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Redewendungen mit H
Hier können Sie alle redewendungen dieses Nachschlagewerks alphabetisch nachschlagen, deren Stichwort mit H beginnt. Sortiert wird wie im gedruckten Wörterbuch nach dem ersten inhaltstragenden Wort, Artikel bleiben unberücksichtigt.
15 Einträge mit Bedeutung
Ein Haar in der Suppe finden
Redew.An einer im Grunde guten Sache unbedingt etwas auszusetzen haben.
Herkunft: Ein einzelnes Haar verdirbt eine ganze Mahlzeit, obwohl es nichts am Geschmack ändert. Genau darin liegt der Vorwurf an den Nörgler.
Themen: Menschen und VerhaltenEssen und Trinken
Siehe auch: Jemanden an den Pranger stellen Jemandem den Kopf waschen Ein dickes Fell haben
Sich die Haare raufen
Redew.Vor Ärger oder Ratlosigkeit nicht weiterwissen.
Herkunft: Das Ausreißen der Haare war in der Antike eine förmliche Trauergebärde und ist in dieser Bedeutung schon im Alten Testament bezeugt.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Sich schwarzärgern Sich in die Nesseln setzen Sich grün und blau ärgern
Hals über Kopf
Redew.Überstürzt und ohne jede Vorbereitung.
Herkunft: Die Wendung ist eine Verkürzung der älteren Fassung „über Hals und Kopf“ und beschreibt das kopfüber Stürzen. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Die Hand aufhalten
Redew.Für eine Gefälligkeit Geld verlangen.
Herkunft: Die Geste des Bettelns und des Entgegennehmens. Im übertragenen Gebrauch schwingt der Vorwurf mit, dass eine Gefälligkeit nur gegen Bezahlung erfolgt.
Themen: GeldKörperMenschen und Verhalten
Das Handtuch werfen
Redew.Aufgeben und eine Sache vorzeitig beenden.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Boxsport: Der Betreuer wirft ein Handtuch in den Ring, um den Kampf für seinen Boxer zu beenden.
Themen: AlltagGlück und PechArbeit
Siehe auch: Die Waffen strecken Die Segel streichen Die Flinte ins Korn werfen
Hart am Wind segeln
Redew.Sich dicht an der Grenze des Erlaubten oder des Machbaren bewegen.
Herkunft: Bezeichnet in der Seefahrt den Kurs möglichst nah an die Windrichtung heran.
Themen: ArbeitMenschen und Verhalten
Siehe auch: Den Bock zum Gärtner machen Kopf und Kragen riskieren Alles auf eine Karte setzen
Der Hecht im Karpfenteich sein
Redew.Jemand sein, der in eine träge oder eingespielte Gruppe Bewegung, Unruhe und Konkurrenzdruck bringt.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Teichwirtschaft: Ein eingesetzter Raubfisch hält die Karpfen in Bewegung und soll so ihre Kondition verbessern.
Auch: Ein Hecht im Karpfenteich
Themen: Menschen und VerhaltenTiereArbeit
Siehe auch: Jemandem einen Floh ins Ohr setzen
Ein heißes Eisen anfassen
Redew.Ein heikles Thema ansprechen, an das sich sonst niemand herantraut.
Herkunft: Aus der Schmiede: Das glühende Eisen lässt sich nur mit der Zange greifen. Wer es dennoch anfasst, geht ein Risiko ein.
Themen: Sprache und KommunikationArbeit
Das Herz auf der Zunge tragen
Redew.Alles aussprechen, was einen bewegt, ohne es zurückzuhalten.
Herkunft: Das Herz galt als Sitz der Empfindung. Wer es auf der Zunge trägt, spricht unmittelbar aus, was er fühlt. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und VerhaltenKörperSprache und Kommunikation
Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Kein Blatt vor den Mund nehmen Die Karten auf den Tisch legen
Jemandem das Herz brechen
Redew.Jemanden zutiefst enttäuschen, meist durch das Ende einer Beziehung.
Herkunft: Das Herz als Sitz der Empfindung ist ein antikes Bild. Die Vorstellung, heftiger Kummer könne es zerbrechen, findet sich bereits in den Psalmen des Alten Testaments.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Jemandem den Laufpass geben
Sich ein Herz fassen
Redew.Die eigene Zurückhaltung überwinden und etwas wagen.
Herkunft: Das Herz galt als Sitz des Mutes. Wer es fasst, nimmt seinen Mut buchstäblich in die Hand. Belegt seit dem 16. Jahrhundert.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Alle Brücken hinter sich abbrechen
Das Herz rutscht in die Hose
Redew.Vor Angst plötzlich den Mut verlieren.
Herkunft: Die Vorstellung, das Herz sinke bei Angst nach unten, findet sich in mehreren Sprachen. Die derbe deutsche Fassung mit der Hose ist seit dem 17. Jahrhundert bezeugt.
Auch: Das Herz in die Hose fallen lassen
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Den Kopf in den Sand stecken Den Teufel an die Wand malen
Sich etwas hinter die Ohren schreiben
Redew.Sich eine Ermahnung gut merken.
Herkunft: Geht auf einen alten Rechtsbrauch zurück, bei dem jugendliche Zeugen einer Grenzbegehung an den Ohren gezogen wurden, damit sie sich den Vorgang lebenslang merkten.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Jemandem die Leviten lesen
Jemandem den Hof machen
Redew.Um jemanden werben und ihm auffällig Aufmerksamkeit widmen.
Herkunft: Übernahme aus dem Französischen („faire la cour“) und ursprünglich auf das Verhalten bei Hofe bezogen.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemandem schöne Augen machen Ein Auge auf jemanden werfen
Jemandem Honig ums Maul schmieren
Redew.Jemandem übertrieben schmeicheln, um etwas zu erreichen.
Herkunft: Die Wendung wird auf die Bärendressur zurückgeführt, bei der das Tier mit Honig gefügig gemacht wurde. Gesichert ist diese Herleitung nicht, das Bild vom süßen Reden ist aber alt.
Auch: Jemandem Honig um den Bart schmieren
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und KommunikationEssen und Trinken