Redewendungen · Redewendungen nach Themen
Redewendungen mit Körperteilen, Seite 3
70 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 3 von 3
Jemanden übers Ohr hauen
Redew.Jemanden betrügen oder beim Geschäft übervorteilen.
Herkunft: Die Wendung wird auf die Fechtsprache zurückgeführt, in der ein Hieb über das Ohr den Gegner traf, ohne ihn ernstlich zu verletzen. Gesichert ist die Herleitung nicht.
Themen: GeldMenschen und VerhaltenKörper
Jemanden um den kleinen Finger wickeln
Redew.Jemanden mühelos zu allem bringen, was man will.
Herkunft: Das Bild ist das eines Fadens, der sich willenlos um den Finger legen lässt. Im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Um jemandes Hand anhalten
Redew.Einen Heiratsantrag machen, förmlich und meist bei den Eltern.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem alten Eherecht: Der Vater übergab die Hand der Braut an den Bräutigam, was den Vertrag sinnbildlich vollzog.
Themen: LiebeMenschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Auf Freiersfüßen wandeln Unter die Haube kommen
Jemandem unter die Arme greifen
Redew.Jemandem in einer schwierigen Lage helfen.
Herkunft: Die Geste des Stützens, mit der man einen Stürzenden oder Erschöpften aufrecht hält.
Themen: Menschen und VerhaltenKörperArbeit
Siehe auch: Jemandem den Rücken stärken Jemandem einen Bärendienst erweisen
Weiß wie eine Wand werden
Redew.Vor Schreck alle Farbe im Gesicht verlieren.
Herkunft: Ein Vergleich aus der Alltagssprache, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: FarbenKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Das Herz rutscht in die Hose
Wie die Faust aufs Auge passen
Redew.Überhaupt nicht zusammenpassen. Die Wendung wird heute auch im gegenteiligen Sinn gebraucht, also für etwas, das genau passt.
Herkunft: Ursprünglich war der Widerspruch gemeint: Eine Faust auf dem Auge ist das Unpassendste überhaupt. Die umgekehrte Verwendung ist eine ironische Umdeutung des 20. Jahrhunderts.
Jemandem das Wort im Munde umdrehen
Redew.Eine Aussage sinnentstellend wiedergeben.
Herkunft: Ebenfalls aus der Vorstellung von der Rede als formbarem Gegenstand: Ein Wort lässt sich drehen, bis es das Gegenteil bedeutet.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Jemandem etwas in den Mund legen
Kein Wort über die Lippen bringen
Redew.Vor Aufregung oder Scham nichts sagen können.
Herkunft: Die Lippen als Schwelle des Sprechens sind ein altes Bild, das sich auch in der Wendung vom Wort auf den Lippen findet.
Themen: Sprache und KommunikationKörper
Jemandem den Zahn ziehen
Redew.Jemandem eine Hoffnung oder eine falsche Vorstellung nehmen.
Herkunft: Aus der Zahnbehandlung: Der schmerzende Zahn wird entfernt, und mit ihm der Schmerz. Übertragen ist es die Hoffnung, die entfernt wird.
Themen: Sprache und KommunikationKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Die Flitterwochen sind vorbei
Einen Zahn zulegen
Redew.Das Tempo deutlich erhöhen, um noch rechtzeitig fertig zu werden.
Herkunft: Der Zahn ist die Kerbe am Zahnstangenhalter über dem offenen Herdfeuer, an der ein Kessel höher oder tiefer gehängt wurde.
Siehe auch: Auf Hochtouren laufen
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