Redewendungen · Redewendungen nach Themen
Redewendungen über Arbeit, Seite 3
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Bekannte Redewendungen
Etwas unter den Tisch fallen lassen
Redew.Einen Punkt bewusst übergehen und nicht weiter behandeln.
Herkunft: Was unter den Tisch fällt, wird nicht mehr aufgehoben. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Auch: Unter den Tisch fallen
Themen: AlltagSprache und KommunikationArbeit
Siehe auch: Etwas in den Wind schlagen
Jemandem unter die Arme greifen
Redew.Jemandem in einer schwierigen Lage helfen.
Herkunft: Die Geste des Stützens, mit der man einen Stürzenden oder Erschöpften aufrecht hält.
Themen: Menschen und VerhaltenKörperArbeit
Siehe auch: Jemandem den Rücken stärken Jemandem einen Bärendienst erweisen
Redewendungen mit belegter Herkunft
Etwas schwarz auf weiß haben
Redew.Etwas schriftlich und damit belegbar vorliegen haben.
Herkunft: Schwarze Tinte auf weißem Papier. Die Wendung wurde durch Goethes „Faust“ zusätzlich bekannt, wo Mephisto dem Schüler rät, alles Gesagte nach Hause zu tragen.
QuelleGoethe
Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben
Redew.Ein Übel durch ein Mittel bekämpfen, das ebenso schlimm ist.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Lukasevangelium, wo Jesus vorgeworfen wird, er treibe Dämonen mit Hilfe ihres Obersten aus.
Themen: Menschen und VerhaltenArbeit
Siehe auch: Alle Register ziehen
Etwas unter Dach und Fach bringen
Redew.Eine Sache zum Abschluss bringen und damit absichern.
Herkunft: Stammt aus dem Fachwerkbau: „Fach“ bezeichnet das Feld zwischen den Balken, und erst mit Dach und geschlossenen Fächern war ein Haus fertig.
Siehe auch: Etwas in trockene Tücher bringen Etwas vom Tisch haben
Etwas unter einen Hut bringen
Redew.Verschiedene Interessen, Termine oder Anforderungen miteinander vereinbaren.
Herkunft: Der Hut war Zeichen der Rechtsgewalt: Wer unter einem Hut stand, unterstand derselben Herrschaft. Bei Eheschließungen wurden die Beteiligten sinnbildlich unter einen Hut gebracht.
Kurze Redewendungen
Pi mal Daumen
Redew.Grob geschätzt, ohne genaue Berechnung.
Herkunft: Die Wendung verbindet die Kreiszahl mit dem Daumensprung, einem alten Verfahren zum groben Schätzen von Entfernungen. Sie ist erst im 20. Jahrhundert entstanden.
Auch: Über den Daumen gepeilt
Pleite gehen
Redew.Zahlungsunfähig werden und den Betrieb oder die eigenen Finanzen nicht mehr aufrechterhalten können.
Herkunft: „Pleite“ geht über das Rotwelsche auf das jiddische Wort für Flucht zurück; gemeint war ursprünglich der Schuldner, der sich davonmachte.
Rote Zahlen schreiben
Redew.Verluste machen, also mehr ausgeben als einnehmen.
Herkunft: In der kaufmännischen Buchführung wurden Fehlbeträge traditionell in roter Tinte eingetragen, um sie hervorzuheben.
Siehe auch: Ein Fass ohne Boden
Jemandem den Rücken stärken
Redew.Jemandem Rückhalt geben, damit er sich behaupten kann.
Herkunft: Der Rücken steht für die Fähigkeit, eine Last zu tragen und aufrecht zu bleiben. Wer ihn stärkt, gibt Rückhalt.
Themen: Menschen und VerhaltenKörperArbeit
Siehe auch: Jemandem unter die Arme greifen
Das Ruder herumreißen
Redew.Eine bereits schlecht laufende Sache im letzten Moment noch zum Guten wenden.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Seefahrt.
Siehe auch: Den Karren aus dem Dreck ziehen Den Durchbruch schaffen Die Kurve kriegen
Die Segel streichen
Redew.Einen Widerstand aufgeben und sich geschlagen geben.
Herkunft: Das Einholen der Segel war in der Seefahrt das Zeichen der Kapitulation.
Themen: Glück und PechArbeit
Siehe auch: Die Waffen strecken Das Handtuch werfen Die Flinte ins Korn werfen
Sein Pulver verschossen haben
Redew.Alle Mittel oder Argumente aufgebraucht haben.
Herkunft: Aus der Militärsprache: Ohne Pulver ist die Waffe nutzlos, gleichgültig wie gut die Stellung ist.
Eine Sisyphusarbeit
Redew.Eine Mühe, die nie zu einem Ergebnis führt und immer wieder von vorn beginnt.
Herkunft: Sisyphus muss in der griechischen Sage zur Strafe einen Felsblock bergauf wälzen, der kurz vor dem Gipfel stets zurückrollt.
Themen: ArbeitGlück und Pech
Siehe auch: Eulen nach Athen tragen
Sich die Sporen verdienen
Redew.Sich zum ersten Mal bewähren und dadurch Anerkennung erwerben.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Rittertum: Der Ritterschlag war mit dem Anlegen goldener Sporen verbunden.
Siehe auch: Das Pferd von hinten aufzäumen
Die Stellung halten
Redew.An Ort und Stelle bleiben und weitermachen, während andere fehlen.
Herkunft: Militärische Fachsprache: Eine Stellung zu halten heißt, den zugewiesenen Ort nicht aufzugeben. Im Alltag hat sich der Ausdruck abgeschwächt zum Aushalten in Vertretung.
Themen: ArbeitMenschen und Verhalten
Siehe auch: Am Ball bleiben
Den Ton angeben
Redew.In einer Gruppe bestimmen, wo es langgeht.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Musik, wo vor dem Spiel ein Ton zum Stimmen vorgegeben wird.
Themen: Menschen und VerhaltenArbeitSprache und Kommunikation
Siehe auch: Die erste Geige spielen
Den Trumpf ausspielen
Redew.Den entscheidenden Vorteil im richtigen Moment einsetzen.
Herkunft: „Trumpf“ geht auf das lateinische „triumphus“ zurück und bezeichnet im Kartenspiel die Farbe, die alle anderen sticht.
Siehe auch: Seine Schäfchen ins Trockene bringen Es geht um die Wurst Alles auf eine Karte setzen
Über die Bühne gehen
Redew.Wie geplant ablaufen und abgeschlossen werden.
Herkunft: Aus der Theatersprache: Ein Stück geht über die Bühne, also von Anfang bis Ende. Im Alltag ist daraus die Abwicklung eines Vorgangs geworden.
Etwas vom Tisch haben
Redew.Eine Angelegenheit endgültig erledigt haben.
Herkunft: Der Tisch ist der Verhandlungstisch. Was von ihm verschwindet, ist abschließend geregelt und muss nicht wieder aufgerufen werden.
Auch: Etwas ist vom Tisch
Siehe auch: Etwas unter Dach und Fach bringen Etwas in trockene Tücher bringen
Die Waffen strecken
Redew.Den Widerstand aufgeben und sich dem Gegner geschlagen geben.
Herkunft: Das Ablegen der Waffen war das förmliche Zeichen der Kapitulation.
Themen: Glück und PechArbeit
Siehe auch: Die Segel streichen Das Handtuch werfen Die Flinte ins Korn werfen
Einen Zahn zulegen
Redew.Das Tempo deutlich erhöhen, um noch rechtzeitig fertig zu werden.
Herkunft: Der Zahn ist die Kerbe am Zahnstangenhalter über dem offenen Herdfeuer, an der ein Kessel höher oder tiefer gehängt wurde.
Siehe auch: Auf Hochtouren laufen
Etwas zu Geld machen
Redew.Einen Besitz verkaufen, um an Bargeld zu kommen.
Herkunft: Die ältere Fassung „versilbern“ verweist auf die Zeit, in der Silbermünzen das übliche Zahlungsmittel waren.
Auch: Etwas versilbern
Jemanden zur Kasse bitten
Redew.Jemanden zum Bezahlen auffordern, meist für etwas, das er nicht freiwillig zahlen würde.
Herkunft: Aus der Sprache des Handels: Die Kasse war der Ort, an dem abgerechnet wurde. Als übertragene Wendung seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Die zweite Geige spielen
Redew.In einer Gruppe nur die untergeordnete Rolle haben.
Herkunft: Das Gegenstück zur ersten Geige, die im Orchester die Führung hat.
Themen: Menschen und VerhaltenArbeit
Siehe auch: Die erste Geige spielen
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