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Redewendungen · Redewendungen nach Themen

Redewendungen aus dem Alltag, Seite 2

90 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 2 von 3

Bekannte Redewendungen

  • Das Fass zum Überlaufen bringen

    Redew.

    Nach vielen Ärgernissen den einen Anlass liefern, der die Geduld endgültig aufbraucht.

    Herkunft: Ein volles Fass läuft schon beim kleinsten Zusatz über. Gemeint ist nicht der Zusatz selbst, sondern die vorher schon erreichte Grenze. Deshalb steht die Wendung meist in der Fassung vom Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

    Auch: Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt

    Themen: Menschen und VerhaltenAlltag

    Siehe auch: Öl ins Feuer gießen

  • Die Flinte ins Korn werfen

    Redew.

    Vorschnell aufgeben und einen Plan fallen lassen, sobald es schwierig wird.

    Herkunft: Das Bild stammt aus dem Kriegswesen: Der fliehende Soldat wirft seine Waffe ins Kornfeld, um schneller wegzukommen.

    Themen: AlltagGlück und PechMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Etwas über Bord werfen Das Handtuch werfen Die Waffen strecken

  • Für einen Apfel und ein Ei

    Redew.

    Für sehr wenig Geld, weit unter Wert.

    Herkunft: Apfel und Ei standen früher für Waren von geringstem Wert, die auch der Ärmste aufbringen konnte.

    Auch: Etwas für einen Apfel und ein Ei bekommen

    Themen: GeldEssen und TrinkenAlltag

    Siehe auch: Etwas für ein Butterbrot bekommen

  • Das geht auf keine Kuhhaut

    Redew.

    Das übersteigt jedes Maß, das lässt sich gar nicht mehr aufzählen.

    Herkunft: Verwiesen wird auf Pergament aus Tierhaut als Beschreibstoff: Selbst eine ganze Kuhhaut würde für die Aufzählung nicht reichen.

    Themen: AlltagTiere

    Siehe auch: Das schlägt dem Fass den Boden aus

  • Jemanden ins kalte Wasser werfen

    Redew.

    Jemanden ohne Vorbereitung in eine schwierige Aufgabe schicken.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Schwimmenlernen nach alter Methode, bei der der Anfänger ohne Vorbereitung ins Wasser gesetzt wurde.

    Auch: Ins kalte Wasser geworfen werden · Ins kalte Wasser springen

    Themen: ArbeitMenschen und VerhaltenAlltag

    Siehe auch: Das Eis brechen

  • Das ist nicht mein Bier

    Redew.

    Dafür bin ich nicht zuständig.

    Herkunft: Die Wendung wird auf die Zeit zurückgeführt, in der Bier in Wirtshäusern namentlich zugeordnet wurde. Sicher belegt ist diese Erklärung nicht; möglich ist auch eine Ableitung vom französischen „affaire“, das mundartlich als „bier“ erscheint.

    Themen: AlltagEssen und TrinkenArbeit

    Siehe auch: Das ist doch Käse

  • Das ist Schnee von gestern

    Redew.

    Eine Sache ist längst überholt und nicht mehr von Belang.

    Herkunft: Der Vergleich mit vergangenem Schnee für Verlorenes ist alt und findet sich unter anderem bei François Villon in der Frage nach dem Schnee des vergangenen Jahres.

    Auch: Schnee von gestern sein

    Themen: AlltagSprache und Kommunikation

    QuelleVillon

    Siehe auch: Eine Leiche im Keller haben

  • Die Katze aus dem Sack lassen

    Redew.

    Etwas preisgeben, das man bis dahin bewusst zurückgehalten hat.

    Herkunft: Die Wendung wird auf einen alten Markttrick zurückgeführt, bei dem statt eines Ferkels eine Katze im zugebundenen Sack verkauft wurde. Sobald der Sack geöffnet war, flog der Betrug auf.

    Auch: Die Katze ist aus dem Sack.

    Themen: AlltagSprache und KommunikationTiere

    Siehe auch: Jemandem etwas auf die Nase binden Eine Leiche im Keller haben

  • Die Katze im Sack kaufen

    Redew.

    Etwas erwerben, ohne es vorher geprüft zu haben, und dabei ein böses Erwachen riskieren.

    Herkunft: Gehört zum selben Marktbetrug wie „die Katze aus dem Sack lassen“: Wer den Sack nicht öffnete, kaufte ungesehen.

    Themen: AlltagGeldTiere

    Siehe auch: Den Bock zum Gärtner machen Auf das falsche Pferd setzen

  • Mit dem falschen Fuß aufstehen

    Redew.

    Von morgens an schlechte Laune haben.

    Herkunft: Die Wendung geht auf den antiken Aberglauben zurück, das Aufstehen mit dem linken Fuß bringe Unglück. Links galt lange als die unheilvolle Seite.

    Auch: Mit dem linken Fuß aufstehen

    Themen: AlltagKörper

Redewendungen mit belegter Herkunft

Kurze Redewendungen

  • Den Faden verlieren

    Redew.

    Beim Sprechen den Zusammenhang aus den Augen verlieren und nicht mehr weiterwissen.

    Herkunft: Das Bild geht auf den Ariadnefaden der griechischen Sage zurück, der den Weg aus dem Labyrinth wies.

    Themen: AlltagSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Nicht auf den Mund gefallen sein

  • Die Flitterwochen sind vorbei

    Redew.

    Die anfängliche Begeisterung ist der Normalität gewichen.

    Herkunft: „Flitter“ meint hier den kurzlebigen Glanz. Die Wendung wird auch außerhalb von Beziehungen gebraucht, etwa in der Politik.

    Themen: LiebeMenschen und VerhaltenAlltag

    Siehe auch: Jemandem den Zahn ziehen

  • Das geht ins Geld

    Redew.

    Etwas verursacht spürbar hohe Ausgaben.

    Herkunft: Wörtlich: Der Aufwand greift auf den Geldvorrat über. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig.

    Themen: GeldAlltag

  • Den Gürtel enger schnallen

    Redew.

    Sich einschränken, weil weniger Geld da ist.

    Herkunft: Das Bild ist wörtlich zu verstehen: Wer abnimmt, weil er weniger isst, muss den Gürtel enger stellen.

    Themen: GeldAlltagKörper

    Siehe auch: Etwas auf die hohe Kante legen

  • Hals über Kopf

    Redew.

    Überstürzt und ohne jede Vorbereitung.

    Herkunft: Die Wendung ist eine Verkürzung der älteren Fassung „über Hals und Kopf“ und beschreibt das kopfüber Stürzen. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: AlltagMenschen und VerhaltenKörper

    Siehe auch: Sich Hals über Kopf verlieben

  • Das Handtuch werfen

    Redew.

    Aufgeben und eine Sache vorzeitig beenden.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Boxsport: Der Betreuer wirft ein Handtuch in den Ring, um den Kampf für seinen Boxer zu beenden.

    Themen: AlltagGlück und PechArbeit

    Siehe auch: Die Waffen strecken Die Segel streichen Die Flinte ins Korn werfen

  • Ins Blaue fahren

    Redew.

    Ohne festes Ziel und ohne Plan losfahren, einfach der Nase nach.

    Herkunft: Blau steht in mehreren deutschen Wendungen für das Unbestimmte und Ferne, wie im blauen Dunst und im Blauen vom Himmel.

    Themen: FarbenAlltag

  • Ins Fettnäpfchen treten

    Redew.

    Durch eine unbedachte Äußerung jemanden vor den Kopf stoßen.

    Herkunft: Vor Bauernstuben stand ein Napf mit Fett zum Einfetten der Schuhe. Wer hineintrat, verteilte das Fett auf der frisch gescheuerten Diele und verärgerte die Hausfrau.

    Themen: AlltagMenschen und VerhaltenSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Sich wie ein Elefant im Porzellanladen benehmen

  • Ins Gras beißen

    Redew.

    Sterben, meist derb oder spöttisch gebraucht.

    Herkunft: Das Bild stammt vom auf dem Schlachtfeld Gefallenen, der mit dem Gesicht im Gras liegt. Es ist bereits in der antiken Dichtung belegt.

    Themen: Glück und PechAlltag

  • Etwas ins Rollen bringen

    Redew.

    Einen Vorgang in Gang setzen, der dann von allein weiterläuft.

    Herkunft: Das Bild ist das eines angestoßenen Rades oder Steins, der von allein weiterläuft. Verwandt ist die Lawine, die losgetreten wird.

    Themen: ArbeitAlltagErfolg

  • Ins Wasser fallen

    Redew.

    Nicht stattfinden, kurzfristig ausfallen oder ergebnislos enden.

    Herkunft: Was ins Wasser fällt, ist verloren und nicht wiederzubekommen. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.

    Themen: Glück und PechAlltag

    Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Baden gehen Auf der Strecke bleiben

  • Das ist mir Wurst

    Redew.

    Das ist mir völlig gleichgültig, das spielt für mich keine Rolle.

    Herkunft: Für die Wendung wird die Erklärung angeführt, bei der Wurst sei gleichgültig, an welchem Ende man sie anschneidet, weil beide Enden gleich aussehen. Belegt ist das nicht. Die Wurst steht in vielen deutschen Redensarten schlicht für das Alltägliche und Beliebige.

    Auch: Das ist mir wurscht

    Themen: Essen und TrinkenAlltag

  • Das Kind schon schaukeln

    Redew.

    Zuversichtlich ankündigen, dass man eine Sache schon in Ordnung bringen wird.

    Herkunft: Eine jüngere umgangssprachliche Bildung. Das Schaukeln steht für die geübte Handhabung einer Sache, die andere für schwierig halten.

    Auch: Wir werden das Kind schon schaukeln

    Themen: ErfolgArbeitAlltag

  • Klar Schiff machen

    Redew.

    Gründlich aufräumen und offene Angelegenheiten regeln.

    Herkunft: Das Kommando bereitete ein Kriegsschiff auf das Gefecht vor.

    Themen: ArbeitAlltag

    Siehe auch: Alles in Butter

  • Die Koffer packen

    Redew.

    Gehen, meist im Sinne von aufgeben oder entlassen werden.

    Herkunft: Wörtlich der Aufbruch, übertragen die Kündigung oder Entlassung. Die Wendung ist mit dem Reiseverkehr des 19. Jahrhunderts entstanden.

    Themen: AlltagArbeit

  • Die Kurve kriegen

    Redew.

    Eine schwierige Lage gerade noch rechtzeitig meistern.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Fahren: Wer die Kurve kriegt, kommt gerade noch um das Hindernis herum, statt geradeaus in den Graben zu fahren.

    Themen: ErfolgAlltag

    Siehe auch: Den Spieß umdrehen Den Durchbruch schaffen Das Ruder herumreißen

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