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A–Z-Verzeichnis

Redewendungen mit I

Hier können Sie alle redewendungen dieses Nachschlagewerks alphabetisch nachschlagen, deren Stichwort mit I beginnt. Sortiert wird wie im gedruckten Wörterbuch nach dem ersten inhaltstragenden Wort, Artikel bleiben unberücksichtigt.

24 Einträge mit Bedeutung

  • Etwas im Griff haben

    Redew.

    Eine Sache sicher beherrschen.

    Herkunft: Der Griff ist das Werkzeugteil, das man fasst. Wer eine Sache im Griff hat, führt sie so sicher wie ein vertrautes Gerät.

    Themen: ErfolgArbeitKörper

    Siehe auch: Etwas in den Griff bekommen Etwas aus dem Ärmel schütteln Etwas aus dem Effeff können

  • Etwas in den Griff bekommen

    Redew.

    Eine Sache, die außer Kontrolle geraten war, wieder beherrschen.

    Herkunft: Dieselbe Bildquelle wie beim Griff des Werkzeugs, hier auf den Vorgang bezogen: Eine Sache, die sich entzogen hatte, wird wieder fassbar.

    Themen: ArbeitErfolgKörper

    Siehe auch: Etwas im Griff haben Aus dem Ruder laufen

  • Jemanden in den höchsten Tönen loben

    Redew.

    Jemanden überschwänglich loben.

    Herkunft: Aus der Musik: Die höchsten Töne sind die auffälligsten. Wer in ihnen lobt, übertreibt hörbar.

    Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Den Mund zu voll nehmen Das Blaue vom Himmel versprechen Aus einer Mücke einen Elefanten machen

  • Jemandem etwas in den Mund legen

    Redew.

    Jemandem eine Äußerung zuschreiben, die er nicht getan hat.

    Herkunft: Aus der Bühnensprache: Der Autor legt der Figur Worte in den Mund. Übertragen ist es der Vorwurf, jemandem eine Äußerung zu unterstellen.

    Themen: Sprache und Kommunikation

    Siehe auch: Jemandem das Wort im Munde umdrehen

  • Jemandem in den Rücken fallen

    Redew.

    Jemanden hintergehen, auf dessen Unterstützung er gezählt hat.

    Herkunft: Aus der Kriegssprache: Der Angriff von hinten trifft den Ungeschützten und galt als besonders ehrlos.

    Themen: Menschen und VerhaltenKörper

    Siehe auch: Jemanden in die Pfanne hauen

  • Etwas in den Sand setzen

    Redew.

    Ein Vorhaben gründlich misslingen lassen, meist unter Verlust von Geld oder Ansehen.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Turnierreiten: Wer den Gegner traf, setzte ihn in den Sand der Bahn.

    Themen: ArbeitGlück und Pech

    Siehe auch: Auf der Strecke bleiben Sich an etwas die Zähne ausbeißen Ins Wasser fallen

  • In den sauren Apfel beißen

    Redew.

    Etwas Unangenehmes auf sich nehmen, weil es sich nicht vermeiden lässt.

    Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der unreife Apfel steht für das Unangenehme, das man dennoch hinunterbringen muss.

    Themen: AlltagEssen und TrinkenMenschen und Verhalten

  • In den Startlöchern stehen

    Redew.

    Vorbereitet sein und nur noch auf das Startsignal warten.

    Herkunft: Das Bild stammt aus der Leichtathletik, wo Sprinter vor Einführung der Startblöcke Löcher in die Aschenbahn gruben.

    Themen: ArbeitErfolg

  • Etwas in den Wind schlagen

    Redew.

    Eine Warnung oder einen Rat ohne Weiteres übergehen.

    Herkunft: Das Bild ist das des Wegwerfens in den Wind, der alles zerstreut. Es findet sich in ähnlicher Form bereits in der antiken Dichtung.

    Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Etwas unter den Tisch fallen lassen

  • In die Hände spucken

    Redew.

    Sich zur Arbeit bereitmachen und kräftig zupacken.

    Herkunft: Handwerker und Bauern spuckten in die Hände, um besseren Halt am Werkzeugstiel zu bekommen. Die Geste ging als Bild für den Arbeitsbeginn in die Sprache über.

    Themen: ArbeitKörper

    Siehe auch: Die Ärmel hochkrempeln

  • Sich in die Nesseln setzen

    Redew.

    Sich durch unbedachtes Verhalten Ärger einhandeln.

    Herkunft: Brennnesseln verursachen sofortige, unangenehme Folgen. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: Menschen und VerhaltenAlltag

    Siehe auch: Das Kind mit dem Bade ausschütten Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern

  • Jemanden in die Pfanne hauen

    Redew.

    Jemanden bloßstellen oder ihn absichtlich schlecht dastehen lassen.

    Herkunft: Die Wendung wird auf die Metzgersprache zurückgeführt: Was in die Pfanne kommt, ist erledigt. Denkbar ist auch ein Zusammenhang mit der Pfanne des Steinschlossgewehrs.

    Themen: Menschen und VerhaltenEssen und Trinken

    Siehe auch: Jemanden an den Pranger stellen Jemandem in den Rücken fallen

  • In Sack und Asche gehen

    Redew.

    Tiefe Reue zeigen und sie auch nach außen sichtbar machen.

    Herkunft: Sack und Asche waren im Alten Testament die äußeren Zeichen der Buße.

    Themen: Menschen und Verhalten

    QuelleAltes Testament

  • Etwas in trockene Tücher bringen

    Redew.

    Eine Angelegenheit endgültig und verbindlich regeln.

    Herkunft: Die Wendung wird auf das Wickeln von Säuglingen zurückgeführt, aber ebenso auf die Tuchmacherei, in der nasse Bahnen erst nach dem Trocknen verkäuflich waren. Beide Deutungen sind gebräuchlich, keine ist gesichert.

    Auch: Etwas unter Dach und Fach bringen · In trockenen Tüchern sein

    Themen: ErfolgArbeitGeld

    Siehe auch: Etwas unter Dach und Fach bringen Etwas vom Tisch haben

  • Ins Blaue fahren

    Redew.

    Ohne festes Ziel und ohne Plan losfahren, einfach der Nase nach.

    Herkunft: Blau steht in mehreren deutschen Wendungen für das Unbestimmte und Ferne, wie im blauen Dunst und im Blauen vom Himmel.

    Themen: FarbenAlltag

  • Ins Fettnäpfchen treten

    Redew.

    Durch eine unbedachte Äußerung jemanden vor den Kopf stoßen.

    Herkunft: Vor Bauernstuben stand ein Napf mit Fett zum Einfetten der Schuhe. Wer hineintrat, verteilte das Fett auf der frisch gescheuerten Diele und verärgerte die Hausfrau.

    Themen: AlltagMenschen und VerhaltenSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Sich wie ein Elefant im Porzellanladen benehmen

  • Ins Gras beißen

    Redew.

    Sterben, meist derb oder salopp gebraucht.

    Herkunft: Das Bild vom Gefallenen, der im Sterben ins Gras greift, findet sich schon in der antiken Dichtung.

    Themen: Glück und Pech

    Siehe auch: Sich die Radieschen von unten ansehen Den Löffel abgeben

  • Jemanden ins kalte Wasser werfen

    Redew.

    Jemanden ohne Vorbereitung in eine schwierige Aufgabe schicken.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Schwimmenlernen nach alter Methode, bei der der Anfänger ohne Vorbereitung ins Wasser gesetzt wurde.

    Auch: Ins kalte Wasser geworfen werden · Ins kalte Wasser springen

    Themen: ArbeitMenschen und VerhaltenAlltag

    Siehe auch: Das Eis brechen

  • Etwas ins Rollen bringen

    Redew.

    Einen Vorgang in Gang setzen, der dann von allein weiterläuft.

    Herkunft: Das Bild ist das eines angestoßenen Rades oder Steins, der von allein weiterläuft. Verwandt ist die Lawine, die losgetreten wird.

    Themen: ArbeitAlltagErfolg

  • Ins Schwarze treffen

    Redew.

    Mit einer Aussage oder Handlung genau richtig liegen oder ein Ziel genau erreichen.

    Herkunft: Die Wendung stammt vom Scheibenschießen: Der innerste Ring der Zielscheibe, der die volle Punktzahl bringt, war traditionell schwarz.

    Auch: Ins Schwarze getroffen

    Themen: ErfolgAlltagSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Auf einen grünen Zweig kommen

  • Ins Wasser fallen

    Redew.

    Nicht stattfinden, kurzfristig ausfallen oder ergebnislos enden.

    Herkunft: Was ins Wasser fällt, ist verloren und nicht wiederzubekommen. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.

    Themen: Glück und PechAlltag

    Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Baden gehen Auf der Strecke bleiben

  • Das ist mir Wurst

    Redew.

    Das ist mir völlig gleichgültig, das spielt für mich keine Rolle.

    Herkunft: Für die Wendung wird die Erklärung angeführt, bei der Wurst sei gleichgültig, an welchem Ende man sie anschneidet, weil beide Enden gleich aussehen. Belegt ist das nicht. Die Wurst steht in vielen deutschen Redensarten schlicht für das Alltägliche und Beliebige.

    Auch: Das ist mir wurscht

    Themen: Essen und TrinkenAlltag

  • Das ist nicht mein Bier

    Redew.

    Dafür bin ich nicht zuständig.

    Herkunft: Die Wendung wird auf die Zeit zurückgeführt, in der Bier in Wirtshäusern namentlich zugeordnet wurde. Sicher belegt ist diese Erklärung nicht; möglich ist auch eine Ableitung vom französischen „affaire“, das mundartlich als „bier“ erscheint.

    Themen: AlltagEssen und TrinkenArbeit

  • Das ist Schnee von gestern

    Redew.

    Eine Sache ist längst überholt und nicht mehr von Belang.

    Herkunft: Der Vergleich mit vergangenem Schnee für Verlorenes ist alt und findet sich unter anderem bei François Villon in der Frage nach dem Schnee des vergangenen Jahres.

    Auch: Schnee von gestern sein

    Themen: AlltagSprache und Kommunikation

    QuelleVillon

    Siehe auch: Eine Leiche im Keller haben