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Redewendungen · Redewendungen nach Themen

Redewendungen über Geld

Vom Münzwesen über den Wirtshaustisch bis zum Bankwesen: Geldredewendungen haben oft eine sehr genau datierbare Herkunft.

34 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2

Bekannte Redewendungen

  • Etwas auf die hohe Kante legen

    Redew.

    Geld beiseitelegen und für später aufbewahren, statt es auszugeben.

    Herkunft: Verwiesen wird auf Verstecke für Ersparnisse im Himmelbett oder auf hohen Schrankkanten.

    Themen: Alltag

    Siehe auch: Den Gürtel enger schnallen

  • Auf einen grünen Zweig kommen

    Redew.

    Wirtschaftlich vorankommen und zu etwas kommen.

    Herkunft: Erklärt wird die Wendung über den alten Brauch, beim Verkauf eines Grundstücks einen grünen Zweig als Symbol des Besitzübergangs zu überreichen.

    Auch: Auf keinen grünen Zweig kommen

    Themen: ErfolgFarbenGlück und Pech

    Siehe auch: Leben wie die Made im Speck Baden gehen Ins Schwarze treffen

  • Jemandem die Butter vom Brot nehmen

    Redew.

    Jemanden um seinen Anteil oder Vorteil bringen.

    Herkunft: Butter auf dem Brot war lange keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Zeichen von Wohlstand. Wer sie wegnimmt, nimmt das Beste an der Sache.

    Auch: Sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen

    Themen: Essen und TrinkenMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Sich auf die Hinterbeine stellen

  • Etwas für ein Butterbrot bekommen

    Redew.

    Etwas für sehr wenig Geld erwerben.

    Herkunft: Das Butterbrot war die geringste Gegenleistung, die man jemandem geben konnte. Verwandt ist die Wendung vom Apfel und vom Ei.

    Themen: Essen und Trinken

    Siehe auch: Für einen Apfel und ein Ei

  • Für einen Apfel und ein Ei

    Redew.

    Für sehr wenig Geld, weit unter Wert.

    Herkunft: Apfel und Ei standen früher für Waren von geringstem Wert, die auch der Ärmste aufbringen konnte.

    Auch: Etwas für einen Apfel und ein Ei bekommen

    Themen: Essen und TrinkenAlltag

    Siehe auch: Etwas für ein Butterbrot bekommen

  • Das geht auf meine Kappe

    Redew.

    Dafür übernehme ich die Verantwortung oder die Kosten.

    Herkunft: Die Kappe stand als Kopfbedeckung sinnbildlich für die Person, die für etwas einsteht.

    Themen: Arbeit

    Siehe auch: Etwas auslöffeln müssen Etwas ausbaden müssen Die Spendierhosen anhaben

  • Sich eine goldene Nase verdienen

    Redew.

    An einer Sache außergewöhnlich gut verdienen.

    Herkunft: Die Wendung wird auf mittelalterliche Nasensteuern zurückgeführt, was nicht belegt ist. Näher liegt die Nase als Sinnbild für den Menschen selbst, wie in mehreren deutschen Wendungen.

    Themen: FarbenKörper

  • Etwas in trockene Tücher bringen

    Redew.

    Eine Angelegenheit endgültig und verbindlich regeln.

    Herkunft: Die Wendung wird auf das Wickeln von Säuglingen zurückgeführt, aber ebenso auf die Tuchmacherei, in der nasse Bahnen erst nach dem Trocknen verkäuflich waren. Beide Deutungen sind gebräuchlich, keine ist gesichert.

    Auch: Etwas unter Dach und Fach bringen · In trockenen Tüchern sein

    Themen: ErfolgArbeit

    Siehe auch: Etwas unter Dach und Fach bringen Etwas vom Tisch haben

  • Die Katze im Sack kaufen

    Redew.

    Etwas erwerben, ohne es vorher geprüft zu haben, und dabei ein böses Erwachen riskieren.

    Herkunft: Gehört zum selben Marktbetrug wie „die Katze aus dem Sack lassen“: Wer den Sack nicht öffnete, kaufte ungesehen.

    Themen: AlltagTiere

    Siehe auch: Den Bock zum Gärtner machen Auf das falsche Pferd setzen

  • Leben wie die Made im Speck

    Redew.

    Im Überfluss und ohne Sorgen leben.

    Herkunft: Die Made im Speck lebt inmitten des Vorrats, ohne sich anstrengen zu müssen. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.

    Themen: Essen und TrinkenGlück und Pech

    Siehe auch: Auf einen grünen Zweig kommen

  • Jemandem das letzte Hemd geben

    Redew.

    So großzügig sein, dass man selbst nichts mehr behält.

    Herkunft: Das Hemd war das unterste Kleidungsstück und damit das Letzte, was jemand besaß. Verwandt ist das Sprichwort vom letzten Hemd, das keine Taschen hat.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Die Spendierhosen anhaben Für jemanden durchs Feuer gehen

  • Sein Geld zum Fenster hinauswerfen

    Redew.

    Geld für Unnötiges ausgeben und damit ohne Gegenwert verschwenden.

    Herkunft: Die Wendung wird auf den Brauch zurückgeführt, Almosen aus dem Fenster zu werfen. Gesichert ist das nicht; das Bild des sinnlosen Wegwerfens genügt zur Erklärung.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Perlen vor die Säue werfen

  • Seine Schäfchen ins Trockene bringen

    Redew.

    Den eigenen Vorteil rechtzeitig sichern, oft auf Kosten anderer.

    Herkunft: Die Herkunft ist nicht eindeutig belegt. Diskutiert wird neben dem Bild der Schafherde auch eine Ableitung von niederdeutsch „Schäfchen“ für Kapital.

    Themen: ErfolgTiere

    Siehe auch: Den Trumpf ausspielen

Redewendungen mit belegter Herkunft

Kurze Redewendungen

  • Jemandem etwas abknöpfen

    Redew.

    Jemandem Geld abnehmen, meist durch Überredung.

    Herkunft: Knöpfe waren an alter Kleidung wertvoll und wurden einzeln abgetrennt und weiterverwendet. Wer jemandem etwas abknöpft, nimmt ihm ein Stück seines Besitzes.

    Themen: Menschen und Verhalten

  • Auf den Hund kommen

    Redew.

    Wirtschaftlich oder gesundheitlich stark herunterkommen.

    Herkunft: Für diese Wendung gibt es mehrere Deutungen, keine davon gesichert. Genannt werden der Hund als geringstes Zugtier, ein auf den Boden von Truhen gemalter Hund, der beim Leerwerden sichtbar wurde, und der Grubenhund im Bergbau. Belegen lässt sich keine dieser Erklärungen.

    Themen: Glück und PechTiere

  • Auf großem Fuß leben

    Redew.

    Aufwendig leben und viel Geld ausgeben.

    Herkunft: Für die Wendung kursiert die Erklärung, ein Adliger habe wegen eines missgebildeten Fußes besonders lange Schnabelschuhe tragen lassen, worauf die Mode reagiert habe. Diese Geschichte ist nicht belegt. Näher liegt der schlichte Zusammenhang von Fußbreite und Aufwand, wie ihn auch die Redensart vom breiten Auftreten kennt.

    Themen: KörperMenschen und Verhalten

  • Auf Pump leben

    Redew.

    Den eigenen Lebensstil auf Schulden aufbauen.

    Herkunft: „Pumpen“ steht in der Umgangssprache seit dem 18. Jahrhundert für Borgen. Das Bild ist das des Schöpfens aus einem fremden Vorrat.

    Themen: Menschen und Verhalten

    QuelleVictor Borge

    Siehe auch: Etwas auf dem Kerbholz haben Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben Den Kopf hinhalten müssen

  • Ein Fass ohne Boden

    Redew.

    Ein Vorhaben, in das man endlos Geld steckt, ohne dass es je fertig wird.

    Herkunft: Das Bild geht auf die griechische Sage von den Danaiden zurück, die zur Strafe Wasser in ein durchlöchertes Fass schöpfen mussten.

    Themen: Arbeit

    Siehe auch: Rote Zahlen schreiben Auf verlorenem Posten stehen

  • Das geht ins Geld

    Redew.

    Etwas verursacht spürbar hohe Ausgaben.

    Herkunft: Wörtlich: Der Aufwand greift auf den Geldvorrat über. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig.

    Themen: Alltag

  • Jemandem goldene Berge versprechen

    Redew.

    Große Zusagen machen, die sich nicht halten lassen.

    Herkunft: Die Wendung ist bereits in der römischen Literatur belegt, unter anderem bei Terenz, und spielt auf die sagenhaften Goldberge Persiens an.

    Themen: Sprache und Kommunikation

    QuelleTerenz

    Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Etwas in den schwärzesten Farben malen Den Mund zu voll nehmen

  • Den Gürtel enger schnallen

    Redew.

    Sich einschränken, weil weniger Geld da ist.

    Herkunft: Das Bild ist wörtlich zu verstehen: Wer abnimmt, weil er weniger isst, muss den Gürtel enger stellen.

    Themen: AlltagKörper

    Siehe auch: Etwas auf die hohe Kante legen

  • Gut bei Kasse sein

    Redew.

    Genügend Geld zur Verfügung haben.

    Herkunft: „Kasse“ stammt über das Italienische aus dem Lateinischen für Kiste und bezeichnete zunächst den Geldbehälter selbst.

    Themen: Glück und Pech

  • Die Hand aufhalten

    Redew.

    Für eine Gefälligkeit Geld verlangen.

    Herkunft: Die Geste des Bettelns und des Entgegennehmens. Im übertragenen Gebrauch schwingt der Vorwurf mit, dass eine Gefälligkeit nur gegen Bezahlung erfolgt.

    Themen: KörperMenschen und Verhalten

  • Mit gleicher Münze heimzahlen

    Redew.

    Eine Kränkung genau so erwidern, wie man sie erfahren hat.

    Herkunft: Aus dem Zahlungsverkehr: Eine Schuld wurde in derselben Währung beglichen, in der sie entstanden war.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Den Spieß umdrehen

  • Keinen Pfifferling wert sein

    Redew.

    Überhaupt nichts wert sein, keinerlei Bedeutung oder Gegenwert haben.

    Herkunft: Der Pfifferling galt als weit verbreiteter und daher wertloser Pilz.

    Themen: Alltag

  • Pleite gehen

    Redew.

    Zahlungsunfähig werden und den Betrieb oder die eigenen Finanzen nicht mehr aufrechterhalten können.

    Herkunft: „Pleite“ geht über das Rotwelsche auf das jiddische Wort für Flucht zurück; gemeint war ursprünglich der Schuldner, der sich davonmachte.

    Themen: Arbeit

  • Rote Zahlen schreiben

    Redew.

    Verluste machen, also mehr ausgeben als einnehmen.

    Herkunft: In der kaufmännischen Buchführung wurden Fehlbeträge traditionell in roter Tinte eingetragen, um sie hervorzuheben.

    Themen: FarbenArbeit

    Siehe auch: Ein Fass ohne Boden

  • Die Spendierhosen anhaben

    Redew.

    Gerade in großzügiger Stimmung sein und für andere mitbezahlen.

    Herkunft: Eine scherzhafte Wortbildung des 19. Jahrhunderts nach dem Muster von Kleidungsstücken, die eine Stimmung bezeichnen, vergleichbar mit den Siebenmeilenstiefeln.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemandem das letzte Hemd geben Das geht auf meine Kappe

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