Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über Geld
Geld ist eines der am besten belegten Sprichwortthemen überhaupt. Der Bestand ist widersprüchlich: Mal ist Geld alles, mal nichts, und beide Positionen haben ihre festen Formeln.
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Bekannte Sprichwörter
Arm sein ist keine Schande, aber sehr unbequem.
Sprichw.Ironische Ergänzung des älteren Satzes, Armut schände nicht.
Herkunft: Eine volkstümliche Zuspitzung des 19. Jahrhunderts, die dem Trostspruch die Härte der Lage entgegenhält.
Siehe auch: Wer trinkt, um zu vergessen, soll vorher bezahlen. Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Beim Handel muss jeder etwas gewinnen.
Sprichw.Ein Geschäft, bei dem nur eine Seite verdient, kommt nicht wieder zustande.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein guter Preis ist der, bei dem beide zweimal kaufen. Im Handel ist der Ruf das Kapital.
Beim Trinken erkennt man den Freund, beim Zahlen erst recht.
Sprichw.Die Zeche verrät mehr über eine Bekanntschaft als das gemeinsame Feiern.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: TrinkenFreundschaft
Siehe auch: Ein guter Trunk macht Alte jung. Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Ein Glas in Gesellschaft ist besser als eine Flasche allein.
Bequemlichkeit ist die teuerste Gewohnheit.
Sprichw.Was man sich abnehmen lässt, muss man bezahlen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel. Leichtsinn ist teurer als Vorsicht.
Das Bett ist der billigste Arzt.
Sprichw.Ausruhen kostet nichts und wirkt bei vielem besser als jede Behandlung.
Herkunft: Eine volkstümliche Gesundheitsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: SchlafGesundheit
Siehe auch: Schlaf ist die beste Medizin. Wie die Nacht, so der Tag. Wer gut schläft, lebt gut.
Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt.
Sprichw.Bei jedem Umzug geht so viel zu Bruch oder verloren, dass sich der Schaden summiert.
Benjamin Franklinamerikanischer Staatsmann und Publizist, 1706 bis 1790
Herkunft: Der Gedanke wird auf eine Bemerkung Benjamin Franklins zurückgeführt.
Themen: Haus und HeimatVeränderung
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Alte Bäume verpflanzt man nicht. Wie gewonnen, so zerronnen.
Ehrlich sein kostet, unehrlich sein kostet mehr.
Sprichw.Aufrichtigkeit hat ihren Preis, die Alternative einen höheren.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: EhrlichkeitLügen
Siehe auch: Unrecht Gut gedeihet nicht. Wer zu billig anbietet, verkauft sich selbst. Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen.
Geben, ohne zu rechnen, ist die einzige Großzügigkeit.
Sprichw.Wer beim Schenken kalkuliert, schenkt nicht, sondern investiert.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Gedanken bei Seneca, die Wohltat liege in der Gesinnung.
Themen: GroßzügigkeitBescheidenheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel gibt, braucht selbst am wenigsten. Wer gibt, soll schweigen; wer nimmt, soll reden. Wer gibt, macht sich frei.
Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn.
Sprichw.Wer nur noch ans Sparen denkt, wird von seinem Vermögen beherrscht statt umgekehrt.
Publilius Syrusrömischer Spruchdichter, 1. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in dieser Form bereits bei dem römischen Autor Publilius Syrus.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht. Geld sättigt keinen Hunger. Geld allein macht nicht glücklich.
Der Geizige und der Verschwender kommen beide zu kurz.
Sprichw.Weder Knausern noch Prassen führt zu einem vernünftigen Auskommen.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die aristotelische Lehre von der Mitte zurück, nach der beide Extreme das rechte Maß verfehlen.
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt. Sparsamkeit erhält das Haus.
Geld allein macht nicht glücklich.
Sprichw.Wohlstand ersetzt keine Zufriedenheit, auch wenn er das Leben leichter macht.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und wird gern mit dem spöttischen Zusatz versehen, es gehöre aber Geld dazu.
Siehe auch: Der Geiz macht den Beutel schwer und das Herz leer. Das Glück wohnt selten in großen Häusern. Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.
Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt.
Sprichw.Der Aufwand für eine Geste ist meist geringer als ihre Wirkung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Ursprung.
Themen: GroßzügigkeitNachbarn
Siehe auch: Wer gern gibt, dem gibt man gern. Misstrauen kostet mehr als jeder Betrug. Geben, ohne zu rechnen, ist die einzige Großzügigkeit.
Ein guter Preis ist der, bei dem beide zweimal kaufen.
Sprichw.Nicht der höchste Erlös ist der beste, sondern der, der das nächste Geschäft ermöglicht.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Beim Handel muss jeder etwas gewinnen. Im Handel ist der Ruf das Kapital. Freundschaft will gepflegt sein.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Sprichw.Ein kleiner, sicherer Vorteil ist mehr wert als eine große, ungewisse Aussicht.
Herkunft: Der Gedanke ist in ganz Europa verbreitet und geht auf eine Fabel Äsops zurück, in der eine Nachtigall den Jäger vergeblich auf größere Beute verweist.
Auch: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
QuelleÄsop
Siehe auch: Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen. Leichtsinn ist teurer als Vorsicht.
Geiz ist die Wurzel allen Übels.
Sprichw.Übertriebene Sparsamkeit und Habgier gelten als Ursache vieler Missstände.
Herkunft: Zurückgehend auf das Neue Testament (1. Timotheus 6,10), wo die Geldgier so bezeichnet wird.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Dem Geizigen ist nie genug. Der Geiz sammelt, die Gier verschlingt. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Dem Geizigen ist nie genug.
Sprichw.Wer knausert und rafft, findet nie einen Punkt, an dem er zufrieden wäre.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Horaz, der den Geizigen als jemanden beschreibt, dem stets zum Ganzen etwas fehlt.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt. Geiz ist die Wurzel allen Übels. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Geld ist ein guter Diener und ein schlechter Herr.
Sprichw.Als Werkzeug ist Vermögen nützlich, als Lebensziel richtet es Schaden an.
Herkunft: Der Gedanke wird Francis Bacon zugeschrieben und findet sich in ähnlicher Form bereits bei den antiken Moralisten.
Themen: MachtKlugheit und Dummheit
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Erfolg ist ein Ergebnis, kein Ziel.
Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht.
Sprichw.Wer Geld unter Freunden verleiht, riskiert die Freundschaft gleich mit.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Shakespeare, dessen Polonius rät, weder Borger noch Verleiher zu sein, weil das Darlehen oft beides koste, Geld und Freund.
Themen: FreundschaftVertrauen
QuelleShakespeare
Siehe auch: Besser geben als borgen. Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Borgen macht Sorgen.
Ein Groschen gespart ist ein Groschen verdient.
Sprichw.Nicht ausgegebenes Geld zählt genauso wie eingenommenes.
Herkunft: Die Formel geht auf Benjamin Franklin zurück, der sie 1737 in seinem Almanach veröffentlichte.
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Sparen ist verdienen. Wer sparen will, muss zuerst rechnen. Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Der Hehler ist so schlimm wie der Stehler.
Sprichw.Wer von einer Straftat profitiert, macht sich ebenso schuldig wie der Täter.
Herkunft: Alte Rechtsregel, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitEhrlichkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Mitgefangen, mitgehangen.
Kurze Sprichwörter
Am falschen Ende sparen.
Sprichw.Dort kürzen, wo es sich später bitter rächt.
Herkunft: Eine jüngere Formel aus der Kaufmannssprache des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Leichtsinn ist teurer als Vorsicht. Zweimal messen, einmal schneiden. Wer nur rechnet, verrechnet sich.
Besser geben als borgen.
Sprichw.Eine Gabe belastet die Beziehung weniger als ein Darlehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: GroßzügigkeitFreundschaft
Siehe auch: Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt. Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht. Geben, ohne zu rechnen, ist die einzige Großzügigkeit.
Borgen macht Sorgen.
Sprichw.Wer sich Geld leiht, handelt sich damit Druck und Abhängigkeit ein.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Gleichklang der beiden Wörter hat ihm zu seiner Verbreitung verholfen.
Siehe auch: Wer Schulden macht, verkauft seine Freiheit. Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht.
Geiz verdirbt die Freundschaft.
Sprichw.Wer bei jeder Kleinigkeit rechnet, verliert die Zuneigung der anderen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: GeizFreundschaft
Siehe auch: Wer jeden Vorteil sucht, findet keinen Partner.
Der Geizige zahlt zweimal.
Sprichw.Wer an der falschen Stelle spart, muss die Sache ein zweites Mal anschaffen.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nur auf den Preis sieht, kauft zweimal. Wer billig kauft, kauft zweimal. Der Preis ist vergessen, die Qualität bleibt.
Geld regiert die Welt.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, dass finanzielle Mittel über den Lauf der Dinge entscheiden.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und im Zeitalter der aufkommenden Handelshäuser zu einem geflügelten Wort geworden.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer die Jugend hat, hat die Zukunft. Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Geld sättigt keinen Hunger.
Sprichw.Vermögen hilft nur, solange es etwas zu kaufen gibt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in vielen Kulturen und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht. Geld allein macht nicht glücklich. Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn.
Geld stinkt nicht.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemandem die Herkunft eines Gewinns gleichgültig ist.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „pecunia non olet“, die auf Kaiser Vespasian und dessen Steuer auf öffentliche Bedürfnisanstalten zurückgeführt wird.
Guter Rat ist teuer.
Sprichw.Wird gesagt, wenn eine Lage so verfahren ist, dass niemand eine Lösung weiß.
Herkunft: „Teuer“ meint hier nicht den Preis, sondern die Seltenheit: Guter Rat ist schwer zu bekommen. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Klugheit und DummheitUnglück
Siehe auch: Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts hat, kann nichts sparen. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt.
Handwerk hat goldenen Boden.
Sprichw.Wer ein Handwerk beherrscht, hat eine verlässliche Existenzgrundlage.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen und meinte ursprünglich den Boden im Wortsinn: die tragfähige Grundlage einer Existenz. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Kein Meister ohne Lehrzeit. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
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