Redewendungen · Redewendungen nach Themen
Redewendungen mit Körperteilen, Seite 2
58 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 2 von 2
Bekannte Redewendungen
Jemandem die kalte Schulter zeigen
Redew.Jemanden betont abweisend behandeln.
Herkunft: Für die Wendung kursiert die Erklärung, ungeliebten Gästen sei kaltes Schulterstück vorgesetzt worden. Belegt ist das nicht. Näher liegt die Körperhaltung: Wer sich abwendet, zeigt dem anderen die Schulter statt des Gesichts.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Sich eine Abfuhr holen Einen Korb bekommen
Mit dem falschen Fuß aufstehen
Redew.Von morgens an schlechte Laune haben.
Herkunft: Die Wendung geht auf den antiken Aberglauben zurück, das Aufstehen mit dem linken Fuß bringe Unglück. Links galt lange als die unheilvolle Seite.
Auch: Mit dem linken Fuß aufstehen
Mit einem blauen Auge davonkommen
Redew.Eine gefährliche Lage mit vergleichsweise geringem Schaden überstehen.
Herkunft: Das blaue Auge ist die geringste sichtbare Verletzung nach einer Schlägerei. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: Glück und PechKörperFarben
Siehe auch: Glück im Unglück haben
Jemandem unter die Arme greifen
Redew.Jemandem in einer schwierigen Lage helfen.
Herkunft: Die Geste des Stützens, mit der man einen Stürzenden oder Erschöpften aufrecht hält.
Themen: Menschen und VerhaltenKörperArbeit
Siehe auch: Jemandem den Rücken stärken Jemandem einen Bärendienst erweisen
Jemandem das Wort im Munde umdrehen
Redew.Eine Aussage sinnentstellend wiedergeben.
Herkunft: Ebenfalls aus der Vorstellung von der Rede als formbarem Gegenstand: Ein Wort lässt sich drehen, bis es das Gegenteil bedeutet.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Jemandem etwas in den Mund legen
Kein Wort über die Lippen bringen
Redew.Vor Aufregung oder Scham nichts sagen können.
Herkunft: Die Lippen als Schwelle des Sprechens sind ein altes Bild, das sich auch in der Wendung vom Wort auf den Lippen findet.
Themen: Sprache und KommunikationKörper
Redewendungen mit belegter Herkunft
Den Kopf in den Sand stecken
Redew.Einer unangenehmen Lage ausweichen, statt sich ihr zu stellen.
Herkunft: Beruht auf der irrigen Annahme, Strauße würden bei Gefahr den Kopf vergraben.
Themen: Menschen und VerhaltenTiereKörper
Siehe auch: Das Herz rutscht in die Hose Den Teufel an die Wand malen
Mit dem Kopf durch die Wand wollen
Redew.Etwas mit aller Gewalt durchsetzen wollen, ohne Rücksicht auf Widerstände.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, meist mit dem Zusatz, dass der Kopf dabei den Kürzeren zieht.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Nicht auf den Mund gefallen sein
Redew.Schlagfertig sein und immer eine Antwort parat haben.
Herkunft: Wer auf den Mund fällt, kann nicht sprechen. Die verneinte Fassung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert als Lob der Schlagfertigkeit belegt.
Themen: Sprache und KommunikationKörper
Siehe auch: Den Faden verlieren
Kurze Redewendungen
In die Hände spucken
Redew.Sich zur Arbeit bereitmachen und kräftig zupacken.
Herkunft: Handwerker und Bauern spuckten in die Hände, um besseren Halt am Werkzeugstiel zu bekommen. Die Geste ging als Bild für den Arbeitsbeginn in die Sprache über.
Siehe auch: Die Ärmel hochkrempeln
Kalte Füße bekommen
Redew.Kurz vor einer Entscheidung doch noch den Mut verlieren.
Herkunft: Die Wendung wird auf das Kartenspiel zurückgeführt, bei dem ein Verlierer die kalten Füße als Vorwand zum Aufhören genannt habe. Gesichert ist das nicht.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Den Kopf hinhalten müssen
Redew.Für etwas geradestehen, das man nicht zu verantworten hat.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Strafrecht der frühen Neuzeit, in dem der Kopf im Wortsinn für ein Vergehen einstand.
Themen: Menschen und VerhaltenArbeitKörper
Siehe auch: Etwas ausbaden müssen Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben Etwas auslöffeln müssen
Kopf und Kragen riskieren
Redew.Alles aufs Spiel setzen, im Zweifel auch das eigene Leben.
Herkunft: Kopf und Kragen bezeichneten in der Rechtssprache die Todesstrafe durch Enthaupten.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Hart am Wind segeln Den Bock zum Gärtner machen
Jemandem den Kopf verdrehen
Redew.Jemanden so verliebt machen, dass er nicht mehr klar denkt.
Herkunft: Wer verliebt ist, dreht den Kopf nach dem anderen. Die Wendung überträgt die Geste auf den Zustand.
Themen: LiebeKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Schmetterlinge im Bauch haben Liebe auf den ersten Blick Durch die rosarote Brille sehen
Jemandem den Kopf waschen
Redew.Jemanden deutlich zurechtweisen.
Herkunft: Das Bild ist das der kräftigen Kopfwäsche, die als unangenehm empfunden wurde. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Sprache und KommunikationKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden an den Pranger stellen Jemandem die Leviten lesen Ein dickes Fell haben
Lange Finger machen
Redew.Stehlen, meist auf kleinere Gelegenheitsdiebstähle bezogen.
Herkunft: Der lange Finger ist der ausgestreckte, greifende. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert für den Diebstahl belegt.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Die Nase hoch tragen
Redew.Sich für etwas Besseres halten.
Herkunft: Die Kopfhaltung ist das Bild: Wer die Nase hebt, blickt über andere hinweg. Verwandt sind die Wendungen von der hochnäsigen Art und vom Herabschauen.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Auf dem hohen Ross sitzen
Die Nase voll haben
Redew.Von einer Sache genug haben und sie nicht länger ertragen wollen.
Herkunft: Die Wendung wird auf die Gaunersprache zurückgeführt, in der Häftlinge für jedes Vergehen Schläge auf die Nase erhielten. Diese Herleitung ist verbreitet, aber nicht gesichert.
Auch: Die Nase gestrichen voll haben
Die Nase vorn haben
Redew.Einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz haben.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Pferderennen, wo im Zielfoto die Nasenspitze über den Sieg entscheidet.
Siehe auch: Das Rennen machen Sich die Sporen verdienen Jemanden aus dem Feld schlagen
Die Ohren steif halten
Redew.Nicht aufgeben, sondern die Fassung bewahren; wird meist als Abschiedsgruß gebraucht.
Herkunft: Das Bild stammt vom Tier: Hängende Ohren gelten als Zeichen von Krankheit oder Mutlosigkeit, aufgerichtete als Zeichen von Aufmerksamkeit.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Pi mal Daumen
Redew.Grob geschätzt, ohne genaue Berechnung.
Herkunft: Die Wendung verbindet die Kreiszahl mit dem Daumensprung, einem alten Verfahren zum groben Schätzen von Entfernungen. Sie ist erst im 20. Jahrhundert entstanden.
Auch: Über den Daumen gepeilt
Jemandem den Rücken stärken
Redew.Jemandem Rückhalt geben, damit er sich behaupten kann.
Herkunft: Der Rücken steht für die Fähigkeit, eine Last zu tragen und aufrecht zu bleiben. Wer ihn stärkt, gibt Rückhalt.
Themen: Menschen und VerhaltenKörperArbeit
Siehe auch: Jemandem unter die Arme greifen
Schmetterlinge im Bauch haben
Redew.Das kribbelige Gefühl frischer Verliebtheit spüren.
Herkunft: Lehnübersetzung aus dem Englischen („butterflies in one's stomach“), im Deutschen erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitet.
Siehe auch: Jemandem den Kopf verdrehen Bis über beide Ohren verliebt sein Liebe auf den ersten Blick
Jemandem schöne Augen machen
Redew.Durch Blicke Interesse zeigen und um jemanden werben.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und geht auf die höfische Werbungssprache zurück.
Themen: LiebeKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Ein Auge auf jemanden werfen Jemandem den Hof machen
Jemanden übers Ohr hauen
Redew.Jemanden betrügen oder beim Geschäft übervorteilen.
Herkunft: Die Wendung wird auf die Fechtsprache zurückgeführt, in der ein Hieb über das Ohr den Gegner traf, ohne ihn ernstlich zu verletzen. Gesichert ist die Herleitung nicht.
Themen: GeldMenschen und VerhaltenKörper
Um jemandes Hand anhalten
Redew.Einen Heiratsantrag machen, förmlich und meist bei den Eltern.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem alten Eherecht: Der Vater übergab die Hand der Braut an den Bräutigam, was den Vertrag sinnbildlich vollzog.
Themen: LiebeMenschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Unter die Haube kommen
Jemandem den Zahn ziehen
Redew.Jemandem eine Hoffnung oder eine falsche Vorstellung nehmen.
Herkunft: Aus der Zahnbehandlung: Der schmerzende Zahn wird entfernt, und mit ihm der Schmerz. Übertragen ist es die Hoffnung, die entfernt wird.
Themen: Sprache und KommunikationKörperMenschen und Verhalten
Einen Zahn zulegen
Redew.Das Tempo deutlich erhöhen, um noch rechtzeitig fertig zu werden.
Herkunft: Der Zahn ist die Kerbe am Zahnstangenhalter über dem offenen Herdfeuer, an der ein Kessel höher oder tiefer gehängt wurde.
Siehe auch: Auf Hochtouren laufen
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