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Redewendungen · Redewendungen nach Themen

Redewendungen über Sprache und Kommunikation

Reden, schweigen, andeuten, streiten: Wie miteinander gesprochen wird, hat einen eigenen großen Bildvorrat.

67 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 3

Bekannte Redewendungen

  • Jemanden auf den Arm nehmen

    Redew.

    Sich einen Spaß mit jemandem erlauben und ihn nicht ernst nehmen.

    Herkunft: Wer auf den Arm genommen wird, wird behandelt wie ein Kind und damit nicht ernst genommen.

    Themen: Menschen und VerhaltenKörper

    Siehe auch: Jemanden durch den Kakao ziehen Das Pulver nicht erfunden haben Einen Vogel haben

  • Etwas auf den Punkt bringen

    Redew.

    Einen Sachverhalt knapp und treffend zusammenfassen.

    Herkunft: Der Punkt ist hier der Zielpunkt, wie beim Zielen und beim Messen. Wer etwas auf den Punkt bringt, trifft genau.

    Themen: Erfolg

  • Jemandem auf den Zahn fühlen

    Redew.

    Jemanden gezielt ausfragen, um herauszufinden, was wirklich dahintersteckt.

    Herkunft: Aus der Heilkunde: Der Zahn wurde abgetastet, um Schäden zu finden. Wer jemandem auf den Zahn fühlt, sucht ebenso nach der Schwachstelle.

    Themen: Menschen und VerhaltenKörper

  • Jemandem etwas auf die Nase binden

    Redew.

    Jemandem etwas erzählen, das ihn nichts angeht; meist verneint gebraucht.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus der Sprache des Marktes und meint das Anhängen einer Ware oder Nachricht, die den anderen nichts angeht. Sie wird fast nur verneint gebraucht.

    Themen: Körper

    Siehe auch: Eine Leiche im Keller haben Die Katze aus dem Sack lassen

  • Aus einer Mücke einen Elefanten machen

    Redew.

    Eine Kleinigkeit maßlos aufbauschen.

    Herkunft: Der Gegensatz von kleinstem und größtem Tier ist ein altes rhetorisches Bild. Im Deutschen ist die Wendung seit dem 16. Jahrhundert belegt, das Motiv selbst geht auf die griechische Antike zurück.

    Themen: TiereMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Den Mund zu voll nehmen Das Blaue vom Himmel versprechen

  • Kein Blatt vor den Mund nehmen

    Redew.

    Ungeschminkt sagen, was man denkt.

    Herkunft: Wird auf die Bühnenpraxis zurückgeführt, bei der Schauspieler sich ein Blatt vor das Gesicht hielten, um Kritik anonym vortragen zu können.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Die Karten auf den Tisch legen Das Herz auf der Zunge tragen

  • Das Blaue vom Himmel versprechen

    Redew.

    Großzügige Zusagen machen, die sich unmöglich halten lassen.

    Herkunft: Blau steht in mehreren deutschen Wendungen für das Unerreichbare und für die Täuschung, so auch im blauen Dunst und in der blauen Blume der Romantik. Wer das Blaue vom Himmel verspricht, verspricht das, was niemand geben kann.

    Themen: FarbenMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Jemandem einen Bären aufbinden Den Mund zu voll nehmen

  • Da liegt der Hund begraben

    Redew.

    Das ist der eigentliche Grund für das Problem.

    Herkunft: Verbreitet ist die Erklärung, die Wendung gehe auf einen Grabstein für einen treuen Hund zurück. Sprachwissenschaftlich näher liegt eine Ableitung vom mittelhochdeutschen „hunde“ für Beute oder Schatz: Dort, wo der Schatz vergraben liegt, ist der entscheidende Punkt.

    Themen: AlltagTiere

    Siehe auch: Wissen, wo der Hase im Pfeffer liegt

  • Jemanden durch den Kakao ziehen

    Redew.

    Sich über jemanden lustig machen.

    Herkunft: Der Kakao steht hier verhüllend für einen derberen Ausdruck. Erich Kästner spielte in einem Gedicht ausdrücklich mit dieser Zweideutigkeit.

    Themen: Menschen und Verhalten

    QuelleErich Kästner

    Siehe auch: Jemanden auf den Arm nehmen Das Pulver nicht erfunden haben Einen Vogel haben

  • Jemandem einen Floh ins Ohr setzen

    Redew.

    Jemandem einen Gedanken einpflanzen, der ihn nicht mehr loslässt.

    Herkunft: Das Bild ist das eines Tieres im Ohr, das keine Ruhe lässt. Es gehört zu derselben Vorstellungswelt wie der Vogel im Kopf.

    Themen: TiereKörper

    Siehe auch: Der Hecht im Karpfenteich sein

  • Jemandem Honig ums Maul schmieren

    Redew.

    Jemandem übertrieben schmeicheln, um etwas zu erreichen.

    Herkunft: Die Wendung wird auf die Bärendressur zurückgeführt, bei der das Tier mit Honig gefügig gemacht wurde. Gesichert ist diese Herleitung nicht, das Bild vom süßen Reden ist aber alt.

    Auch: Jemandem Honig um den Bart schmieren

    Themen: Menschen und VerhaltenEssen und Trinken

  • Jemanden in den höchsten Tönen loben

    Redew.

    Jemanden überschwänglich loben.

    Herkunft: Aus der Musik: Die höchsten Töne sind die auffälligsten. Wer in ihnen lobt, übertreibt hörbar.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Den Mund zu voll nehmen Das Blaue vom Himmel versprechen Aus einer Mücke einen Elefanten machen

  • Jemandem etwas in den Mund legen

    Redew.

    Jemandem eine Äußerung zuschreiben, die er nicht getan hat.

    Herkunft: Aus der Bühnensprache: Der Autor legt der Figur Worte in den Mund. Übertragen ist es der Vorwurf, jemandem eine Äußerung zu unterstellen.

    Siehe auch: Jemandem das Wort im Munde umdrehen

  • Etwas in den Wind schlagen

    Redew.

    Eine Warnung oder einen Rat ohne Weiteres übergehen.

    Herkunft: Das Bild ist das des Wegwerfens in den Wind, der alles zerstreut. Es findet sich in ähnlicher Form bereits in der antiken Dichtung.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Etwas unter den Tisch fallen lassen

  • Das ist Schnee von gestern

    Redew.

    Eine Sache ist längst überholt und nicht mehr von Belang.

    Herkunft: Der Vergleich mit vergangenem Schnee für Verlorenes ist alt und findet sich unter anderem bei François Villon in der Frage nach dem Schnee des vergangenen Jahres.

    Auch: Schnee von gestern sein

    Themen: Alltag

    QuelleVillon

    Siehe auch: Eine Leiche im Keller haben

Redewendungen mit belegter Herkunft

  • Jemanden an den Pranger stellen

    Redew.

    Jemanden öffentlich bloßstellen.

    Herkunft: Der Pranger war bis ins 19. Jahrhundert ein Ort der öffentlichen Beschämung von Verurteilten.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemandem den Kopf waschen Jemanden in die Pfanne hauen Ein dickes Fell haben

  • Etwas an die große Glocke hängen

    Redew.

    Eine Angelegenheit weitererzählen, die besser vertraulich geblieben wäre.

    Herkunft: Die Glocke im Turm rief die Gemeinde zusammen, wenn etwas Wichtiges bekanntgegeben wurde.

  • Ein Buch mit sieben Siegeln sein

    Redew.

    Für jemanden vollkommen unverständlich sein.

    Herkunft: Das Bild stammt aus der Offenbarung des Johannes, in der ein versiegeltes Buch niemand öffnen kann.

    Themen: Alltag

    QuelleNeues Testament

  • Etwas durch die Blume sagen

    Redew.

    Eine unangenehme Aussage so verpacken, dass sie nicht direkt ausgesprochen wird.

    Herkunft: Die Blumensprache des 18. und 19. Jahrhunderts ordnete einzelnen Blüten feste Bedeutungen zu. Wer etwas durch die Blume sagte, überbrachte seine Botschaft, ohne sie auszusprechen.

    Themen: Alltag

    Siehe auch: Zwischen den Zeilen lesen

  • Für jemanden eine Lanze brechen

    Redew.

    Sich öffentlich für jemanden oder etwas einsetzen.

    Herkunft: Das Bild stammt vom ritterlichen Turnier, bei dem man stellvertretend für einen anderen antrat.

    Themen: Menschen und Verhalten

  • Das Herz auf der Zunge tragen

    Redew.

    Alles aussprechen, was einen bewegt, ohne es zurückzuhalten.

    Herkunft: Das Herz galt als Sitz der Empfindung. Wer es auf der Zunge trägt, spricht unmittelbar aus, was er fühlt. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: Menschen und VerhaltenKörper

    Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Kein Blatt vor den Mund nehmen Die Karten auf den Tisch legen

Kurze Redewendungen

  • Aus dem Nähkästchen plaudern

    Redew.

    Interna und private Einzelheiten preisgeben.

    Herkunft: Im Nähkästchen wurden nicht nur Garn und Nadeln aufbewahrt, sondern auch Briefe und kleine Andenken. Wer daraus plaudert, gibt Privates preis.

  • Jemandem einen Bären aufbinden

    Redew.

    Jemandem etwas Erfundenes so erzählen, dass er es glaubt.

    Herkunft: „Bär“ geht hier vermutlich auf ein älteres Wort für Last oder Abgabe zurück, nicht auf das Tier. Wer jemandem einen Bären aufbindet, lädt ihm eine Last auf, die er nicht bemerkt.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere

    Siehe auch: Ein Wolf im Schafspelz Das Blaue vom Himmel versprechen

  • Das Eis brechen

    Redew.

    Anfängliche Befangenheit zwischen Menschen auflösen.

    Herkunft: Das Bild stammt aus der Binnenschifffahrt: Vor der Zeit der Eisbrecher musste die Decke auf zugefrorenen Flüssen aufgebrochen werden, damit der Verkehr wieder in Gang kam. Wer das Eis bricht, macht den Weg für alle anderen frei.

    Themen: ErfolgMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemanden ins kalte Wasser werfen

  • Den Faden verlieren

    Redew.

    Beim Sprechen den Zusammenhang aus den Augen verlieren und nicht mehr weiterwissen.

    Herkunft: Das Bild geht auf den Ariadnefaden der griechischen Sage zurück, der den Weg aus dem Labyrinth wies.

    Themen: Alltag

    Siehe auch: Nicht auf den Mund gefallen sein

  • Die Fronten klären

    Redew.

    In einer Auseinandersetzung deutlich machen, wer wofür steht.

    Herkunft: Ebenfalls aus der Militärsprache. Geklärte Fronten sind solche, bei denen erkennbar ist, wo die Trennlinie verläuft.

    Themen: Menschen und Verhalten

  • Jemandem goldene Berge versprechen

    Redew.

    Große Zusagen machen, die sich nicht halten lassen.

    Herkunft: Die Wendung ist bereits in der römischen Literatur belegt, unter anderem bei Terenz, und spielt auf die sagenhaften Goldberge Persiens an.

    Themen: Geld

    QuelleTerenz

    Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Den Mund zu voll nehmen Das Blaue vom Himmel versprechen

  • Ein heißes Eisen anfassen

    Redew.

    Ein heikles Thema ansprechen, an das sich sonst niemand herantraut.

    Herkunft: Aus der Schmiede: Das glühende Eisen lässt sich nur mit der Zange greifen. Wer es dennoch anfasst, geht ein Risiko ein.

    Themen: Arbeit

  • Ins Fettnäpfchen treten

    Redew.

    Durch eine unbedachte Äußerung jemanden vor den Kopf stoßen.

    Herkunft: Vor Bauernstuben stand ein Napf mit Fett zum Einfetten der Schuhe. Wer hineintrat, verteilte das Fett auf der frisch gescheuerten Diele und verärgerte die Hausfrau.

    Themen: AlltagMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Sich wie ein Elefant im Porzellanladen benehmen

  • Ins Schwarze treffen

    Redew.

    Mit einer Aussage oder Handlung genau richtig liegen oder ein Ziel genau erreichen.

    Herkunft: Die Wendung stammt vom Scheibenschießen: Der innerste Ring der Zielscheibe, der die volle Punktzahl bringt, war traditionell schwarz.

    Auch: Ins Schwarze getroffen

    Themen: ErfolgAlltag

    Siehe auch: Auf einen grünen Zweig kommen

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