A–Z-Verzeichnis
Redewendungen mit K
Hier können Sie alle redewendungen dieses Nachschlagewerks alphabetisch nachschlagen, deren Stichwort mit K beginnt. Sortiert wird wie im gedruckten Wörterbuch nach dem ersten inhaltstragenden Wort, Artikel bleiben unberücksichtigt.
22 Einträge mit Bedeutung
Kalte Füße bekommen
Redew.Kurz vor einer Entscheidung doch noch den Mut verlieren.
Herkunft: Die Wendung wird auf das Kartenspiel zurückgeführt, bei dem ein Verlierer die kalten Füße als Vorwand zum Aufhören genannt habe. Gesichert ist das nicht.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Jemandem die kalte Schulter zeigen
Redew.Jemanden betont abweisend behandeln.
Herkunft: Für die Wendung kursiert die Erklärung, ungeliebten Gästen sei kaltes Schulterstück vorgesetzt worden. Belegt ist das nicht. Näher liegt die Körperhaltung: Wer sich abwendet, zeigt dem anderen die Schulter statt des Gesichts.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Sich eine Abfuhr holen Einen Korb bekommen
Den Karren aus dem Dreck ziehen
Redew.Eine verfahrene Lage wieder in Ordnung bringen.
Herkunft: Vor dem Ausbau befestigter Straßen blieben Fuhrwerke regelmäßig im Schlamm stecken. Den Karren wieder flottzumachen war eine mühsame Gemeinschaftsarbeit.
Auch: Den Karren in den Dreck fahren
Siehe auch: Den Laden schmeißen Das Ruder herumreißen Etwas auslöffeln müssen
Die Karten auf den Tisch legen
Redew.Die eigenen Absichten offenlegen, statt sie weiter zu verbergen.
Herkunft: Das Bild stammt vom Kartenspiel, bei dem das Aufdecken das Blatt für alle sichtbar macht.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Kein Blatt vor den Mund nehmen Das Herz auf der Zunge tragen
Katz und Maus spielen
Redew.Jemanden im Ungewissen lassen und die eigene Überlegenheit auskosten.
Herkunft: Die Katze tötet die gefangene Maus nicht sofort, sondern lässt sie mehrfach entkommen. Genau diese Grausamkeit meint die Wendung.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Die Katze aus dem Sack lassen
Redew.Etwas preisgeben, das man bis dahin bewusst zurückgehalten hat.
Herkunft: Die Wendung wird auf einen alten Markttrick zurückgeführt, bei dem statt eines Ferkels eine Katze im zugebundenen Sack verkauft wurde. Sobald der Sack geöffnet war, flog der Betrug auf.
Auch: Die Katze ist aus dem Sack.
Themen: AlltagSprache und KommunikationTiere
Siehe auch: Jemandem etwas auf die Nase binden Eine Leiche im Keller haben
Die Katze im Sack kaufen
Redew.Etwas erwerben, ohne es vorher geprüft zu haben, und dabei ein böses Erwachen riskieren.
Herkunft: Gehört zum selben Marktbetrug wie „die Katze aus dem Sack lassen“: Wer den Sack nicht öffnete, kaufte ungesehen.
Siehe auch: Den Bock zum Gärtner machen Auf das falsche Pferd setzen
Das Kind mit dem Bade ausschütten
Redew.Bei einer Korrektur über das Ziel hinausschießen und dabei auch das Gute mit beseitigen.
Sebastian FranckChronist und Sprichwortsammler, 1499 bis 1543
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt, unter anderem bei Sebastian Franck.
Themen: Menschen und VerhaltenAlltag
QuelleSebastian Franck
Siehe auch: Sich in die Nesseln setzen
Das Kind schon schaukeln
Redew.Zuversichtlich ankündigen, dass man eine Sache schon in Ordnung bringen wird.
Herkunft: Eine jüngere umgangssprachliche Bildung. Das Schaukeln steht für die geübte Handhabung einer Sache, die andere für schwierig halten.
Auch: Wir werden das Kind schon schaukeln
Die Kirche im Dorf lassen
Redew.Nicht übertreiben und die Verhältnismäßigkeit wahren.
Herkunft: Die Wendung geht auf Prozessionen zurück, die aus Ehrgeiz immer weiter über die Dorfgrenzen hinaus ausgedehnt wurden. Wer die Kirche im Dorf lässt, verzichtet auf diesen Aufwand und bleibt beim Angemessenen.
Klar Schiff machen
Redew.Gründlich aufräumen und offene Angelegenheiten regeln.
Herkunft: Das Kommando bereitete ein Kriegsschiff auf das Gefecht vor.
Siehe auch: Alles in Butter
Klein beigeben
Redew.Den Widerstand aufgeben und nachgeben.
Herkunft: Aus dem Kartenspiel: Wer eine niedrige Karte zugibt, verzichtet auf den Stich und damit auf den Widerstand.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Zu Kreuze kriechen
Die Koffer packen
Redew.Gehen, meist im Sinne von aufgeben oder entlassen werden.
Herkunft: Wörtlich der Aufbruch, übertragen die Kündigung oder Entlassung. Die Wendung ist mit dem Reiseverkehr des 19. Jahrhunderts entstanden.
Den Kopf hinhalten müssen
Redew.Für etwas geradestehen, das man nicht zu verantworten hat.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Strafrecht der frühen Neuzeit, in dem der Kopf im Wortsinn für ein Vergehen einstand.
Themen: Menschen und VerhaltenArbeitKörper
Siehe auch: Etwas ausbaden müssen Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben Etwas auslöffeln müssen
Den Kopf in den Sand stecken
Redew.Einer unangenehmen Lage ausweichen, statt sich ihr zu stellen.
Herkunft: Beruht auf der irrigen Annahme, Strauße würden bei Gefahr den Kopf vergraben.
Themen: Menschen und VerhaltenTiereKörper
Siehe auch: Das Herz rutscht in die Hose Den Teufel an die Wand malen
Kopf und Kragen riskieren
Redew.Alles aufs Spiel setzen, im Zweifel auch das eigene Leben.
Herkunft: Kopf und Kragen bezeichneten in der Rechtssprache die Todesstrafe durch Enthaupten.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Hart am Wind segeln Den Bock zum Gärtner machen
Jemandem den Kopf verdrehen
Redew.Jemanden so verliebt machen, dass er nicht mehr klar denkt.
Herkunft: Wer verliebt ist, dreht den Kopf nach dem anderen. Die Wendung überträgt die Geste auf den Zustand.
Themen: LiebeKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Schmetterlinge im Bauch haben Liebe auf den ersten Blick Durch die rosarote Brille sehen
Jemandem den Kopf waschen
Redew.Jemanden deutlich zurechtweisen.
Herkunft: Das Bild ist das der kräftigen Kopfwäsche, die als unangenehm empfunden wurde. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Sprache und KommunikationKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden an den Pranger stellen Jemandem die Leviten lesen Ein dickes Fell haben
Einen Korb bekommen
Redew.Von jemandem zurückgewiesen werden.
Herkunft: Erklärt wird die Wendung mit einem alten Brauch, bei dem ein Verehrer in einem Korb zum Fenster hochgezogen wurde; ein Korb mit brüchigem Boden bedeutete die Absage.
Auch: Jemandem einen Korb geben
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Sich eine Abfuhr holen Jemandem die kalte Schulter zeigen
Kreide fressen
Redew.Sich betont sanft und freundlich geben, obwohl man anderes im Sinn hat.
Herkunft: Die Wendung spielt auf das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein an, in dem der Wolf Kreide frisst, um seine Stimme sanfter klingen zu lassen.
Die Kurve kriegen
Redew.Eine schwierige Lage gerade noch rechtzeitig meistern.
Herkunft: Das Bild stammt vom Fahren: Wer die Kurve kriegt, kommt gerade noch um das Hindernis herum, statt geradeaus in den Graben zu fahren.
Siehe auch: Den Spieß umdrehen Das Ruder herumreißen
Den Kürzeren ziehen
Redew.Bei einer Auseinandersetzung unterliegen.
Herkunft: Verweist auf das Losen mit unterschiedlich langen Halmen, bei dem der kürzeste verlor.