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Sprichwörter mit M
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21 Einträge mit Bedeutung
Macht geht vor Recht.
Sprichw.Wer stärker ist, setzt sich durch, gleichgültig wer im Recht ist.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde im 19. Jahrhundert zum politischen Schlagwort in der Auseinandersetzung um den Vorrang des Rechts.
Themen: MachtRecht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Einigkeit macht stark.
Ein magerer Vergleich ist besser als ein fetter Prozess.
Sprichw.Eine Einigung mit Abstrichen kostet weniger als ein gewonnener Rechtsstreit.
Herkunft: Eine alte Juristenweisheit, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Ein Mann, ein Wort.
Sprichw.Eine Zusage gilt, auch ohne dass sie schriftlich festgehalten wird.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem alten Handelsrecht, in dem der mündliche Abschluss bindend war. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: EhrlichkeitVertrauenHandel
Siehe auch: Versprochen ist versprochen. Wer viel verspricht, hält wenig. Versprechen und Halten sind zweierlei.
Märzenstaub und Märzenwind bringen Regen, der geschwind.
Sprichw.Bauernregel, die trockene und windige Märztage als Vorboten baldigen Regens deutet.
Herkunft: Eine Bauernregel ohne nachweisbaren statistischen Zusammenhang. Sie gehört zu den Ausgleichsregeln, die aus einem trockenen Monat einen nassen folgern.
Themen: WetterJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Sprichw.Pläne können durchkreuzt werden: Der Ausgang liegt nicht allein in menschlicher Hand.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits im biblischen Buch der Sprüche (16,9).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Niemand weiß, was der morgige Tag bringt. Ehen werden im Himmel geschlossen. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Sprichw.Neben dem Materiellen braucht der Mensch auch anderes, um zufrieden zu sein.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Bibel (5. Mose 8,3 und Matthäus 4,4).
QuelleAltes Testament, Neues Testament
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Sprichw.Jeder darf selbst entscheiden, was ihn glücklich macht; oft resigniert gesagt, wenn jemand auf einem Irrtum beharrt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Ursprünglich als Zugeständnis an die Entscheidungsfreiheit gemeint, heute meist resigniert gebraucht.
Themen: LebenVeränderungMut
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Neues wagt, muss Altes lassen. Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts. Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Misstrauen ist der Anfang vom Ende.
Sprichw.Sobald das Vertrauen wegbricht, ist eine Beziehung kaum noch zu halten.
Herkunft: Eine jüngere Formel, die in Ratgeberliteratur des 20. Jahrhunderts verbreitet ist. Ein älterer Beleg fehlt.
Themen: EifersuchtVertrauenPartnerschaftEhe
Siehe auch: Wer gehen will, den soll man nicht halten.
Mit den Jahren kommt die Weisheit.
Sprichw.Lebenserfahrung bringt ein Urteil hervor, das sich nicht anlesen lässt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im Buch Hiob des Alten Testaments, wonach bei den Betagten die Weisheit sei. Als deutsche Formel seit dem 18. Jahrhundert geläufig.
QuelleAltes Testament, Buch Hiob
Siehe auch: Alter schützt vor Torheit nicht.
Mit Speck fängt man Mäuse.
Sprichw.Mit einem passenden Anreiz erreicht man mehr als mit Nachdruck.
Herkunft: Ein Bild aus der Schädlingsbekämpfung, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Gemeint ist der wirksame Köder, nicht die Gewalt.
Themen: Klugheit und DummheitTiereHandel
Mitgefangen, mitgehangen.
Sprichw.Wer bei einer Sache mitgemacht hat, trägt die Folgen mit, auch wenn er nur am Rand beteiligt war.
Herkunft: Der Reimspruch stammt aus der Rechtssprache und meinte ursprünglich die Mithaftung von Beteiligten. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitFreundschaftStreit
Siehe auch: Der Hehler ist so schlimm wie der Stehler.
Morgen ist auch noch ein Tag.
Sprichw.Nicht alles muss heute erledigt sein; auch als Trost nach einem misslungenen Tag.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und wurde im 20. Jahrhundert durch die Schlusszeile des Films „Vom Winde verweht“ zusätzlich verbreitet.
Siehe auch: Ohne Regen kein Regenbogen. Nach Regen kommt Sonnenschein. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne.
Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Sprichw.Spottvers über Menschen, die Aufgaben immer wieder vertagen.
Christian Felix WeißeSchriftsteller und Kinderbuchautor, 1726 bis 1804
Herkunft: Geht auf ein Gedicht von Christian Felix Weiße aus dem 18. Jahrhundert zurück.
QuelleChristian Felix Weiße
Siehe auch: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Wer schläft, sündigt nicht. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch.
Morgenstund hat Gold im Mund.
Sprichw.Wer früh am Tag beginnt, schafft mehr und nutzt die Zeit besser.
Herkunft: Gilt als Übersetzung der lateinischen Formel „aurora habet aurum in ore“.
Siehe auch: Wer lange schläft, den Tag verschläft. Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Sprichw.Wer nichts zu tun hat, kommt leicht auf dumme Gedanken.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei antiken Autoren und wurde durch die Klosterregeln des Mittelalters weiterverbreitet.
Themen: FaulheitFleißLeichtsinn
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch.
Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Sprichw.Eine günstige Gelegenheit muss sofort genutzt werden, sonst ist sie vorbei.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Schmiedearbeit: Nur glühendes Eisen lässt sich formen.
Man muss das Leben nehmen, wie es ist.
Sprichw.Gegen die Umstände hilft kein Hadern, nur der Umgang mit ihnen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: LebenSchicksalErfahrung
Siehe auch: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Was sein muss, muss sein. Der Weg ist das Ziel.
Man muss den Esel nicht zum Brunnen tragen, wenn er nicht trinken will.
Sprichw.Wer nicht will, lässt sich nicht überreden, gleichgültig wie viel Mühe man aufwendet.
Herkunft: Eine deutsche Fassung des englischen Sprichworts vom Pferd, das man zur Tränke führen, aber nicht zum Trinken zwingen kann.
Themen: TiereArbeitKlugheit und Dummheit
Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.
Sprichw.Eine Gelegenheit zur Freude sollte man wahrnehmen, wenn sie sich bietet.
Herkunft: „Fallen“ bezieht sich auf den Kalender: Die Feste fallen auf bestimmte Tage. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: GlückLebenJahreszeiten
Siehe auch: Dem Glück muss man nachhelfen.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst.
Sprichw.Tapfer ist nicht, wer nichts fürchtet, sondern wer sich trotz Furcht überwindet.
Herkunft: Der Gedanke wird häufig Mark Twain oder Nelson Mandela zugeschrieben; ein belastbarer Erstbeleg fehlt.
Siehe auch: Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Dem Mutigen gehört die Welt.
Sprichw.Wer sich etwas traut, dem stehen die Möglichkeiten offen.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „audentes fortuna iuvat“ bei Vergil zurück und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert in dieser Fassung geläufig.
QuelleVergil
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Es ist noch nicht aller Tage Abend.