Zum Inhalt springen

Redewendungen · Redewendungen nach Themen

Redewendungen über Arbeit, Seite 2

76 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 2 von 3

Bekannte Redewendungen

  • Etwas in den Griff bekommen

    Redew.

    Eine Sache, die außer Kontrolle geraten war, wieder beherrschen.

    Herkunft: Dieselbe Bildquelle wie beim Griff des Werkzeugs, hier auf den Vorgang bezogen: Eine Sache, die sich entzogen hatte, wird wieder fassbar.

    Themen: ArbeitErfolgKörper

    Siehe auch: Etwas im Griff haben Aus dem Ruder laufen

  • Etwas in den Sand setzen

    Redew.

    Ein Vorhaben gründlich misslingen lassen, meist unter Verlust von Geld oder Ansehen.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Turnierreiten: Wer den Gegner traf, setzte ihn in den Sand der Bahn.

    Themen: ArbeitGlück und Pech

    Siehe auch: Auf der Strecke bleiben Sich an etwas die Zähne ausbeißen Ins Wasser fallen

  • Etwas in trockene Tücher bringen

    Redew.

    Eine Angelegenheit endgültig und verbindlich regeln.

    Herkunft: Die Wendung wird auf das Wickeln von Säuglingen zurückgeführt, aber ebenso auf die Tuchmacherei, in der nasse Bahnen erst nach dem Trocknen verkäuflich waren. Beide Deutungen sind gebräuchlich, keine ist gesichert.

    Auch: Etwas unter Dach und Fach bringen · In trockenen Tüchern sein

    Themen: ErfolgArbeitGeld

    Siehe auch: Etwas unter Dach und Fach bringen Etwas vom Tisch haben

  • Jemanden ins kalte Wasser werfen

    Redew.

    Jemanden ohne Vorbereitung in eine schwierige Aufgabe schicken.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Schwimmenlernen nach alter Methode, bei der der Anfänger ohne Vorbereitung ins Wasser gesetzt wurde.

    Auch: Ins kalte Wasser geworfen werden · Ins kalte Wasser springen

    Themen: ArbeitMenschen und VerhaltenAlltag

    Siehe auch: Das Eis brechen

  • Das ist nicht mein Bier

    Redew.

    Dafür bin ich nicht zuständig.

    Herkunft: Die Wendung wird auf die Zeit zurückgeführt, in der Bier in Wirtshäusern namentlich zugeordnet wurde. Sicher belegt ist diese Erklärung nicht; möglich ist auch eine Ableitung vom französischen „affaire“, das mundartlich als „bier“ erscheint.

    Themen: AlltagEssen und TrinkenArbeit

  • Den Karren aus dem Dreck ziehen

    Redew.

    Eine verfahrene Lage wieder in Ordnung bringen.

    Herkunft: Vor dem Ausbau befestigter Straßen blieben Fuhrwerke regelmäßig im Schlamm stecken. Den Karren wieder flottzumachen war eine mühsame Gemeinschaftsarbeit.

    Auch: Den Karren in den Dreck fahren

    Themen: ArbeitErfolg

    Siehe auch: Den Laden schmeißen Das Ruder herumreißen Etwas auslöffeln müssen

  • Jemanden mit ins Boot holen

    Redew.

    Jemanden an einem Vorhaben beteiligen und für die Sache gewinnen.

    Herkunft: Aus der Seefahrt: Wer an Bord genommen wird, teilt von da an das Schicksal der Mannschaft.

    Themen: ArbeitSprache und Kommunikation

  • Den Pelz waschen, ohne ihn nass zu machen

    Redew.

    Etwas erreichen wollen, ohne den dafür nötigen Aufwand oder das Risiko in Kauf zu nehmen.

    Herkunft: Die Wendung ist als lateinische Schulformel überliefert und beschreibt einen Widerspruch in sich, ähnlich wie das Bild vom Wolf, der satt ist, während das Schaf unversehrt bleibt.

    Themen: ArbeitMenschen und Verhalten

Kurze Redewendungen

  • Grünes Licht geben

    Redew.

    Eine Erlaubnis erteilen und den Startschuss geben.

    Herkunft: Das Bild stammt von der Signaltechnik im Eisenbahn- und Straßenverkehr.

    Themen: FarbenArbeitErfolg

  • Das Handtuch werfen

    Redew.

    Aufgeben und eine Sache vorzeitig beenden.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Boxsport: Der Betreuer wirft ein Handtuch in den Ring, um den Kampf für seinen Boxer zu beenden.

    Themen: AlltagGlück und PechArbeit

    Siehe auch: Die Waffen strecken Die Segel streichen Die Flinte ins Korn werfen

  • Hart am Wind segeln

    Redew.

    Sich dicht an der Grenze des Erlaubten oder des Machbaren bewegen.

    Herkunft: Bezeichnet in der Seefahrt den Kurs möglichst nah an die Windrichtung heran.

    Themen: ArbeitMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Den Bock zum Gärtner machen Kopf und Kragen riskieren Alles auf eine Karte setzen

  • Ein heißes Eisen anfassen

    Redew.

    Ein heikles Thema ansprechen, an das sich sonst niemand herantraut.

    Herkunft: Aus der Schmiede: Das glühende Eisen lässt sich nur mit der Zange greifen. Wer es dennoch anfasst, geht ein Risiko ein.

    Themen: Sprache und KommunikationArbeit

  • Etwas im Griff haben

    Redew.

    Eine Sache sicher beherrschen.

    Herkunft: Der Griff ist das Werkzeugteil, das man fasst. Wer eine Sache im Griff hat, führt sie so sicher wie ein vertrautes Gerät.

    Themen: ErfolgArbeitKörper

    Siehe auch: Etwas in den Griff bekommen Etwas aus dem Ärmel schütteln Etwas aus dem Effeff können

  • In den Startlöchern stehen

    Redew.

    Vorbereitet sein und nur noch auf das Startsignal warten.

    Herkunft: Das Bild stammt aus der Leichtathletik, wo Sprinter vor Einführung der Startblöcke Löcher in die Aschenbahn gruben.

    Themen: ArbeitErfolg

  • In die Hände spucken

    Redew.

    Sich zur Arbeit bereitmachen und kräftig zupacken.

    Herkunft: Handwerker und Bauern spuckten in die Hände, um besseren Halt am Werkzeugstiel zu bekommen. Die Geste ging als Bild für den Arbeitsbeginn in die Sprache über.

    Themen: ArbeitKörper

    Siehe auch: Die Ärmel hochkrempeln

  • Etwas ins Rollen bringen

    Redew.

    Einen Vorgang in Gang setzen, der dann von allein weiterläuft.

    Herkunft: Das Bild ist das eines angestoßenen Rades oder Steins, der von allein weiterläuft. Verwandt ist die Lawine, die losgetreten wird.

    Themen: ArbeitAlltagErfolg

  • Das Kind schon schaukeln

    Redew.

    Zuversichtlich ankündigen, dass man eine Sache schon in Ordnung bringen wird.

    Herkunft: Eine jüngere umgangssprachliche Bildung. Das Schaukeln steht für die geübte Handhabung einer Sache, die andere für schwierig halten.

    Auch: Wir werden das Kind schon schaukeln

    Themen: ErfolgArbeitAlltag

  • Klar Schiff machen

    Redew.

    Gründlich aufräumen und offene Angelegenheiten regeln.

    Herkunft: Das Kommando bereitete ein Kriegsschiff auf das Gefecht vor.

    Themen: ArbeitAlltag

    Siehe auch: Alles in Butter

  • Die Koffer packen

    Redew.

    Gehen, meist im Sinne von aufgeben oder entlassen werden.

    Herkunft: Wörtlich der Aufbruch, übertragen die Kündigung oder Entlassung. Die Wendung ist mit dem Reiseverkehr des 19. Jahrhunderts entstanden.

    Themen: AlltagArbeit

  • Den Kopf hinhalten müssen

    Redew.

    Für etwas geradestehen, das man nicht zu verantworten hat.

    Herkunft: Das Bild stammt aus dem Strafrecht der frühen Neuzeit, in dem der Kopf im Wortsinn für ein Vergehen einstand.

    Themen: Menschen und VerhaltenArbeitKörper

    Siehe auch: Etwas ausbaden müssen Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben Etwas auslöffeln müssen

  • Den Laden schmeißen

    Redew.

    Den Betrieb praktisch allein am Laufen halten.

    Herkunft: Umgangssprachlich seit dem 19. Jahrhundert. „Laden“ steht dabei nicht nur für das Geschäft, sondern für den ganzen Betrieb.

    Themen: ArbeitErfolg

    Siehe auch: Etwas auf die Beine stellen Den Karren aus dem Dreck ziehen Etwas auslöffeln müssen

  • Nach jemandes Pfeife tanzen

    Redew.

    Sich vollständig nach dem Willen eines anderen richten.

    Äsopgriechischer Fabeldichter, 6. Jahrhundert v. Chr.

    Herkunft: Das Bild geht auf eine Fabel Äsops vom Fischer zurück, der den Fischen aufspielt, damit sie tanzen.

    Themen: Menschen und VerhaltenArbeit

    QuelleÄsop

  • Nägel mit Köpfen machen

    Redew.

    Eine Sache gründlich und konsequent zu Ende bringen.

    Herkunft: Das Bild stammt aus dem Schmiedehandwerk: Nur ein Nagel mit Kopf hält dauerhaft.

    Themen: ErfolgArbeit

  • Die Notbremse ziehen

    Redew.

    Ein Vorhaben abrupt beenden, bevor größerer Schaden entsteht.

    Herkunft: Aus dem Eisenbahnwesen: Die Notbremse steht jedem Reisenden zur Verfügung, darf aber nur bei Gefahr betätigt werden.

    Themen: ArbeitAlltag

  • Offene Türen einrennen

    Redew.

    Sich für etwas einsetzen, das ohnehin schon alle befürworten.

    Herkunft: Aus der Belagerungssprache: Ein Tor mit dem Rammbock aufzubrechen, das ohnehin offen steht, ist verschwendete Mühe.

    Themen: Sprache und KommunikationArbeit

  • Das Pferd von hinten aufzäumen

    Redew.

    Eine Sache in der falschen Reihenfolge angehen.

    Herkunft: Aufgezäumt wird ein Pferd am Kopf. Wer von hinten beginnt, hat die Reihenfolge vertauscht und kommt nicht voran.

    Themen: ArbeitTiere

    Siehe auch: Sich die Sporen verdienen Etwas in den Sand setzen Blaumachen

  • Pi mal Daumen

    Redew.

    Grob geschätzt, ohne genaue Berechnung.

    Herkunft: Die Wendung verbindet die Kreiszahl mit dem Daumensprung, einem alten Verfahren zum groben Schätzen von Entfernungen. Sie ist erst im 20. Jahrhundert entstanden.

    Auch: Über den Daumen gepeilt

    Themen: AlltagArbeitKörper

  • Pleite gehen

    Redew.

    Zahlungsunfähig werden und den Betrieb oder die eigenen Finanzen nicht mehr aufrechterhalten können.

    Herkunft: „Pleite“ geht über das Rotwelsche auf das jiddische Wort für Flucht zurück; gemeint war ursprünglich der Schuldner, der sich davonmachte.

    Themen: GeldArbeit

  • Jemandem den Rücken stärken

    Redew.

    Jemandem Rückhalt geben, damit er sich behaupten kann.

    Herkunft: Der Rücken steht für die Fähigkeit, eine Last zu tragen und aufrecht zu bleiben. Wer ihn stärkt, gibt Rückhalt.

    Themen: Menschen und VerhaltenKörperArbeit

    Siehe auch: Jemandem unter die Arme greifen

  • Das Ruder herumreißen

    Redew.

    Eine bereits schlecht laufende Sache im letzten Moment noch zum Guten wenden.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus der Seefahrt.

    Themen: ErfolgArbeit

    Siehe auch: Den Karren aus dem Dreck ziehen Die Kurve kriegen Den Spieß umdrehen

Auf dieser Seite stehen redewendungen über Arbeit. Alle weiteren Themen finden Sie im Themenregister, den gesamten Bestand im alphabetischen Verzeichnis.