A–Z-Verzeichnis
Redewendungen mit A, Seite 2
66 Einträge mit Bedeutung · Seite 2 von 3
Auf der Strecke bleiben
Redew.Im Wettbewerb oder Verlauf einer Entwicklung nicht mithalten können und ausscheiden.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Jägersprache: Erlegtes Wild wurde auf der sogenannten Strecke abgelegt. Wer auf der Strecke bleibt, kommt nicht mehr mit.
Themen: ArbeitGlück und PechErfolg
Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Baden gehen Sich an etwas die Zähne ausbeißen
Etwas auf die Beine stellen
Redew.Ein Vorhaben mit einigem Aufwand zustande bringen.
Herkunft: Das Bild ist das eines Neugeborenen im Stall, das nach der Geburt auf die Beine kommen muss. Übertragen wird es auf Vorhaben, die man zum Laufen bringt.
Siehe auch: Etwas aus dem Boden stampfen Den Laden schmeißen
Sich auf die Hinterbeine stellen
Redew.Sich wehren und nicht länger alles hinnehmen.
Herkunft: Das Bild stammt vom Pferd, das sich aufbäumt, und vom Bären, der sich zur Wehr setzt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Siehe auch: Jemandem die Butter vom Brot nehmen
Etwas auf die hohe Kante legen
Redew.Geld beiseitelegen und für später aufbewahren, statt es auszugeben.
Herkunft: Verwiesen wird auf Verstecke für Ersparnisse im Himmelbett oder auf hohen Schrankkanten.
Siehe auch: Den Gürtel enger schnallen
Etwas auf die lange Bank schieben
Redew.Eine Aufgabe immer wieder vertagen, statt sie zu erledigen.
Herkunft: Die Wendung wird auf mittelalterliche Gerichtsstuben zurückgeführt, in denen Akten in einer langen, truhenartigen Bank verwahrt wurden.
Siehe auch: Etwas auf Eis legen
Jemandem etwas auf die Nase binden
Redew.Jemandem etwas erzählen, das ihn nichts angeht; meist verneint gebraucht.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Sprache des Marktes und meint das Anhängen einer Ware oder Nachricht, die den anderen nichts angeht. Sie wird fast nur verneint gebraucht.
Themen: Sprache und KommunikationKörper
Siehe auch: Eine Leiche im Keller haben Die Katze aus dem Sack lassen
Jemanden auf die Palme bringen
Redew.Jemanden so reizen, dass er die Beherrschung verliert.
Herkunft: Eine jüngere Bildung des 20. Jahrhunderts. Das Bild ist das des Affen, der bei Aufregung den Baum hinaufklettert.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern Rot sehen
Auf einen grünen Zweig kommen
Redew.Wirtschaftlich vorankommen und zu etwas kommen.
Herkunft: Erklärt wird die Wendung über den alten Brauch, beim Verkauf eines Grundstücks einen grünen Zweig als Symbol des Besitzübergangs zu überreichen.
Auch: Auf keinen grünen Zweig kommen
Themen: ErfolgGeldFarbenGlück und Pech
Siehe auch: Leben wie die Made im Speck Baden gehen Ins Schwarze treffen
Etwas auf Eis legen
Redew.Ein Vorhaben vorläufig stoppen, ohne es endgültig aufzugeben.
Herkunft: Vor der Kühltechnik wurden verderbliche Waren in Eiskellern gelagert, um sie haltbar zu machen. Was auf Eis liegt, ist nicht verloren, aber vorerst stillgelegt.
Siehe auch: Etwas auf die lange Bank schieben
Auf Freiersfüßen wandeln
Redew.Auf der Suche nach einem Ehepartner sein.
Herkunft: „Freier“ ist das alte Wort für den Werbenden. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Um jemandes Hand anhalten Sich jemandem an den Hals werfen Jemandem schöne Augen machen
Auf großem Fuß leben
Redew.Aufwendig leben und viel Geld ausgeben.
Herkunft: Für die Wendung kursiert die Erklärung, ein Adliger habe wegen eines missgebildeten Fußes besonders lange Schnabelschuhe tragen lassen, worauf die Mode reagiert habe. Diese Geschichte ist nicht belegt. Näher liegt der schlichte Zusammenhang von Fußbreite und Aufwand, wie ihn auch die Redensart vom breiten Auftreten kennt.
Themen: GeldKörperMenschen und Verhalten
Auf Hochtouren laufen
Redew.Mit voller Leistung und hoher Geschwindigkeit arbeiten, meist über einen längeren Zeitraum.
Herkunft: Die Touren sind die Umdrehungen einer Maschine. Läuft sie auf Hochtouren, arbeitet sie mit voller Drehzahl. Die Wendung ist mit der Industrialisierung in die Alltagssprache gekommen.
Siehe auch: Einen Zahn zulegen
Auf Holz klopfen
Redew.Eine Geste, mit der man verhindern will, dass eine positive Aussage Unglück heraufbeschwört.
Herkunft: Der Brauch wird auf verschiedene ältere Abwehr- und Schutzvorstellungen zurückgeführt, darunter das Anklopfen der Bergleute an Grubenholz.
Themen: Glück und PechAlltag
Auf Pump leben
Redew.Den eigenen Lebensstil auf Schulden aufbauen.
Herkunft: „Pumpen“ steht in der Umgangssprache seit dem 18. Jahrhundert für Borgen. Das Bild ist das des Schöpfens aus einem fremden Vorrat.
Themen: GeldMenschen und Verhalten
QuelleVictor Borge
Siehe auch: Etwas auf dem Kerbholz haben Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben Den Kopf hinhalten müssen
Auf verlorenem Posten stehen
Redew.In einer Lage kämpfen, die nicht mehr zu gewinnen ist.
Herkunft: Der verlorene Posten war im Militär die vorgeschobene Stellung, deren Besatzung im Ernstfall geopfert wurde.
Themen: Glück und PechArbeit
Siehe auch: Ein Fass ohne Boden
Auf Wolke sieben schweben
Redew.Überglücklich und frisch verliebt sein.
Herkunft: Die Herkunft ist nicht eindeutig belegt. Die Siebenzahl der Himmel findet sich in mehreren älteren Weltbildern.
Themen: LiebeGlück und Pech
Siehe auch: Sich in jemanden vergucken Sich Hals über Kopf verlieben Schwein haben
Ein Auge auf jemanden werfen
Redew.Interesse an jemandem fassen und ihn als möglichen Partner ins Auge nehmen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Daniel im Alten Testament, wo die Ältesten ihre Augen auf Susanna werfen.
Themen: LiebeKörperMenschen und Verhalten
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Sich jemandem an den Hals werfen Jemandem schöne Augen machen Jemandem den Hof machen
Ein Auge riskieren
Redew.Verstohlen hinsehen, obwohl es sich nicht gehört.
Herkunft: Eine scherzhafte Bildung des 19. Jahrhunderts nach dem Muster des Wagnisses, bei dem etwas eingesetzt wird.
Ein Auge zudrücken
Redew.Einen Fehler durchgehen lassen, statt auf der Regel zu bestehen.
Herkunft: Wer ein Auge schließt, sieht nur die Hälfte. Die Wendung beschreibt die bewusste Nachsicht, nicht das Übersehen aus Unachtsamkeit.
Kein Auge zutun
Redew.Die ganze Nacht wach liegen, meist vor Sorge oder Aufregung.
Herkunft: Wörtlich zu nehmen: Wer wach liegt, schließt die Augen nicht. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Aus allen Nähten platzen
Redew.So voll sein, dass der Platz nicht mehr reicht.
Herkunft: Das Bild stammt von der Kleidung: Wird ein Stoff zu stark gespannt, geben zuerst die Nähte nach. Übertragen wird es auf Räume und Behälter, die überfüllt sind.
Aus allen Wolken fallen
Redew.Von einer Nachricht völlig überrascht und ernüchtert werden.
Herkunft: Wer in den Wolken schwebt, ist von der Wirklichkeit entrückt. Der Fall daraus beschreibt die plötzliche Ernüchterung durch eine überraschende Nachricht.
Themen: AlltagGlück und Pech
Siehe auch: Aus heiterem Himmel
Etwas aus dem Ärmel schütteln
Redew.Etwas ohne erkennbare Mühe und ohne Vorbereitung zustande bringen.
Herkunft: Verwiesen wird meist auf die weiten Ärmel mittelalterlicher Gewänder, die als Aufbewahrungsort dienten, sowie auf Taschenspielertricks.
Siehe auch: Etwas im Griff haben Etwas aus dem Effeff können Etwas auf dem Kasten haben
Etwas aus dem Boden stampfen
Redew.In kurzer Zeit und aus dem Nichts etwas schaffen.
Herkunft: Die Wendung geht auf die antike Vorstellung zurück, ein Feldherr könne Truppen durch bloßes Aufstampfen aus der Erde rufen. Überliefert ist das Bild im Zusammenhang mit einer Äußerung des römischen Feldherrn Pompeius.
Siehe auch: Etwas auf die Beine stellen
Etwas aus dem Effeff können
Redew.Etwas vollkommen sicher beherrschen.
Herkunft: „Effeff“ geht auf die doppelte Buchstabenfolge ff zurück, mit der Kaufleute und Schreiber besondere Güte oder Nachdruck kennzeichneten. Die Deutung als Abkürzung für eine juristische Fundstelle gilt heute als unwahrscheinlich.
Siehe auch: Etwas im Griff haben Etwas aus dem Ärmel schütteln Etwas auf dem Kasten haben
Jemanden aus dem Feld schlagen
Redew.Einen Konkurrenten vollständig verdrängen.
Herkunft: Das Feld ist das Schlachtfeld. Wer den Gegner daraus schlägt, hat ihn vollständig verdrängt. Die Wendung ist aus der Militärsprache in den Wettbewerb übergegangen.
Siehe auch: Das Rennen machen Es geht um die Wurst Die Oberhand gewinnen
Aus dem Häuschen sein
Redew.Vor Freude oder Aufregung völlig außer sich sein.
Herkunft: Das Häuschen steht scherzhaft für den Kopf oder die gewohnte Fassung. Wer außer sich gerät, hat sie verlassen.
Themen: AlltagGlück und Pech
Siehe auch: Ein Sturm im Wasserglas
Aus dem Nähkästchen plaudern
Redew.Interna und private Einzelheiten preisgeben.
Herkunft: Im Nähkästchen wurden nicht nur Garn und Nadeln aufbewahrt, sondern auch Briefe und kleine Andenken. Wer daraus plaudert, gibt Privates preis.
Themen: Sprache und Kommunikation
Aus dem Ruder laufen
Redew.Sich der Steuerung entziehen und in eine unerwünschte Richtung entwickeln.
Herkunft: Das Ruder gibt dem Boot die Richtung. Läuft ein Vorgang aus dem Ruder, ist er der Steuerung entglitten. Die Wendung gehört zu einer ganzen Gruppe von Bildern aus der Schifffahrt, die in die Alltagssprache übergegangen sind.
Themen: ArbeitGlück und Pech
Siehe auch: Etwas in den Griff bekommen Etwas im Griff haben
Aus dem Takt geraten
Redew.Aus dem gewohnten Ablauf gebracht werden.
Herkunft: Der Takt kommt aus der Musik und bezeichnet das gleichmäßige Zeitmaß. Wer aus dem Takt gerät, verliert den Gleichschritt mit den anderen.
Themen: AlltagMenschen und Verhalten