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Redewendungen · Redewendungen nach Themen

Redewendungen mit Körperteilen

Kopf, Hand, Herz, Nase, Bein: Körperteile sind das dichteste Bildfeld überhaupt, weil sie jedem unmittelbar zur Verfügung stehen.

70 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 3

Bekannte Redewendungen

Redewendungen mit belegter Herkunft

Kurze Redewendungen

  • Auf großem Fuß leben

    Redew.

    Aufwendig leben und viel Geld ausgeben.

    Herkunft: Für die Wendung kursiert die Erklärung, ein Adliger habe wegen eines missgebildeten Fußes besonders lange Schnabelschuhe tragen lassen, worauf die Mode reagiert habe. Diese Geschichte ist nicht belegt. Näher liegt der schlichte Zusammenhang von Fußbreite und Aufwand, wie ihn auch die Redensart vom breiten Auftreten kennt.

    Themen: GeldMenschen und Verhalten

  • Ein Auge riskieren

    Redew.

    Verstohlen hinsehen, obwohl es sich nicht gehört.

    Herkunft: Eine scherzhafte Bildung des 19. Jahrhunderts nach dem Muster des Wagnisses, bei dem etwas eingesetzt wird.

    Themen: LiebeMenschen und Verhalten

  • Ein Auge zudrücken

    Redew.

    Einen Fehler durchgehen lassen, statt auf der Regel zu bestehen.

    Herkunft: Wer ein Auge schließt, sieht nur die Hälfte. Die Wendung beschreibt die bewusste Nachsicht, nicht das Übersehen aus Unachtsamkeit.

    Themen: ArbeitMenschen und Verhalten

  • Kein Auge zutun

    Redew.

    Die ganze Nacht wach liegen, meist vor Sorge oder Aufregung.

    Herkunft: Wörtlich zu nehmen: Wer wach liegt, schließt die Augen nicht. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.

    Themen: Alltag

  • Aus allen Nähten platzen

    Redew.

    So voll sein, dass der Platz nicht mehr reicht.

    Herkunft: Das Bild stammt von der Kleidung: Wird ein Stoff zu stark gespannt, geben zuerst die Nähte nach. Übertragen wird es auf Räume und Behälter, die überfüllt sind.

    Themen: Alltag

  • Aus der Haut fahren

    Redew.

    Vor Ärger die Fassung verlieren.

    Herkunft: Das Bild ist das eines Tieres, das sich häutet, hier ins Gewaltsame gewendet: Der Zorn ist so groß, dass er den Körper zu sprengen scheint.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Die Faust in der Tasche ballen Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern

  • Sich kein Bein ausreißen

    Redew.

    Sich sichtlich wenig Mühe geben.

    Herkunft: Die verneinte Fassung ist die gebräuchliche: Wer sich kein Bein ausreißt, strengt sich erkennbar nicht an.

    Auch: Sich ein Bein ausreißen

    Themen: ArbeitMenschen und Verhalten

  • Jemandem die Daumen drücken

    Redew.

    Jemandem für ein bevorstehendes Ereignis viel Glück wünschen.

    Herkunft: Die Geste geht auf einen alten Abwehrbrauch gegen Unheil zurück.

    Themen: Glück und PechMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemandem die Stange halten

  • Den Gürtel enger schnallen

    Redew.

    Sich einschränken, weil weniger Geld da ist.

    Herkunft: Das Bild ist wörtlich zu verstehen: Wer abnimmt, weil er weniger isst, muss den Gürtel enger stellen.

    Themen: GeldAlltag

    Siehe auch: Etwas auf die hohe Kante legen

  • Sich die Haare raufen

    Redew.

    Vor Ärger oder Ratlosigkeit nicht weiterwissen.

    Herkunft: Das Ausreißen der Haare war in der Antike eine förmliche Trauergebärde und ist in dieser Bedeutung schon im Alten Testament bezeugt.

    Themen: Menschen und Verhalten

    QuelleAltes Testament

    Siehe auch: Sich schwarzärgern Sich in die Nesseln setzen Sich grün und blau ärgern

  • Hals über Kopf

    Redew.

    Überstürzt und ohne jede Vorbereitung.

    Herkunft: Die Wendung ist eine Verkürzung der älteren Fassung „über Hals und Kopf“ und beschreibt das kopfüber Stürzen. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: AlltagMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Sich Hals über Kopf verlieben

  • Die Hand aufhalten

    Redew.

    Für eine Gefälligkeit Geld verlangen.

    Herkunft: Die Geste des Bettelns und des Entgegennehmens. Im übertragenen Gebrauch schwingt der Vorwurf mit, dass eine Gefälligkeit nur gegen Bezahlung erfolgt.

    Themen: GeldMenschen und Verhalten

  • Jemandem das Herz brechen

    Redew.

    Jemanden zutiefst enttäuschen, meist durch das Ende einer Beziehung.

    Herkunft: Das Herz als Sitz der Empfindung ist ein antikes Bild. Die Vorstellung, heftiger Kummer könne es zerbrechen, findet sich bereits in den Psalmen des Alten Testaments.

    Themen: Liebe

    QuelleAltes Testament

    Siehe auch: Jemandem den Laufpass geben

  • Sich ein Herz fassen

    Redew.

    Die eigene Zurückhaltung überwinden und etwas wagen.

    Herkunft: Das Herz galt als Sitz des Mutes. Wer es fasst, nimmt seinen Mut buchstäblich in die Hand. Belegt seit dem 16. Jahrhundert.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Alle Brücken hinter sich abbrechen

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