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Redewendungen · Redewendungen nach Themen

Redewendungen mit Körperteilen

Kopf, Hand, Herz, Nase, Bein: Körperteile sind das dichteste Bildfeld überhaupt, weil sie jedem unmittelbar zur Verfügung stehen.

58 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2

Bekannte Redewendungen

  • Sich an etwas die Zähne ausbeißen

    Redew.

    An einer Aufgabe trotz großer Mühe nicht weiterkommen.

    Herkunft: Das Bild ist das einer Nuss oder eines Knochens, der zu hart ist. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.

    Themen: Arbeit

    Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Auf der Strecke bleiben

  • Jemanden auf den Arm nehmen

    Redew.

    Sich einen Spaß mit jemandem erlauben und ihn nicht ernst nehmen.

    Herkunft: Wer auf den Arm genommen wird, wird behandelt wie ein Kind und damit nicht ernst genommen.

    Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Jemanden durch den Kakao ziehen Das Pulver nicht erfunden haben Einen Vogel haben

  • Jemandem auf den Fersen sein

    Redew.

    Jemanden so dicht verfolgen, dass er kaum noch entkommen kann.

    Herkunft: Aus der Jagd- und Verfolgungssprache: Der Verfolger ist so nah, dass er die Fersen des Fliehenden sieht.

    Themen: Menschen und Verhalten

  • Jemandem auf den Zahn fühlen

    Redew.

    Jemanden gezielt ausfragen, um herauszufinden, was wirklich dahintersteckt.

    Herkunft: Aus der Heilkunde: Der Zahn wurde abgetastet, um Schäden zu finden. Wer jemandem auf den Zahn fühlt, sucht ebenso nach der Schwachstelle.

    Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation

  • Jemandem auf der Nase herumtanzen

    Redew.

    Jemandes Nachgiebigkeit ausnutzen und sich alles erlauben.

    Herkunft: Das Bild verbindet Respektlosigkeit mit körperlicher Nähe. Die Nase steht dabei, wie in mehreren deutschen Wendungen, für die Person selbst.

    Themen: Menschen und Verhalten

  • Etwas auf die Beine stellen

    Redew.

    Ein Vorhaben mit einigem Aufwand zustande bringen.

    Herkunft: Das Bild ist das eines Neugeborenen im Stall, das nach der Geburt auf die Beine kommen muss. Übertragen wird es auf Vorhaben, die man zum Laufen bringt.

    Themen: ArbeitErfolg

    Siehe auch: Etwas aus dem Boden stampfen Den Laden schmeißen

  • Jemandem etwas auf die Nase binden

    Redew.

    Jemandem etwas erzählen, das ihn nichts angeht; meist verneint gebraucht.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus der Sprache des Marktes und meint das Anhängen einer Ware oder Nachricht, die den anderen nichts angeht. Sie wird fast nur verneint gebraucht.

    Themen: Sprache und Kommunikation

    Siehe auch: Eine Leiche im Keller haben Die Katze aus dem Sack lassen

  • Bis über beide Ohren verliebt sein

    Redew.

    So stark verliebt sein, dass man an kaum etwas anderes mehr denken kann.

    Herkunft: Die Ohren markieren in mehreren deutschen Wendungen die obere Grenze des Menschen. Wer bis über beide Ohren in etwas steckt, ist vollständig darin versunken; dieselbe Fassung gibt es auch für Schulden und Arbeit.

    Themen: Liebe

    Siehe auch: Schmetterlinge im Bauch haben Jemandem den Kopf verdrehen Liebe auf den ersten Blick

  • Die Faust in der Tasche ballen

    Redew.

    Sich ärgern, ohne es zeigen zu können.

    Herkunft: Die geballte Faust ist eine Drohgebärde. Bleibt sie in der Tasche, bleibt der Zorn unsichtbar und folgenlos.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Aus der Haut fahren Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern

  • Jemandem einen Floh ins Ohr setzen

    Redew.

    Jemandem einen Gedanken einpflanzen, der ihn nicht mehr loslässt.

    Herkunft: Das Bild ist das eines Tieres im Ohr, das keine Ruhe lässt. Es gehört zu derselben Vorstellungswelt wie der Vogel im Kopf.

    Themen: Sprache und KommunikationTiere

    Siehe auch: Der Hecht im Karpfenteich sein

  • Das Herz rutscht in die Hose

    Redew.

    Vor Angst plötzlich den Mut verlieren.

    Herkunft: Die Vorstellung, das Herz sinke bei Angst nach unten, findet sich in mehreren Sprachen. Die derbe deutsche Fassung mit der Hose ist seit dem 17. Jahrhundert bezeugt.

    Auch: Das Herz in die Hose fallen lassen

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Den Kopf in den Sand stecken Den Teufel an die Wand malen

  • Sich etwas hinter die Ohren schreiben

    Redew.

    Sich eine Ermahnung gut merken.

    Herkunft: Geht auf einen alten Rechtsbrauch zurück, bei dem jugendliche Zeugen einer Grenzbegehung an den Ohren gezogen wurden, damit sie sich den Vorgang lebenslang merkten.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemandem die Leviten lesen

  • Etwas in den Griff bekommen

    Redew.

    Eine Sache, die außer Kontrolle geraten war, wieder beherrschen.

    Herkunft: Dieselbe Bildquelle wie beim Griff des Werkzeugs, hier auf den Vorgang bezogen: Eine Sache, die sich entzogen hatte, wird wieder fassbar.

    Themen: ArbeitErfolg

    Siehe auch: Etwas im Griff haben Aus dem Ruder laufen

  • Jemandem in den Rücken fallen

    Redew.

    Jemanden hintergehen, auf dessen Unterstützung er gezählt hat.

    Herkunft: Aus der Kriegssprache: Der Angriff von hinten trifft den Ungeschützten und galt als besonders ehrlos.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemanden in die Pfanne hauen

Redewendungen mit belegter Herkunft

Kurze Redewendungen

  • Auf großem Fuß leben

    Redew.

    Aufwendig leben und viel Geld ausgeben.

    Herkunft: Für die Wendung kursiert die Erklärung, ein Adliger habe wegen eines missgebildeten Fußes besonders lange Schnabelschuhe tragen lassen, worauf die Mode reagiert habe. Diese Geschichte ist nicht belegt. Näher liegt der schlichte Zusammenhang von Fußbreite und Aufwand, wie ihn auch die Redensart vom breiten Auftreten kennt.

    Themen: GeldMenschen und Verhalten

  • Ein Auge zudrücken

    Redew.

    Einen Fehler durchgehen lassen, statt auf der Regel zu bestehen.

    Herkunft: Wer ein Auge schließt, sieht nur die Hälfte. Die Wendung beschreibt die bewusste Nachsicht, nicht das Übersehen aus Unachtsamkeit.

    Themen: ArbeitMenschen und Verhalten

  • Kein Auge zutun

    Redew.

    Die ganze Nacht wach liegen, meist vor Sorge oder Aufregung.

    Herkunft: Wörtlich zu nehmen: Wer wach liegt, schließt die Augen nicht. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.

    Themen: Alltag

  • Aus allen Nähten platzen

    Redew.

    So voll sein, dass der Platz nicht mehr reicht.

    Herkunft: Das Bild stammt von der Kleidung: Wird ein Stoff zu stark gespannt, geben zuerst die Nähte nach. Übertragen wird es auf Räume und Behälter, die überfüllt sind.

    Themen: Alltag

  • Aus der Haut fahren

    Redew.

    Vor Ärger die Fassung verlieren.

    Herkunft: Das Bild ist das eines Tieres, das sich häutet, hier ins Gewaltsame gewendet: Der Zorn ist so groß, dass er den Körper zu sprengen scheint.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Die Faust in der Tasche ballen Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern

  • Sich kein Bein ausreißen

    Redew.

    Sich sichtlich wenig Mühe geben.

    Herkunft: Die verneinte Fassung ist die gebräuchliche: Wer sich kein Bein ausreißt, strengt sich erkennbar nicht an.

    Auch: Sich ein Bein ausreißen

    Themen: ArbeitMenschen und Verhalten

  • Jemandem die Daumen drücken

    Redew.

    Jemandem für ein bevorstehendes Ereignis viel Glück wünschen.

    Herkunft: Die Geste geht auf einen alten Abwehrbrauch gegen Unheil zurück.

    Themen: Glück und PechMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemandem die Stange halten

  • Sich die Haare raufen

    Redew.

    Vor Ärger oder Ratlosigkeit nicht weiterwissen.

    Herkunft: Das Ausreißen der Haare war in der Antike eine förmliche Trauergebärde und ist in dieser Bedeutung schon im Alten Testament bezeugt.

    Themen: Menschen und Verhalten

    QuelleAltes Testament

    Siehe auch: Sich schwarzärgern Sich in die Nesseln setzen Sich grün und blau ärgern

  • Hals über Kopf

    Redew.

    Überstürzt und ohne jede Vorbereitung.

    Herkunft: Die Wendung ist eine Verkürzung der älteren Fassung „über Hals und Kopf“ und beschreibt das kopfüber Stürzen. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: AlltagMenschen und Verhalten

  • Die Hand aufhalten

    Redew.

    Für eine Gefälligkeit Geld verlangen.

    Herkunft: Die Geste des Bettelns und des Entgegennehmens. Im übertragenen Gebrauch schwingt der Vorwurf mit, dass eine Gefälligkeit nur gegen Bezahlung erfolgt.

    Themen: GeldMenschen und Verhalten

  • Jemandem das Herz brechen

    Redew.

    Jemanden zutiefst enttäuschen, meist durch das Ende einer Beziehung.

    Herkunft: Das Herz als Sitz der Empfindung ist ein antikes Bild. Die Vorstellung, heftiger Kummer könne es zerbrechen, findet sich bereits in den Psalmen des Alten Testaments.

    Themen: Liebe

    QuelleAltes Testament

    Siehe auch: Jemandem den Laufpass geben

  • Sich ein Herz fassen

    Redew.

    Die eigene Zurückhaltung überwinden und etwas wagen.

    Herkunft: Das Herz galt als Sitz des Mutes. Wer es fasst, nimmt seinen Mut buchstäblich in die Hand. Belegt seit dem 16. Jahrhundert.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Alle Brücken hinter sich abbrechen

  • Etwas im Griff haben

    Redew.

    Eine Sache sicher beherrschen.

    Herkunft: Der Griff ist das Werkzeugteil, das man fasst. Wer eine Sache im Griff hat, führt sie so sicher wie ein vertrautes Gerät.

    Themen: ErfolgArbeit

    Siehe auch: Etwas in den Griff bekommen Etwas aus dem Ärmel schütteln Etwas aus dem Effeff können

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