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A–Z-Verzeichnis

Redewendungen mit A

Hier können Sie alle redewendungen dieses Nachschlagewerks alphabetisch nachschlagen, deren Stichwort mit A beginnt. Sortiert wird wie im gedruckten Wörterbuch nach dem ersten inhaltstragenden Wort, Artikel bleiben unberücksichtigt.

60 Einträge mit Bedeutung · Seite 1 von 2

  • Sich eine Abfuhr holen

    Redew.

    Deutlich zurückgewiesen werden.

    Herkunft: „Abfuhr“ stammt aus der studentischen Fechtsprache, wo der Unterlegene vom Platz geführt wurde.

    Themen: LiebeMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Einen Korb bekommen Jemandem die kalte Schulter zeigen

  • Jemandem etwas abknöpfen

    Redew.

    Jemandem Geld abnehmen, meist durch Überredung.

    Herkunft: Knöpfe waren an alter Kleidung wertvoll und wurden einzeln abgetrennt und weiterverwendet. Wer jemandem etwas abknöpft, nimmt ihm ein Stück seines Besitzes.

    Themen: GeldMenschen und Verhalten

  • Alle Brücken hinter sich abbrechen

    Redew.

    Sich jede Rückkehrmöglichkeit nehmen und einen radikalen Neuanfang erzwingen.

    Herkunft: Wer nach dem Übersetzen die Brücke zerstört, kann nicht mehr zurück. Das Bild ist aus der antiken Kriegsführung überliefert und wird unter anderem im Zusammenhang mit Feldherren berichtet, die ihren Truppen den Rückweg nehmen wollten.

    Themen: Menschen und VerhaltenAlltag

    Siehe auch: Sich ein Herz fassen

  • Alle Jubeljahre

    Redew.

    Nur sehr selten, in unregelmäßigen und großen Abständen.

    Herkunft: Das Jubeljahr ist ursprünglich das alle fünfzig Jahre begangene Erlassjahr des Alten Testaments.

    Themen: Alltag

    QuelleAltes Testament

    Siehe auch: Über kurz oder lang

  • Alle Register ziehen

    Redew.

    Sämtliche verfügbaren Mittel einsetzen, um etwas zu erreichen.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Orgelspiel: Die Register bestimmen, welche Pfeifenreihen erklingen. Sind alle gezogen, spielt die Orgel mit voller Kraft.

    Themen: ErfolgArbeit

  • Alle über einen Kamm scheren

    Redew.

    Sehr unterschiedliche Fälle oder Personen gleich behandeln, ohne zu unterscheiden.

    Herkunft: Das Bild stammt aus dem Handwerk des Baders, der beim Haareschneiden für alle Kunden denselben Kamm benutzte.

    Auch: Alles über einen Kamm scheren

    Themen: AlltagMenschen und Verhalten

  • Alles auf eine Karte setzen

    Redew.

    Den gesamten Einsatz auf eine einzige Möglichkeit legen.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Kartenspiel, wo der Spieler seinen Einsatz auf eine Karte legt.

    Themen: ArbeitGlück und Pech

    Siehe auch: Hart am Wind segeln Den Trumpf ausspielen Den Bock zum Gärtner machen

  • Alles grau in grau sehen

    Redew.

    Die Lage durchweg trübe einschätzen.

    Herkunft: Die Wendung ist eine Malereimetapher: Grau in Grau bezeichnet eine Technik, bei der ein Bild ausschließlich in Grautönen ausgeführt wird. Sie heißt fachsprachlich Grisaille.

    Themen: Menschen und VerhaltenFarben

    Siehe auch: Schwarzsehen

  • Alles in Butter

    Redew.

    Alles ist in Ordnung, es gibt keine Probleme.

    Herkunft: Wird darauf zurückgeführt, dass empfindliche Waren wie Gläser früher in flüssiger Butter transportiert wurden, die nach dem Erkalten als Polster diente.

    Themen: AlltagEssen und TrinkenGlück und Pech

    Siehe auch: Klar Schiff machen

  • Am Ball bleiben

    Redew.

    Eine Sache konsequent weiterverfolgen und nicht nachlassen.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Ballsport.

    Themen: AlltagArbeitErfolg

    Siehe auch: Die Stellung halten

  • Am seidenen Faden hängen

    Redew.

    In höchster Gefahr schweben, sehr ungewiss sein.

    Herkunft: Das Bild geht auf die Sage vom Schwert des Damokles zurück, das an einem Rosshaar über dem Thron hing.

    Themen: Glück und PechAlltag

    Siehe auch: Auf der Kippe stehen

  • Jemanden an den Pranger stellen

    Redew.

    Jemanden öffentlich bloßstellen.

    Herkunft: Der Pranger war bis ins 19. Jahrhundert ein Ort der öffentlichen Beschämung von Verurteilten.

    Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Jemandem den Kopf waschen Jemanden in die Pfanne hauen Ein dickes Fell haben

  • Etwas an die große Glocke hängen

    Redew.

    Eine Angelegenheit weitererzählen, die besser vertraulich geblieben wäre.

    Herkunft: Die Glocke im Turm rief die Gemeinde zusammen, wenn etwas Wichtiges bekanntgegeben wurde.

    Themen: Sprache und Kommunikation

  • Sich an etwas die Zähne ausbeißen

    Redew.

    An einer Aufgabe trotz großer Mühe nicht weiterkommen.

    Herkunft: Das Bild ist das einer Nuss oder eines Knochens, der zu hart ist. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.

    Themen: ArbeitKörper

    Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Auf der Strecke bleiben

  • Die Ärmel hochkrempeln

    Redew.

    Sich tatkräftig an die Arbeit machen.

    Herkunft: Vor körperlicher Arbeit wurden die Ärmel zurückgeschlagen, damit sie nicht störten oder schmutzig wurden. Die Geste ist zum Bild für den Entschluss geworden, anzupacken.

    Themen: ArbeitAlltag

    Siehe auch: In die Hände spucken

  • Auf das falsche Pferd setzen

    Redew.

    Sich für die Möglichkeit entscheiden, die sich als die schlechtere erweist.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Wetten beim Pferderennen.

    Themen: Glück und PechTiere

    Siehe auch: Die Katze im Sack kaufen Den Bock zum Gärtner machen Das Pferd von hinten aufzäumen

  • Auf dem hohen Ross sitzen

    Redew.

    Überheblich auftreten und auf andere herabsehen.

    Herkunft: Das Bild stammt aus der Zeit, als nur Ritter und Vornehme zu Pferd unterwegs waren und buchstäblich auf die Fußgänger herabsahen.

    Auch: Sich aufs hohe Ross setzen

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere

    Siehe auch: Die Nase hoch tragen Das Pferd von hinten aufzäumen Auf das falsche Pferd setzen

  • Etwas auf dem Kasten haben

    Redew.

    Fähig und tüchtig sein, etwas wirklich können.

    Herkunft: „Kasten“ steht in der Umgangssprache scherzhaft für den Kopf, ähnlich wie Oberstübchen und Dachstuhl.

    Themen: AlltagMenschen und VerhaltenArbeit

    Siehe auch: Etwas aus dem Ärmel schütteln Etwas im Griff haben Etwas aus dem Effeff können

  • Etwas auf dem Kerbholz haben

    Redew.

    Sich etwas haben zuschulden kommen lassen.

    Herkunft: Auf Kerbhölzern wurden Schulden durch eingeritzte Kerben festgehalten; das Holz wurde geteilt, damit keine Seite nachträglich etwas hinzufügen konnte.

    Themen: GeldMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Auf Pump leben Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben Den Kopf hinhalten müssen

  • Auf dem Schlauch stehen

    Redew.

    Eine an sich einfache Sache im Moment nicht begreifen und nicht weiterkommen.

    Herkunft: Das Bild stammt vermutlich aus dem Feuerwehr- oder Gartenbereich: Wer auf dem Schlauch steht, blockiert den Wasserfluss und wundert sich, warum nichts kommt.

    Themen: AlltagMenschen und Verhalten

  • Jemanden auf den Arm nehmen

    Redew.

    Sich einen Spaß mit jemandem erlauben und ihn nicht ernst nehmen.

    Herkunft: Wer auf den Arm genommen wird, wird behandelt wie ein Kind und damit nicht ernst genommen.

    Themen: Menschen und VerhaltenKörperSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Jemanden durch den Kakao ziehen Das Pulver nicht erfunden haben Einen Vogel haben

  • Jemandem auf den Fersen sein

    Redew.

    Jemanden so dicht verfolgen, dass er kaum noch entkommen kann.

    Herkunft: Aus der Jagd- und Verfolgungssprache: Der Verfolger ist so nah, dass er die Fersen des Fliehenden sieht.

    Themen: Menschen und VerhaltenKörper

  • Auf den Hund kommen

    Redew.

    Wirtschaftlich oder gesundheitlich stark herunterkommen.

    Herkunft: Für diese Wendung gibt es mehrere Deutungen, keine davon gesichert. Genannt werden der Hund als geringstes Zugtier, ein auf den Boden von Truhen gemalter Hund, der beim Leerwerden sichtbar wurde, und der Grubenhund im Bergbau. Belegen lässt sich keine dieser Erklärungen.

    Themen: Glück und PechTiereGeld

  • Etwas auf den Punkt bringen

    Redew.

    Einen Sachverhalt knapp und treffend zusammenfassen.

    Herkunft: Der Punkt ist hier der Zielpunkt, wie beim Zielen und beim Messen. Wer etwas auf den Punkt bringt, trifft genau.

    Themen: Sprache und KommunikationErfolg

  • Jemandem auf den Zahn fühlen

    Redew.

    Jemanden gezielt ausfragen, um herauszufinden, was wirklich dahintersteckt.

    Herkunft: Aus der Heilkunde: Der Zahn wurde abgetastet, um Schäden zu finden. Wer jemandem auf den Zahn fühlt, sucht ebenso nach der Schwachstelle.

    Themen: Menschen und VerhaltenKörperSprache und Kommunikation

  • Auf der Kippe stehen

    Redew.

    Kurz vor dem Scheitern stehen, ohne dass die Entscheidung schon gefallen ist.

    Herkunft: Das Bild ist das eines Gegenstands am Rand, der nach beiden Seiten fallen kann. Verwandt ist die Wendung vom Zünglein an der Waage.

    Themen: ArbeitGlück und Pech

    Siehe auch: Am seidenen Faden hängen

  • Jemandem auf der Nase herumtanzen

    Redew.

    Jemandes Nachgiebigkeit ausnutzen und sich alles erlauben.

    Herkunft: Das Bild verbindet Respektlosigkeit mit körperlicher Nähe. Die Nase steht dabei, wie in mehreren deutschen Wendungen, für die Person selbst.

    Themen: Menschen und VerhaltenKörper

  • Auf der Strecke bleiben

    Redew.

    Im Wettbewerb oder Verlauf einer Entwicklung nicht mithalten können und ausscheiden.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus der Jägersprache: Erlegtes Wild wurde auf der sogenannten Strecke abgelegt. Wer auf der Strecke bleibt, kommt nicht mehr mit.

    Themen: ArbeitGlück und PechErfolg

    Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Baden gehen Sich an etwas die Zähne ausbeißen

  • Etwas auf die Beine stellen

    Redew.

    Ein Vorhaben mit einigem Aufwand zustande bringen.

    Herkunft: Das Bild ist das eines Neugeborenen im Stall, das nach der Geburt auf die Beine kommen muss. Übertragen wird es auf Vorhaben, die man zum Laufen bringt.

    Themen: ArbeitErfolgKörper

    Siehe auch: Etwas aus dem Boden stampfen Den Laden schmeißen

  • Sich auf die Hinterbeine stellen

    Redew.

    Sich wehren und nicht länger alles hinnehmen.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Pferd, das sich aufbäumt, und vom Bären, der sich zur Wehr setzt.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere