Redewendungen · Redewendungen nach Themen
Redewendungen über Menschen und Verhalten, Seite 3
192 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 3 von 7
Bekannte Redewendungen
Sich grün und blau ärgern
Redew.Sich maßlos über etwas ärgern.
Herkunft: Die Farben verweisen auf Blutergüsse, die als Folge von Schlägen entstehen. Der Ärger wird also mit einer körperlichen Misshandlung gleichgesetzt.
Themen: Menschen und VerhaltenFarben
Siehe auch: Sich schwarzärgern Rot sehen Sich in die Nesseln setzen
Ein Haar in der Suppe finden
Redew.An einer im Grunde guten Sache unbedingt etwas auszusetzen haben.
Herkunft: Ein einzelnes Haar verdirbt eine ganze Mahlzeit, obwohl es nichts am Geschmack ändert. Genau darin liegt der Vorwurf an den Nörgler.
Themen: Menschen und VerhaltenEssen und Trinken
Siehe auch: Jemanden an den Pranger stellen Jemandem den Kopf waschen Ein dickes Fell haben
Sich Hals über Kopf verlieben
Redew.Sich sehr schnell und ohne jede Zurückhaltung verlieben.
Herkunft: Die Wendung verbindet das ältere Bild vom überstürzten Sturz mit dem Zustand der Verliebtheit.
Themen: LiebeKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Sich in jemanden vergucken Jemandem den Kopf verdrehen Schmetterlinge im Bauch haben
Das Herz rutscht in die Hose
Redew.Vor Angst plötzlich den Mut verlieren.
Herkunft: Die Vorstellung, das Herz sinke bei Angst nach unten, findet sich in mehreren Sprachen. Die derbe deutsche Fassung mit der Hose ist seit dem 17. Jahrhundert bezeugt.
Auch: Das Herz in die Hose fallen lassen
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Weiß wie eine Wand werden Den Kopf in den Sand stecken Den Teufel an die Wand malen
Sich etwas hinter die Ohren schreiben
Redew.Sich eine Ermahnung gut merken.
Herkunft: Geht auf einen alten Rechtsbrauch zurück, bei dem jugendliche Zeugen einer Grenzbegehung an den Ohren gezogen wurden, damit sie sich den Vorgang lebenslang merkten.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Jemandem die Leviten lesen
Jemandem Honig ums Maul schmieren
Redew.Jemandem übertrieben schmeicheln, um etwas zu erreichen.
Herkunft: Die Wendung wird auf die Bärendressur zurückgeführt, bei der das Tier mit Honig gefügig gemacht wurde. Gesichert ist diese Herleitung nicht, das Bild vom süßen Reden ist aber alt.
Auch: Jemandem Honig um den Bart schmieren
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und KommunikationEssen und Trinken
Jemanden in den höchsten Tönen loben
Redew.Jemanden überschwänglich loben.
Herkunft: Aus der Musik: Die höchsten Töne sind die auffälligsten. Wer in ihnen lobt, übertreibt hörbar.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Den Mund zu voll nehmen Das Blaue vom Himmel versprechen Aus einer Mücke einen Elefanten machen
Jemandem in den Rücken fallen
Redew.Jemanden hintergehen, auf dessen Unterstützung er gezählt hat.
Herkunft: Aus der Kriegssprache: Der Angriff von hinten trifft den Ungeschützten und galt als besonders ehrlos.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Jemanden in die Pfanne hauen
Etwas in den Wind schlagen
Redew.Eine Warnung oder einen Rat ohne Weiteres übergehen.
Herkunft: Das Bild ist das des Wegwerfens in den Wind, der alles zerstreut. Es findet sich in ähnlicher Form bereits in der antiken Dichtung.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Etwas unter den Tisch fallen lassen
Jemanden in die Pfanne hauen
Redew.Jemanden bloßstellen oder ihn absichtlich schlecht dastehen lassen.
Herkunft: Die Wendung wird auf die Metzgersprache zurückgeführt: Was in die Pfanne kommt, ist erledigt. Denkbar ist auch ein Zusammenhang mit der Pfanne des Steinschlossgewehrs.
Themen: Menschen und VerhaltenEssen und Trinken
Siehe auch: Jemanden an den Pranger stellen Jemandem in den Rücken fallen
Etwas in rosigem Licht sehen
Redew.Eine Sache günstiger einschätzen, als sie ist.
Herkunft: Verwandt mit der rosaroten Brille. Rosa steht in beiden Wendungen für das Beschönigende.
Themen: FarbenMenschen und Verhalten
Siehe auch: Durch die rosarote Brille sehen
Redewendungen mit belegter Herkunft
Für jemanden die Hand ins Feuer legen
Redew.Sich uneingeschränkt für jemanden verbürgen.
Herkunft: Geht auf die römische Sage von Mucius Scaevola zurück, der seine Hand ins Feuer hielt, um seine Unerschrockenheit zu beweisen.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Jemandem sein Herz ausschütten
Für jemanden durchs Feuer gehen
Redew.Für jemanden jedes Risiko auf sich nehmen.
Herkunft: Das Bild geht auf die mittelalterlichen Feuerproben zurück, bei denen Unschuld durch das Bestehen einer Prüfung bewiesen werden sollte.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemandem das letzte Hemd geben
Für jemanden eine Lanze brechen
Redew.Sich öffentlich für jemanden oder etwas einsetzen.
Herkunft: Das Bild stammt vom ritterlichen Turnier, bei dem man stellvertretend für einen anderen antrat.
Das Herz auf der Zunge tragen
Redew.Alles aussprechen, was einen bewegt, ohne es zurückzuhalten.
Herkunft: Das Herz galt als Sitz der Empfindung. Wer es auf der Zunge trägt, spricht unmittelbar aus, was er fühlt. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und VerhaltenKörperSprache und Kommunikation
Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Kein Blatt vor den Mund nehmen Die Karten auf den Tisch legen
Ein Herz und eine Seele sein
Redew.Vollkommen einig und eng verbunden sein.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Apostelgeschichte des Neuen Testaments (Apostelgeschichte 4,32).
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Jemandem auf den Fersen sein
In den sauren Apfel beißen
Redew.Etwas Unangenehmes auf sich nehmen, weil es sich nicht vermeiden lässt.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der unreife Apfel steht für das Unangenehme, das man dennoch hinunterbringen muss.
Sich in die Nesseln setzen
Redew.Sich durch unbedachtes Verhalten Ärger einhandeln.
Herkunft: Brennnesseln verursachen sofortige, unangenehme Folgen. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und VerhaltenAlltag
Siehe auch: Das Kind mit dem Bade ausschütten Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern
Kurze Redewendungen
Jemandem goldene Brücken bauen
Redew.Jemandem den Rückzug leicht machen, ohne dass er sein Gesicht verliert.
Herkunft: Die Wendung geht auf eine antike Kriegsregel zurück, dem fliehenden Feind eine Brücke zu bauen, damit er abzieht statt verzweifelt zu kämpfen.
Themen: FarbenMenschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Kalte Füße bekommen
Die graue Eminenz
Redew.Jemand, der ohne offizielles Amt großen Einfluss ausübt.
Herkunft: Der Ausdruck bezeichnete ursprünglich den Kapuzinermönch François Leclerc du Tremblay, den grau gekleideten Vertrauten des Kardinals Richelieu.
Themen: FarbenMenschen und Verhalten
QuelleRichelieu
Grün vor Neid werden
Redew.Vor Missgunst kaum an sich halten können.
Herkunft: Die Säftelehre der antiken Medizin ordnete Gemütszustände Körperflüssigkeiten zu; die grüngelbe Galle stand für Missgunst und Zorn. Daher auch der Ausdruck, jemandem laufe die Galle über.
Themen: Menschen und VerhaltenFarben
Siehe auch: Jemandem nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnen
Sich die Haare raufen
Redew.Vor Ärger oder Ratlosigkeit nicht weiterwissen.
Herkunft: Das Ausreißen der Haare war in der Antike eine förmliche Trauergebärde und ist in dieser Bedeutung schon im Alten Testament bezeugt.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Sich schwarzärgern Sich in die Nesseln setzen Sich grün und blau ärgern
Hals über Kopf
Redew.Überstürzt und ohne jede Vorbereitung.
Herkunft: Die Wendung ist eine Verkürzung der älteren Fassung „über Hals und Kopf“ und beschreibt das kopfüber Stürzen. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: AlltagMenschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Sich Hals über Kopf verlieben
Die Hand aufhalten
Redew.Für eine Gefälligkeit Geld verlangen.
Herkunft: Die Geste des Bettelns und des Entgegennehmens. Im übertragenen Gebrauch schwingt der Vorwurf mit, dass eine Gefälligkeit nur gegen Bezahlung erfolgt.
Themen: GeldKörperMenschen und Verhalten
Hart am Wind segeln
Redew.Sich dicht an der Grenze des Erlaubten oder des Machbaren bewegen.
Herkunft: Bezeichnet in der Seefahrt den Kurs möglichst nah an die Windrichtung heran.
Themen: ArbeitMenschen und Verhalten
Siehe auch: Den Bock zum Gärtner machen Kopf und Kragen riskieren Das schlägt dem Fass den Boden aus
Sich ein Herz fassen
Redew.Die eigene Zurückhaltung überwinden und etwas wagen.
Herkunft: Das Herz galt als Sitz des Mutes. Wer es fasst, nimmt seinen Mut buchstäblich in die Hand. Belegt seit dem 16. Jahrhundert.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Alle Brücken hinter sich abbrechen
Jemandem den Hof machen
Redew.Um jemanden werben, betont aufmerksam auftreten.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Französischen, wo das höfische Werben um eine Dame so bezeichnet wurde.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Sich jemandem an den Hals werfen Jemandem schöne Augen machen Einen Korb bekommen
Sich die Hörner abstoßen
Redew.In jungen Jahren Erfahrungen sammeln und dabei über die Stränge schlagen.
Herkunft: Das Bild stammt vom Jungwild, dessen Geweih beim Fegen an Bäumen abgestoßen wird.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
In festen Händen sein
Redew.In einer festen Partnerschaft leben.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Rechtssprache, in der die Hand für Verfügungsgewalt und Bindung stand, wie auch beim Handschlag.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Sich in jemanden vergucken
Redew.Sich verlieben, meist leicht und ohne große Folgen.
Herkunft: Die Vorsilbe „ver“ bezeichnet hier wie in „versehen“ ein Zuviel: Wer sich verguckt, hat zu lange hingesehen.
Themen: LiebeKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Sich Hals über Kopf verlieben Jemandem den Kopf verdrehen Schmetterlinge im Bauch haben
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