Redewendungen · Redewendungen nach Themen
Redewendungen mit Tieren
Hund, Katze, Bär, Fisch und Vogel liefern einen erheblichen Teil aller deutschen Redewendungen. Meist geht es um Verhalten, das man einem Tier zuschreibt und auf Menschen überträgt.
36 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Redewendungen
Sich auf die Hinterbeine stellen
Redew.Sich wehren und nicht länger alles hinnehmen.
Herkunft: Das Bild stammt vom Pferd, das sich aufbäumt, und vom Bären, der sich zur Wehr setzt.
Themen: Menschen und Verhalten
Aus einer Mücke einen Elefanten machen
Redew.Eine Kleinigkeit maßlos aufbauschen.
Herkunft: Der Gegensatz von kleinstem und größtem Tier ist ein altes rhetorisches Bild. Im Deutschen ist die Wendung seit dem 16. Jahrhundert belegt, das Motiv selbst geht auf die griechische Antike zurück.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Den Mund zu voll nehmen Das Blaue vom Himmel versprechen
Da liegt der Hund begraben
Redew.Das ist der eigentliche Grund für das Problem.
Herkunft: Verbreitet ist die Erklärung, die Wendung gehe auf einen Grabstein für einen treuen Hund zurück. Sprachwissenschaftlich näher liegt eine Ableitung vom mittelhochdeutschen „hunde“ für Beute oder Schatz: Dort, wo der Schatz vergraben liegt, ist der entscheidende Punkt.
Themen: AlltagSprache und Kommunikation
Siehe auch: Wissen, wo der Hase im Pfeffer liegt
Jemandem einen Floh ins Ohr setzen
Redew.Jemandem einen Gedanken einpflanzen, der ihn nicht mehr loslässt.
Herkunft: Das Bild ist das eines Tieres im Ohr, das keine Ruhe lässt. Es gehört zu derselben Vorstellungswelt wie der Vogel im Kopf.
Themen: Sprache und KommunikationKörper
Siehe auch: Der Hecht im Karpfenteich sein
Das geht auf keine Kuhhaut
Redew.Das übersteigt jedes Maß, das lässt sich gar nicht mehr aufzählen.
Herkunft: Verwiesen wird auf Pergament aus Tierhaut als Beschreibstoff: Selbst eine ganze Kuhhaut würde für die Aufzählung nicht reichen.
Themen: Alltag
Die Katze aus dem Sack lassen
Redew.Etwas preisgeben, das man bis dahin bewusst zurückgehalten hat.
Herkunft: Die Wendung wird auf einen alten Markttrick zurückgeführt, bei dem statt eines Ferkels eine Katze im zugebundenen Sack verkauft wurde. Sobald der Sack geöffnet war, flog der Betrug auf.
Auch: Die Katze ist aus dem Sack.
Themen: AlltagSprache und Kommunikation
Siehe auch: Jemandem etwas auf die Nase binden Eine Leiche im Keller haben
Die Katze im Sack kaufen
Redew.Etwas erwerben, ohne es vorher geprüft zu haben, und dabei ein böses Erwachen riskieren.
Herkunft: Gehört zum selben Marktbetrug wie „die Katze aus dem Sack lassen“: Wer den Sack nicht öffnete, kaufte ungesehen.
Siehe auch: Den Bock zum Gärtner machen Auf das falsche Pferd setzen
Mit jemandem ein Hühnchen rupfen
Redew.Eine offene Rechnung mit jemandem begleichen wollen.
Herkunft: Das gemeinsame Rupfen eines Huhns war eine mühsame Arbeit, bei der man Zeit für ein klärendes Gespräch hatte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Seine Schäfchen ins Trockene bringen
Redew.Den eigenen Vorteil rechtzeitig sichern, oft auf Kosten anderer.
Herkunft: Die Herkunft ist nicht eindeutig belegt. Diskutiert wird neben dem Bild der Schafherde auch eine Ableitung von niederdeutsch „Schäfchen“ für Kapital.
Siehe auch: Den Trumpf ausspielen
Den Stier bei den Hörnern packen
Redew.Ein Problem direkt und entschlossen angehen.
Herkunft: Das Bild stammt vom Umgang mit Zugvieh: Ein widerspenstiger Stier ließ sich nur beherrschen, wenn man ihn an den Hörnern fasste, also dort, wo er gefährlich ist. Die Wendung ist in mehreren europäischen Sprachen verbreitet.
Themen: Menschen und Verhalten
Redewendungen mit belegter Herkunft
Auf das falsche Pferd setzen
Redew.Sich für die Möglichkeit entscheiden, die sich als die schlechtere erweist.
Herkunft: Das Bild stammt vom Wetten beim Pferderennen.
Themen: Glück und Pech
Siehe auch: Die Katze im Sack kaufen Den Bock zum Gärtner machen Das Pferd von hinten aufzäumen
Auf dem hohen Ross sitzen
Redew.Überheblich auftreten und auf andere herabsehen.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Zeit, als nur Ritter und Vornehme zu Pferd unterwegs waren und buchstäblich auf die Fußgänger herabsahen.
Auch: Sich aufs hohe Ross setzen
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Die Nase hoch tragen Das Pferd von hinten aufzäumen Auf das falsche Pferd setzen
Den Bock zum Gärtner machen
Redew.Ausgerechnet demjenigen eine Aufgabe übertragen, der dafür am wenigsten geeignet ist.
Herkunft: Ziegenböcke fressen mit Vorliebe junge Triebe und richten in einem Garten in kurzer Zeit großen Schaden an. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: ArbeitMenschen und Verhalten
Siehe auch: Hart am Wind segeln Kopf und Kragen riskieren Die Katze im Sack kaufen
Der Hecht im Karpfenteich sein
Redew.Jemand sein, der in eine träge oder eingespielte Gruppe Bewegung, Unruhe und Konkurrenzdruck bringt.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Teichwirtschaft: Ein eingesetzter Raubfisch hält die Karpfen in Bewegung und soll so ihre Kondition verbessern.
Auch: Ein Hecht im Karpfenteich
Themen: Menschen und VerhaltenArbeit
Siehe auch: Jemandem einen Floh ins Ohr setzen
Den Kopf in den Sand stecken
Redew.Einer unangenehmen Lage ausweichen, statt sich ihr zu stellen.
Herkunft: Beruht auf der irrigen Annahme, Strauße würden bei Gefahr den Kopf vergraben.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Das Herz rutscht in die Hose Den Teufel an die Wand malen
Mit den Hühnern schlafen gehen
Redew.Sehr früh am Abend zu Bett gehen.
Herkunft: Hühner suchen bei Einbruch der Dämmerung den Stall auf. Wer mit ihnen schlafen geht, legt sich ungewöhnlich früh nieder.
Themen: Menschen und VerhaltenAlltag
Sich mit fremden Federn schmücken
Redew.Sich eine Leistung zuschreiben, die ein anderer erbracht hat.
Äsopgriechischer Fabeldichter, 6. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Das Bild stammt aus einer Fabel Äsops von der Krähe, die sich mit Pfauenfedern schmückt.
Themen: Menschen und Verhalten
QuelleÄsop
Perlen vor die Säue werfen
Redew.Etwas Wertvolles jemandem geben, der es nicht zu schätzen weiß.
Herkunft: Der Ausdruck stammt aus der Bergpredigt (Matthäus 7,6).
Themen: Menschen und Verhalten
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Sein Geld zum Fenster hinauswerfen
Das Pferd von hinten aufzäumen
Redew.Eine Sache in der falschen Reihenfolge angehen.
Herkunft: Aufgezäumt wird ein Pferd am Kopf. Wer von hinten beginnt, hat die Reihenfolge vertauscht und kommt nicht voran.
Themen: Arbeit
Siehe auch: Sich die Sporen verdienen Etwas in den Sand setzen Blaumachen
Kurze Redewendungen
Auf den Hund kommen
Redew.Wirtschaftlich oder gesundheitlich stark herunterkommen.
Herkunft: Für diese Wendung gibt es mehrere Deutungen, keine davon gesichert. Genannt werden der Hund als geringstes Zugtier, ein auf den Boden von Truhen gemalter Hund, der beim Leerwerden sichtbar wurde, und der Grubenhund im Bergbau. Belegen lässt sich keine dieser Erklärungen.
Themen: Glück und PechGeld
Jemandem einen Bären aufbinden
Redew.Jemandem etwas Erfundenes so erzählen, dass er es glaubt.
Herkunft: „Bär“ geht hier vermutlich auf ein älteres Wort für Last oder Abgabe zurück, nicht auf das Tier. Wer jemandem einen Bären aufbindet, lädt ihm eine Last auf, die er nicht bemerkt.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Ein Wolf im Schafspelz Das Blaue vom Himmel versprechen
Jemandem einen Bärendienst erweisen
Redew.In guter Absicht helfen und damit alles schlimmer machen.
Jean de La Fontainefranzösischer Fabeldichter, 1621 bis 1695
Herkunft: Geht auf eine Fabel von La Fontaine zurück, in der ein Bär seinem schlafenden Herrn eine Fliege mit einem Stein von der Stirn schlägt.
Themen: Menschen und Verhalten
QuelleLa Fontaine
Siehe auch: Jemandem unter die Arme greifen
Ein dickes Fell haben
Redew.Unempfindlich gegenüber Kritik und Widrigkeiten sein.
Herkunft: Das Bild stammt vom Tier, dessen Fell Schläge und Kälte abhält. Wer ein dickes Fell hat, lässt Kränkungen nicht an sich heran.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden an den Pranger stellen Jemandem den Kopf waschen Ein Haar in der Suppe finden
Katz und Maus spielen
Redew.Jemanden im Ungewissen lassen und die eigene Überlegenheit auskosten.
Herkunft: Die Katze tötet die gefangene Maus nicht sofort, sondern lässt sie mehrfach entkommen. Genau diese Grausamkeit meint die Wendung.
Themen: Menschen und Verhalten
Mit den Wölfen heulen
Redew.Sich der Mehrheit anschließen, auch gegen die eigene Überzeugung.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf die Beobachtung zurück, dass ein einzelnes Tier im Rudel mitheult, um nicht aufzufallen.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Sein Fähnchen nach dem Wind hängen Den Mantel nach dem Wind hängen
Die Sau rauslassen
Redew.Ausgelassen feiern und alle Zurückhaltung fahren lassen.
Herkunft: Die Wendung wird auf das dörfliche Fest zurückgeführt, bei dem die Schweine aus dem Stall gelassen wurden. Sicher belegt ist das nicht; die derbe Bildlichkeit spricht eher für eine jüngere Bildung der Umgangssprache.
Themen: Menschen und Verhalten
Schmetterlinge im Bauch haben
Redew.Das kribbelige Gefühl frischer Verliebtheit spüren.
Herkunft: Lehnübersetzung aus dem Englischen („butterflies in one's stomach“), im Deutschen erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitet.
Siehe auch: Jemandem den Kopf verdrehen Bis über beide Ohren verliebt sein Liebe auf den ersten Blick
Den Schwanz einziehen
Redew.Kleinlaut zurückweichen, nachdem man vorher groß aufgetreten ist.
Herkunft: Das Bild stammt vom Verhalten unterlegener Hunde.
Themen: Menschen und Verhalten
Das schwarze Schaf sein
Redew.In einer Gruppe derjenige sein, der aus der Reihe fällt und dem alles angelastet wird.
Herkunft: Schwarze Wolle ließ sich nicht färben und war deshalb weniger wert. Ein schwarzes Lamm in einer weißen Herde galt als Störfall, und daraus wurde das Bild für den, der aus der Reihe fällt.
Themen: Menschen und VerhaltenFarben
Schwein haben
Redew.Unverdientes Glück haben, besonders wenn eine Sache knapp gut ausgeht.
Herkunft: Die Herkunft ist nicht eindeutig belegt. Verbreitet ist der Hinweis auf mittelalterliche Schützenfeste, bei denen der Letzte als Trostpreis ein Schwein erhielt.
Themen: Glück und Pech
Siehe auch: Mehr Glück als Verstand haben Einen Schutzengel gehabt haben Auf Wolke sieben schweben
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