Redewendungen · Redewendungen nach Themen
Redewendungen mit Farben
Farben tragen in Redewendungen feste Bedeutungen: Blau steht für Rausch und Täuschung, Schwarz für das Verbotene, Grün für Erlaubnis und Wachstum.
33 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Redewendungen
Auf einen grünen Zweig kommen
Redew.Wirtschaftlich vorankommen und zu etwas kommen.
Herkunft: Erklärt wird die Wendung über den alten Brauch, beim Verkauf eines Grundstücks einen grünen Zweig als Symbol des Besitzübergangs zu überreichen.
Auch: Auf keinen grünen Zweig kommen
Themen: ErfolgGeldGlück und Pech
Siehe auch: Leben wie die Made im Speck Baden gehen Ins Schwarze treffen
Das Blaue vom Himmel versprechen
Redew.Großzügige Zusagen machen, die sich unmöglich halten lassen.
Herkunft: Blau steht in mehreren deutschen Wendungen für das Unerreichbare und für die Täuschung, so auch im blauen Dunst und in der blauen Blume der Romantik. Wer das Blaue vom Himmel verspricht, verspricht das, was niemand geben kann.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Jemandem einen Bären aufbinden Etwas in den schwärzesten Farben malen
Durch die rosarote Brille sehen
Redew.Alles beschönigt und ohne kritischen Blick wahrnehmen.
Herkunft: Getönte Brillengläser verändern den Farbeindruck der Umgebung. Rosa steht dabei für das Beschönigende, weil es die Welt freundlicher erscheinen lässt, als sie ist.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Sich in jemanden vergucken Sich Hals über Kopf verlieben Liebe auf den ersten Blick
Sich eine goldene Nase verdienen
Redew.An einer Sache außergewöhnlich gut verdienen.
Herkunft: Die Wendung wird auf mittelalterliche Nasensteuern zurückgeführt, was nicht belegt ist. Näher liegt die Nase als Sinnbild für den Menschen selbst, wie in mehreren deutschen Wendungen.
Sich grün und blau ärgern
Redew.Sich maßlos über etwas ärgern.
Herkunft: Die Farben verweisen auf Blutergüsse, die als Folge von Schlägen entstehen. Der Ärger wird also mit einer körperlichen Misshandlung gleichgesetzt.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Sich schwarzärgern Rot sehen Sich in die Nesseln setzen
Etwas in den schwärzesten Farben malen
Redew.Eine Lage schlimmer darstellen, als sie ist.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Malerei und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: Sprache und Kommunikation
Siehe auch: Das Blaue vom Himmel versprechen Jemanden in den höchsten Tönen loben Jemandem goldene Berge versprechen
Etwas in rosigem Licht sehen
Redew.Eine Sache günstiger einschätzen, als sie ist.
Herkunft: Verwandt mit der rosaroten Brille. Rosa steht in beiden Wendungen für das Beschönigende.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Durch die rosarote Brille sehen
Mit einem blauen Auge davonkommen
Redew.Eine gefährliche Lage mit vergleichsweise geringem Schaden überstehen.
Herkunft: Das blaue Auge ist die geringste sichtbare Verletzung nach einer Schlägerei. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: Glück und PechKörper
Siehe auch: Glück im Unglück haben
Jemandem nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnen
Redew.Jemandem nicht das Geringste gönnen.
Herkunft: Der Schmutzrand unter dem Nagel steht für das Wertloseste, das man sich denken kann.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Grün vor Neid werden
Noch grün hinter den Ohren sein
Redew.Noch jung und unerfahren sein.
Herkunft: Grün steht hier für unreif, wie bei Früchten. Die Ohren gelten in mehreren Wendungen als die Stelle, die zuletzt reift.
Themen: Menschen und Verhalten
Redewendungen mit belegter Herkunft
Alles grau in grau sehen
Redew.Die Lage durchweg trübe einschätzen.
Herkunft: Die Wendung ist eine Malereimetapher: Grau in Grau bezeichnet eine Technik, bei der ein Bild ausschließlich in Grautönen ausgeführt wird. Sie heißt fachsprachlich Grisaille.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Schwarzsehen
Das ist nicht das Gelbe vom Ei
Redew.Das ist nicht besonders gut, wenn auch nicht schlecht.
Herkunft: Der Dotter galt als der wertvolle Teil des Eis. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: Essen und TrinkenAlltag
Siehe auch: Ein Haar in der Suppe finden
Etwas schwarz auf weiß haben
Redew.Etwas schriftlich und damit belegbar vorliegen haben.
Herkunft: Schwarze Tinte auf weißem Papier. Die Wendung wurde durch Goethes „Faust“ zusätzlich bekannt, wo Mephisto dem Schüler rät, alles Gesagte nach Hause zu tragen.
QuelleGoethe
Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben
Redew.Die Verantwortung für ein Problem auf einen anderen abwälzen.
Herkunft: Benannt nach dem Kartenspiel, in dem verliert, wer am Ende die unpaarige Karte in der Hand hält.
Themen: Menschen und VerhaltenGlück und Pech
Siehe auch: Etwas auf dem Kerbholz haben Den Kopf hinhalten müssen Auf Pump leben
Kurze Redewendungen
Blaues Blut haben
Redew.Von adliger Abstammung sein, meist leicht spöttisch gebraucht.
Herkunft: Der Ausdruck stammt aus dem Spanischen und bezog sich auf die hellhäutigen Adligen, bei denen die Venen bläulich durchschienen, im Gegensatz zu den sonnengebräunten Landarbeitern.
Themen: Menschen und Verhalten
Blaumachen
Redew.Unentschuldigt der Arbeit oder Schule fernbleiben.
Herkunft: Erklärt wird die Wendung über den „blauen Montag“ der Färber, an dem die mit Färberwaid gefärbten Stoffe an der Luft nachoxidieren mussten und nicht gearbeitet werden konnte. Belegt ist diese Herleitung nicht.
Themen: Arbeit
Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Das Pferd von hinten aufzäumen
Jemandem goldene Brücken bauen
Redew.Jemandem den Rückzug leicht machen, ohne dass er sein Gesicht verliert.
Herkunft: Die Wendung geht auf eine antike Kriegsregel zurück, dem fliehenden Feind eine Brücke zu bauen, damit er abzieht statt verzweifelt zu kämpfen.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Kalte Füße bekommen
Die graue Eminenz
Redew.Jemand, der ohne offizielles Amt großen Einfluss ausübt.
Herkunft: Der Ausdruck bezeichnete ursprünglich den Kapuzinermönch François Leclerc du Tremblay, den grau gekleideten Vertrauten des Kardinals Richelieu.
Themen: Menschen und Verhalten
QuelleRichelieu
Grün vor Neid werden
Redew.Vor Missgunst kaum an sich halten können.
Herkunft: Die Säftelehre der antiken Medizin ordnete Gemütszustände Körperflüssigkeiten zu; die grüngelbe Galle stand für Missgunst und Zorn. Daher auch der Ausdruck, jemandem laufe die Galle über.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Jemandem nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnen
Grünes Licht geben
Redew.Eine Erlaubnis erteilen und den Startschuss geben.
Herkunft: Das Bild stammt von der Signaltechnik im Eisenbahn- und Straßenverkehr.
Ins Blaue fahren
Redew.Ohne festes Ziel und ohne Plan losfahren, einfach der Nase nach.
Herkunft: Blau steht in mehreren deutschen Wendungen für das Unbestimmte und Ferne, wie im blauen Dunst und im Blauen vom Himmel.
Themen: Alltag
Jemandem nicht grün sein
Redew.Jemanden nicht leiden können und ihm das auch spüren lassen.
Herkunft: Grün war in der mittelalterlichen Farbsymbolik die Farbe der Zuneigung und der Hoffnung. Wer jemandem nicht grün ist, verweigert ihm genau die.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Einen Narren an jemandem gefressen haben
Rot sehen
Redew.Vor Zorn die Beherrschung verlieren.
Herkunft: Die Wendung wird meist mit dem Stierkampf erklärt. Das ist falsch, denn Rinder sind rotblind und reagieren auf die Bewegung des Tuchs. Näher liegt die Blutfülle im Gesicht bei starkem Zorn.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern Jemanden auf die Palme bringen
Der rote Faden
Redew.Der durchgehende Leitgedanke, der eine Sache zusammenhält.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Die Wendung wurde durch Goethes „Wahlverwandtschaften“ populär, wo er auf den roten Faden in den Tauen der englischen Marine verweist.
Themen: Sprache und Kommunikation
QuelleGoethe
Rote Zahlen schreiben
Redew.Verluste machen, also mehr ausgeben als einnehmen.
Herkunft: In der kaufmännischen Buchführung wurden Fehlbeträge traditionell in roter Tinte eingetragen, um sie hervorzuheben.
Siehe auch: Ein Fass ohne Boden
Den roten Teppich ausrollen
Redew.Jemanden mit großem Aufwand empfangen.
Herkunft: Der rote Teppich als Zeichen des feierlichen Empfangs ist bereits in der antiken Literatur bezeugt, unter anderem bei Aischylos in der „Orestie“.
Themen: Menschen und Verhalten
QuelleAischylos
Sich schwarzärgern
Redew.Sich so sehr ärgern, dass man kaum noch an sich halten kann.
Herkunft: Dieselbe Bildquelle wie beim Grün- und Blauärgern, hier bis zur äußersten Steigerung geführt.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Sich grün und blau ärgern Rot sehen Sich in die Nesseln setzen
Das schwarze Schaf sein
Redew.In einer Gruppe derjenige sein, der aus der Reihe fällt und dem alles angelastet wird.
Herkunft: Schwarze Wolle ließ sich nicht färben und war deshalb weniger wert. Ein schwarzes Lamm in einer weißen Herde galt als Störfall, und daraus wurde das Bild für den, der aus der Reihe fällt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Einen schwarzen Tag erwischen
Redew.Einen Tag erleben, an dem nichts gelingt.
Herkunft: Schwarz als Farbe des Unglücks geht auf die römische Kennzeichnung von Unglückstagen im Kalender zurück.
Themen: Glück und Pech
Siehe auch: Vom Regen in die Traufe kommen
Schwarzsehen
Redew.Die Zukunft düster einschätzen.
Herkunft: Schwarz ist in der europäischen Farbsymbolik die Farbe der Trauer und des Unheils. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Alles grau in grau sehen
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