siehe auch: Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Viele Tropfen machen ein Meer.
Sprichw.Auch der kleinste Beitrag zählt, wenn viele ihn leisten.
Herkunft: Die Formel übersetzt ein lateinisches Sprichwort und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Viele Wenig machen ein Viel. Wer allein geht, geht schneller; wer zusammen geht, kommt weiter. Viele Hände, schnelles Ende.
Viele Wenig machen ein Viel.
Sprichw.Viele kleine Anteile ergeben zusammengenommen eine große Menge.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „multa pauca faciunt unum multum“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Kleinvieh macht auch Mist. Wer im Kleinen nicht spart, spart im Großen vergebens. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Vier Augen sehen mehr als zwei.
Sprichw.Wer eine Sache zu zweit prüft, entdeckt mehr Fehler als allein.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und stammt aus dem Zusammenhang der gegenseitigen Prüfung bei Rechnungen und Urkunden.
Themen: Klugheit und DummheitArbeit
Siehe auch: Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Kurze Sprichwörter
Einigkeit macht stark.
Sprichw.Eine Gruppe, die zusammenhält, setzt sich leichter durch als jeder für sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „concordia res parvae crescunt“ bei Sallust zurück und wurde im 19. Jahrhundert zum politischen Wahlspruch mehrerer Staaten.
QuelleSallust
Siehe auch: Ein Finger allein macht keine Faust. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere. Wer allein geht, geht schneller; wer zusammen geht, kommt weiter.
Freundschaft will gepflegt sein.
Sprichw.Eine Beziehung hält nur, solange man etwas dafür tut.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: FreundschaftNachbarn
Siehe auch: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Eine Ehe ist ein langes Gespräch.
Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Sprichw.Wer zusammengehört, gleicht sich auch im Auftreten. Meist leicht spöttisch gemeint.
Herkunft: Die Kappe war Teil der Ordenstracht und kennzeichnete die Zugehörigkeit. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und war von Anfang an spöttisch gemeint.
Themen: FreundschaftNachbarn
Siehe auch: Viele Hunde sind des Hasen Tod. Gleich und gleich gesellt sich gern. Angst ist ansteckend.
Unglück verbindet.
Sprichw.Gemeinsam durchgestandene Not schafft Bindungen, die sonst nicht entstanden wären.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: UnglückFreundschaft
Siehe auch: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Viele Hände, schnelles Ende.
Sprichw.Eine Arbeit ist rasch getan, wenn viele mit anpacken.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Viele Hände machen schnell ein Ende.
Siehe auch: Einer allein baut kein Haus. Ein Finger allein macht keine Faust. Zeit und Stunde warten auf niemanden.
Was zusammenhält, hält stand.
Sprichw.Eine geschlossene Gruppe ist schwerer zu bezwingen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Wahlspruch von der Einigkeit, die stark macht.
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