Redewendungen · Redewendungen nach Themen
Redewendungen mit Körperteilen
Kopf, Hand, Herz, Nase, Bein: Körperteile sind das dichteste Bildfeld überhaupt, weil sie jedem unmittelbar zur Verfügung stehen.
70 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 3
Bekannte Redewendungen
Sich jemandem an den Hals werfen
Redew.Sich jemandem aufdrängen, ohne Zurückhaltung um ihn werben.
Herkunft: Das Bild ist die Umarmungsgeste, hier ins Übertriebene gewendet. Im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemandem schöne Augen machen Ein Auge auf jemanden werfen Jemandem den Hof machen
Sich an etwas die Zähne ausbeißen
Redew.An einer Aufgabe trotz großer Mühe nicht weiterkommen.
Herkunft: Das Bild ist das einer Nuss oder eines Knochens, der zu hart ist. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: Arbeit
Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Auf der Strecke bleiben
Jemanden auf den Arm nehmen
Redew.Sich einen Spaß mit jemandem erlauben und ihn nicht ernst nehmen.
Herkunft: Wer auf den Arm genommen wird, wird behandelt wie ein Kind und damit nicht ernst genommen.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Jemanden durch den Kakao ziehen Das Pulver nicht erfunden haben Einen Vogel haben
Jemandem auf den Fersen sein
Redew.Jemanden so dicht verfolgen, dass er kaum noch entkommen kann.
Herkunft: Aus der Jagd- und Verfolgungssprache: Der Verfolger ist so nah, dass er die Fersen des Fliehenden sieht.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Ein Herz und eine Seele sein
Jemandem auf den Zahn fühlen
Redew.Jemanden gezielt ausfragen, um herauszufinden, was wirklich dahintersteckt.
Herkunft: Aus der Heilkunde: Der Zahn wurde abgetastet, um Schäden zu finden. Wer jemandem auf den Zahn fühlt, sucht ebenso nach der Schwachstelle.
Jemandem auf der Nase herumtanzen
Redew.Jemandes Nachgiebigkeit ausnutzen und sich alles erlauben.
Herkunft: Das Bild verbindet Respektlosigkeit mit körperlicher Nähe. Die Nase steht dabei, wie in mehreren deutschen Wendungen, für die Person selbst.
Themen: Menschen und Verhalten
Etwas auf die Beine stellen
Redew.Ein Vorhaben mit einigem Aufwand zustande bringen.
Herkunft: Das Bild ist das eines Neugeborenen im Stall, das nach der Geburt auf die Beine kommen muss. Übertragen wird es auf Vorhaben, die man zum Laufen bringt.
Siehe auch: Etwas aus dem Boden stampfen Den Laden schmeißen
Jemandem etwas auf die Nase binden
Redew.Jemandem etwas erzählen, das ihn nichts angeht; meist verneint gebraucht.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Sprache des Marktes und meint das Anhängen einer Ware oder Nachricht, die den anderen nichts angeht. Sie wird fast nur verneint gebraucht.
Themen: Sprache und Kommunikation
Siehe auch: Eine Leiche im Keller haben Die Katze aus dem Sack lassen
Bis über beide Ohren verliebt sein
Redew.So stark verliebt sein, dass man an kaum etwas anderes mehr denken kann.
Herkunft: Die Ohren markieren in mehreren deutschen Wendungen die obere Grenze des Menschen. Wer bis über beide Ohren in etwas steckt, ist vollständig darin versunken; dieselbe Fassung gibt es auch für Schulden und Arbeit.
Themen: Liebe
Siehe auch: Sich in jemanden vergucken Sich Hals über Kopf verlieben Schmetterlinge im Bauch haben
Die Faust in der Tasche ballen
Redew.Sich ärgern, ohne es zeigen zu können.
Herkunft: Die geballte Faust ist eine Drohgebärde. Bleibt sie in der Tasche, bleibt der Zorn unsichtbar und folgenlos.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Aus der Haut fahren Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern
Jemandem einen Floh ins Ohr setzen
Redew.Jemandem einen Gedanken einpflanzen, der ihn nicht mehr loslässt.
Herkunft: Das Bild ist das eines Tieres im Ohr, das keine Ruhe lässt. Es gehört zu derselben Vorstellungswelt wie der Vogel im Kopf.
Themen: Sprache und KommunikationTiere
Siehe auch: Der Hecht im Karpfenteich sein
Sich eine goldene Nase verdienen
Redew.An einer Sache außergewöhnlich gut verdienen.
Herkunft: Die Wendung wird auf mittelalterliche Nasensteuern zurückgeführt, was nicht belegt ist. Näher liegt die Nase als Sinnbild für den Menschen selbst, wie in mehreren deutschen Wendungen.
Sich Hals über Kopf verlieben
Redew.Sich sehr schnell und ohne jede Zurückhaltung verlieben.
Herkunft: Die Wendung verbindet das ältere Bild vom überstürzten Sturz mit dem Zustand der Verliebtheit.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Sich in jemanden vergucken Jemandem den Kopf verdrehen Schmetterlinge im Bauch haben
Redewendungen mit belegter Herkunft
Ein Auge auf jemanden werfen
Redew.Interesse an jemandem fassen und ihn als möglichen Partner ins Auge nehmen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Daniel im Alten Testament, wo die Ältesten ihre Augen auf Susanna werfen.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Sich jemandem an den Hals werfen Jemandem schöne Augen machen Jemandem den Hof machen
Für jemanden die Hand ins Feuer legen
Redew.Sich uneingeschränkt für jemanden verbürgen.
Herkunft: Geht auf die römische Sage von Mucius Scaevola zurück, der seine Hand ins Feuer hielt, um seine Unerschrockenheit zu beweisen.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Jemandem sein Herz ausschütten
Das Herz auf der Zunge tragen
Redew.Alles aussprechen, was einen bewegt, ohne es zurückzuhalten.
Herkunft: Das Herz galt als Sitz der Empfindung. Wer es auf der Zunge trägt, spricht unmittelbar aus, was er fühlt. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Kein Blatt vor den Mund nehmen Die Karten auf den Tisch legen
Kurze Redewendungen
Auf großem Fuß leben
Redew.Aufwendig leben und viel Geld ausgeben.
Herkunft: Für die Wendung kursiert die Erklärung, ein Adliger habe wegen eines missgebildeten Fußes besonders lange Schnabelschuhe tragen lassen, worauf die Mode reagiert habe. Diese Geschichte ist nicht belegt. Näher liegt der schlichte Zusammenhang von Fußbreite und Aufwand, wie ihn auch die Redensart vom breiten Auftreten kennt.
Themen: GeldMenschen und Verhalten
Ein Auge riskieren
Redew.Verstohlen hinsehen, obwohl es sich nicht gehört.
Herkunft: Eine scherzhafte Bildung des 19. Jahrhunderts nach dem Muster des Wagnisses, bei dem etwas eingesetzt wird.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Ein Auge zudrücken
Redew.Einen Fehler durchgehen lassen, statt auf der Regel zu bestehen.
Herkunft: Wer ein Auge schließt, sieht nur die Hälfte. Die Wendung beschreibt die bewusste Nachsicht, nicht das Übersehen aus Unachtsamkeit.
Themen: ArbeitMenschen und Verhalten
Kein Auge zutun
Redew.Die ganze Nacht wach liegen, meist vor Sorge oder Aufregung.
Herkunft: Wörtlich zu nehmen: Wer wach liegt, schließt die Augen nicht. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: Alltag
Aus allen Nähten platzen
Redew.So voll sein, dass der Platz nicht mehr reicht.
Herkunft: Das Bild stammt von der Kleidung: Wird ein Stoff zu stark gespannt, geben zuerst die Nähte nach. Übertragen wird es auf Räume und Behälter, die überfüllt sind.
Themen: Alltag
Aus der Haut fahren
Redew.Vor Ärger die Fassung verlieren.
Herkunft: Das Bild ist das eines Tieres, das sich häutet, hier ins Gewaltsame gewendet: Der Zorn ist so groß, dass er den Körper zu sprengen scheint.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Die Faust in der Tasche ballen Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern
Sich kein Bein ausreißen
Redew.Sich sichtlich wenig Mühe geben.
Herkunft: Die verneinte Fassung ist die gebräuchliche: Wer sich kein Bein ausreißt, strengt sich erkennbar nicht an.
Auch: Sich ein Bein ausreißen
Themen: ArbeitMenschen und Verhalten
Jemandem die Daumen drücken
Redew.Jemandem für ein bevorstehendes Ereignis viel Glück wünschen.
Herkunft: Die Geste geht auf einen alten Abwehrbrauch gegen Unheil zurück.
Themen: Glück und PechMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemandem die Stange halten
Den Gürtel enger schnallen
Redew.Sich einschränken, weil weniger Geld da ist.
Herkunft: Das Bild ist wörtlich zu verstehen: Wer abnimmt, weil er weniger isst, muss den Gürtel enger stellen.
Siehe auch: Etwas auf die hohe Kante legen
Sich die Haare raufen
Redew.Vor Ärger oder Ratlosigkeit nicht weiterwissen.
Herkunft: Das Ausreißen der Haare war in der Antike eine förmliche Trauergebärde und ist in dieser Bedeutung schon im Alten Testament bezeugt.
Themen: Menschen und Verhalten
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Sich schwarzärgern Sich in die Nesseln setzen Sich grün und blau ärgern
Hals über Kopf
Redew.Überstürzt und ohne jede Vorbereitung.
Herkunft: Die Wendung ist eine Verkürzung der älteren Fassung „über Hals und Kopf“ und beschreibt das kopfüber Stürzen. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: AlltagMenschen und Verhalten
Siehe auch: Sich Hals über Kopf verlieben
Die Hand aufhalten
Redew.Für eine Gefälligkeit Geld verlangen.
Herkunft: Die Geste des Bettelns und des Entgegennehmens. Im übertragenen Gebrauch schwingt der Vorwurf mit, dass eine Gefälligkeit nur gegen Bezahlung erfolgt.
Themen: GeldMenschen und Verhalten
Jemandem das Herz brechen
Redew.Jemanden zutiefst enttäuschen, meist durch das Ende einer Beziehung.
Herkunft: Das Herz als Sitz der Empfindung ist ein antikes Bild. Die Vorstellung, heftiger Kummer könne es zerbrechen, findet sich bereits in den Psalmen des Alten Testaments.
Themen: Liebe
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Jemandem den Laufpass geben
Sich ein Herz fassen
Redew.Die eigene Zurückhaltung überwinden und etwas wagen.
Herkunft: Das Herz galt als Sitz des Mutes. Wer es fasst, nimmt seinen Mut buchstäblich in die Hand. Belegt seit dem 16. Jahrhundert.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Alle Brücken hinter sich abbrechen
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