Redewendungen · Redewendungen nach Themen
Redewendungen rund um Essen und Trinken
Küche, Wirtshaus und Vorratskammer sind ein extrem produktives Bildfeld, von der Extrawurst bis zum reinen Wein.
32 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Redewendungen
Jemandem die Butter vom Brot nehmen
Redew.Jemanden um seinen Anteil oder Vorteil bringen.
Herkunft: Butter auf dem Brot war lange keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Zeichen von Wohlstand. Wer sie wegnimmt, nimmt das Beste an der Sache.
Auch: Sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen
Themen: Menschen und VerhaltenGeld
Siehe auch: Sich auf die Hinterbeine stellen
Etwas erst einmal verdauen müssen
Redew.Zeit brauchen, um eine überraschende Nachricht zu verarbeiten.
Herkunft: Das Bild überträgt den körperlichen Vorgang auf die seelische Verarbeitung und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und Verhalten
Etwas für ein Butterbrot bekommen
Redew.Etwas für sehr wenig Geld erwerben.
Herkunft: Das Butterbrot war die geringste Gegenleistung, die man jemandem geben konnte. Verwandt ist die Wendung vom Apfel und vom Ei.
Themen: Geld
Siehe auch: Für einen Apfel und ein Ei
Für einen Apfel und ein Ei
Redew.Für sehr wenig Geld, weit unter Wert.
Herkunft: Apfel und Ei standen früher für Waren von geringstem Wert, die auch der Ärmste aufbringen konnte.
Auch: Etwas für einen Apfel und ein Ei bekommen
Siehe auch: Etwas für ein Butterbrot bekommen
Ein Haar in der Suppe finden
Redew.An einer im Grunde guten Sache unbedingt etwas auszusetzen haben.
Herkunft: Ein einzelnes Haar verdirbt eine ganze Mahlzeit, obwohl es nichts am Geschmack ändert. Genau darin liegt der Vorwurf an den Nörgler.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden an den Pranger stellen Jemandem den Kopf waschen Ein dickes Fell haben
Jemandem Honig ums Maul schmieren
Redew.Jemandem übertrieben schmeicheln, um etwas zu erreichen.
Herkunft: Die Wendung wird auf die Bärendressur zurückgeführt, bei der das Tier mit Honig gefügig gemacht wurde. Gesichert ist diese Herleitung nicht, das Bild vom süßen Reden ist aber alt.
Auch: Jemandem Honig um den Bart schmieren
Jemanden in die Pfanne hauen
Redew.Jemanden bloßstellen oder ihn absichtlich schlecht dastehen lassen.
Herkunft: Die Wendung wird auf die Metzgersprache zurückgeführt: Was in die Pfanne kommt, ist erledigt. Denkbar ist auch ein Zusammenhang mit der Pfanne des Steinschlossgewehrs.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden an den Pranger stellen Jemandem in den Rücken fallen
Das ist nicht mein Bier
Redew.Dafür bin ich nicht zuständig.
Herkunft: Die Wendung wird auf die Zeit zurückgeführt, in der Bier in Wirtshäusern namentlich zugeordnet wurde. Sicher belegt ist diese Erklärung nicht; möglich ist auch eine Ableitung vom französischen „affaire“, das mundartlich als „bier“ erscheint.
Siehe auch: Das ist doch Käse
Leben wie die Made im Speck
Redew.Im Überfluss und ohne Sorgen leben.
Herkunft: Die Made im Speck lebt inmitten des Vorrats, ohne sich anstrengen zu müssen. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: GeldGlück und Pech
Siehe auch: Auf einen grünen Zweig kommen
Redewendungen mit belegter Herkunft
Es geht um die Wurst
Redew.Jetzt fällt die Entscheidung, jetzt zählt es wirklich.
Herkunft: Bei ländlichen Wettkämpfen war eine Wurst der übliche Siegespreis. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: Erfolg
Siehe auch: Jemanden aus dem Feld schlagen Die Nase vorn haben Den Trumpf ausspielen
In den sauren Apfel beißen
Redew.Etwas Unangenehmes auf sich nehmen, weil es sich nicht vermeiden lässt.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der unreife Apfel steht für das Unangenehme, das man dennoch hinunterbringen muss.
Themen: AlltagMenschen und Verhalten
Das ist nicht das Gelbe vom Ei
Redew.Das ist nicht besonders gut, wenn auch nicht schlecht.
Herkunft: Der Dotter galt als der wertvolle Teil des Eis. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ein Haar in der Suppe finden
Mit jemandem ist nicht gut Kirschen essen
Redew.Mit dieser Person kommt man schwer aus, sie ist schnell gereizt.
Herkunft: Die vollständige ältere Fassung warnt davor, mit Höherstehenden Kirschen zu essen, weil diese einem die Kerne ins Gesicht spuckten. Sie ist im Deutschen seit dem 15. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und Verhalten
Um den heißen Brei herumreden
Redew.Nicht zum eigentlichen Punkt kommen, weil er unangenehm ist.
Herkunft: Der heiße Brei war die alltägliche Speise, die man erst am Rand essen konnte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Sprache und Kommunikation
Kurze Redewendungen
Alles in Butter
Redew.Alles ist in Ordnung, es gibt keine Probleme.
Herkunft: Wird darauf zurückgeführt, dass empfindliche Waren wie Gläser früher in flüssiger Butter transportiert wurden, die nach dem Erkalten als Polster diente.
Themen: AlltagGlück und Pech
Siehe auch: Klar Schiff machen
Etwas auslöffeln müssen
Redew.Die unangenehmen Folgen einer Sache tragen müssen, oft für den Fehler anderer.
Herkunft: Wer sich etwas eingebrockt hat, muss es auch essen. Das Bild stammt aus der Hausgemeinschaft, in der jeder für seine Portion aus dem gemeinsamen Topf selbst zuständig war.
Auch: Die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat
Siehe auch: Etwas ausbaden müssen Die Suppe auslöffeln Den Laden schmeißen
Einen Bärenhunger haben
Redew.Sehr großen Hunger haben, wie nach langer körperlicher Arbeit.
Herkunft: Der Bär dient in mehreren deutschen Wortbildungen als Verstärkung, etwa bei Bärenkräften und Bärenhitze.
Themen: Tiere
Den Braten riechen
Redew.Rechtzeitig merken, dass etwas im Gange ist, das einem nicht passt.
Herkunft: Wer den Braten riecht, bemerkt schon am Geruch, was in der Küche vorgeht, bevor aufgetragen wird. Die Wendung wird auf eine Fabel zurückgeführt, in der ein Bauer einen Gast mit Kohl statt mit Fleisch bewirtet.
Themen: Menschen und Verhalten
Sich etwas einbrocken
Redew.Sich durch eigenes Zutun Ärger einhandeln.
Herkunft: Brocken meint das Hineinbrechen von Brot in die Suppe. Wer zu viel einbrockt, hat hinterher mehr auf dem Teller, als ihm lieb ist.
Themen: Alltag
Siehe auch: Sich in die Nesseln setzen
Eine Extrawurst verlangen
Redew.Eine Sonderbehandlung fordern.
Herkunft: In der Metzgerei war die Extrawurst die zusätzlich und eigens gefertigte Wurst, oft als Zugabe. Wer eine Extrawurst verlangt, möchte anders behandelt werden als alle anderen.
Auch: Eine Extrawurst gebraten bekommen
Themen: Menschen und Verhalten
Ein gefundenes Fressen sein
Redew.Ein willkommener Anlass, meist für Spott oder Kritik.
Herkunft: Das Bild stammt von der Beute, die einem Raubtier ohne eigenes Zutun zufällt.
Themen: Glück und Pech
Das ist doch Käse
Redew.Das ist Unsinn, damit will ich nichts zu tun haben.
Herkunft: „Käse“ steht in der Umgangssprache seit dem 19. Jahrhundert für Wertloses, vermutlich über das jiddische Wort für Ware geringen Werts.
Themen: Sprache und Kommunikation
Siehe auch: Das ist nicht mein Bier
Das ist mir Wurst
Redew.Das ist mir völlig gleichgültig, das spielt für mich keine Rolle.
Herkunft: Für die Wendung wird die Erklärung angeführt, bei der Wurst sei gleichgültig, an welchem Ende man sie anschneidet, weil beide Enden gleich aussehen. Belegt ist das nicht. Die Wurst steht in vielen deutschen Redensarten schlicht für das Alltägliche und Beliebige.
Auch: Das ist mir wurscht
Themen: Alltag
Das ist starker Tobak
Redew.Das ist schwer erträglich oder maßlos übertrieben.
Herkunft: „Tobak“ ist die ältere Form von Tabak. Starker Tabak war für Ungeübte kaum zu vertragen.
Themen: Sprache und Kommunikation
Siehe auch: Zeter und Mordio schreien
Den Löffel abgeben
Redew.Sterben; salopp und meist mit einem Anflug von Galgenhumor gebraucht.
Herkunft: Wird darauf zurückgeführt, dass Gesinde und Knechte einen persönlichen Holzlöffel besaßen, der beim Tod an den Hof zurückfiel.
Themen: Glück und Pech
Siehe auch: Sich die Radieschen von unten ansehen
Jemandem reinen Wein einschenken
Redew.Jemandem die unangenehme Wahrheit sagen.
Herkunft: Das Bild spielt auf das früher übliche Verdünnen und Panschen von Wein an: Reiner Wein ist der unverfälschte.
Themen: Sprache und Kommunikation
Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Kein Blatt vor den Mund nehmen Die Karten auf den Tisch legen
Etwas satthaben
Redew.Von einer Sache genug haben und sie nicht länger ertragen wollen.
Herkunft: Wörtlich das Gefühl nach reichlicher Mahlzeit, übertragen der Überdruss. Die übertragene Bedeutung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und Verhalten
Seinen Senf dazugeben
Redew.Ungefragt seine Meinung äußern.
Herkunft: Verwiesen wird auf Gastwirte, die früher zu jedem Gericht Senf servierten, ob er dazu passte oder nicht.
Themen: Sprache und Kommunikation
Die Suppe auslöffeln
Redew.Die unangenehmen Folgen einer Sache tragen müssen.
Herkunft: Wer sich etwas eingebrockt hat, muss es auch essen. Das Bild stammt aus der Hausgemeinschaft, in der jeder aus dem gemeinsamen Topf schöpfte und für seine Portion selbst zuständig war.
Auch: Die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Etwas auslöffeln müssen Etwas ausbaden müssen Den Kopf hinhalten müssen
Jemandem die Suppe versalzen
Redew.Jemandem einen Plan verderben.
Herkunft: Versalzenes Essen war in der Hausgemeinschaft ein handfester Vorwurf, weil Salz teuer war und die Mahlzeit dadurch ungenießbar wurde. Der Volksglaube schrieb das Versalzen zudem der Verliebtheit der Köchin zu.
Themen: Menschen und Verhalten
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