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Sprichwörter mit M
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32 Einträge mit Bedeutung · Seite 1 von 2
Macht geht vor Recht.
Sprichw.Wer stärker ist, setzt sich durch, gleichgültig wer im Recht ist.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde im 19. Jahrhundert zum politischen Schlagwort in der Auseinandersetzung um den Vorrang des Rechts.
Themen: MachtRecht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Wer die Macht hat, braucht keine Argumente. Kleine Herren, große Plage. Einigkeit macht stark.
Macht ohne Kontrolle wird Willkür.
Sprichw.Ohne Gegengewicht entartet jede Befugnis.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur Lehre von der Gewaltenteilung, wie Montesquieu sie 1748 ausformuliert hat.
Themen: MachtRecht und GerechtigkeitVorsicht
QuelleMontesquieu
Siehe auch: Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Macht verdirbt den Charakter.
Sprichw.Wer über andere bestimmen kann, verändert sich dadurch, meist zum Schlechteren.
Herkunft: Der Gedanke stammt von dem britischen Historiker Lord Acton, der 1887 schrieb, Macht korrumpiere und absolute Macht korrumpiere absolut.
QuelleLord Acton
Siehe auch: Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Erfolg macht sichtbar, was vorher niemand sehen wollte.
Ein magerer Vergleich ist besser als ein fetter Prozess.
Sprichw.Eine Einigung mit Abstrichen kostet weniger als ein gewonnener Rechtsstreit.
Herkunft: Eine alte Juristenweisheit, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Ein Mann, ein Wort.
Sprichw.Eine Zusage gilt, auch ohne dass sie schriftlich festgehalten wird.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem alten Handelsrecht, in dem der mündliche Abschluss bindend war. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: EhrlichkeitVertrauenHandel
Siehe auch: Versprochen ist versprochen. Im Handel gilt das Wort. Wer wenig verspricht, kann viel halten.
Märzenstaub und Märzenwind bringen Regen, der geschwind.
Sprichw.Bauernregel, die trockene und windige Märztage als Vorboten baldigen Regens deutet.
Herkunft: Eine Bauernregel ohne nachweisbaren statistischen Zusammenhang. Sie gehört zu den Ausgleichsregeln, die aus einem trockenen Monat einen nassen folgern.
Themen: WetterJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Der April macht die Blüte, der Mai macht sie schön. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Kein Meister ohne Lehrzeit.
Sprichw.Ohne die Jahre des Lernens gibt es kein Können.
Herkunft: Eine Zunftregel, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Übung macht den Meister. Wie der Meister, so das Werk.
Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Sprichw.Pläne können durchkreuzt werden: Der Ausgang liegt nicht allein in menschlicher Hand.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits im biblischen Buch der Sprüche (16,9).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Was kommen soll, das kommt. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt. Das Leben ist das, was passiert, während man Pläne macht.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Sprichw.Neben dem Materiellen braucht der Mensch auch anderes, um zufrieden zu sein.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Bibel (5. Mose 8,3 und Matthäus 4,4).
QuelleAltes Testament, Neues Testament
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Sprichw.Jeder darf selbst entscheiden, was ihn glücklich macht; oft resigniert gesagt, wenn jemand auf einem Irrtum beharrt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Ursprünglich als Zugeständnis an die Entscheidungsfreiheit gemeint, heute meist resigniert gebraucht.
Themen: LebenVeränderungMut
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Neues wagt, muss Altes lassen. Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts. Wer lebt, wie er will, stirbt, wie er muss.
Misstrauen ist der Anfang vom Ende.
Sprichw.Sobald das Vertrauen wegbricht, ist eine Beziehung kaum noch zu halten.
Herkunft: Eine jüngere Formel, die in Ratgeberliteratur des 20. Jahrhunderts verbreitet ist. Ein älterer Beleg fehlt.
Themen: EifersuchtVertrauenPartnerschaftEhe
Siehe auch: Wer gehen will, den soll man nicht halten.
Misstrauen kostet mehr als jeder Betrug.
Sprichw.Der Aufwand für Kontrolle übersteigt meist den Schaden, den sie verhindern soll.
Herkunft: Eine Formel aus der Organisationslehre des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt. Wer bewacht, verliert. Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Mit den Jahren kommt die Weisheit.
Sprichw.Lebenserfahrung bringt ein Urteil hervor, das sich nicht anlesen lässt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im Buch Hiob des Alten Testaments, wonach bei den Betagten die Weisheit sei. Als deutsche Formel seit dem 18. Jahrhundert geläufig.
QuelleAltes Testament, Buch Hiob
Siehe auch: Jugend ist ein Fehler, der sich täglich bessert. Graue Haare machen noch keinen Weisen. Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger.
Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger.
Sprichw.Was wie Weisheit aussieht, ist oft nur nachlassende Aufregung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: AlterKlugheit und DummheitGeduld
Siehe auch: Graue Haare machen noch keinen Weisen. Alter schützt vor Torheit nicht. Wer recht hat und schweigt, verliert nichts.
Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke.
Sprichw.Scherzhafte Aufmunterung: Mit Ausdauer gelingt auch das Schwierige.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Umgangssprache des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein. Es fällt kein Baum auf den ersten Hieb.
Mit Geduld und Zeit kommt man weit.
Sprichw.Beharrlichkeit erreicht mehr als Eile.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Die Zeit arbeitet für den, der warten kann. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Mit Speck fängt man Mäuse.
Sprichw.Mit einem passenden Anreiz erreicht man mehr als mit Nachdruck.
Herkunft: Ein Bild aus der Schädlingsbekämpfung, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Gemeint ist der wirksame Köder, nicht die Gewalt.
Themen: Klugheit und DummheitTiereHandel
Mitgefangen, mitgehangen.
Sprichw.Wer bei einer Sache mitgemacht hat, trägt die Folgen mit, auch wenn er nur am Rand beteiligt war.
Herkunft: Der Reimspruch stammt aus der Rechtssprache und meinte ursprünglich die Mithaftung von Beteiligten. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitFreundschaftStreit
Siehe auch: Der Hehler ist so schlimm wie der Stehler.
Morgen ist auch noch ein Tag.
Sprichw.Nicht alles muss heute erledigt sein; auch als Trost nach einem misslungenen Tag.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und wurde im 20. Jahrhundert durch die Schlusszeile des Films „Vom Winde verweht“ zusätzlich verbreitet.
Auch: Morgen ist ein anderer Tag.
Themen: HoffnungZeitGeduldZukunftNeuanfang
Siehe auch: Kein Unglück dauert ewig. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne. Ohne Regen kein Regenbogen.
Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Sprichw.Spottvers über Menschen, die Aufgaben immer wieder vertagen.
Christian Felix WeißeSchriftsteller und Kinderbuchautor, 1726 bis 1804
Herkunft: Geht auf ein Gedicht von Christian Felix Weiße aus dem 18. Jahrhundert zurück.
QuelleChristian Felix Weiße
Siehe auch: Morgen, morgen, nur nicht heute. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Morgen, morgen, nur nicht heute.
Sprichw.Spott über das ewige Vertagen. Der vollständige Vers nennt die faulen Leute als Urheber.
Herkunft: Aus einem Kinderlied von Christian Felix Weiße aus dem 18. Jahrhundert.
QuelleChristian Felix Weiße
Siehe auch: Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Morgenstund hat Gold im Mund.
Sprichw.Wer früh am Tag beginnt, schafft mehr und nutzt die Zeit besser.
Herkunft: Gilt als Übersetzung der lateinischen Formel „aurora habet aurum in ore“.
Siehe auch: Wer lange schläft, den Tag verschläft. Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Sprichw.Wer nichts zu tun hat, kommt leicht auf dumme Gedanken.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei antiken Autoren und wurde durch die Klosterregeln des Mittelalters weiterverbreitet.
Themen: FaulheitFleißLeichtsinn
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch.
Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Sprichw.Eine günstige Gelegenheit muss sofort genutzt werden, sonst ist sie vorbei.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Schmiedearbeit: Nur glühendes Eisen lässt sich formen.
Themen: HandwerkErfolgZeitArbeit
Siehe auch: Wer lange feilscht, verliert den Kauf. Eine kleine Hilfe zur rechten Zeit ist mehr als eine große zu spät. Doppelt gibt, wer schnell gibt.
Man muss das Leben nehmen, wie es ist.
Sprichw.Gegen die Umstände hilft kein Hadern, nur der Umgang mit ihnen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: LebenSchicksalErfahrung
Siehe auch: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Was sein muss, muss sein. Was kommen soll, das kommt.
Man muss den Esel nicht zum Brunnen tragen, wenn er nicht trinken will.
Sprichw.Wer nicht will, lässt sich nicht überreden, gleichgültig wie viel Mühe man aufwendet.
Herkunft: Eine deutsche Fassung des englischen Sprichworts vom Pferd, das man zur Tränke führen, aber nicht zum Trinken zwingen kann.
Themen: TiereArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer sich nicht ändert, wird geändert.
Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.
Sprichw.Eine Gelegenheit zur Freude sollte man wahrnehmen, wenn sie sich bietet.
Herkunft: „Fallen“ bezieht sich auf den Kalender: Die Feste fallen auf bestimmte Tage. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: GlückLebenJahreszeiten
Siehe auch: Dem Glück muss man nachhelfen.
Man muss gehen, solange man noch gern gesehen wird.
Sprichw.Der richtige Zeitpunkt zum Gehen liegt vor dem Moment, in dem andere ihn erwarten.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: AbschiedBescheidenheitErfahrung
Siehe auch: Wer nicht gehen kann, wird gegangen.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst.
Sprichw.Tapfer ist nicht, wer nichts fürchtet, sondern wer sich trotz Furcht überwindet.
Herkunft: Der Gedanke wird häufig Mark Twain oder Nelson Mandela zugeschrieben; ein belastbarer Erstbeleg fehlt.
Siehe auch: Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Sprichw.Tapfer ist nicht, wer nichts fürchtet, sondern wer trotzdem handelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Aristoteles und wurde im 20. Jahrhundert vielfach neu formuliert.
QuelleAristoteles
Siehe auch: Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.