Redewendungen · Redewendungen nach Themen
Redewendungen mit Farben
Farben tragen in Redewendungen feste Bedeutungen: Blau steht für Rausch und Täuschung, Schwarz für das Verbotene, Grün für Erlaubnis und Wachstum.
20 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Redewendungen
Auf einen grünen Zweig kommen
Redew.Wirtschaftlich vorankommen und zu etwas kommen.
Herkunft: Erklärt wird die Wendung über den alten Brauch, beim Verkauf eines Grundstücks einen grünen Zweig als Symbol des Besitzübergangs zu überreichen.
Auch: Auf keinen grünen Zweig kommen
Themen: ErfolgGeldGlück und Pech
Siehe auch: Leben wie die Made im Speck Baden gehen Ins Schwarze treffen
Das Blaue vom Himmel versprechen
Redew.Großzügige Zusagen machen, die sich unmöglich halten lassen.
Herkunft: Blau steht in mehreren deutschen Wendungen für das Unerreichbare und für die Täuschung, so auch im blauen Dunst und in der blauen Blume der Romantik. Wer das Blaue vom Himmel verspricht, verspricht das, was niemand geben kann.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Jemandem einen Bären aufbinden Den Mund zu voll nehmen
Durch die rosarote Brille sehen
Redew.Alles beschönigt und ohne kritischen Blick wahrnehmen.
Herkunft: Getönte Brillengläser verändern den Farbeindruck der Umgebung. Rosa steht dabei für das Beschönigende, weil es die Welt freundlicher erscheinen lässt, als sie ist.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Liebe auf den ersten Blick Jemandem den Kopf verdrehen Schmetterlinge im Bauch haben
Sich grün und blau ärgern
Redew.Sich maßlos über etwas ärgern.
Herkunft: Die Farben verweisen auf Blutergüsse, die als Folge von Schlägen entstehen. Der Ärger wird also mit einer körperlichen Misshandlung gleichgesetzt.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Sich schwarzärgern Rot sehen Sich in die Nesseln setzen
Mit einem blauen Auge davonkommen
Redew.Eine gefährliche Lage mit vergleichsweise geringem Schaden überstehen.
Herkunft: Das blaue Auge ist die geringste sichtbare Verletzung nach einer Schlägerei. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: Glück und PechKörper
Siehe auch: Glück im Unglück haben
Redewendungen mit belegter Herkunft
Alles grau in grau sehen
Redew.Die Lage durchweg trübe einschätzen.
Herkunft: Die Wendung ist eine Malereimetapher: Grau in Grau bezeichnet eine Technik, bei der ein Bild ausschließlich in Grautönen ausgeführt wird. Sie heißt fachsprachlich Grisaille.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Schwarzsehen
Etwas schwarz auf weiß haben
Redew.Etwas schriftlich und damit belegbar vorliegen haben.
Herkunft: Schwarze Tinte auf weißem Papier. Die Wendung wurde durch Goethes „Faust“ zusätzlich bekannt, wo Mephisto dem Schüler rät, alles Gesagte nach Hause zu tragen.
QuelleGoethe
Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben
Redew.Die Verantwortung für ein Problem auf einen anderen abwälzen.
Herkunft: Benannt nach dem Kartenspiel, in dem verliert, wer am Ende die unpaarige Karte in der Hand hält.
Themen: Menschen und VerhaltenGlück und Pech
Siehe auch: Etwas auf dem Kerbholz haben Den Kopf hinhalten müssen Auf Pump leben
Kurze Redewendungen
Blaumachen
Redew.Unentschuldigt der Arbeit oder Schule fernbleiben.
Herkunft: Erklärt wird die Wendung über den „blauen Montag“ der Färber, an dem die mit Färberwaid blau gefärbten Stoffe an der Luft trocknen mussten und nicht gearbeitet werden konnte.
Themen: Arbeit
Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Das Pferd von hinten aufzäumen
Grün vor Neid werden
Redew.Vor Missgunst kaum an sich halten können.
Herkunft: Die Säftelehre der antiken Medizin ordnete Gemütszustände Körperflüssigkeiten zu; die grüngelbe Galle stand für Missgunst und Zorn. Daher auch der Ausdruck, jemandem laufe die Galle über.
Themen: Menschen und Verhalten
Grünes Licht geben
Redew.Eine Erlaubnis erteilen und den Startschuss geben.
Herkunft: Das Bild stammt von der Signaltechnik im Eisenbahn- und Straßenverkehr.
Ins Blaue fahren
Redew.Ohne festes Ziel und ohne Plan losfahren, einfach der Nase nach.
Herkunft: Blau steht in mehreren deutschen Wendungen für das Unbestimmte und Ferne, wie im blauen Dunst und im Blauen vom Himmel.
Themen: Alltag
Rot sehen
Redew.Vor Zorn die Beherrschung verlieren.
Herkunft: Die Wendung wird meist mit dem Stierkampf erklärt. Das ist falsch, denn Rinder sind rotblind und reagieren auf die Bewegung des Tuchs. Näher liegt die Blutfülle im Gesicht bei starkem Zorn.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern Jemanden auf die Palme bringen
Der rote Faden
Redew.Der durchgehende Leitgedanke, der eine Sache zusammenhält.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Die Wendung wurde durch Goethes „Wahlverwandtschaften“ populär, wo er auf den roten Faden in den Tauen der englischen Marine verweist.
Themen: Sprache und Kommunikation
QuelleGoethe
Den roten Teppich ausrollen
Redew.Jemanden mit großem Aufwand empfangen.
Herkunft: Der rote Teppich als Zeichen des feierlichen Empfangs ist bereits in der antiken Literatur bezeugt, unter anderem bei Aischylos in der „Orestie“.
Themen: Menschen und Verhalten
QuelleAischylos
Sich schwarzärgern
Redew.Sich so sehr ärgern, dass man kaum noch an sich halten kann.
Herkunft: Dieselbe Bildquelle wie beim Grün- und Blauärgern, hier bis zur äußersten Steigerung geführt.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Sich grün und blau ärgern Rot sehen Sich in die Nesseln setzen
Das schwarze Schaf sein
Redew.In einer Gruppe derjenige sein, der aus der Reihe fällt und dem alles angelastet wird.
Herkunft: Schwarze Wolle ließ sich nicht färben und war deshalb weniger wert. Ein schwarzes Lamm in einer weißen Herde galt als Störfall, und daraus wurde das Bild für den, der aus der Reihe fällt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Schwarzsehen
Redew.Die Zukunft düster einschätzen.
Herkunft: Schwarz ist in der europäischen Farbsymbolik die Farbe der Trauer und des Unheils. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Alles grau in grau sehen
Weiße Mäuse sehen
Redew.Vor lauter Alkohol Dinge sehen, die nicht da sind.
Herkunft: Die Wendung bezieht sich auf Trugbilder im Alkoholentzug, bei denen kleine Tiere zu den häufigsten Wahrnehmungen gehören.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Siehe auch: Zu tief ins Glas schauen
Eine weiße Weste haben
Redew.Sich nichts vorwerfen lassen müssen, einen unbescholtenen Ruf haben.
Herkunft: Weiße Wäsche war schwer sauber zu halten und galt deshalb als Zeichen von Sorgfalt und Unbescholtenheit. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: Menschen und Verhalten
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