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A–Z-Verzeichnis

Redewendungen mit A, Seite 2

60 Einträge mit Bedeutung · Seite 2 von 2

  • Etwas auf die hohe Kante legen

    Redew.

    Geld beiseitelegen und für später aufbewahren, statt es auszugeben.

    Herkunft: Verwiesen wird auf Verstecke für Ersparnisse im Himmelbett oder auf hohen Schrankkanten.

    Themen: GeldAlltag

  • Etwas auf die lange Bank schieben

    Redew.

    Eine Aufgabe immer wieder vertagen, statt sie zu erledigen.

    Herkunft: Die Wendung wird auf mittelalterliche Gerichtsstuben zurückgeführt, in denen Akten in einer langen, truhenartigen Bank verwahrt wurden.

    Themen: AlltagArbeit

    Siehe auch: Etwas auf Eis legen

  • Jemandem etwas auf die Nase binden

    Redew.

    Jemandem etwas erzählen, das ihn nichts angeht; meist verneint gebraucht.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus der Sprache des Marktes und meint das Anhängen einer Ware oder Nachricht, die den anderen nichts angeht. Sie wird fast nur verneint gebraucht.

    Themen: Sprache und KommunikationKörper

    Siehe auch: Eine Leiche im Keller haben Die Katze aus dem Sack lassen

  • Jemanden auf die Palme bringen

    Redew.

    Jemanden so reizen, dass er die Beherrschung verliert.

    Herkunft: Eine jüngere Bildung des 20. Jahrhunderts. Das Bild ist das des Affen, der bei Aufregung den Baum hinaufklettert.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern Rot sehen

  • Auf einen grünen Zweig kommen

    Redew.

    Wirtschaftlich vorankommen und zu etwas kommen.

    Herkunft: Erklärt wird die Wendung über den alten Brauch, beim Verkauf eines Grundstücks einen grünen Zweig als Symbol des Besitzübergangs zu überreichen.

    Auch: Auf keinen grünen Zweig kommen

    Themen: ErfolgGeldFarbenGlück und Pech

    Siehe auch: Leben wie die Made im Speck Baden gehen Ins Schwarze treffen

  • Etwas auf Eis legen

    Redew.

    Ein Vorhaben vorläufig stoppen, ohne es endgültig aufzugeben.

    Herkunft: Vor der Kühltechnik wurden verderbliche Waren in Eiskellern gelagert, um sie haltbar zu machen. Was auf Eis liegt, ist nicht verloren, aber vorerst stillgelegt.

    Themen: ArbeitAlltag

    Siehe auch: Etwas auf die lange Bank schieben

  • Auf großem Fuß leben

    Redew.

    Aufwendig leben und viel Geld ausgeben.

    Herkunft: Für die Wendung kursiert die Erklärung, ein Adliger habe wegen eines missgebildeten Fußes besonders lange Schnabelschuhe tragen lassen, worauf die Mode reagiert habe. Diese Geschichte ist nicht belegt. Näher liegt der schlichte Zusammenhang von Fußbreite und Aufwand, wie ihn auch die Redensart vom breiten Auftreten kennt.

    Themen: GeldKörperMenschen und Verhalten

  • Auf Hochtouren laufen

    Redew.

    Mit voller Leistung und hoher Geschwindigkeit arbeiten, meist über einen längeren Zeitraum.

    Herkunft: Die Touren sind die Umdrehungen einer Maschine. Läuft sie auf Hochtouren, arbeitet sie mit voller Drehzahl. Die Wendung ist mit der Industrialisierung in die Alltagssprache gekommen.

    Themen: ArbeitErfolg

    Siehe auch: Einen Zahn zulegen

  • Auf Holz klopfen

    Redew.

    Eine Geste, mit der man verhindern will, dass eine positive Aussage Unglück heraufbeschwört.

    Herkunft: Der Brauch wird auf verschiedene ältere Abwehr- und Schutzvorstellungen zurückgeführt, darunter das Anklopfen der Bergleute an Grubenholz.

    Themen: Glück und PechAlltag

  • Auf Pump leben

    Redew.

    Den eigenen Lebensstil auf Schulden aufbauen.

    Herkunft: „Pumpen“ steht in der Umgangssprache seit dem 18. Jahrhundert für Borgen. Das Bild ist das des Schöpfens aus einem fremden Vorrat.

    Themen: GeldMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Etwas auf dem Kerbholz haben Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben Den Kopf hinhalten müssen

  • Auf verlorenem Posten stehen

    Redew.

    In einer Lage kämpfen, die nicht mehr zu gewinnen ist.

    Herkunft: Der verlorene Posten war im Militär die vorgeschobene Stellung, deren Besatzung im Ernstfall geopfert wurde.

    Themen: Glück und PechArbeit

  • Auf Wolke sieben schweben

    Redew.

    Überglücklich und frisch verliebt sein.

    Herkunft: Die Herkunft ist nicht eindeutig belegt. Die Siebenzahl der Himmel findet sich in mehreren älteren Weltbildern.

    Themen: LiebeGlück und Pech

    Siehe auch: Schwein haben Schmetterlinge im Bauch haben Liebe auf den ersten Blick

  • Ein Auge auf jemanden werfen

    Redew.

    Interesse an jemandem fassen und ihn als möglichen Partner ins Auge nehmen.

    Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Daniel im Alten Testament, wo die Ältesten ihre Augen auf Susanna werfen.

    Themen: LiebeKörperMenschen und Verhalten

    QuelleAltes Testament

    Siehe auch: Jemandem schöne Augen machen Jemandem den Hof machen

  • Ein Auge zudrücken

    Redew.

    Einen Fehler durchgehen lassen, statt auf der Regel zu bestehen.

    Herkunft: Wer ein Auge schließt, sieht nur die Hälfte. Die Wendung beschreibt die bewusste Nachsicht, nicht das Übersehen aus Unachtsamkeit.

    Themen: ArbeitMenschen und VerhaltenKörper

  • Kein Auge zutun

    Redew.

    Die ganze Nacht wach liegen, meist vor Sorge oder Aufregung.

    Herkunft: Wörtlich zu nehmen: Wer wach liegt, schließt die Augen nicht. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.

    Themen: AlltagKörper

  • Aus allen Nähten platzen

    Redew.

    So voll sein, dass der Platz nicht mehr reicht.

    Herkunft: Das Bild stammt von der Kleidung: Wird ein Stoff zu stark gespannt, geben zuerst die Nähte nach. Übertragen wird es auf Räume und Behälter, die überfüllt sind.

    Themen: AlltagKörper

  • Aus allen Wolken fallen

    Redew.

    Von einer Nachricht völlig überrascht und ernüchtert werden.

    Herkunft: Wer in den Wolken schwebt, ist von der Wirklichkeit entrückt. Der Fall daraus beschreibt die plötzliche Ernüchterung durch eine überraschende Nachricht.

    Themen: AlltagGlück und Pech

  • Etwas aus dem Ärmel schütteln

    Redew.

    Etwas ohne erkennbare Mühe und ohne Vorbereitung zustande bringen.

    Herkunft: Verwiesen wird meist auf die weiten Ärmel mittelalterlicher Gewänder, die als Aufbewahrungsort dienten, sowie auf Taschenspielertricks.

    Themen: AlltagArbeitErfolg

    Siehe auch: Etwas im Griff haben Etwas aus dem Effeff können Etwas auf dem Kasten haben

  • Etwas aus dem Boden stampfen

    Redew.

    In kurzer Zeit und aus dem Nichts etwas schaffen.

    Herkunft: Die Wendung geht auf die antike Vorstellung zurück, ein Feldherr könne Truppen durch bloßes Aufstampfen aus der Erde rufen. Überliefert ist das Bild im Zusammenhang mit einer Äußerung des römischen Feldherrn Pompeius.

    Themen: ArbeitErfolg

    Siehe auch: Etwas auf die Beine stellen

  • Etwas aus dem Effeff können

    Redew.

    Etwas vollkommen sicher beherrschen.

    Herkunft: „Effeff“ geht auf die doppelte Buchstabenfolge ff zurück, mit der Kaufleute und Schreiber besondere Güte oder Nachdruck kennzeichneten. Die Deutung als Abkürzung für eine juristische Fundstelle gilt heute als unwahrscheinlich.

    Themen: ArbeitErfolg

    Siehe auch: Etwas im Griff haben Etwas aus dem Ärmel schütteln Etwas auf dem Kasten haben

  • Jemanden aus dem Feld schlagen

    Redew.

    Einen Konkurrenten vollständig verdrängen.

    Herkunft: Das Feld ist das Schlachtfeld. Wer den Gegner daraus schlägt, hat ihn vollständig verdrängt. Die Wendung ist aus der Militärsprache in den Wettbewerb übergegangen.

    Themen: ErfolgArbeit

    Siehe auch: Das Rennen machen Die Nase vorn haben

  • Aus dem Häuschen sein

    Redew.

    Vor Freude oder Aufregung völlig außer sich sein.

    Herkunft: Das Häuschen steht scherzhaft für den Kopf oder die gewohnte Fassung. Wer außer sich gerät, hat sie verlassen.

    Themen: AlltagGlück und Pech

    Siehe auch: Ein Sturm im Wasserglas

  • Aus dem Nähkästchen plaudern

    Redew.

    Interna und private Einzelheiten preisgeben.

    Herkunft: Im Nähkästchen wurden nicht nur Garn und Nadeln aufbewahrt, sondern auch Briefe und kleine Andenken. Wer daraus plaudert, gibt Privates preis.

    Themen: Sprache und Kommunikation

  • Aus dem Ruder laufen

    Redew.

    Sich der Steuerung entziehen und in eine unerwünschte Richtung entwickeln.

    Herkunft: Das Ruder gibt dem Boot die Richtung. Läuft ein Vorgang aus dem Ruder, ist er der Steuerung entglitten. Die Wendung gehört zu einer ganzen Gruppe von Bildern aus der Schifffahrt, die in die Alltagssprache übergegangen sind.

    Themen: ArbeitGlück und Pech

    Siehe auch: Etwas in den Griff bekommen Etwas im Griff haben

  • Aus dem Takt geraten

    Redew.

    Aus dem gewohnten Ablauf gebracht werden.

    Herkunft: Der Takt kommt aus der Musik und bezeichnet das gleichmäßige Zeitmaß. Wer aus dem Takt gerät, verliert den Gleichschritt mit den anderen.

    Themen: AlltagMenschen und Verhalten

  • Sich aus der Affäre ziehen

    Redew.

    Sich geschickt aus einer heiklen Lage befreien, ohne Schaden zu nehmen.

    Herkunft: „Affäre“ ist aus dem Französischen entlehnt und meinte ursprünglich das Gefecht. Wer sich daraus zieht, entkommt ohne Schaden.

    Themen: Menschen und Verhalten

  • Aus der Haut fahren

    Redew.

    Vor Ärger die Fassung verlieren.

    Herkunft: Das Bild ist das eines Tieres, das sich häutet, hier ins Gewaltsame gewendet: Der Zorn ist so groß, dass er den Körper zu sprengen scheint.

    Themen: Menschen und VerhaltenKörper

    Siehe auch: Die Faust in der Tasche ballen Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern

  • Aus einer Mücke einen Elefanten machen

    Redew.

    Eine Kleinigkeit maßlos aufbauschen.

    Herkunft: Der Gegensatz von kleinstem und größtem Tier ist ein altes rhetorisches Bild. Im Deutschen ist die Wendung seit dem 16. Jahrhundert belegt, das Motiv selbst geht auf die griechische Antike zurück.

    Themen: Sprache und KommunikationTiereMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Den Mund zu voll nehmen Das Blaue vom Himmel versprechen

  • Etwas ausbaden müssen

    Redew.

    Für einen Fehler geradestehen, den ein anderer gemacht hat.

    Herkunft: Verweist auf das gemeinschaftliche Badehaus, in dem der Letzte das gebrauchte Wasser ausschütten musste.

    Themen: ArbeitMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Etwas auslöffeln müssen Die Suppe auslöffeln Den Kopf hinhalten müssen

  • Etwas auslöffeln müssen

    Redew.

    Die unangenehmen Folgen einer Sache tragen müssen, oft für den Fehler anderer.

    Herkunft: Wer sich etwas eingebrockt hat, muss es auch essen. Das Bild stammt aus der Hausgemeinschaft, in der jeder für seine Portion aus dem gemeinsamen Topf selbst zuständig war.

    Auch: Die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat

    Themen: AlltagEssen und TrinkenArbeit

    Siehe auch: Etwas ausbaden müssen Die Suppe auslöffeln Den Laden schmeißen