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Redewendungen · Redewendungen nach Themen

Redewendungen über Sprache und Kommunikation

Reden, schweigen, andeuten, streiten: Wie miteinander gesprochen wird, hat einen eigenen großen Bildvorrat.

73 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 3

Bekannte Redewendungen

Redewendungen mit belegter Herkunft

  • Jemanden an den Pranger stellen

    Redew.

    Jemanden öffentlich bloßstellen.

    Herkunft: Der Pranger war bis ins 19. Jahrhundert ein Ort der öffentlichen Beschämung von Verurteilten.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemandem den Kopf waschen Jemanden in die Pfanne hauen Ein dickes Fell haben

  • Etwas an die große Glocke hängen

    Redew.

    Eine Angelegenheit weitererzählen, die besser vertraulich geblieben wäre.

    Herkunft: Die Glocke im Turm rief die Gemeinde zusammen, wenn etwas Wichtiges bekanntgegeben wurde.

  • Ein Buch mit sieben Siegeln sein

    Redew.

    Für jemanden vollkommen unverständlich sein.

    Herkunft: Das Bild stammt aus der Offenbarung des Johannes, in der ein versiegeltes Buch niemand öffnen kann.

    Themen: Alltag

    QuelleNeues Testament

  • Etwas durch die Blume sagen

    Redew.

    Eine unangenehme Aussage so verpacken, dass sie nicht direkt ausgesprochen wird.

    Herkunft: Die Blumensprache des 18. und 19. Jahrhunderts ordnete einzelnen Blüten feste Bedeutungen zu. Wer etwas durch die Blume sagte, überbrachte seine Botschaft, ohne sie auszusprechen.

    Themen: Alltag

    Siehe auch: Zwischen den Zeilen lesen

  • Für jemanden eine Lanze brechen

    Redew.

    Sich öffentlich für jemanden oder etwas einsetzen.

    Herkunft: Das Bild stammt vom ritterlichen Turnier, bei dem man stellvertretend für einen anderen antrat.

    Themen: Menschen und Verhalten

  • Das Herz auf der Zunge tragen

    Redew.

    Alles aussprechen, was einen bewegt, ohne es zurückzuhalten.

    Herkunft: Das Herz galt als Sitz der Empfindung. Wer es auf der Zunge trägt, spricht unmittelbar aus, was er fühlt. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: Menschen und VerhaltenKörper

    Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Kein Blatt vor den Mund nehmen Die Karten auf den Tisch legen

Kurze Redewendungen

  • Auf den Busch klopfen

    Redew.

    Vorsichtig etwas in Erfahrung bringen wollen.

    Herkunft: Ebenfalls aus der Jägersprache: Treiber schlugen ins Gebüsch, um zu sehen, ob Wild darin steckt.

    Themen: Menschen und Verhalten

  • Aus dem Nähkästchen plaudern

    Redew.

    Interna und private Einzelheiten preisgeben.

    Herkunft: Im Nähkästchen wurden nicht nur Garn und Nadeln aufbewahrt, sondern auch Briefe und kleine Andenken. Wer daraus plaudert, gibt Privates preis.

  • Jemandem einen Bären aufbinden

    Redew.

    Jemandem etwas Erfundenes so erzählen, dass er es glaubt.

    Herkunft: „Bär“ geht hier vermutlich auf ein älteres Wort für Last oder Abgabe zurück, nicht auf das Tier. Wer jemandem einen Bären aufbindet, lädt ihm eine Last auf, die er nicht bemerkt.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere

    Siehe auch: Ein Wolf im Schafspelz Das Blaue vom Himmel versprechen

  • Das Eis brechen

    Redew.

    Anfängliche Befangenheit zwischen Menschen auflösen.

    Herkunft: Das Bild stammt aus der Binnenschifffahrt: Vor der Zeit der Eisbrecher musste die Decke auf zugefrorenen Flüssen aufgebrochen werden, damit der Verkehr wieder in Gang kam. Wer das Eis bricht, macht den Weg für alle anderen frei.

    Themen: ErfolgMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemanden ins kalte Wasser werfen

  • Den Faden verlieren

    Redew.

    Beim Sprechen den Zusammenhang aus den Augen verlieren und nicht mehr weiterwissen.

    Herkunft: Das Bild geht auf den Ariadnefaden der griechischen Sage zurück, der den Weg aus dem Labyrinth wies.

    Themen: Alltag

    Siehe auch: Nicht auf den Mund gefallen sein

  • Die Fronten klären

    Redew.

    In einer Auseinandersetzung deutlich machen, wer wofür steht.

    Herkunft: Ebenfalls aus der Militärsprache. Geklärte Fronten sind solche, bei denen erkennbar ist, wo die Trennlinie verläuft.

    Themen: Menschen und Verhalten

  • Jemandem goldene Berge versprechen

    Redew.

    Große Zusagen machen, die sich nicht halten lassen.

    Herkunft: Die Wendung ist bereits in der römischen Literatur belegt, unter anderem bei Terenz, und spielt auf die sagenhaften Goldberge Persiens an.

    Themen: Geld

    QuelleTerenz

    Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Etwas in den schwärzesten Farben malen Den Mund zu voll nehmen

  • Jemandem goldene Brücken bauen

    Redew.

    Jemandem den Rückzug leicht machen, ohne dass er sein Gesicht verliert.

    Herkunft: Die Wendung geht auf eine antike Kriegsregel zurück, dem fliehenden Feind eine Brücke zu bauen, damit er abzieht statt verzweifelt zu kämpfen.

    Themen: FarbenMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Kalte Füße bekommen

  • Ein heißes Eisen anfassen

    Redew.

    Ein heikles Thema ansprechen, an das sich sonst niemand herantraut.

    Herkunft: Aus der Schmiede: Das glühende Eisen lässt sich nur mit der Zange greifen. Wer es dennoch anfasst, geht ein Risiko ein.

    Themen: Arbeit

  • Ins Schwarze treffen

    Redew.

    Mit einer Aussage oder Handlung genau richtig liegen oder ein Ziel genau erreichen.

    Herkunft: Die Wendung stammt vom Scheibenschießen: Der innerste Ring der Zielscheibe, der die volle Punktzahl bringt, war traditionell schwarz.

    Auch: Ins Schwarze getroffen

    Themen: ErfolgAlltag

    Siehe auch: Auf einen grünen Zweig kommen

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