Redewendungen · Redewendungen nach Themen
Redewendungen über Sprache und Kommunikation, Seite 2
67 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 2 von 3
Bekannte Redewendungen
Die Katze aus dem Sack lassen
Redew.Etwas preisgeben, das man bis dahin bewusst zurückgehalten hat.
Herkunft: Die Wendung wird auf einen alten Markttrick zurückgeführt, bei dem statt eines Ferkels eine Katze im zugebundenen Sack verkauft wurde. Sobald der Sack geöffnet war, flog der Betrug auf.
Auch: Die Katze ist aus dem Sack.
Themen: AlltagSprache und KommunikationTiere
Siehe auch: Jemandem etwas auf die Nase binden Eine Leiche im Keller haben
Die Kirche im Dorf lassen
Redew.Nicht übertreiben und die Verhältnismäßigkeit wahren.
Herkunft: Die Wendung geht auf Prozessionen zurück, die aus Ehrgeiz immer weiter über die Dorfgrenzen hinaus ausgedehnt wurden. Wer die Kirche im Dorf lässt, verzichtet auf diesen Aufwand und bleibt beim Angemessenen.
Das letzte Wort haben wollen
Redew.In jeder Auseinandersetzung recht behalten wollen.
Herkunft: Aus der Gerichtssprache: Dem Angeklagten steht das letzte Wort zu. Im Alltag hat sich der Ausdruck zum Vorwurf der Rechthaberei gewandelt.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Öl ins Feuer gießen
Jemanden mit ins Boot holen
Redew.Jemanden an einem Vorhaben beteiligen und für die Sache gewinnen.
Herkunft: Aus der Seefahrt: Wer an Bord genommen wird, teilt von da an das Schicksal der Mannschaft.
Themen: ArbeitSprache und Kommunikation
Mit jemandem ein Hühnchen rupfen
Redew.Eine offene Rechnung mit jemandem begleichen wollen.
Herkunft: Das gemeinsame Rupfen eines Huhns war eine mühsame Arbeit, bei der man Zeit für ein klärendes Gespräch hatte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiereSprache und Kommunikation
Den Mund zu voll nehmen
Redew.Mehr versprechen, als man einlösen kann.
Herkunft: Wer den Mund zu voll nimmt, kann nicht mehr sprechen und nicht mehr schlucken. Das Bild überträgt die Überforderung auf die Ankündigung.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Das Blaue vom Himmel versprechen Aus einer Mücke einen Elefanten machen
Den Nagel auf den Kopf treffen
Redew.Mit einer Äußerung genau den entscheidenden Punkt benennen.
Herkunft: Das Bild stammt vom Handwerk: Nur wer den Nagelkopf mittig trifft, treibt ihn gerade ins Holz.
Ohne Punkt und Komma reden
Redew.Pausenlos und ohne Unterbrechung reden.
Herkunft: Aus der Schriftsprache: Ohne Satzzeichen gibt es keine Pause. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: Sprache und KommunikationAlltag
Das Pulver nicht erfunden haben
Redew.Nicht besonders klug sein; abschätzig über jemanden gesagt.
Herkunft: Bezieht sich auf das Schwarzpulver, dessen Erfindung als herausragende Leistung galt.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Jemanden durch den Kakao ziehen Jemanden auf den Arm nehmen Einen Vogel haben
Den Teufel an die Wand malen
Redew.Das Schlimmste heraufbeschwören, indem man davon spricht.
Herkunft: Der Volksglaube hielt es für gefährlich, Unheil beim Namen zu nennen oder abzubilden, weil man es dadurch herbeirufe. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Den Kopf in den Sand stecken Das Herz rutscht in die Hose
Etwas unter den Tisch fallen lassen
Redew.Einen Punkt bewusst übergehen und nicht weiter behandeln.
Herkunft: Was unter den Tisch fällt, wird nicht mehr aufgehoben. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Auch: Unter den Tisch fallen
Themen: AlltagSprache und KommunikationArbeit
Siehe auch: Etwas in den Wind schlagen
Redewendungen mit belegter Herkunft
Die Karten auf den Tisch legen
Redew.Die eigenen Absichten offenlegen, statt sie weiter zu verbergen.
Herkunft: Das Bild stammt vom Kartenspiel, bei dem das Aufdecken das Blatt für alle sichtbar macht.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Kein Blatt vor den Mund nehmen Das Herz auf der Zunge tragen
Eine Leiche im Keller haben
Redew.Etwas Belastendes aus der Vergangenheit verbergen.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo vom Skelett im Schrank die Rede ist. Im Deutschen ist die Wendung seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitet.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Jemandem etwas auf die Nase binden Die Katze aus dem Sack lassen Das ist Schnee von gestern
Nicht auf den Mund gefallen sein
Redew.Schlagfertig sein und immer eine Antwort parat haben.
Herkunft: Wer auf den Mund fällt, kann nicht sprechen. Die verneinte Fassung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert als Lob der Schlagfertigkeit belegt.
Themen: Sprache und KommunikationKörper
Siehe auch: Den Faden verlieren
Sein Fähnchen nach dem Wind hängen
Redew.Die eigene Meinung stets der gerade herrschenden Stimmung anpassen.
Herkunft: Die Wetterfahne dreht sich stets in die Windrichtung. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Den Mantel nach dem Wind hängen
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Den Mantel nach dem Wind hängen Mit den Wölfen heulen
Den Stab über jemanden brechen
Redew.Jemanden endgültig verurteilen und ihm keine Chance mehr geben.
Herkunft: Beim Todesurteil zerbrach der Richter einen Stab über dem Verurteilten und warf ihm die Stücke vor die Füße.
Um den heißen Brei herumreden
Redew.Nicht zum eigentlichen Punkt kommen, weil er unangenehm ist.
Herkunft: Der heiße Brei war die alltägliche Speise, die man erst am Rand essen konnte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Jemandem den Wind aus den Segeln nehmen
Redew.Einem Gegenüber die Grundlage seiner Argumentation entziehen, bevor er sie vorbringen kann.
Herkunft: Ein Schiff, das sich in Luv legte, nahm dem Gegner buchstäblich den Wind.
Kurze Redewendungen
Jemandem den Kopf waschen
Redew.Jemanden deutlich zurechtweisen.
Herkunft: Das Bild ist das der kräftigen Kopfwäsche, die als unangenehm empfunden wurde. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Sprache und KommunikationKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden an den Pranger stellen Jemandem die Leviten lesen Ein dickes Fell haben
Kreide fressen
Redew.Sich betont sanft und freundlich geben, obwohl man anderes im Sinn hat.
Herkunft: Die Wendung spielt auf das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein an, in dem der Wolf Kreide frisst, um seine Stimme sanfter klingen zu lassen.
Jemandem die Leviten lesen
Redew.Jemanden nachdrücklich zurechtweisen.
Herkunft: Bezieht sich auf das dritte Buch Mose, das Levitikus, aus dem in Klöstern zur Ermahnung vorgelesen wurde.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Jemandem den Kopf waschen Sich etwas hinter die Ohren schreiben
Mit offenen Karten spielen
Redew.Die eigenen Absichten offenlegen, statt zu taktieren.
Herkunft: Aus dem Kartenspiel: Wer sein Blatt aufdeckt, gibt seine Möglichkeiten preis und verzichtet auf Täuschung.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Kein Blatt vor den Mund nehmen Die Karten auf den Tisch legen Das Herz auf der Zunge tragen
Offene Türen einrennen
Redew.Sich für etwas einsetzen, das ohnehin schon alle befürworten.
Herkunft: Aus der Belagerungssprache: Ein Tor mit dem Rammbock aufzubrechen, das ohnehin offen steht, ist verschwendete Mühe.
Themen: Sprache und KommunikationArbeit
Öl ins Feuer gießen
Redew.Einen Konflikt durch eine unbedachte Äußerung noch verschärfen.
Horazrömischer Dichter, 65 bis 8 v. Chr.
Herkunft: Das Bild ist bereits in der römischen Literatur belegt, unter anderem bei Horaz.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
QuelleHoraz
Siehe auch: Das letzte Wort haben wollen Das Fass zum Überlaufen bringen
Jemandem reinen Wein einschenken
Redew.Jemandem die unangenehme Wahrheit sagen.
Herkunft: Das Bild spielt auf das früher übliche Verdünnen und Panschen von Wein an: Reiner Wein ist der unverfälschte.
Themen: Sprache und KommunikationEssen und Trinken
Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Kein Blatt vor den Mund nehmen Die Karten auf den Tisch legen
Der rote Faden
Redew.Der durchgehende Leitgedanke, der eine Sache zusammenhält.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Die Wendung wurde durch Goethes „Wahlverwandtschaften“ populär, wo er auf den roten Faden in den Tauen der englischen Marine verweist.
Themen: FarbenSprache und Kommunikation
QuelleGoethe
Seinen Senf dazugeben
Redew.Ungefragt seine Meinung äußern.
Herkunft: Verwiesen wird auf Gastwirte, die früher zu jedem Gericht Senf servierten, ob er dazu passte oder nicht.
Tacheles reden
Redew.Ohne Umschweife und in aller Deutlichkeit zur Sache kommen.
Herkunft: Das Wort geht über das Jiddische auf hebräisch „tachlit“ für Zweck oder Ziel zurück.
Den Ton angeben
Redew.In einer Gruppe bestimmen, wo es langgeht.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Musik, wo vor dem Spiel ein Ton zum Stimmen vorgegeben wird.
Themen: Menschen und VerhaltenArbeitSprache und Kommunikation
Siehe auch: Die erste Geige spielen
Ein Wolf im Schafspelz
Redew.Jemand, der harmlos auftritt und in Wirklichkeit gefährlich ist.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Neuen Testament (Matthäus 7,15).
Themen: Menschen und VerhaltenTiereSprache und Kommunikation
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Jemandem einen Bären aufbinden
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