Redewendungen · Redewendungen nach Themen
Redewendungen über Menschen und Verhalten, Seite 4
160 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 4 von 6
Bekannte Redewendungen
Jemandem das letzte Hemd geben
Redew.So großzügig sein, dass man selbst nichts mehr behält.
Herkunft: Das Hemd war das unterste Kleidungsstück und damit das Letzte, was jemand besaß. Verwandt ist das Sprichwort vom letzten Hemd, das keine Taschen hat.
Themen: Menschen und VerhaltenGeld
Siehe auch: Die Spendierhosen anhaben
Das letzte Wort haben wollen
Redew.In jeder Auseinandersetzung recht behalten wollen.
Herkunft: Aus der Gerichtssprache: Dem Angeklagten steht das letzte Wort zu. Im Alltag hat sich der Ausdruck zum Vorwurf der Rechthaberei gewandelt.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Öl ins Feuer gießen
Liebe auf den ersten Blick
Redew.Zuneigung, die im Moment der ersten Begegnung entsteht.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der antiken Dichtung belegt, unter anderem bei Marlowe in der englischen Fassung des 16. Jahrhunderts.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
QuelleMarlowe
Siehe auch: Jemandem den Kopf verdrehen Durch die rosarote Brille sehen Schmetterlinge im Bauch haben
Mehr Glück als Verstand haben
Redew.Trotz unvernünftigen Handelns ungeschoren davonkommen.
Herkunft: Die Formel stellt zwei Wege zum Erfolg gegeneinander und spricht dem Betroffenen den zweiten ab. Im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: Glück und PechMenschen und Verhalten
Siehe auch: Schwein haben Einen Schutzengel gehabt haben
Mit jemandem ein Hühnchen rupfen
Redew.Eine offene Rechnung mit jemandem begleichen wollen.
Herkunft: Das gemeinsame Rupfen eines Huhns war eine mühsame Arbeit, bei der man Zeit für ein klärendes Gespräch hatte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiereSprache und Kommunikation
Den Mund zu voll nehmen
Redew.Mehr versprechen, als man einlösen kann.
Herkunft: Wer den Mund zu voll nimmt, kann nicht mehr sprechen und nicht mehr schlucken. Das Bild überträgt die Überforderung auf die Ankündigung.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Das Blaue vom Himmel versprechen Aus einer Mücke einen Elefanten machen
Den Pelz waschen, ohne ihn nass zu machen
Redew.Etwas erreichen wollen, ohne den dafür nötigen Aufwand oder das Risiko in Kauf zu nehmen.
Herkunft: Die Wendung ist als lateinische Schulformel überliefert und beschreibt einen Widerspruch in sich, ähnlich wie das Bild vom Wolf, der satt ist, während das Schaf unversehrt bleibt.
Themen: ArbeitMenschen und Verhalten
Das Pulver nicht erfunden haben
Redew.Nicht besonders klug sein; abschätzig über jemanden gesagt.
Herkunft: Bezieht sich auf das Schwarzpulver, dessen Erfindung als herausragende Leistung galt.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Jemanden durch den Kakao ziehen Jemanden auf den Arm nehmen Einen Vogel haben
Redewendungen mit belegter Herkunft
Eine Leiche im Keller haben
Redew.Etwas Belastendes aus der Vergangenheit verbergen.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo vom Skelett im Schrank die Rede ist. Im Deutschen ist die Wendung seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitet.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Jemandem etwas auf die Nase binden Die Katze aus dem Sack lassen Das ist Schnee von gestern
Den Mantel nach dem Wind hängen
Redew.Die eigene Haltung stets so wählen, wie es gerade nützt.
Herkunft: Wer seinen Mantel nach dem Wind dreht, schützt sich am besten. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und meinte ursprünglich klugen Selbstschutz, erst später den Vorwurf der Gesinnungslosigkeit.
Auch: Sein Fähnchen nach dem Wind hängen
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Sein Fähnchen nach dem Wind hängen Mit den Wölfen heulen
Mit dem Kopf durch die Wand wollen
Redew.Etwas mit aller Gewalt durchsetzen wollen, ohne Rücksicht auf Widerstände.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, meist mit dem Zusatz, dass der Kopf dabei den Kürzeren zieht.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Mit den Hühnern schlafen gehen
Redew.Sehr früh am Abend zu Bett gehen.
Herkunft: Hühner suchen bei Einbruch der Dämmerung den Stall auf. Wer mit ihnen schlafen geht, legt sich ungewöhnlich früh nieder.
Sich mit fremden Federn schmücken
Redew.Sich eine Leistung zuschreiben, die ein anderer erbracht hat.
Äsopgriechischer Fabeldichter, 6. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Das Bild stammt aus einer Fabel Äsops von der Krähe, die sich mit Pfauenfedern schmückt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
QuelleÄsop
Mit jemandem ist nicht gut Kirschen essen
Redew.Mit dieser Person kommt man schwer aus, sie ist schnell gereizt.
Herkunft: Die vollständige ältere Fassung warnt davor, mit Höherstehenden Kirschen zu essen, weil diese einem die Kerne ins Gesicht spuckten. Sie ist im Deutschen seit dem 15. Jahrhundert belegt.
Einen Narren an jemandem gefressen haben
Redew.Jemanden über alle Maßen gern haben.
Herkunft: „Narr“ steht hier für die törichte Zuneigung. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und meinte ursprünglich, man habe die Torheit in sich aufgenommen.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Perlen vor die Säue werfen
Redew.Etwas Wertvolles jemandem geben, der es nicht zu schätzen weiß.
Herkunft: Der Ausdruck stammt aus der Bergpredigt (Matthäus 7,6).
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Sein Geld zum Fenster hinauswerfen
Kurze Redewendungen
Jemandem den Laufpass geben
Redew.Eine Beziehung beenden und den anderen wegschicken.
Herkunft: Der Laufpass war die Entlassungsurkunde eines Soldaten, mit der er den Dienst verlassen musste.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemandem das Herz brechen
Jemandem die Leviten lesen
Redew.Jemanden nachdrücklich zurechtweisen.
Herkunft: Bezieht sich auf das dritte Buch Mose, das Levitikus, aus dem in Klöstern zur Ermahnung vorgelesen wurde.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Jemandem den Kopf waschen Sich etwas hinter die Ohren schreiben
Mit den Wölfen heulen
Redew.Sich der Mehrheit anschließen, auch gegen die eigene Überzeugung.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf die Beobachtung zurück, dass ein einzelnes Tier im Rudel mitheult, um nicht aufzufallen.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Siehe auch: Sein Fähnchen nach dem Wind hängen Den Mantel nach dem Wind hängen
Mit gleicher Münze heimzahlen
Redew.Eine Kränkung genau so erwidern, wie man sie erfahren hat.
Herkunft: Aus dem Zahlungsverkehr: Eine Schuld wurde in derselben Währung beglichen, in der sie entstanden war.
Themen: Menschen und VerhaltenGeld
Siehe auch: Den Spieß umdrehen
Mit offenen Karten spielen
Redew.Die eigenen Absichten offenlegen, statt zu taktieren.
Herkunft: Aus dem Kartenspiel: Wer sein Blatt aufdeckt, gibt seine Möglichkeiten preis und verzichtet auf Täuschung.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Kein Blatt vor den Mund nehmen Die Karten auf den Tisch legen Das Herz auf der Zunge tragen
Nach jemandes Pfeife tanzen
Redew.Sich vollständig nach dem Willen eines anderen richten.
Äsopgriechischer Fabeldichter, 6. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Das Bild geht auf eine Fabel Äsops vom Fischer zurück, der den Fischen aufspielt, damit sie tanzen.
Themen: Menschen und VerhaltenArbeit
QuelleÄsop
Die Nase hoch tragen
Redew.Sich für etwas Besseres halten.
Herkunft: Die Kopfhaltung ist das Bild: Wer die Nase hebt, blickt über andere hinweg. Verwandt sind die Wendungen von der hochnäsigen Art und vom Herabschauen.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Auf dem hohen Ross sitzen
Die Nase voll haben
Redew.Von einer Sache genug haben und sie nicht länger ertragen wollen.
Herkunft: Die Wendung wird auf die Gaunersprache zurückgeführt, in der Häftlinge für jedes Vergehen Schläge auf die Nase erhielten. Diese Herleitung ist verbreitet, aber nicht gesichert.
Auch: Die Nase gestrichen voll haben
Die Ohren steif halten
Redew.Nicht aufgeben, sondern die Fassung bewahren; wird meist als Abschiedsgruß gebraucht.
Herkunft: Das Bild stammt vom Tier: Hängende Ohren gelten als Zeichen von Krankheit oder Mutlosigkeit, aufgerichtete als Zeichen von Aufmerksamkeit.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Öl ins Feuer gießen
Redew.Einen Konflikt durch eine unbedachte Äußerung noch verschärfen.
Horazrömischer Dichter, 65 bis 8 v. Chr.
Herkunft: Das Bild ist bereits in der römischen Literatur belegt, unter anderem bei Horaz.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
QuelleHoraz
Siehe auch: Das letzte Wort haben wollen Das Fass zum Überlaufen bringen
Rot sehen
Redew.Vor Zorn die Beherrschung verlieren.
Herkunft: Die Wendung wird meist mit dem Stierkampf erklärt. Das ist falsch, denn Rinder sind rotblind und reagieren auf die Bewegung des Tuchs. Näher liegt die Blutfülle im Gesicht bei starkem Zorn.
Themen: Menschen und VerhaltenFarben
Siehe auch: Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern Jemanden auf die Palme bringen
Den roten Teppich ausrollen
Redew.Jemanden mit großem Aufwand empfangen.
Herkunft: Der rote Teppich als Zeichen des feierlichen Empfangs ist bereits in der antiken Literatur bezeugt, unter anderem bei Aischylos in der „Orestie“.
Themen: Menschen und VerhaltenFarben
QuelleAischylos
Jemandem den Rücken stärken
Redew.Jemandem Rückhalt geben, damit er sich behaupten kann.
Herkunft: Der Rücken steht für die Fähigkeit, eine Last zu tragen und aufrecht zu bleiben. Wer ihn stärkt, gibt Rückhalt.
Themen: Menschen und VerhaltenKörperArbeit
Siehe auch: Jemandem unter die Arme greifen
Etwas satthaben
Redew.Von einer Sache genug haben und sie nicht länger ertragen wollen.
Herkunft: Wörtlich das Gefühl nach reichlicher Mahlzeit, übertragen der Überdruss. Die übertragene Bedeutung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
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