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Redewendungen · Redewendungen nach Themen

Redewendungen mit Farben

Farben tragen in Redewendungen feste Bedeutungen: Blau steht für Rausch und Täuschung, Schwarz für das Verbotene, Grün für Erlaubnis und Wachstum.

33 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2

Bekannte Redewendungen

Redewendungen mit belegter Herkunft

  • Alles grau in grau sehen

    Redew.

    Die Lage durchweg trübe einschätzen.

    Herkunft: Die Wendung ist eine Malereimetapher: Grau in Grau bezeichnet eine Technik, bei der ein Bild ausschließlich in Grautönen ausgeführt wird. Sie heißt fachsprachlich Grisaille.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Schwarzsehen

  • Das ist nicht das Gelbe vom Ei

    Redew.

    Das ist nicht besonders gut, wenn auch nicht schlecht.

    Herkunft: Der Dotter galt als der wertvolle Teil des Eis. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.

    Themen: Essen und TrinkenAlltag

    Siehe auch: Ein Haar in der Suppe finden

  • Etwas schwarz auf weiß haben

    Redew.

    Etwas schriftlich und damit belegbar vorliegen haben.

    Herkunft: Schwarze Tinte auf weißem Papier. Die Wendung wurde durch Goethes „Faust“ zusätzlich bekannt, wo Mephisto dem Schüler rät, alles Gesagte nach Hause zu tragen.

    Themen: ArbeitAlltag

    QuelleGoethe

  • Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben

    Redew.

    Die Verantwortung für ein Problem auf einen anderen abwälzen.

    Herkunft: Benannt nach dem Kartenspiel, in dem verliert, wer am Ende die unpaarige Karte in der Hand hält.

    Themen: Menschen und VerhaltenGlück und Pech

    Siehe auch: Etwas auf dem Kerbholz haben Den Kopf hinhalten müssen Auf Pump leben

Kurze Redewendungen

  • Blaues Blut haben

    Redew.

    Von adliger Abstammung sein, meist leicht spöttisch gebraucht.

    Herkunft: Der Ausdruck stammt aus dem Spanischen und bezog sich auf die hellhäutigen Adligen, bei denen die Venen bläulich durchschienen, im Gegensatz zu den sonnengebräunten Landarbeitern.

    Themen: Menschen und Verhalten

  • Blaumachen

    Redew.

    Unentschuldigt der Arbeit oder Schule fernbleiben.

    Herkunft: Erklärt wird die Wendung über den „blauen Montag“ der Färber, an dem die mit Färberwaid gefärbten Stoffe an der Luft nachoxidieren mussten und nicht gearbeitet werden konnte. Belegt ist diese Herleitung nicht.

    Themen: Arbeit

    Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Das Pferd von hinten aufzäumen

  • Jemandem goldene Brücken bauen

    Redew.

    Jemandem den Rückzug leicht machen, ohne dass er sein Gesicht verliert.

    Herkunft: Die Wendung geht auf eine antike Kriegsregel zurück, dem fliehenden Feind eine Brücke zu bauen, damit er abzieht statt verzweifelt zu kämpfen.

    Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Kalte Füße bekommen

  • Die graue Eminenz

    Redew.

    Jemand, der ohne offizielles Amt großen Einfluss ausübt.

    Herkunft: Der Ausdruck bezeichnete ursprünglich den Kapuzinermönch François Leclerc du Tremblay, den grau gekleideten Vertrauten des Kardinals Richelieu.

    Themen: Menschen und Verhalten

    QuelleRichelieu

  • Grün vor Neid werden

    Redew.

    Vor Missgunst kaum an sich halten können.

    Herkunft: Die Säftelehre der antiken Medizin ordnete Gemütszustände Körperflüssigkeiten zu; die grüngelbe Galle stand für Missgunst und Zorn. Daher auch der Ausdruck, jemandem laufe die Galle über.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemandem nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnen

  • Grünes Licht geben

    Redew.

    Eine Erlaubnis erteilen und den Startschuss geben.

    Herkunft: Das Bild stammt von der Signaltechnik im Eisenbahn- und Straßenverkehr.

    Themen: ArbeitErfolg

  • Ins Blaue fahren

    Redew.

    Ohne festes Ziel und ohne Plan losfahren, einfach der Nase nach.

    Herkunft: Blau steht in mehreren deutschen Wendungen für das Unbestimmte und Ferne, wie im blauen Dunst und im Blauen vom Himmel.

    Themen: Alltag

  • Jemandem nicht grün sein

    Redew.

    Jemanden nicht leiden können und ihm das auch spüren lassen.

    Herkunft: Grün war in der mittelalterlichen Farbsymbolik die Farbe der Zuneigung und der Hoffnung. Wer jemandem nicht grün ist, verweigert ihm genau die.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Einen Narren an jemandem gefressen haben

  • Rot sehen

    Redew.

    Vor Zorn die Beherrschung verlieren.

    Herkunft: Die Wendung wird meist mit dem Stierkampf erklärt. Das ist falsch, denn Rinder sind rotblind und reagieren auf die Bewegung des Tuchs. Näher liegt die Blutfülle im Gesicht bei starkem Zorn.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern Jemanden auf die Palme bringen

  • Der rote Faden

    Redew.

    Der durchgehende Leitgedanke, der eine Sache zusammenhält.

    Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832

    Herkunft: Die Wendung wurde durch Goethes „Wahlverwandtschaften“ populär, wo er auf den roten Faden in den Tauen der englischen Marine verweist.

    Themen: Sprache und Kommunikation

    QuelleGoethe

  • Rote Zahlen schreiben

    Redew.

    Verluste machen, also mehr ausgeben als einnehmen.

    Herkunft: In der kaufmännischen Buchführung wurden Fehlbeträge traditionell in roter Tinte eingetragen, um sie hervorzuheben.

    Themen: GeldArbeit

    Siehe auch: Ein Fass ohne Boden

  • Den roten Teppich ausrollen

    Redew.

    Jemanden mit großem Aufwand empfangen.

    Herkunft: Der rote Teppich als Zeichen des feierlichen Empfangs ist bereits in der antiken Literatur bezeugt, unter anderem bei Aischylos in der „Orestie“.

    Themen: Menschen und Verhalten

    QuelleAischylos

  • Sich schwarzärgern

    Redew.

    Sich so sehr ärgern, dass man kaum noch an sich halten kann.

    Herkunft: Dieselbe Bildquelle wie beim Grün- und Blauärgern, hier bis zur äußersten Steigerung geführt.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Sich grün und blau ärgern Rot sehen Sich in die Nesseln setzen

  • Das schwarze Schaf sein

    Redew.

    In einer Gruppe derjenige sein, der aus der Reihe fällt und dem alles angelastet wird.

    Herkunft: Schwarze Wolle ließ sich nicht färben und war deshalb weniger wert. Ein schwarzes Lamm in einer weißen Herde galt als Störfall, und daraus wurde das Bild für den, der aus der Reihe fällt.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere

  • Einen schwarzen Tag erwischen

    Redew.

    Einen Tag erleben, an dem nichts gelingt.

    Herkunft: Schwarz als Farbe des Unglücks geht auf die römische Kennzeichnung von Unglückstagen im Kalender zurück.

    Themen: Glück und Pech

    Siehe auch: Vom Regen in die Traufe kommen

  • Schwarzsehen

    Redew.

    Die Zukunft düster einschätzen.

    Herkunft: Schwarz ist in der europäischen Farbsymbolik die Farbe der Trauer und des Unheils. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Alles grau in grau sehen

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