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A–Z-Verzeichnis

Redewendungen mit B

Hier können Sie alle redewendungen dieses Nachschlagewerks alphabetisch nachschlagen, deren Stichwort mit B beginnt. Sortiert wird wie im gedruckten Wörterbuch nach dem ersten inhaltstragenden Wort, Artikel bleiben unberücksichtigt.

17 Einträge mit Bedeutung

  • Baden gehen

    Redew.

    Mit einem Vorhaben deutlich scheitern.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus der Sprache des Ringkampfs und des Turnens, wo das Fallen ins Wasser als Bild für das Scheitern diente. Sie ist im 19. Jahrhundert in die Alltagssprache übergegangen.

    Themen: Glück und PechErfolg

    Siehe auch: Auf einen grünen Zweig kommen Auf der Strecke bleiben Ins Wasser fallen

  • Jemandem einen Bären aufbinden

    Redew.

    Jemandem etwas Erfundenes so erzählen, dass er es glaubt.

    Herkunft: „Bär“ geht hier vermutlich auf ein älteres Wort für Last oder Abgabe zurück, nicht auf das Tier. Wer jemandem einen Bären aufbindet, lädt ihm eine Last auf, die er nicht bemerkt.

    Themen: Menschen und VerhaltenSprache und KommunikationTiere

    Siehe auch: Ein Wolf im Schafspelz Das Blaue vom Himmel versprechen

  • Jemandem einen Bärendienst erweisen

    Redew.

    In guter Absicht helfen und damit alles schlimmer machen.

    Jean de La Fontainefranzösischer Fabeldichter, 1621 bis 1695

    Herkunft: Geht auf eine Fabel von La Fontaine zurück, in der ein Bär seinem schlafenden Herrn eine Fliege mit einem Stein von der Stirn schlägt.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere

    QuelleLa Fontaine

    Siehe auch: Jemandem unter die Arme greifen

  • Einen Bärenhunger haben

    Redew.

    Sehr großen Hunger haben, wie nach langer körperlicher Arbeit.

    Herkunft: Der Bär dient in mehreren deutschen Wortbildungen als Verstärkung, etwa bei Bärenkräften und Bärenhitze.

    Themen: Essen und TrinkenTiere

  • Bei jemandem in der Kreide stehen

    Redew.

    Bei jemandem Schulden haben, meist über einen längeren Zeitraum angewachsen.

    Herkunft: Wirte notierten offene Zechen früher mit Kreide auf einer Tafel.

    Themen: Geld

    Siehe auch: Etwas auf dem Kerbholz haben Auf Pump leben

  • Sich kein Bein ausreißen

    Redew.

    Sich sichtlich wenig Mühe geben.

    Herkunft: Die verneinte Fassung ist die gebräuchliche: Wer sich kein Bein ausreißt, strengt sich erkennbar nicht an.

    Auch: Sich ein Bein ausreißen

    Themen: ArbeitMenschen und VerhaltenKörper

  • Berge versetzen

    Redew.

    Außergewöhnlich Schwieriges bewirken.

    Herkunft: Die Wendung geht auf das Neue Testament zurück (1. Korinther 13,2).

    Themen: ErfolgMenschen und Verhalten

    QuelleNeues Testament

  • Bis in die Puppen

    Redew.

    Sehr lange, meist bis tief in die Nacht.

    Herkunft: Die Wendung geht auf den Berliner Tiergarten zurück, wo am Großen Stern Standbilder aufgestellt waren, die im Volksmund Puppen hießen. Der Weg dorthin galt als weit.

    Themen: AlltagMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Die Sau rauslassen

  • Bis über beide Ohren verliebt sein

    Redew.

    So stark verliebt sein, dass man an kaum etwas anderes mehr denken kann.

    Herkunft: Die Ohren markieren in mehreren deutschen Wendungen die obere Grenze des Menschen. Wer bis über beide Ohren in etwas steckt, ist vollständig darin versunken; dieselbe Fassung gibt es auch für Schulden und Arbeit.

    Themen: LiebeKörper

    Siehe auch: Sich in jemanden vergucken Sich Hals über Kopf verlieben Schmetterlinge im Bauch haben

  • Kein Blatt vor den Mund nehmen

    Redew.

    Ungeschminkt sagen, was man denkt.

    Herkunft: Wird auf die Bühnenpraxis zurückgeführt, bei der Schauspieler sich ein Blatt vor das Gesicht hielten, um Kritik anonym vortragen zu können.

    Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Die Karten auf den Tisch legen Das Herz auf der Zunge tragen

  • Das Blaue vom Himmel versprechen

    Redew.

    Großzügige Zusagen machen, die sich unmöglich halten lassen.

    Herkunft: Blau steht in mehreren deutschen Wendungen für das Unerreichbare und für die Täuschung, so auch im blauen Dunst und in der blauen Blume der Romantik. Wer das Blaue vom Himmel verspricht, verspricht das, was niemand geben kann.

    Themen: Sprache und KommunikationFarbenMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Jemandem einen Bären aufbinden Etwas in den schwärzesten Farben malen

  • Blaues Blut haben

    Redew.

    Von adliger Abstammung sein, meist leicht spöttisch gebraucht.

    Herkunft: Der Ausdruck stammt aus dem Spanischen und bezog sich auf die hellhäutigen Adligen, bei denen die Venen bläulich durchschienen, im Gegensatz zu den sonnengebräunten Landarbeitern.

    Themen: FarbenMenschen und Verhalten

  • Blaumachen

    Redew.

    Unentschuldigt der Arbeit oder Schule fernbleiben.

    Herkunft: Erklärt wird die Wendung über den „blauen Montag“ der Färber, an dem die mit Färberwaid gefärbten Stoffe an der Luft nachoxidieren mussten und nicht gearbeitet werden konnte. Belegt ist diese Herleitung nicht.

    Themen: FarbenArbeit

    Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Das Pferd von hinten aufzäumen

  • Den Bock zum Gärtner machen

    Redew.

    Ausgerechnet demjenigen eine Aufgabe übertragen, der dafür am wenigsten geeignet ist.

    Herkunft: Ziegenböcke fressen mit Vorliebe junge Triebe und richten in einem Garten in kurzer Zeit großen Schaden an. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: ArbeitTiereMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Hart am Wind segeln Kopf und Kragen riskieren Die Katze im Sack kaufen

  • Den Braten riechen

    Redew.

    Rechtzeitig merken, dass etwas im Gange ist, das einem nicht passt.

    Herkunft: Wer den Braten riecht, bemerkt schon am Geruch, was in der Küche vorgeht, bevor aufgetragen wird. Die Wendung wird auf eine Fabel zurückgeführt, in der ein Bauer einen Gast mit Kohl statt mit Fleisch bewirtet.

    Themen: Menschen und VerhaltenEssen und Trinken

  • Ein Buch mit sieben Siegeln sein

    Redew.

    Für jemanden vollkommen unverständlich sein.

    Herkunft: Das Bild stammt aus der Offenbarung des Johannes, in der ein versiegeltes Buch niemand öffnen kann.

    Themen: AlltagSprache und Kommunikation

    QuelleNeues Testament

  • Jemandem die Butter vom Brot nehmen

    Redew.

    Jemanden um seinen Anteil oder Vorteil bringen.

    Herkunft: Butter auf dem Brot war lange keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Zeichen von Wohlstand. Wer sie wegnimmt, nimmt das Beste an der Sache.

    Auch: Sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen

    Themen: Essen und TrinkenMenschen und VerhaltenGeld

    Siehe auch: Sich auf die Hinterbeine stellen