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Redewendungen mit U
Hier können Sie alle redewendungen dieses Nachschlagewerks alphabetisch nachschlagen, deren Stichwort mit U beginnt. Sortiert wird wie im gedruckten Wörterbuch nach dem ersten inhaltstragenden Wort, Artikel bleiben unberücksichtigt.
14 Einträge mit Bedeutung
Etwas über Bord werfen
Redew.Grundsätze oder Vorhaben aufgeben, um schneller voranzukommen.
Herkunft: Stammt aus der Seefahrt, wo Ladung geopfert wurde, um ein Schiff zu leichtern.
Themen: Menschen und VerhaltenAlltag
Siehe auch: Die Flinte ins Korn werfen Das Handtuch werfen
Über den Berg sein
Redew.Das Schwerste überstanden haben, besonders bei Krankheit oder einem schwierigen Vorhaben.
Herkunft: Aus der Sprache des Reisens und der Krankenpflege: Der Anstieg ist geschafft, der Rest geht bergab. In der Medizin bezeichnete der Berg die Fieberkrise.
Themen: AlltagGlück und Pech
Über die Bühne gehen
Redew.Wie geplant ablaufen und abgeschlossen werden.
Herkunft: Aus der Theatersprache: Ein Stück geht über die Bühne, also von Anfang bis Ende. Im Alltag ist daraus die Abwicklung eines Vorgangs geworden.
Über kurz oder lang
Redew.Früher oder später, aber mit Sicherheit.
Herkunft: Eine Doppelformel, die zwei Gegensätze nennt, um die Gesamtheit zu bezeichnen, wie auch in „über kurz oder lang“ und „durch dick und dünn“. Belegt seit dem 16. Jahrhundert.
Themen: Alltag
Siehe auch: Alle Jubeljahre
Über seinen Schatten springen
Redew.Sich zu etwas durchringen, das der eigenen Art eigentlich widerspricht.
Herkunft: Der eigene Schatten lässt sich nicht überspringen, weil er mitwandert. Die Wendung beschreibt also etwas, das eigentlich unmöglich ist, und lobt es gerade deshalb.
Themen: Menschen und VerhaltenErfolg
Jemanden übers Ohr hauen
Redew.Jemanden betrügen oder beim Geschäft übervorteilen.
Herkunft: Die Wendung wird auf die Fechtsprache zurückgeführt, in der ein Hieb über das Ohr den Gegner traf, ohne ihn ernstlich zu verletzen. Gesichert ist die Herleitung nicht.
Themen: GeldMenschen und VerhaltenKörper
Um den heißen Brei herumreden
Redew.Nicht zum eigentlichen Punkt kommen, weil er unangenehm ist.
Herkunft: Der heiße Brei war die alltägliche Speise, die man erst am Rand essen konnte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Um jemandes Hand anhalten
Redew.Einen Heiratsantrag machen, förmlich und meist bei den Eltern.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem alten Eherecht: Der Vater übergab die Hand der Braut an den Bräutigam, was den Vertrag sinnbildlich vollzog.
Themen: LiebeMenschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Unter die Haube kommen
Etwas unter Dach und Fach bringen
Redew.Eine Sache zum Abschluss bringen und damit absichern.
Herkunft: Stammt aus dem Fachwerkbau: „Fach“ bezeichnet das Feld zwischen den Balken, und erst mit Dach und geschlossenen Fächern war ein Haus fertig.
Siehe auch: Etwas in trockene Tücher bringen Etwas vom Tisch haben
Etwas unter den Tisch fallen lassen
Redew.Einen Punkt bewusst übergehen und nicht weiter behandeln.
Herkunft: Was unter den Tisch fällt, wird nicht mehr aufgehoben. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Auch: Unter den Tisch fallen
Themen: AlltagSprache und KommunikationArbeit
Siehe auch: Etwas in den Wind schlagen
Jemandem unter die Arme greifen
Redew.Jemandem in einer schwierigen Lage helfen.
Herkunft: Die Geste des Stützens, mit der man einen Stürzenden oder Erschöpften aufrecht hält.
Themen: Menschen und VerhaltenKörperArbeit
Siehe auch: Jemandem den Rücken stärken Jemandem einen Bärendienst erweisen
Unter die Haube kommen
Redew.Heiraten, meist scherzhaft oder leicht altmodisch gebraucht.
Herkunft: Verheiratete Frauen trugen früher eine Haube, ledige das offene oder geflochtene Haar.
Siehe auch: Um jemandes Hand anhalten
Etwas unter einen Hut bringen
Redew.Verschiedene Interessen, Termine oder Anforderungen miteinander vereinbaren.
Herkunft: Der Hut war Zeichen der Rechtsgewalt: Wer unter einem Hut stand, unterstand derselben Herrschaft. Bei Eheschließungen wurden die Beteiligten sinnbildlich unter einen Hut gebracht.
Unter keinem guten Stern stehen
Redew.Von Anfang an ungünstige Voraussetzungen haben.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Astrologie.
Themen: Glück und Pech